HTC U11 im Test – HTC kann es doch noch!

am 21.11.2017
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Apple, Samsung und Huawei regieren den Smartphone-Markt. Nun schickt sich HTC an, dem Trio wieder Konkurrenz zu machen. Nach letzten schwächeren Modellen soll das HTC U11 einschlagen. Wir haben es getestet.

21.11.2017

Bei HTC waren die letzten Jahre ein einziges Auf und Ab. 2007 waren sie noch eine der treibenden Kräfte im Smartphone-Markt, doch die starke Konkurrenz durch zum Beispiel Huawei und einigen missglückten Produkten machten es dem Konzern aus Taiwan nicht einfach. 20 Jahre nach Firmengründung (1997) soll nun alles besser werden.

Vor ein paar Monaten veröffentlichten sie mit dem HTC U11 eines ihrer neuen Flaggschiffe.

Der erste Eindruck

Nach dem Auspacken fällt sofort auf, dass das Gerät gut in der Hand liegt. Die abgerundeten Kanten helfen bei der Handhabung auch ungemein. Äußerlich sieht die schwarze Variante, die wir für den Test zur Verfügung hatten, ansprechend und elegant aus. Die Rückseite, die aus Glas besteht, ist aber leider sehr fingerabdruckanfällig. Da gilt es, öfter die Rückseite auch zu säubern. Dafür liegen auch ein Microfaser-Tüchlein und eine durchsichtige Kunststoffhülle dem Handy bei. Außerdem reflektiert die Rückseite sehr stark. Als Spiegel ist sie somit durchaus brauchbar, für Leute, die es schlicht mögen, ist es aber eher nichts.

(K)ein Anschluss unter dieser Nummer

Auch HTC geht den Weg, den andere Handyhersteller einschlagen. Sie haben die Klinkenbuchse weggelassen. Das Handy verfügt nur über einen einzigen Anschluss und das ist die neuere USB-C-Schnittstelle. Musikhören geht dann entweder über Bluetooth oder den mitgelieferten Wandler von Klinke auf USB-C. Außerdem liefert HTC auch gleich Kopfhörer mit USB-C-Stecker mit, auf die ich später noch zu sprechen komme. Das bedeutet aber auch, dass man sich entscheiden muss, wenn man kabelgebunden Musikhören möchte. Denn gleichzeitiges Aufladen ist dann nicht möglich. Leider hat das HTC U11 nicht den Qi-Standard für kabelloses Laden.

Gestochen scharf

Auf den ersten Blick macht das Display einen unglaublich guten Eindruck. Das Quad HD-Display vereinigt 2.560 x 1.440 Pixel auf 5,5 Zoll Größe. Bilder sind gestochen scharf und auch das Schauen von Videos macht so sehr viel Spaß.

Der schlaue Rahmen

Als DAS Feature des U11s hat HTC die sogenannte Edge Sense-Funktion präsentiert. Erstmal zur Funktionsweise: Der Rahmen im unteren, seitlichen Bereich auf beiden Seiten druckempfindlich. Die Aktion, die dieses Drücken auslöst, kann angepasst werden. Standardmäßig öffnet sich die Kamera-App. Es ist aber auch möglich, eine andere App darüber zu starten, oder zum Beispiel die Taschenlampe ein- bzw. auszuschalten oder eine Sprachaufnahme zu starten. Darüber kann man erweitert noch entscheiden, ob kurzes Drücken eine andere Aktion nach sich zieht als das Drücken und Halten. Außerdem gibt es in Apps auch Aktionen, die man ausführen kann. In der Kamera ist der Druck auf den Rahmen der Auslöser für Fotos. Zusätzlich kann man auch eigene Aktionen erstellen und sich so individuell die Aktionen zusammenbauen, die man in einer App braucht. Ein Beispiel: In der Dropbox App kann ich so einstellen, dass mit einem Rahmendruck mir das Menü für den Upload auf gemacht wird. Wie sich diese Funktion im Alltag macht, erfahrt ihr später im Alltagstest.

