Gewalt gegen Staatsbedienstete

Sie wollen eigentlich nur ihren Job machen – und werden dabei immer häufiger angegriffen und verletzt. 

„Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst ist an der Tagesordnung“ (Prof. Dr. Andreas Zick)

Dabei geht es nicht nur um Berufe (wie bei der Polizei), in denen man mit Gewalt rechnen muss. Auch in Klassenzimmern, Krankenhäusern, Bus & Bahn oder beim Ordnungsdienst werden Mitarbeiter*innen bedroht, beschimpft und körperlich angegriffen.

 

Selbst Feuerwehrmänner/frauen und Rettungssanitäter werden zur Zielscheibe von Gewalt und schaulustigen Gaffern. Vor allem an Silvester werden diese und andere Helfer besonders häufig attackiert.

 

"Wir wurden mit Steinen beworfen!" - Gewalt gegen Rettungskräfte

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Kein neues, aber ein wachsendes Problem

Die meisten Erkenntnisse über Gewalttaten im öffentlichen Dienst basieren auf Berichten von Gewaltopfern bzw. werden von einzelnen Organisationen erfasst. D.h. es ist schwierig das reale Ausmaß der Gewalt zu definieren.

Polizeistatistiken sowie Studien der Deutschen Bahn und Unfallkassen belegen aber eindeutig, dass Übergriffe gegen Staatsbedienstete ein wachsendes Problem sind.

2017 wurde mit 74.000 Angriffen auf Polizeibeamt*innen ein neuer Negativrekord erreicht. Auch Angriffe auf Mitarbeiter*innen der Deutschen Bahn haben in den letzten Jahren drastisch zugenommen (von 900 Übergriffe [2012] auf 2.550 Übergriffe [2017]).  

Die Zahl der gewalttätigen Übergriffe am Arbeitsplatz ist laut eines Berichts der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) in den vergangen Jahren konstant angestiegen.

 

 

Was heißt Gewalt am Arbeitsplatz?

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) definiert Gewalt am Arbeitsplatz als „jede Handlung, Begebenheit oder von angemessenem Benehmen abweichendes Verhalten, wodurch eine Person im Verlauf oder in direkter Folge ihrer Arbeit schwer beleidigt, bedroht, verletzt, verwundet wird.“

Ein Blick in die Tageszeitung reicht, um zu erkennen, dass es sich bei Gewalt gegen Staatsbedienstete nicht mehr nur um Einzelfälle handelt:

 

Diskussionsrunde zum Thema

Über das das Thema "Gewalt gegen Staatsbedienstete" sprach jup!-Redakteur Felix mit Frau Schwarz vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB),  Herrn Mikkeleitis vom Ordnungsamt Mitte und mit dem gelernten Polizisten Herrn Greiser vom Allgemeinen Ordnungsamt Mitte.

Gewalt gegen Staatsbedienstete | Diskussionsrunde

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Respekt gegenüber staatlichen Institutionen nimmt ab

Mitarbeiter*innen im öffentlichen Dienst werden (als Stellvertreter des Staates) häufig für gesellschaftliche Missstände verantwortlich gemacht. Aus diesem Grunde lassen viele Bürger*innen ihren Frust und Unmut über die eigene Situation (in Form von Gewalt) direkt vor Ort ab.

Oft fehlt den Beschäftigten eine Handlungsroutine, um solch belastende Situationen richtig einzuschätzen und zu erfassen. Viel zu oft werden Gewalterfahrungen am Arbeitsplatz als Berufsrisiko abgetan, mit sich selber ausgemacht oder verdrängt.

Es sind die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, die dafür sorgen, dass unser Alltag funktioniert. Tag für Tag. Im Großen wie im Kleinen. Sie schützen die Bürger*innen vor Verbrechen, sorgen für Sicherheit und Ordnung und retten Leben. Ohne jene Menschen würde unser Leben auf einmal ganz anders sein. Für das, was sie täglich leisten, verdienen sie Respekt und Wertschätzung (#einfachmaldanke).

  • (Bild: polygraphdesign.com | Foto: bjoernbehrens.de)
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Was ist Gewalt?

Gewalt hat viele Formen und Gesichter, d.h. es ist manchmal nicht ganz klar, was als Gewalt zu bezeichnen ist und was nicht.
© Abdu Baack

Jeder ist gegen Gewalt

Ein Essay von Abdu Baack
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