Mode braucht kein Geschlecht!

Mann und Frau - vermeintliche (?) Gegensätze

Die heteronormative Geschlechterordnung trägt wesentlich zur Strukturierung unserer gegenwärtigen Gesellschaft bei. Die Unterscheidung in die sozial konstruierten Geschlechter Mann und Frau zieht sich durch alle Lebensbereiche – von Spielsachen für Kinder, über Drogerieartikel bis hin zu technischen Geräten. Diese Kategorisierung basiert auf der Annahme, dass sich Geschlecht durch die Zuweisung unterschiedlicher Eigenschaften definieren lässt. So wird beispielsweise Männlichkeit mit Dominanz, Sportlichkeit, Gefühlskälte und Stärke assoziiert. Weiblichkeit steht demnach eher für Sanftheit, Fürsorglichkeit und Emotionalität. Die vermeintliche Gegensätzlichkeit der Geschlechter zeigt sich besonders deutlich in der Mode.

 

Vergeschlechtlichte Mode

Schon in der Gestaltung der Läden wird die Unterteilung in Männer und Frauen vorgenommen und fördert dadurch ein bestimmtes Kaufverhalten, das schließlich zur langfristigen Reproduktion der Stereotypen beiträgt. Durch die strenge räumliche Trennung der Abteilungen wird der Kontakt mit der Mode des jeweils anderen Geschlechts erschwert. Kleidung für Frauen zeichnet sich durch eine Vielfalt an Farben, Materialien, Formen sowie Schnitten aus. Während sich das Sortiment für Männer beispielsweise bei der Beinbekleidung auf die Hose beschränkt, stehen der Frau neben der Hose auch Rock, Kleid oder Einteiler zur Auswahl. In der für Männer vorgesehenen Abteilung, die wesentlich weniger Fläche einnimmt als die für die weibliche Kundschaft, findet man meist schlichtere Mode. Sie bewegt sich überwiegend innerhalb eines gedeckten Farbspektrums. Auch die Schnitte beschränken sich auf weniger verspielte Formen: Es überwiegen einheitliche Schnittmuster, häufig weniger figurbetont.

 

fast - faster - FAST FASHION

Die Modeindustrie ist von Kurzlebigkeit geprägt, die durch den kalendarischen Ablauf der internationalen Modewochen strikt getaktet ist. Alle sechs Monate werden die Kollektionen der großen Modehäuser präsentiert, die das Tempo und die Richtung der Modebranche bestimmen. Die sogenannte Fast Fashion wird durch Schlussverkäufe und weitere Rabattaktionen ergänzt. Hinzu kommen spezielle Kooperationen, die in Zusammenarbeit mit anderen Modehäusern, einflussreichen Personen oder zu besonderen Anlässen angeboten werden. All das bestimmt das Kaufverhalten, steigert die Nachfrage und auch die Erwartungen der potentiellen Käufer*innen.

 

Mode braucht kein Geschlecht.

Das Konzept Unisex findet sich nicht nur in der Mode. Auch in Sprache, öffentlichen Einrichtungen, etwa der Zuordnung der Toiletten, sowie bei der Entwicklung neuer Produkte spielt die Überwindung der Geschlechterordnung eine Rolle. In der Mode zeigt sich dieser Ansatz in der optischen Annäherung der Geschlechter mit dem Ziel, Geschlechtergrenzen abzubauen, vielleicht sogar einmal vollständig zu überwinden. Erst seit den 1960er Jahren spricht man im Kontext der Mode von Unisex. Geschlechtslose Mode gibt es jedoch schon deutlich länger als den Begriff selbst. In der gesamten Modegeschichte, angefangen mit dem Ursprung der Bekleidung in der Steinzeit, lassen sich viele Beispiele für Mode finden, in der Geschlecht keine übergeordnete Rolle spielt.

Und wie sieht das aus?

Für viele Menschen ist die Auseinandersetzung mit Geschlecht Alltag. So beispielsweise für den Berliner Sänger und Blogger Jack Strify, der allein optisch durch seinen außergewöhnlichen Look auffällt. Fragende Blicke und Anfeindungen sind da leider keine Seltenheit. Dass man sich davon jedoch nicht beeinflussen lassen sollte und es sich lohnt, Mode spielerisch und aus dem Bauch heraus anzugehen, beweist Strify sich selbst und so auch seinem Umfeld täglich. Wie er seinen Style beschreibt und wie er die aktuelle Mode erlebt, die sich oft nicht von Stereotypen löst, könnt ihr in unserem neuen Video erfahren.

VON MAREIKE

JACK STRIFY -- Mode braucht kein Geschlecht

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