Apple Watch SE: Mehr Smartwatch braucht man kaum

am 13.10.2020

Der Smartwatch-Markt ist umkämpft. Apple schickt sich nun an, mit einer neuen, günstigeren Apple Watch neue Kunden zu gewinnen. Was die Apple Watch SE alles kann und was nicht, haben wir für Euch getestet.

Smartwatches, die digitalen Helferlein am Handgelenk, sind weiter auf dem Vormarsch. Die Apple Watch ist seit Jahren eine der Beliebtesten auf dem Markt. Doch der Einstiegspreis ab 449 Euro ist im Vergleich schon ziemlich hoch. Im September hat Apple nun neben der Series 6, Nachfolgerin der Series 5, eine weitere Uhr mit dem Namen Apple Watch SE vorgestellt. Sie ist die neue günstigere Smartwatch des Tech-Giganten aus Cupertino.

Die Apple Watch SE im Überblick:

Gehäusegröße: 40 mm oder 44 mm
Materialien: Aluminium
Modelle: GPS oder GPS + Cellular 
Betriebssystem: watchOS 7
Prozessor: S5 Dual‑Core SiP 
Sonstige Features: Sturzerkennung, Kompass, wassergeschützt bis 50 Meter, Mikrofon und Lautsprecher, Lärmüberwachung
Farben: Silber, Space Grau, Gold 
Preis: ab 291,45 Euro

 

Die Apple Watch SE und die Apple Watch Series 6 sehen sich zum Verwechseln ähnlich.

Sieht aus wie die große Schwester

Die Apple Watch SE sieht der Series 6 zum Verwechseln ähnlich. Das liegt daran, dass das gleiche Aluminium-Gehäuse zum Einsatz kommt. Auch sonst muss sich die Apple Watch SE nicht verstecken. Die wichtigsten Funktionen sind mit an Bord. So kommen unter anderem die Benachrichtigungen vom iPhone auch auf die Uhr, sie trackt Sport und auch Podcasts lassen sich auf der Uhr speichern und mit Bluetooth-Kopfhörern anhören. Verbaut ist der S5-Prozessor, der in der letztjährigen Apple Watch Series 5 zum Einsatz kam und mächtig Power mitbringt. Das OLED Retina Display lässt sich in der Helligkeit steuern und ist gestochen scharf. Und wenn man wollte, könnte man mit der Uhr auch telefonieren. Denn es ist ein Lautsprecher verbaut. Dieser ist auch angenehm laut, wie ein Test mit der Musikwiedergabe der Shazam-App zeigt.

Die Apple Watch SE kommt mit dem neuen Betriebssystem watchOS 7. Das bringt unter anderem Schlaf-Tracking und eine Händewasch-Erkennung. Letzteres ist gerade in der aktuellen Corona-Zeit ein sinnvolles Feature. Die Uhr registriert automatisch, dass man sich die Hände wäscht und zählt dann einen 20-Sekunden-Countdown runter. Das bewirkt, dass man wirklich lange genug die Hände wäscht. Das Erkennen klappt im Test in der Regel problemlos.

Bleibt und hält auf Trab

Zwei Wochen war die Apple Watch SE im Dauereinsatz. In dieser Zeit hinterlässt sie einen sehr guten Eindruck und macht keinerlei Probleme. Apple gibt in den technischen Daten des Geräts an, dass der Akku 18 Stunden halten soll und in circa zweieinhalb Stunden von 0 auf 100 Prozent geladen wird. Während des Tests im normalen Alltag kommt man so auch mal durch gut zwei Tage – die Uhr wurde dabei nachts ausgeschaltet.

