Dumpingpreise für Milch und Hightech für Obst auf der Grünen Woche

VON FELIX

Jahr für Jahr im Januar findet in Berlin die Grüne Woche statt. Aussteller aus aller Welt präsentieren ihre Kultur, Lebensmittel und andere landwirtschaftliche Produkte. Das Partnerland Finnland war in diesem Jahr mit einer eigenen Halle vertreten und lud zum Probieren von Smørrebrød, ein reichhaltig belegtes Butterbrot und anderen Leckereien ein. Immer wieder (gerade bei Kindern) beliebt sind die Landwirtschafts- und Tierhallen.

Doch auch wenn sich die Grüne Woche jedes Jahr aufs Neue als eine fortschrittliche Messe präsentiert, die auch Aussteller, die auf tierfreundliche Lebensbedingungen pochen, zu Wort kommen lässt, wird sie von Demonstrationen, wie der „Wir haben es satt!“ überschattet. Zentrale Standpunkte der Demonstant*innen waren unter anderem artgerechte Tierhaltung, Klimagerechtigkeit und eine Diversität bei den landwirtschaftlichen Betrieben. Die Veranstalter der Demonstration zählten 23.000 Teilnehmer, laut der Polizei waren es bis zu 13.500. 

"Wir machen uns für eine ökologische Landwirtschaft stark, die Agrarindustrie haben wir satt", sagte der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Georg Janßen. "Die aktuelle Agrarpolitik zielt nur auf eine Steigerung der Exporte, dadurch sinken die Preise." Das bedrohe die Existenz vieler Bauern. Beispiele dafür sind etwa die Milchpreisdebatte oder die geringen Preise, die Großabnehmer sowie Endkunde für Schwein und Rind zahlen wollen.

Auf der Grünen Woche war von der angespannten Stimmung draußen vor den Türen nur wenig zu spüren. Während der zehn Tage schlenderten insgesamt 400.000 Besucher durch die (gerade am Wochenende überfüllten) Messehallen am Funkturm. Doch die Zeiten, in denen man die Grüne Woche mit vollen Mägen und Taschen wieder verlässt, sind vorbei. Längst werden für kleine Häppchen ein Euro verlangt. Dafür gibt es Ausblicke in die Zukunft: Inwieweit Drohnen in naher Zukunft dem Obstbauer die Arbeit beim düngen, bewässern und bei der Qualitätskontrolle wirklich erleichtern können, wird sich zeigen. Vorgestellt wurden erste Prototypen dafür schon in diesem Jahr auf der Grünen Woche.

Alles in Allem gab die Messe einen guten Ausblick in Richtung Zukunft. Doch wenn die richtige Tierhaltung noch immer vielerorts nicht beachtet wird und Dumpingpreise für Milch und Milcherzeugnisse gezahlt werden, sieht die Zukunft der Landwirtschaft bei weitem nicht so rosig aus, wie auf der Grünen Woche dargestellt!

Fotos: Maximilian Klang

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