Rat & Tat

New Skills - Schriftzug

Du möchtest dich gerne mit neuen Dingen auseinandersetzen, weißt aber nicht genau, wie und was du machen sollst? Dann bist du hier genau richtig! Denn hier werden dir Themen erklärt und du erhältst hilfreiche Tipps!

Apple, Samsung und Huawei regieren den Smartphone-Markt. Nun schickt sich HTC an, dem Trio wieder Konkurrenz zu machen. Nach letzten schwächeren Modellen soll das HTC U11 einschlagen. Wir haben es getestet.

 

VON OLIVER MATTUTAT, 21.11.2017

Bei HTC waren die letzten Jahre ein einziges Auf und Ab. 2007 waren sie noch eine der treibenden Kräfte im Smartphone-Markt, doch die starke Konkurrenz durch zum Beispiel Huawei und einigen missglückten Produkten machten es dem Konzern aus Taiwan nicht einfach. 20 Jahre nach Firmengründung (1997) soll nun alles besser werden.

Vor ein paar Monaten veröffentlichten sie mit dem HTC U11 eines ihrer neuen Flaggschiffe.

 

Der erste Eindruck

Nach dem Auspacken fällt sofort auf, dass das Gerät gut in der Hand liegt. Die abgerundeten Kanten helfen bei der Handhabung auch ungemein. Äußerlich sieht die schwarze Variante, die wir für den Test zur Verfügung hatten, ansprechend und elegant aus. Die Rückseite, die aus Glas besteht, ist aber leider sehr fingerabdruckanfällig. Da gilt es, öfter die Rückseite auch zu säubern. Dafür liegen auch ein Microfaser-Tüchlein und eine durchsichtige Kunststoffhülle dem Handy bei. Außerdem reflektiert die Rückseite sehr stark. Als Spiegel ist sie somit durchaus brauchbar, für Leute, die es schlicht mögen, ist es aber eher nichts.

 

(K)ein Anschluss unter dieser Nummer

Auch HTC geht den Weg, den andere Handyhersteller einschlagen. Sie haben die Klinkenbuchse weggelassen. Das Handy verfügt nur über einen einzigen Anschluss und das ist die neuere USB-C-Schnittstelle. Musikhören geht dann entweder über Bluetooth oder den mitgelieferten Wandler von Klinke auf USB-C. Außerdem liefert HTC auch gleich Kopfhörer mit USB-C-Stecker mit, auf die ich später noch zu sprechen komme.
Das bedeutet aber auch, dass man sich entscheiden muss, wenn man kabelgebunden Musikhören möchte. Denn gleichzeitiges Aufladen ist dann nicht möglich. Leider hat das HTC U11 nicht den Qi-Standard für kabelloses Laden.

 

Gestochen scharf

Auf den ersten Blick macht das Display einen unglaublich guten Eindruck. Das Quad HD-Display vereinigt 2.560 x 1.440 Pixel auf 5,5 Zoll Größe. Bilder sind gestochen scharf und auch das Schauen von Videos macht so sehr viel Spaß.

 

Der schlaue Rahmen

Als DAS Feature des U11s hat HTC die sogenannte Edge Sense-Funktion präsentiert. Erstmal zur Funktionsweise: Der Rahmen im unteren, seitlichen Bereich auf beiden Seiten druckempfindlich. Die Aktion, die dieses Drücken auslöst, kann angepasst werden. Standardmäßig öffnet sich die Kamera-App. Es ist aber auch möglich, eine andere App darüber zu starten, oder zum Beispiel die Taschenlampe ein- bzw. auszuschalten oder eine Sprachaufnahme zu starten. Darüber kann man erweitert noch entscheiden, ob kurzes Drücken eine andere Aktion nach sich zieht als das Drücken und Halten. Außerdem gibt es in Apps auch Aktionen, die man ausführen kann. In der Kamera ist der Druck auf den Rahmen der Auslöser für Fotos. Zusätzlich kann man auch eigene Aktionen erstellen und sich so individuell die Aktionen zusammenbauen, die man in einer App braucht. Ein Beispiel: In der Dropbox App kann ich so einstellen, dass mit einem Rahmendruck mir das Menü für den Upload auf gemacht wird.
Wie sich diese Funktion im Alltag macht, erfahrt ihr später im Alltagstest.