In der ganzen Zeit bleibt der Prozessor stets auf Trab und wirkt nicht einmal „überfordert“. Die Uhr reagiert sofort, viel schneller geht es nicht. Die Funktionen der Apple Watch sorgen dafür, dass ihr*e Träger*in auch immer in Bewegung bleibt. Im Fokus des Tests sind vor allem die Fitnessfunktionen, die seit jeher das Herzstück der Apple Watch darstellen. Das Tracken von Joggingrunden und Fahrradfahrten gelingt einfach und auch ziemlich genau – dem eingebauten GPS sei Dank. Die Läufe, Fahrten und Trainingseinheiten werden mit dem iPhone synchronisiert und so bleibt man immer auf dem neusten Stand. Dazu misst die Uhr auch die Herzfrequenz. Ein weiteres Fitnessfeature sind die sogenannten Aktivitätsringe – eines der Markenzeichen der Apple Watch. Der Träger*in soll motiviert werden täglich die drei Ringe zu schließen. Jeder Ring symbolisiert ein Ziel. Rot für Bewegung, grün für Training und blau fürs Stehen. Alle Ziele lassen sich individuell einstellen. Um den Ring fürs Stehen zu schließen, muss man in der eingestellten Anzahl an Stunden am Tag mindestens einmal aufstehen und sich eine Minute bewegen. Das Schließen der Ringe im Alltag motiviert tatsächlich sehr und sorgt dafür, dass man sich ausreichend bewegt.

Neu ist auch die Familienkonfiguration: Sie ermöglicht, Apple Watches auch für Leute ohne iPhone einzurichten und zu managen. Gedacht ist diese Funktion hauptsächlich für ältere Leute und Kindern. So können diese ebenfalls die Kommunikations-, Gesundheits-, Fitness- und Sicherheitsfunktionen nutzen. Bestimmte Funktionen lassen sich auch beschränken bzw. deaktivieren, damit zum Beispiel Kinder in der Schule nicht von der Uhr abgelenkt werden können. Zu beachten ist, dass man für viele Features dann ebenfalls auch einen separaten Mobilfunkvertrag und die LTE-Version der Watch nötig sind.

Ein letztes Features, dass wir genauer unter die Lupe nehmen, ist das neue Tracken des Schlafes. Das ist ein wenig anders als bei anderen Herstellern. Aber der Reihe nach. Das Tracken lässt sich in der Watch-App einstellen. Dort kann man unter anderem wählen, ob der Schlafmodus automatisch aktiviert werden und in der Nacht die Uhr noch die Zeit anzeigen oder dunkel bleiben soll. Außerdem kann man Ladeerinnerungen aktivieren. Die eigentliche Übersicht und die Einstellungen zur Schlafzeit sind in der Health-App zu finden. Auch da ließen sich die Einstellungen nochmal ändern. Ist die Schlafens- sowie die Weckzeit gestellt, kann es losgehen. Jetzt zum Ergebnis, das man am Morgen erblickt. Die App zeigt lediglich die Schlafzeit an. Auf die Einteilung in Schlafphasen, wie bei anderen Apps und Geräten, wird verzichtet. Dazu kann man sehen, wie sich die Herzfrequenz geändert hat. Wie viel Sinn die Daten auf Dauer ergeben, lässt sich wohl erst nach längerer Zeit seriös sagen.

Ein sehr guter Kompromiss

Die Apple Watch SE ist ab rund 292 Euro in drei Farben verfügbar. Damit ist sie 126 Euro günstiger als die Series 6. Einige Kompromisse muss man für den niedrigeren Preis natürlich eingehen. So gibt es die Series 6 in mehr Farben und Gehäusematerialen. Dazu ist ein neuerer Prozessor und ein Always-On-Display verbaut. Ebenfalls nicht auf der SE zu finden, sind die Möglichkeit eines EKGs und der Messung des Blutsauerstoffs. Das war’s dann aber auch schon. Ob die genannten Features einem den Aufpreis wert sind, muss jeder für sich entscheiden.

Auch wenn ich die Apple Watch Series 6 nicht testen konnte, hatte ich nicht das Gefühl, dass mir die zusätzlichen Features gefehlt hätten. Für mich sind sie eher „nice to have“ als zwingend notwendig. Auch der Prozessor bei der SE läuft so schnell und rund, dass da kaum Verbesserungspotential ist. Mehr Smartwatch als die Apple Watch SE braucht es nicht. Wenn Du Dir also überlegst, eine Apple Watch zuzulegen, ist die Apple Watch SE im Preis-Leistungs-Verhältnis die optimale Wahl.