denk!mal 2018 – erinnern & gestalten – Die Abendveranstaltung

Für die Abendveranstaltung des Jugendforums "denk!mal 2018" wurde der Plenarsaal des Berliner Abgeordnetenhauses umgestaltet. Hier sollte eine Auswahl an verschiedensten Projekten vorgestellt werden. In der 90-minütigen Veranstaltung waren sowohl Theaterstücke, Lesungen, Musik, als auch Tanz oder andere kreative Projekte zu bestaunen.

von Janik Emil

Doch was ist eigentlich das Jugendforum denk!mal?

Anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 veranstaltete das Abgeordnetenhaus von Berlin bereits zum 15. Mal das Jugendforum denk!mal. Das Grundkonzept dabei ist, dass die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus auf unterschiedlichste Art und Weise lebendig gehalten wird.

Unter dem Motto „Von dir, nicht von gestern“ sollen Berliner Kinder und Jugendliche aufgerufen werden, den Opfern in der Nazizeit zu gedenken und sich an die Schicksale zu erinnern.

Am Mittwoch, dem 31.1.2018 war es dann schließlich soweit. Das Jugendforum denk!mal fand seinen Höhepunkt in dieser Abendveranstaltung. Zahlreiche Jugendliche und Kinder, aber auch Eltern, Politiker und Zeitzeugen verteilten sich um 18 Uhr auf den Besucherreihen und den Stühlen der Abgeordneten. Durch den Abend führte Patrick Diemling, welcher sowohl die Projektteilnehmer interviewte als auch die folgenden Acts anmoderierte.

Die Höhepunkte des diesjährigen Jugendforums

Als erstes traten das deutsche Sartre Gymnasium und die israelische Schule - The Israel Goldstein Youth Village of HaNoar HaTzioni gemeinsam auf. In ihrem Stück („Musical Testimony“), welches durch selbst komponierte Live-Musik noch mehr an Ausdruck gewann (von Geigen, Klavier, Trompete, Cello, usw. war alles dabei), ging es um die Einzelschicksale der ermordeten Opfer im Nationalsozialismus. In dieser einzigartigen Aufführung wurden Jugendliche aus zwei Nationen zusammengeführt, um gemeinsam über ihre Geschichte zur reflektieren.

Nach dem kurzen Abbau der Instrumente ging es dann gleich weiter mit der nächsten Inszenierung. Die Helmuth-James-von-Moltke-Grundschule stellte eine szenische Lesung über ein Mädchen der Kindertransporte zwischen 1938 und 1939 vor. Mit dem Titel „Das Mädchen mit der Nummer 152“ schlossen sie das Publikum in den Bann. Denn diese 5. Bzw. 6. - Klässler*innen setzten sich mit dem Mädchen mit der Nummer auf ganz persönliche Art und Weise auseinander. Besonders einprägsam war dabei der Satz, dass das Mädchen 152 genauso alt war wie die Kinder in dieser Szene. Dass das Mädchen 152 trotz des Alters schon solche Qualen durchleben musste…  

Anschließend folgte dann die Theaterperformance der Ernst-Haeckel-Schule. Mit ihrem Stück „Rastplatz Marzahn“ reflektierten sie die Verhältnisse des ehemaligen Zwangslagers für Sinti und Roma in Berlin-Marzahn. Dabei setzten sie auf verschiedenste szenische und dramaturgische Elemente. So wurde die ganze Zeit über die Szene aus der Vogelperspektive von einer Kamera aufgenommen und an die dahinterstehende Wand projiziert. Dies sollte die andauernde Beobachtung der Nazis, gegenüber den Sinti und Roma, verstärken. Oder es wurde durch das rhythmische Klopfen auf Holz das Marschieren der Soldaten nachgeahmt. Diese Szenencollage war jedoch nur ein kleiner Ausschnitt der gesamt Performance. Laut Gesprächen mit den  Darstellern, wurde das Theaterstück mehr als ein halbes Jahr geprobt.

Als nächstes folgten noch ein Poetry-Slam der Künstlerin Aïcha Ben Mansour, welche die gegenwärtige Diskriminierung anprangerte und die Schülerin Leonie Kern, welche eine Rede über die Bedeutung von Erinnerung und Demokratie hielt.

Die Schlussworte

Als Abschluss folgte dann eine Zusammenfassung und Danksagung an die beteiligten Jugendlichen und anderweitigen Mitwirkenden durch den Präsidenten des Abgeordnetenhauses – Ralf Wieland. 

So wurde nochmals betont, dass durch das Engagement der Beteiligten an diesem Abend ein ganz persönliches „Denkmal“ der Opfer des Nationalsozialismus gesetzt wurde.

 

Hannah berichtet über die Ausstellung und die Dialogveranstaltung, die dieses Jahr zum ersten Mal stattfand!

 

 

Jugendmagazin Kategorien: 
5
Average: 5 (2 votes)
 

Neuen Kommentar hinzufügen

Hiermit bestätige ich die Nutzungsregeln für die Webseite jup.berlin und stimme der kurzfristigen Speicherung meiner IP-Adresse zu.