"Draußen"

"Draußen" - ein Film über das Leben auf der Straße. Zuerst lief er auf der Berlinale, jetzt endlich ist er auch im Kino zu sehen. Ein Film, der die eigene Sicht verändert, findet Redakteurin Kaja.

 

VON KAJA

Die 80-minütige Dokumentation von Johanna Sunder-Plassmann und Tama Tobias-Macht hat mich wirklich berührt und mir eine neue Sicht auf das Leben auf der Straße gewährt.
Der Film bildet die Geschichten von vier Obdachlosen ab, die aus ganz verschiedenen Gründen auf der Straße leben. Sie erzählen, wie das Leben auf der Straße für sie ist und manchmal wird das Thema angesprochen, warum sie gar nicht mehr in eine Wohnung ziehen möchten.

Doch es bleibt nicht bei den Erfahrungen dieser vier Männer. Johanna Sunder-Plassmann und Tama Tobias-Macht setzten den Besitz der vier ebenfalls gekonnt in Szene. Diese Gegenstände, die die Obdachlosen besitzen, sagen sehr viel über deren Leben und Einstellungen aus und genau deswegen, werden diese künstlerisch mit Schnüren und Licht in Szene gesetzt. So entsteht aus einzelnen Einstellungen dieser Wertgegenstände (die Objekte, die einen besonderen Wert für die auf der Straße Lebenden haben) im Laufe des Films ein einziges großes Bild.

Die Menschen, die in diesem Film von ihren Erfahrungen, ihren Problemen, sowie von ihrem früheren und aktuellen Leben erzählen, werden respektvoll und liebenswert dargestellt. Es wird zudem die Frage gestellt, was in unserer reichen Gesellschaft schief gegangen ist und warum Obdachlose missachtet werden.

Mir persönlich sind die Obdachlosen im Laufe des Films ans Herz gewachsen und es war interessant, einen Einblick in deren Leben auf der Straße zu erhalten. Matze, Elvis, Filzlaus und Sergio heißen diese Überlebenskünstler, deren Geschichten wir erfahren und deren Besitz genau betrachtet wird, um Rückschlüsse auf ihre Persönlichkeit ziehen zu können. Im Grunde werden ihre Geschichten anhand der in den Fokus gestellten Objekte erzählt.

Dokumentationen können je nach Thema und Inszenierung häufig einen etwas langweiligen oder trockenen Charakter haben. Besonders, wenn der Zuschauer an sich keinen persönlichen Bezug zu dem gezeigten Thema hat. DRAUSSEN gehört nicht zu dieser Art von Dokus, denn durch seinen persönlichen Touch wird der Film überaus interessant und lehrreich. Auf der Seite der Berlinale wurde der Film außerdem mit einem, meiner Meinung nach, sehr passenden Satz beschrieben, mit dem ich meinen Text beenden möchte: „Wir berühren und werden berührt.“

Schaut ihn euch an, er ist seit dem 30. August in den Kinos zu sehen.

 

DRAUSSEN Trailer German Deutsch (2018)

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