Mein FSJ bei jugendnetz & jup! Teil 2

Der FSJ Wahnsinn geht weiter! Diesmal erfahrt ihr, was 2017 im November und in der Vorweihnachtszeit so bei mir los war.

VON HANNAH

Wo bleibt der Jahresendwahnsinn?

Auch wenn Bernd andauernd von dem „Jahresendwahnsinn“ sprach, empfand ich das Jahresende ziemlich besinnlich und schön. Ich habe viel mit den anderen im Büro gequatscht und vor allem viel geschrieben. Vielleicht fragt ihr euch auch schon, worüber ich überhaupt die ganze Zeit schreibe. Die Ideen müssen doch von irgendwo her kommen. Das ist ganz einfach: Zuallererst bin ich die Hauptredakteurin in der Onlineredaktion von Jugendnetz. Das hört sich schon mal ganz schön spannend und verantwortungsvoll an – das ist es auch. Trotzdem ist es nie ein Gefühl der Überforderung, das mich überkommt, denn an einem Tag ca. 3 bis 4 neue Artikel auf die Startseite zu stellen, die man nur in der Formulierung etwas ändern muss, schafft man locker. Die meiste Zeit sind es Veranstaltungen, die ich aus Pressemitteilungen entnehme, für die ich dann „Werbung“ mache. Viele Veranstalter kontaktieren uns auch direkt und fragen, ob ich auf ihr Event verweisen könnte. Thema ist eigentlich immer: Medien.
Ich freue mich und bin immer wieder dankbar, dass mir von meinen Kollegen (ja, es gibt nur Männer in meinem Büro) so viel Freiheit überlassen wird. Schließlich darf ich die Startseite von Jugendnetz gestalten und die Artikel so anordnen wie es mir am besten gefällt. Ich finde nämlich, auch ästhetisch sollte eine Website ansprechend sein. Beim Gestalten merke ich, wie ich darin aufgehen kann, meine Kreativität auszuleben und auch anstelle eines sachlichen Artikels einfach mal einen etwas provokanteren Text zu schreiben, der viel Wertung enthält. Doch genau das macht meine Rubrik Hannahs Reviews ja aus: Um euch Geheimtipps zu verraten, wo man in Berlin was erleben kann und was sich wirklich lohnt zu besuchen, ist meine eigene Erfahrung und Meinung enorm wichtig.

Wie eine richtige Journalistin

Zum Beispiel fuhr ich am 28. November um 10.00 Uhr ins CineStar am Potsdamer Platz. Dort war ich Teil des  Pressescreenings vom Kinofilm „Wonder“, der dieses Jahr noch in die deutschen Kinos kommt. Ich war wirklich fasziniert und berührt von diesem Film. Deshalb bin ich mir sicher, dass die vielen Journalist*innen und Filmkritiker*innen, mit denen ich vor Ort war, bei ihrer Rezension gar nicht viel negatives zu kritisieren haben werden.
Der Film handelt von einem kleinen Jungen mit einem entstellten Gesicht, der auf seiner ersten Schule Demütigung aber auch wahre Freundschaft erlebt. Der Film wird von tollen Schauspieler*innen gespielt und ist sehr niedlich und witzig gemacht. Gleichzeitig spricht er ein immer noch andauerndes, trauriges Thema an, nämlich Mobbing. Der Film zieht einen in den Bann und lässt das Drumherum schnell vergessen. Und ich glaube, am Ende saß niemand mehr mit trockenen Augen im Kinosessel.

Seminarfahrt mit neuen Gesichtern

Vom 4. bis 8. Dezember fand wieder unsere Seminarfahrt statt, diesmal  in der Bildungsstätte Kaubstraße in Charlottenburg-Wilmersdorf. Im Nachhinein kann ich gar nicht mehr nachvollziehen, warum ich vorher gar keine Lust hatte, wieder für eine Woche wegzufahren. Im Endeffekt waren wir alle gleich wieder vertraut miteinander und die Freude beim Wiedersehen war groß. Die einzige Überwindung gab es bezüglich der jeweils anderen Gruppe, da Gruppe A und B das erste Mal zusammengewürfelt wurden und man nun nur noch 20 von 40 Leuten kannte. Ich fand es schon beinahe erschreckend, wie schnell wir trotzdem zueinanderfanden und kaum noch Unterschiede zwischen A und B machten. Das hatten wir auch der 30-Things-Challenge zu verdanken, bei der wir am ersten Tag innerhalb einer Stunde 30 Aufgaben als Team erfüllen sollten. Bei solchen Herausforderungen geht ohne Teamgeist und Zusammenhalt gar nichts! Worin wir uns auch alle einig waren: Die Inhalte der Workshops waren im Gegensatz zur letzten Fahrt zwar nicht weniger spannend, aber wesentlich weniger anstrengend und anspruchsvoll. Die ersten beiden Tage haben wir gefühlt sehr viele Pausen gemacht, nicht allzu viel gelernt und waren die meiste Zeit für einen Flashmob in der ganzen Stadt unterwegs. Bei dem Flashmob mit dem Hashtag #FreieFahrtFuerFreiwillige protestierten wir mit hunderten von anderen Berliner FSJler*innen für ein kostenfreies Monats-Abo der BVG. Neben Instagram & Co. machte auch die Abendschau im rbb auf uns aufmerksam, also mal sehen, wie viel wir letztendlich mit unserer kleinen Demonstration erreichen konnten.
Die restlichen Tage ging es in der Bildungsstätte fleißig zu:  In den Workshops beschäftigte ich mich mit den Themen Kulturschock, Sprachanimation, Konfliktlösungsstrategien und Einflussfaktoren auf Entscheidungen. Es sind endlich mal Themen, mit denen man sich vorher niemals in der Schule beschäftigen konnte, obwohl genau diese Art von Bildung einen persönlich weiterbringt und stärker macht. Zum Beispiel hat mir der Workshop Sprachanimation gezeigt, dass man ganz schnell seine Hemmungen, in diesem Fall in Bezug auf eine fremde Sprache sprechen, verlieren kann, wenn man sich einfach mal traut. Jedes Mal aufs Neue erlebe ich solche Erfolgsmomente, in denen man auch mal stolz auf sich sein kann, und ich möchte keine Zeit, die ich mit den anderen auf Seminarfahrt verbringe, missen.

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