Echte Hinhörer

Wie schon gesagt, verabschiedet sich HTC von den klassischen Klinkenkopfhörern, zumindest direkt am Gerät. Damit der Nutzer aber auch gleich seine Lieblingsmusik genießen kann, gibt es die HTC USonic-Kopfhörer mit USB-C-Stecker gleich dazu. Diese messen mit einer sonarähnlichen Technik dein Innenohr aus, um dann die Kopfhörer für dein bestes Hörerlebnis anzupassen. Aber damit nicht genug. Sie bieten außerdem eine aktive Geräuschunterdrückung. Der Lärm um dich rum kann dir nicht mehr den Spaß am Musikhören nehmen. In der Praxis klappt das wunderbar. Die Musik ist klar und von der Umgebung bekommt man recht wenig mit und so verliert man sich in seiner Lieblingsmusik. Auch wenn die Technik hochkomplex klingt, die Einrichtung gelingt in wenigen Sekunden. Und das Ergebnis lässt sich echt hören.

Bitte recht freundlich!

Eins der Highlights des Smartphones sind die beiden Kameras. Die Hauptkamera löst mit bis zu 12 Megapixel auf und die Frontkamera mit bis zu 16. Damit ist auch die Qualität der Selfies sehr gut. Weiterhin überragend ist, dass die Kamera einen „Always-On-HDR“-Modus hat. Dabei werden dauernd Fotos im Hintergrund gespeichert und wieder verworfen. Drückt der Nutzer den Auslöser werden drei Fotos gespeichert und zu einem zusammengerechnet. Das liefert großartige Bilder. Außerdem liefert das Handy eine RAW-Unterstützung. Dadurch lassen sich auch die Rohdaten bearbeiten. So gut die Kameras auch sind, Abzüge gibt es für die ein wenig lieblos gestaltete Kamera-App.

Ab in den Alltag

Mehrere Wochen war das HTC U11 mein ständiger Begleiter. Dabei konnte es mich im Großen und Ganzen überzeugen. Der Akku hält in meinem Intensiv-Test ungefähr anderthalb Tage. Und geht er zur Neige, auch kein Problem. Denn er lässt sich unglaublich schnell wieder voll laden. Die Kopfhörer sind, wie oben beschrieben, ein wirkliches Klangwunder. Der Fingerabdrucksensor funktionierte in der Regel tadellos. Die Gesprächsqualität bei Telefonaten ist auch solide. Das große Feature - Die Edge Sense-Funktion - hatte bei mir keinen Platz im Alltag gefunden. So richtig genutzt habe ich es nicht. Die Kamera lieferte schöne Bilder. In der ganzen Zeit lief das Telefon ohne Probleme. Es war schnell und auch intensivere Anwendungen machten ihm keine Probleme.

Fazit

Mit dem U11 präsentiert HTC ein echtes Highend-Gerät. Das hat eben auch seinen Preis. HTC rief zum Start selbst 749€ für das Gerät aus. Im Internet ist es nun ab 550€ zu finden. Es liegt gut in der Hand und sieht gut aus. Einziges Manko in Sachen Design ist die Rückseite, auf der man ständig seine Fingerabdrücke sieht. Das Display ist scharf und es macht auch Spaß, Videos darauf zu schauen. Die Kamera ist hervorragend und ist im Vergleich mit den anderen Smartphones der Top-Hersteller mindestens gleichwertig, wenn nicht sogar leicht besser. Edge Sense ist eine von der Idee her ganz gute Geschichte. Dennoch war die Funktion bei mir im Alltag doch recht wenig in Gebrauch. Es bleibt doch eher Spielerei. Ab und zu wollten die Punkte, die anzeigen, dass der Rahmen gedrückt wird, nicht verschwinden, auch wenn gar kein Druck mehr ausgeübt wird.

Neben der Kamera sind auch die Kopfhörer ein Highlight. Mit ihnen macht das Musikhören Spaß. Insgesamt ein Gerät, das sich vor der Konkurrenz nicht verstecken muss.

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