Apples Universum wächst

am 29.04.2019
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Neben neuen Geräten setzt der Technik-Gigant Apple auch immer mehr auf Abo-Services. Wir haben uns für Euch sowohl das neue iPad Mini als auch die Pläne des Konzerns aus dem kalifornischen Cupertino genauer angeschaut.

Drei neue Produkte hat Apple ganz ohne große Show auf den Markt gebracht. Eine einfache Pressemitteilung mit allerhand technischer Daten gab es, aber das war es dann auch schon. Die große Bühne sollte anderen Dingen vorbehalten bleiben, aber dazu später mehr.
Die drei Produkte waren iMacs – in verschiedensten Konfigurationen -, das iPad Air und das iPad Mini. Letzteres haben wir für Euch getestet. Apple spricht von der komplettesten und besten Aufstellung in Sachen iPad. Natürlich ist das höchste Marketingsprache und das aktuelle Angebot kann den Kunden durchaus verwirren. So tummeln sich nun vier verschiedene Modelle auf dem Markt. Neben dem iPad Pro, dem teuersten und leistungsstärksten, wären da noch das iPad Air, das iPad – das wir letztes Jahr für Euch testen durften – und das kleinste in der Reihe das iPad Mini.

Es kommt nicht auf die Größe an

Das iPad Mini kommt gerade mal auf 7,9“ Bildschirmdiagonale. Doch das eben auch eine große Stärke des Geräts. Denn zum Lesen ist es gut geeignet. Aber erstmal zu den harten, technischen und preislichen Fakten. Los geht’s in der einfachsten Ausstattung bei 449€. Die teuerste Version mit 256 GB und SIM-Karten-Modul für mobile Daten schlägt mit 759€ zur Buche. Ein stolzer Preis für ein Tablet. Mit knapp 300 Gramm ist es leicht. Das Design ist das altbekannte mit Hometaste, Klinkenanschluss und sichtbaren Rändern. Als Prozessor ist der aktuellste A12 Chip verbaut, der ordentlich Power mitbringt. Das Display hat eine Auflösung von 2048 x 1536 Pixeln. Und tatsächlich ist es gestochen scharf. Die Reflektion ist halten sich im Rahmen. So lässt sich auch bei Sonne noch eigentlich alles ganz gut erkennen. Der Akku soll bis zu zehn Stunden halten. In unserem Test konnten wir dies noch nicht überprüfen.
Eines der größten Features, die Apple rundum das iPad Mini anpreist, ist die Unterstützung von Apple Eingabestift – dem Apple Pencil. Doch Achtung! Das iPad Mini unterstützt lediglich die ältere erste Generation des Pencils UND den Stift muss man extra dazukaufen. Aktuell kostet der nochmal 99€. Das muss einem bewusst sein.

  Foto von Oliver Mattutat

Ein Begleiter für unterwegs

Wie macht sich der kleinste iPad-Vertreter im Alltag? Wir hatten das iPad Mini einige Tage im Einsatz. In denen hat es sich gut geschlagen. Gerade für Fahrten in Bus oder Bahn ist die Größe des Geräts sehr passend. Und auch das Zusammenspiel mit dem Apple Pencil funktioniert gut. Auch hier sind die 7,9“ gut, denn die Größe ähnelt einem Notizblock.
Ganz selten zickte das Gerät herum und lief für einen kurzen Moment unrund. Doch sonst lief das Gerät erstaunlich flüssig und schnell. Auch ein wenig aufwendigere Aufgaben meisterte es.
Alles in allem bekommt man hier ein potentes Gerät, dass in Sachen Leistung und Zusammenspiel von Hardware und Software in der Größe und Preiskategorie nicht viel Konkurrenz fürchten muss. Dennoch sollte man sich vor dem Kauf im Klaren sein, wofür das Gerät genutzt werden soll. Am besten schaut man sich das iPad Mini vorher im Apple Store oder einem Elektronikfachladen an.

Foto von Oliver Mattutat

Foto von Oliver Mattutat

Apples neuer Weg

Doch in letzter Zeit schwinden die Einkünfte durch neue Hardware beim iPhone-Konzern. Apple versucht das im Bereich Services auszugleichen. Und so bekam dieser Bereich vor wenigen Wochen eine komplette Präsentation – bei Apple sagen sie „Keynote“ – für sich. Nicht ein neues Gerät wurde dort gezeigt.

Abos über Abos

In Apples neuem Universum gibt es kaum etwas, was es nicht gibt. Der Spotify-Konkurrent Apple Music ist schon ein Hut. Doch bei der Keynote präsentierte Apple gleich ein paar neue Services. So gibt es – zunächst nur in den USA – eine Apple Kreditkarte. Sowohl digital als auch in physischer Form. Die wichtigsten Eckpunkte in aller Kürze: keine Führungsgebühren, Cashback für Einkäufe und als Partner ist Goldman Sachs an Bord. Es ist nicht so unwahrscheinlich, dass die Kreditkarte auch nach Deutschland kommt.
Vorgestellt wurde ebenfalls eine Flatrate für Zeitungen und Zeitschrift – auch die gibt’s erstmal nur in den USA. Ab Herbst erblickt dann in verschiedene Länder der Welt Apple Arcade das Licht der Welt. Eine Games-Flatrate, die es möglich machen soll, nahtlos auf iPhone, iPad, Apple TV und Mac Games zu zocken. Sobald der in Deutschland verfügbar ist, werden wir einen Blick für Euch drauf werfen. Ein anderer Service wurde aber mit besonderer Spannung erwartet.

Wird das der Netflix-Killer?

Lange wurde spekuliert, bei der Präsentation wurde es dann Gewissheit. Apple geht auch unter die Streamingdienste. Mit Apple TV+ geht der Service im Herbst an den Start. Mit dabei Hollywoodgrößen wie Steven Spielberg, Steve Carell und Jennifer Anniston. Viel mehr erfuhr man aber noch nicht. Ob Apple hier Netflix & Co wirklich gefährlich werden kann, ist fraglich. Auch Disney hat gerade erst seinen eigenen Streamingdienst vorgestellt.
Apple versucht sich neue Erlösquellen zusätzlich zu den Geräten zu erschließen. Ob das funktionieren kann, wird vermutlich erst die Zeit zeigen.
In Sachen Geräte gab es dann noch einen weiteren Rückschlag: Gerade erst musste die Produktion der eigenen, kabellosen Ladematte „AirPower“ eingestellt werden. Der Grund: Die Physik hat Apple einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und die kann selbst der Weltkonzern Apple nicht besiegen.

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