Zwischen Vernunft und Vergnügen - Eine Geschichte über das Erwachsenwerden

von
am 11.05.2019
Teilen

Ach ja, die Jugend. Wo der eine recht nostalgisch zurückblickt, kann der andere es kaum abwarten die Korken knallen zu lassen. Partys, erste Liebeleien und das Hochgefühl, immer ein Stückchen mehr zu den ganz Beliebten zu gehören - von Verantwortung, Schwierigkeiten, und weiteren Eskapaden mal abgesehen: Die Jugendzeit ist die beste Zeit!

Doch so vielfältig und bunt die Möglichkeiten sind, so unterschiedlich sind auch die Jugendlichen selbst, gerade wenn es darum geht, sich mal richtig auszutoben und neu zu entdecken. Nicht jeder will mit dem Strom schwimmen, doch so mancher gelangt auf total falsche Bahnen. Als Jugendlicher quillt da schon ab und zu der Kopf über. Ja, wohin denn mit den ganzen Eindrücken und Emotionen?

Dass nicht alles immer Friede, Freude, Eierkuchen ist, zeigt uns die Geschichte “JAN” von Funda Agirbas. Diese dreht sich um einen sechzehnjährigen Teenager, für den ein Sommer zu dem außergewöhnlichsten seines Lebens wird.

Boy Next Door

Jan ist ein stiller Junge. Nicht, dass es ihn groß beschäftigt, was andere so von ihm wollen, doch so richtig Stress mit jemanden hat er sowieso nicht. Zumindest denkt er das. Alles ändert sich, als er mit seinen Eltern in eine neue Stadt zieht. Frisch angekommen, siedelt sich die Familie komfortabel ein. Für Jan ist das alles nicht so der Hit. Ziemlich großes Interesse weckt das neue Heim nicht wirklich bei ihm. Immer mal wieder schwelgt er in alten Erinnerungen und verhält sich zunächst passiv.

In der Schule eckt er nicht an. Man könnte sogar behaupten, dass Jan sich klein macht. Hauptsache unsichtbar sein und nicht gesehen werden. Er hält sich zurück und will nicht so richtig da sein - warum auch Riesen-Trubel? Bestimmt, aber doch stets distanziert, lebt Jan so vor sich hin.

Kein Drama in der Schule, mit den Eltern hat er sich auch nicht verkracht - so weit, so gut. Doch die Dinge entwickeln sich sehr schnell und unerwartet in eine andere Richtung. Niemand, auch nicht Jan, ahnt, dass der Teufel persönlich in Jans Leben tritt.

"Der Junge"

“Der Junge”, so nennt ihn Jan die ganze Zeit, ist eine Figur des Unbekannten - namenlos, unnahbar. Jan weiß gar nicht, was er von dem Jungen halten soll. Faszination pur - auch wenn er zunächst als Sohn von Bekannten vorgestellt wird und sich freundlich benimmt, so entgeht Jan nicht diese geheimnisvolle Art des Jungen. Wollte er vorher mit anderen auf Abstand, zieht ihn nun “der Junge” total in sein Bann.

Fast schon furchteinflößend scheint der fremde, neue Freund - doch Jan kommt nicht um seinen Charme, sein Charisma und um seine unverfrorene Kühnheit herum. Schnell wird klar: “Der Junge” ist das krasse Gegenstück zu Jan. Für unseren Protagonisten ist das der Kick schlechthin. Die Aufregung zieht ihn auf unbekanntes, aber auch gefährliches Neuland.

La dolce vita (?)

Für Jan fängt nun eine Achterbahnfahrt an. Seine ersten Partyerfahrungen sind wild und ausgiebig. Mit Alkohol wird nicht gegeizt. Zügig verfliegen die Hemmung gegenüber anderen Menschen und die Bedenken über die Situation an sich. Er nimmt an den Abenteuern seines neuen Freundes unbedacht teil und schon kurze Zeit hat er den ersten Kontakt mit Drogen. Auch wenn wir Jan hier und da, immer mal wieder mit dumpfen Gedanken belastet sehen, sind für ihn mit dem nächsten Stoff alle Sorgen vergessen. Warum denn auch an die Decke gehen? Ist doch normal. Ist doch alles “easy”.

Im Laufe der Zeit verändert sich alles zunehmend radikaler. Harmlose Spielchen treibt “der Junge” sicherlich nicht. Die Suche nach dem nächsten großen Abenteuer wird stets gewagter und grenzenloser. Immerhin ist das Erlebte bisher immer ein bisschen anders und aufregend. Selbstzweifel kratzen nur langsam an Jans Gewissen. Freunde stärken sich nun mal gegenseitig den Rücken. Oder nicht?

Die Übergänge zwischen Wirklichkeit und Fantasien sind fließend. Immer mehr verliert Jan den Bezug zur Realität. Vollkommen verwirrt, kann er kaum noch differenzieren, was normal ist und was nicht. Innerlich trifft er an seinen moralischen Grenzen. Er fühlt sich zunehmend in seiner Rolle des Freigängers unwohl und bemerkt: „Irgendetwas stimmt hier nicht! Hier läuft etwas verkehrt…“

Abgründe

Auf einen Schlag wird Jan klar, dass er sich in einem abgekarteten Spiel befindet. Die sogenannten Abenteuer sind längst nicht mehr lustig. Jan durchlebt Verzweiflung, Verstörung und muss Verluste verschiedenster Art hinnehmen. Aus einem ganz gewöhnlichen, jungen Mann wird ein emotionales Wrack, dessen Probleme ihn allmählig überrollen.

Gedemütigt, benutzt, manipuliert, beginnt Jan seinen Kampf gegen den Machteinfluss auf höchstem Niveau: Am Anfang noch von selbst klein geredet und nicht ernst genommen, versteht Jan auf eine schreckliche Art und Weise, dass diese Geschichte nicht nur sein Leben zerstört - sondern auch den von anderen.

Konklusion

Funda Agirbas - Freie Autorin und als Journalistin in Berlin tätig, trifft mit dieser Erzählung den Nagel auf den Kopf. Wir alle sind ein bisschen müde vom Alltag,und fühlen uns als ob wir im Leben hinken. Wir uns manchmal unverstanden und sehnen uns nach einer großen Veränderung? Doch Vorsicht! Vielleicht geht der Wunsch in Erfüllung und das genau so, wie man es am wenigsten erwartet. Diese spannende Geschichte rüttelt den Leser richtig durch und macht klar: Wir alle sind ein bisschen Jan!

Leute, passt auf euch auf!

Wir verharmlosen immer und immer wieder bestimmte Handlungen und Umstände in unseren Leben. Sicherlich – Spaß muss sein, aber er hat auch seine Grenzen. Oder steht uns manchmal der Kopf im Weg? Nicht alles muss man mitmachen. Ein ganz klares Nein kann manchmal ausschlaggebend sei! Wisst, woran ihr seid, und steht fest zu eurer Haltung! Es ist vollkommen ok im Leben einstecken zu müssen. Klar, man kann nicht alles wissen, aber meistens sagt uns unsere Intuition, wenn irgendwas nicht ganz rund läuft.

Wer nun die Füße nicht stillhalten kann und sich selbst in die Geschichte einlesen möchte, der kann dies in jedem Buchhandel oder online eine Digital-Ausgabe “JAN” von Funda Agirbas.

Mein Schlusswort, in dem Sinne: Know your worth!

Unser Dank richtet sich ausdrücklich an Funda Agirbas und den KUUUK Verlag für die Bereitstellung der Lektüre.

 

Bitte keinen kompletten Klarnamen verwenden.