Die YOU 2018- Das Summer-Festival im Wasser

Das YOU- Summer Festival wurde am vergangenen Wochenende (22.06.-24.06.2018) von über 42.000 Jugendlichen besucht. Auch waren über 200 Aussteller in den Bereichen Sport, Lifestyle und Bildung vertreten. Ein Erfolg?

VON SINA

Vergleicht man die YOU-Messen der letzten Jahre miteinander, so fällt einem auf, dass in den Hallen des Messegeländes aufgeräumt und aussortiert wurde. Nach dem Motto des Summer-Festivals wurden Essens-Stände und der Actionbereich nach draußen in den IFA-Sommergarten verschoben. Der große Pool als Hauptattraktion und daneben die Summer-Stage sollten die Besucher*innen nach draußen locken und ihnen einen gemütlichen Platz in der Sommersonne bieten. Aber nichts da! Statt dem Geruch von Sonnencreme und dem freudenerfüllenden Gekreische Jugendlicher im Pool wird man draußen von Wolken und unangenehmen Nieselregen umgeben.

Man mag nun meinen, dass die Messehallen 19, 20 und 21 voll sind. Dass man von Massen weitergedrückt wird und kaum stehen bleiben kann, um sich an Informationsständen zur Ausbildung und dem Studium Material anzuschauen. Dass sich die Vertreter*innen vor Enge kaum noch von den Besucher*innen unterscheiden. Aber tatsächlich ist nichts davon eingetreten! Man kann sich ausführlich und ohne Druck eine Studienberatung geben lassen. Lediglich bei einzelnen Attraktionen stehen lange Schlangen von jungen Menschen.

 

Wenn die Meet and Greet Area nicht wäre…

Wo in der Bildungshalle der Ansturm nicht ist, so konnten sich manche Personen des öffentlichen Lebens kaum vor dem Ansturm retten. Nachdem am Freitag, dem Schulklassen-Tag die Jugendlichen noch durch alle Hallen gingen und sich in Ruhe umschauten, hatten die Besucher*innen am Wochenende schon zielstrebigere Blicke auf dem Gesicht. Sie wussten genau, wo sie hinwollten, und sie wussten genau, wie sie ihr Foto mit Influencer*innen wie Mike Leon, MissNici und vielen weiteren bekamen. Der Merck war angezogen und der Stift genügt. Und schon ging es über den Eingang in Halle 19 direkt in Halle 18 an der SportsArea vorbei zur Meet and Greet-Area. Begrenzt durch Absperrungen reihten sich die Fans auf und konnten endlich ihre Idole treffen. Dass sie sich nur ein paar Meter weiter um ihre beruflichen Perspektiven kümmern konnten, schien sie nicht zu interessieren.

Der IFA Sommergarten blieb durch den nicht aufhörenden Regen größtenteils leer. Kein Spaß im Action-Pool, kein Picknick auf der großen Wiese drum herum. Nur ist immer wieder Gekreische zu hören. Das liegt an der Summerstage auf der anderen Seite des Pools. Während die danebenliegenden Aktionen wie dem Bogenschießen oder dem Laser-schießen ziemlich leer blieben, bildete sich ein großes Rudel um die Bühne, auf der unter anderem Mike Singer und Lukas Rieger auftraten.
Auffällig war jedoch, dass das Line-Up dieses Jahr eher aus Musical.ly-Bekannheiten bestand und sich somit an noch jüngere Zuschauer*innen richtete. Personen, die durch YouTube zur Bekanntheit kamen, waren weniger vertreten. Besonders angekündigt wurde die YOU-Squad bestehend aus Mone @Supergirl, Justin Prince, Annika Sofie, Joyatheresa und Nathan von KekseTV. Zusammen stellten sie sich lustigen Challenges, welche sie über ihre Social Media Kanäle teilten.

Für weitere Stimmung sorgte die Streetdance Meisterschaft, die im Rahmen der Messe stattfand. So sah man rund um den Sommergarten sich eintanzende Jugendliche mit ihren Trainer*innen. Aus der Halle schallte Musik und Gejubel von den Zuschauer*innen auf den Rängen. Diese waren restlos voll, um den Eingang zur Tribüne versuchen sich weitere Besucher*innen der Messe (vergeblich) einen Blick zu erhaschen. Aber zu voll war der Bereich um die Bühne bereits.

 

Eine Miniatur-Version?

Ehrlich zugegeben, es gab definitiv schon einmal mehr Angebote auf der YOU. Auch Angebote, die eine breitere Masse von Jugendlichen angesprochen hat. Das Hauptaugenmerk wurde auf Influencer*innen gelegt. Ein breites Spektrum an weiteren Themenbereichen gab es zwar, aber diese waren wenig besetzt. Es gab den Ausbildungs-Bereich, einen Sportbereich und die DIY-Area für kreative Köpfe. Auch ein Essensangebot (Fit- und Fast-Food) war vorhanden - nur eben nicht so abwechslungsreich. So gab es gefühlt zehn Imbisse, an denen man Wurst und Pommes essen konnte, Burger wurden einem verwehrt. Wer was Süsses wollte hatte Crêpes zum Essen. Auch war der Medieninformatik und Gestaltungsbereich in der Bildungshalle am breitesten vertreten. Technische oder medizinische Tätigkeitsbereiche eher weniger. Was die Größe der einzelnen Info- und Aktionsstände anging, so war man teilweise aneinandergequetscht und wusste als Besucher*in manchmal nicht, wann der eine Stand aufhörte und der andere anfing. Auffällig war die Bundeswehr, die sich die Mitte der Bildungshalle 20 nahm und dort neben einem Panzer auch eine Kletteranlage und weitere kleine Informationsstände aufstellte.

Politische Bildung fand man lediglich am Stand des Abgeordnetenhauses. Bei den Talks mit Politiker*innen, welche direkt nebenan am Stand von jup! Berlin und AlexTV stattfanden, konnten die Besucher*innen interessanten Diskussionen zuschauen.

 

Der Kommerz nimmt zu

Man hatte das Gefühl, es geht nur noch ums Gesehen werde. Die YouTube-, Musical.ly- und andere Stars gingen durch die Hallen und warteten quasi darauf, von Leuten angesprochen zu werden. Auch wenn das der Reiz für die jungen Besucher*innen ist. Und wenn man nicht genug gesehen wird, geht man stärker auf die Leute zu. Einmal sich alles anschauen wollen, und eine Horde von ADAC-Mitarbeiter*innen wollte einem eine kostenlose Mitgliedschaft andrehen. Die Vertreter von Jugend-gegen-Aids drückten einem eine handvoll Kondome in die Hand, und die freiwilligen Messevertreter überredeten dich zu einer Umfrage, die „gar nicht lange dauert“, aber über 50 Fragen beinhaltete.
Auch Marken wie Adidas waren vertreten, aber anstatt die Chance zu nutzen und Besucher durch Gratis-Geschenke anzuwerben, wurden die Sachen für teures Geld verkauft. Daneben fiel der Merch-Stand diverser YouTuber*innen auf. Zu bedruckende Beutel kosteten um die 12,50 €. So als wenn der Eintrittspreis von 10 bis16 € pro Schüler*in nicht schon genug war.

Um ehrlich zu sein, konnte man sich unter dem Motto des „Summer Festival“ mehr vorstellen, als es schlußendlich tatsächlich gab. Auch wenn das Wetter angemessen gewesen wäre, hätte sich das vorhandene Angebot nicht geändert, nur die Besucherzahl. Was die Meet and Greets anging, so kann man die YOU 2018 als Erfolg ansehen.

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