FAZIT GAMESCOM | VIDEODAYS

„Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ – Friedrich von Schiller, 1793

Auch wenn dieses Zitat vor über 200 Jahren verfasst wurde, sind Schillers Worte auch heute noch von großer Bedeutung für verschiedene Altersgruppen. (Klein-)Kinder definieren Spielen womöglich anders als Jugendliche oder  sogar Erwachsene. Jedoch ist die Intention des Spielens meist die gleiche. Das Spiel dient zur Unterhaltung, zur Erschaffung neuer Welten und zum Abtauchen aus der Realität. Die Fantasie bekommt durch diverse Beschäftigung mit jeglichen Spielen einen Raum, der je  nach Spiel und Altersgruppe, beliebig gefüllt werden kann.

Bezogen auf die Generation ab 10 aufwärts, stehen Videospiele im Vordergrund und eventuell sogar anderen Menschen auf Plattformen, wie beispielsweise YouTube oder Twitch, beim Spielen zuzusehen. Dies erzielt denselben Effekt, wie das eigene Erleben des Spiels. Wer keine Zeit hat oder weniger talentiert darin ist, sich gegen andere zu beweisen, schaut „Internetberühmtheiten“ dabei zu, wie sie meist erfolgreich Gegner besiegen oder riesige Bauten erschaffen.

Die Gamescom diente dem Zweck, allen „Spielbegeisterten“ die Möglichkeit zu geben, Neuheiten kennenzulernen, Idole zu treffen oder die schon bekannten Spiele im größeren Rahmen zusammen mit anderen zu spielen. Aus eigener Beobachtung waren die verschiedensten Altersgruppen auf dem riesigen Messegelände in Köln anzutreffen. Die jüngsten Besucher waren in Begleitung ihrer Eltern dabei, die ihnen wahrscheinlich damit einen riesigen Traum erfüllten. Aber auch Erwachsene, die beim Spielen einen Ausweg aus dem Alltag finden, waren interessiert und nutzten die vielfältigen Angebote auf der Messe. Doch besonders die Jüngeren waren nicht zwangsweise nur wegen der Spiele auf dem überfüllten Gelände, sondern vor  allem, um ihre Idole zu treffen, die sie meist von der Videoplattform YouTube kennen. Immer mehr Kinder, auch immer jüngere, finden Interesse am Anschauen von Gameplays und für sie ist es ein Highlight, ihre Helden mal in „Reallife“ zu treffen und ein Foto mit ihnen zu machen.

Wie jedes Jahr konnte man sowohl auf der Gamescom als auch auf den Videodays einige Fanbegegnungen beobachten, die für Außenstehende des Bereiches wohl merkwürdig anmuten. Stundenlanges Warten um ein Foto zu machen, war wohl noch das harmloseste von allem. Von einer für den Fan nie mehr enden wollenden Umarmung bis hin zu Tränen war alles dabei. Wenn bestimmte Influencer nur einen öffentlichen Weg benutzten, hörte man dies an kreischenden Menschenmassen und losstürmenden Teenagern. Was dies bei den so „begehrten“ Menschen auslöst, kann sich wahrscheinlich nur zwischen Scham oder Stolz bewegen.

Jedoch war es auch möglich, nicht so bekannte Influencer in einer der Hallen, beziehungsweise auf dem Gelände der beiden Veranstaltungen anzutreffen und ein Gespräch zu führen. Erstaunlich waren auch die überraschten Gesichter, die gemacht wurden, wenn sie mal gefragt wurden, wie es ihnen geht. Anscheinend wurde das: „H e ..., i-i-ch find dich cool“ mit einem vor das Gesicht gehaltenem Handy dann wohl doch zum Alltag für den Großteil.

Jedoch muss man sagen, dass die Zeit vom 22.08-26.08 wohl eine Zeit war, die viele Träume erfüllt hat und auch das Leben vieler Zuschauer bereichert haben sollte. Es ist natürlich großartig, dass trotz der großen Menschenmassen die meisten geschafft haben, ihre Idole zu treffen, was vermutlich bis heute für viel Freunde sorgt. Somit wird der Ausweg aus der Realität, der über das Ansehen von YouTube Videos erzielt wird, doch ein bisschen persönlich und echt.

 

VON SARINA

Jugendmagazin Kategorien: 
1
Average: 1 (1 vote)
 

Neuen Kommentar schreiben

Hiermit bestätige ich die Nutzungsregeln für die Webseite jup.berlin und stimme der kurzfristigen Speicherung meiner IP-Adresse zu.