Emotionale Bilder mit Tiefgang

Eine aufrüttelnde Foto-Ausstellung im Museum Europäischer Kulturen vom 09.03.2018 bis zum 15.07.2018

VON KATHARINA

Erwartungsvoll betrete ich den Raum, wo die Foto- Ausstellung ,,Ich habe mich nicht verabschiedet/ Frauen im Exil“ vertreten ist. Im ersten Moment bin ich von der geringen Größe des Raumes verwundert, da ich mit einer größeren Ausstellung gerechnet habe. Sobald ich aber die Fotos betrachte, fühle ich mich emotional aufgewühlt und die Fotos hinterlassen bei mir einen prägenden Eindruck.

Lebensgroße Fotos

Heike Steinweg, die Fotografin, hat Frauen, die hier in Berlin im Exil leben lebensgroß porträtiert. Alle kommen sie aus Kriegsregionen wie Syrien, Afghanistan oder Irak; alle haben sie Verluste, Schmerz und Trauer erfahren.

Es sind 33 Frauen die im Fokus dieser Ausstellung stehen. Selbstbewusst und offen blicken sie in die Kamera und sprechen dadurch die sie betrachtende Person direkt an.

Direkter Augenkontakt

Das Gefühl, dass die Frau mich direkt anschaut und mich jeden Moment ansprechen kann ist wie ein roter Faden der Ausstellung, dazu ein kurzes Zitat der Porträtierten. Die Frauen, die aus Konfliktländern fliehen, erleben heftige  Umbruchssituationen, müssen sich mit fremden Werten auseinandersetzen und ein neues Leben aufbauen. Der Schmerz, den sie erlebt haben spiegelt sich in ihren Augen wieder aber auch eine unglaubliche Kraft.

  • A., 2016 © Heike Steinweg
  • Doha, 2016 © Heike Steinweg
  • Fadwa, 2016 © Heike Steinweg
  • Enana, 2017 © Heike Steinweg
  • Hend, 2016 © Heike Steinweg
  • Raja, 2017 © Heike Steinweg
  • Ebaa, 2017 © Heike Steinweg
  • Heike Steinweg, Porträt© Heike Steinweg

 

Frau A.

Doch eine Frau sticht bei der Ausstellung hervor - nämlich Frau A. Sie ist nur von hinten zu sehen und auf ihrem Zitat steht, dass es nicht wichtig ist, welcher Nationalität sie angehöre, welche Hautfarbe oder Kultur sie habe. Jede Frau, die das Gleiche durchgemacht habe wie sie, wird sie verstehen ohne ihr Gesicht sehen zu müssen.

Ich muss sagen, dass es eine Ausstellung ist, die mich nicht mehr loslässt und ich kann wirklich empfehlen sie sich anzuschauen! Zudem noch ein weiterer Pluspunkt, man kann sich an Tischen hinsetzen und in Büchern stöbern beispielsweise zu Kochrezepten aus Syrien und noch mehr über die abgebildeten Frauen erfahren.

Hier noch Infos zur Ausstellung.

 

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