Vollgas für Rache

Mit Need For Speed Payback möchte der Entwickler EA seine Rennspiel-Reihe wieder nach vorne bringen. Ob das gelingt, erfahrt ihr in unserem Test.

 

VON OLIVER MATTUTAT, 13.11.2017

Die ersten Minuten von Need For Speed Payback beginnen turbulent. Als erstes wird man in die Rolle von Tyler geworfen. Durch eine Wüstenlandschaft fährt man ein Rennen gegen seine beiden Freunde Sean und Jessica. Und schon dort wird ein Feature eingeführt, dass uns im Folgenden wieder begegnen wird. Denn man wechselt zwischen den Charakteren her. Zunächst übernimmt man Sean und dann auch Jessica. Ziel des Rennens ist die Werkstatt von Rav. Rav wartet dort mit einem getunten Wagen. Dass ich mit Jessica als erstes ankomme, aber in der folgende Zwischensequenz Tyler als Sieger gefeiert wird, bleibt nicht die einzige Ungereimtheit.

Bei Rav treffen wir dann auch auf Lina, die im weiteren Storyverlauf eine entscheidene Rolle einnehmen wird. Wir fahren also den getunten Mustang nach Forture Valley. Das ist die Stadt in dem Need For Speed Payback spielt. Schwups sitzen wir schon wieder in einem anderen Auto. Einem zwei Millionen teuren Rennwagen, um genau zu sein. Wir starten bei einem illegalen Straßenrennen. Das Auto haben wir von Marcus Weir, der nur Der Spieler genannt wird. Aber unser Plan ist gar nicht, dass wir das Rennen gewinnen, sondern wir wollen den Wagen stehlen. Natürlich möchten uns jede Menge Polizisten aufhalten. In den Verfolgungsjagden wechseln wir wieder zwischen den drei Charakteren. Da können wir aber nicht frei durchführen, sondern das wird durch das Spiel vorgegeben. Immer wieder sieht man in Kinoreifen-Zwischensequenzen, wie sich Polizeiautos überschlagen oder Ähnliches. Wir schaffen es schlussendlich zum Treffpunkt mit Rav. Doch Jessica hat ihn niedergeschlagen, nimmt sich das Auto und verschwindet. Auf unserer Flucht mit Tyler vor den Cops gelangen wir in eine brenzlige Lage. Marcus Weir hilft uns. Dafür müssen wir (Tyler) für ihn arbeiten. Die Crew ist zerschlagen und Tyler sinnt nach Rache - oder um beim Englischen Titel zu bleiben - nach Payback.

Dies kann durch Straßenevents wie Rennen geschehen. Die Geschichte erinnert an die Kinofilm-Reihe Fast & Furios.
Das Steuern der verschieden Wagen ist gut, auch das Driften klappt auf Anhieb relativ gut.
Zwischendurch kann man die riesige, offene Spielewelt erkunden. Forture Valley ist an Las Vegas angelehnt. Leider wirkt sie aber an einigen Stellen recht lieblos.
Das Spiel bietet auch einen großen Fuhrpark und viele Möglichkeiten seine Wagen weiterzuentwickeln. Aber da kommen wir zu einem weiteren Problem. Anstatt sich nämlich vom verdienten Geld, sich gezielte Teile zu kaufen, bekommt man nach Siegen Speed Cards. Man kann eine aus dreien auswählen. Man weiß vor der Auswahl nicht, welche Verbesserung sie enthält. Tuning wird da zum Zufallskonstrukt.
Die Missionen sind vielfältig. So musst du zum Beispiel Raubüberfälle auf Transporter begehen, um dort einen Wagen zu klauen.

Die eigentliche Story ist ziemlich lahm. Denn die Rachestory ist schon ziemlich ausgelutscht und Need For Speed schafft es auch nicht, sie neu und spannend zu erzählen.
Auch in Need For Speed halten die Mikrotransaktionen Einzug. So kann man sich mit Echtgeld Upgrades kaufen oder sich eben auch durch die riesige Welt teleportieren. Aber keine Angst: Du kannst das Spiel auch ohne den Einsatz von Echtgeld durchspielen.

Beim Multiplayermodus gibt es Ranglistenrennen und Rennen alla just for fun. So richtigen Langzeitspaß verspürte ich aber nicht. Nach ein paar Rennen war es dann für mich auch wieder online.
 

Es macht insgesamt viel Spaß, durch die Wüste und durch die Stadt mit PS-starken Boliden zu heizen. Dennoch konnte Need For Speed Payback das Need For Speed-Feuer in mir nicht neu entfachen. Es bleibt leider auf dem Niveau des Vorgängers, der auch nicht überragend war. Besonders schade finde ich, dass der Multiplayermodus nicht mehr zu bieten hat.

 

This is Need for Speed Payback

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