Art Week 2019 in Berlin

am 19.09.2019

Die Art Week in Berlin ist eines der größten Kunstfestivals der Hauptstadt. Jährlich im September werden die Pforten der größten, kleinsten und unscheinbarsten Kunstinstitutionen geöffnet. Besucher*Innen allen Alters und Herkunft werden hier Einblicke auf die neuste Kunst gewährt.

Das ist die Möglichkeit sich so viel Kunst auf einmal reinzuziehen, wie nur eben möglich. Es wird alles ausgestellt, von Malerei, Fotos, Skulpturen etc. Für jeden ist etwas dabei! Außerdem gibt es Eröffnungen und Preisverleihungen zu bestaunen. Zusätzlich gibt es Talkrunden und Sonderveranstaltungen. Man kann ebenfalls an Kunstführungen - sowohl durch die Stadt, als auch durch die Ausstellungsorte, urbanen Interventionen, sowie offenen Ateliers und Galerien teilnehmen.

4 Tage in allen Farben und Formen

Vom 11. September bis 15. September nehmen dieses Jahr große Museen der Kunst der Gegenwart, Berliner Ausstellungshäuser und Kunstvereine, zwei Kunstmessen und auch private Sammlungen zeitgenössischer Kunst, sowie verschiedene Projekträume teil. Sich jedoch für etwas zu entscheiden fällt schwer, da die Auswahl so groß ist, dass man schnell den Überblick verlieren kann.

Des Weiteren ist die Seite der Berliner Art Week etwas undurchsichtig, weshalb die Terminfindung etwas Zeit in Anspruch nimmt. Außerdem sind nicht alle Ausstellung und Events kostenfrei, was einerseits an den Veranstaltungsorten liegt, aber auch daran, dass die Künstler*innen, ja von etwas Leben wollen. Unter 18jährige fahren hier am besten, da das meiste des Angebotes bis 18 frei ist. Die meisten Institutionen befinden sich mitten in der Stadt, sind also perfekt mit den Öffentlichen erreichbar.

Ich habe mir ein paar Ausstellungen ausgesucht (ein A5 Blatt voll), also freut euch auf viele Beiträge, der 8. Berliner Art Week. :)

Ausstellungen im c/o Berlin

Das c/o Berlin ist bekannt dafür Fotografien auszustellen, aber auch visuellen Medien einen Raum zu geben. Es liegt relativ zentral, hinter dem Bahnhof Zoologischen Garten und ist nicht zu übersehen, mit seiner außergewöhnlichen Bauart.

Eintritt pro Austellung: 5€, Ermäßigt: 3€
Alle unter 18 kommen kostenlos herein.

No Photos on the Dance Floor

Diese Ausstellung befindet sich im unteren Stock des c/o´s. Die Ausstellung zeigt das Partyvolk von 1989 (Jahr des Mauerfalls) bis heute. Sie zeigt die Anfänge der Clubszene und wie sich das Partymachen verändert hat, mit besonderem Bezug auf Techno Partys.

Es werden Fotos von verschieden alten Clubs gezeigt, wie zum Beispiel vom Tresor, einem alten Berliner Club, der 1991 eröffnet wurde. Es werden die Räumlichkeiten gezeigt und die Tanzwütigen Clubgänger. Die Ausstellung bietet verschiedene visuelle Medien. Einerseits sind die Exponate aufgehangene Fotos im Rahmen oder „nackt“, als einfaches Foto ohne Schutz an den Wänden befestigt. Zwei alte Diaprojektoren zeigen die alte Bilder und mehrere Filme, die über TV Geräten oder Projektoren laufen. Viele Fotos sind obszön und verrucht, was dem ganzen einen gewissen Scharm verleiht - Berliner Scharm, so meine Meinung. Die Fotos spiegeln Berlin wieder und die Menschen, die hier wohnen. Natürlich bedienen diese nur eine gewisse Sparte von ihnen, aber sie tragen einen großen Teil dazu bei, dass Berlin, Berlin ist.

Die einfachen Fotos sind in einer außergewöhnlichen Symmetrie angeordnet. Im letzten Drittel der Ausstellung wird ein Interview von Kirsten Krüger gezeigt, einer Club Türsteherin aus Berlin. In einem kleinen Raum, befindet sich ein aufrecht stehendes Quadrat auf dem Fotos gezeigt werden. Die Installation wirkt sehr raffiniert. Über einen Gang gelangt man in einen Raum, indem laute Technomusik gespielt wird. Ein Film des legendären Techno Vikings wird an die Wand projiziert. (Für jeden der ihn nicht kennt: Unten findet ihr ein Link zum Original-Video (ab 1:26 geht es richtig los). Das Video wurde in mehreren Ausführungen editiert. Alle Videos laufen gleichzeitig als große Collage an der Wand, einmal in einem Minecraft Style, dann in einem Warcraft Style usw. Es ist ein buntes Durcheinander einer Kultfigur, die ein Internet-Phänomen geworden ist. Das Original Video wurde auf der Berliner Fuckparade am 8. Juli 2000 aufgenommen. Im selben Raum werden in einer Vitrine, alte Werbeflyer, der Berliner Clubs ausgestellt.

Die Ausstellung ist für jede*n etwas der gerne Party macht, in alten Erinnerungen schwelgt, oder mehr über die Berliner Partyszenen Geschichte lernen will. Ich würde die Ausstellung, sowohl jung als alt empfehlen. Hier kommt es nicht auf das Alter an, sondern auf die Interessen der einzelnen Personen. Die Ausstellung geht noch bis zum 30.11.2019

Klicke hier, um das Video zu starten! Bitte beachte, dass dann ggf. Nutzungsdaten an den Video-Provider (youtube, vimeo) übertragen werden.

Unseen von Robert Frank

Diese Ausstellung befindet sich im Oberenteil, des c/o Berlins. Sie zeigt die Fotografien, des Schwarz/Weiß Fotografiker Robert Frank. Er war gebürtiger Schweizer und reiste Anfang der 50er erstmals nach Amerika. Dort fotografierte er den Alltag der Menschen: wie sie über Straßen gingen, arbeiten, in Restaurants saßen. Er dokumentierte alle die Dinge die niemand sah, weil sie eben jeden Tag routiniert passierten. Er fotografierte Kinder, junge Erwachsene, alte Menschen - einfach jeden der im über den Weg lief. Seine Fotografien wurden in Bücher gedruckt und er arbeite auch für ein paar Kleidungskataloge, die man in der Ausstellung bewundern kann. Er fotografierte, jedoch nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa und restlicher Welt: Stillleben, Natur, Autos und auch Portraits.

Robert Frank war ein vielseitiger Künstler, der in vielen Dingen das Besondere sehen konnte. Er legte sich bis zum Schluss nicht genau fest, was er fotografiert. Ich würde, diese Ausstellung jedem empfehlen, der Interesse an den kleinen Dingen im Leben hat oder diese besser sehen will und Schwarz/Weiß Fotografie gut findet, auch hier sind keine Altersgrenzen gesetzt.

Die Ausstellung geht auch noch bis zum 30.11.2019