Heyho! Ich bin der jup! FSJler Janik. Seit über 2 Jahren mische ich jetzt schon hobbytechnisch bei jup! mit und habe nun die Chance, mein Freiwilligenjahr hier zu verbringen - von Veranstaltungsberichten über Projektplanung bis hin zur Redationsbetreuung ist alles dabei.
Was sonst so die letzten 2 Wochen bei mir auf der Arbeit so los war, erfahrt ihr hier!

VON JANIK EMIL

 

Zwischen Bier, Klassenfahrtsfeeling und Kennlernspielchen

Vom 5.11 bis 10.11 war es so weit – die Freiwilligen vom FSJK (Freiwilliges Soziales Jahr Kultur) trafen sich zum ersten Mal, um auf Seminarfahrt zu fahren.
Unsere Fahrt startete zugegebener Weise etwas chaotisch. Nicht nur das rechtzeitige Aufstehen,  der Anfangstag war ein Sonntag, sondern auch das Kaufen eines Tickets zu unserem Zielort stellte sich als Erschwernis heraus. Nachdem mehr oder weniger alle 70 Personen sich an gefühlt zwei Ticketautomaten ihren Fahrschein geholt hatten, ging es schließlich endlich los!
Nach einer ungefähr 40 Minuten langen Fahrt erreichten wir unseren Zielpunkt – Werftpfuhl bei Werneuchen.
Das darauf folgende Chaos, bei der Verteilung von den Zimmern und das ratlose Suchen der eigenen Zimmernummer, war zu erwarten und spiegelte das Feeling einer typischen Klassenfahrt wider. Im Anschluss an die ersten Kennlernspielchen, folgte dann der gefühlt wichtigste Part: das Abendessen.
Generell muss man sagen, dass man in unsere Unterkunft geradezu mit Essen bombardiert wurde. Morgens, mittags, nachmittags, abends und sogar nachts gab es immer was zu naschen. Zudem sollte man nicht unerwähnt lassen, dass selbst für hartgesottene Fleischesser, die Speisen eine Herausforderung waren, denn es gab durchgehend bei jeder Mahlzeit eine große Fleischportion.
Der nächste Tag sollte so starten wie die Anderen auch -  8:30 Uhr aufstehen, schnell zum Frühstück hetzen, um dann um 9:30 Uhr ins Plenum zu starten. Am Montag stand zum einem unsere Gruppendynamik und Seminarkultur und zum anderen das Wohlbefinden in der Einsatzstelle im Fokus.
Von Dienstag bis Donnerstag ging es dann für jeden in die vorab gewählten" Werkstätten". In meinem Fall war das die Werkstatt: Selbstfürsorge im FSJ. Wie der Name schon vorweg nimmt, ging es in diesem Workshop um das Selbstbefinden, die richtige Kommunikation, dem Ich im Alltag aber auch wie man sich richtig entspannt (ein Massagekreis ist für Entspannung perfekt geeignet). Über drei Tage hinweg wurde viel diskutiert, analysiert und auf die eigene Situation angewendet.
Die Abende waren durchweg gut geplant - so gab es in allen Nächten die verschiedensten Freizeitmöglichkeiten. Von dem Betrieb an der hauseigenen Bar (mit vergleichsweise billigen Bierpreisen), über spannende Billardturniere und Filmabende, bis hin zu den Diskonächten, mit den unterschiedlichsten Themenstunden - 80` & 90` oder auch HipHop und Techno...
Jedoch neigte sich die aufregende Woche am Freitag ihrem Ende zu. Nach dem alltäglichen morgendlichen Frühstück und Plenum ging es zur Abschlusspräsentation der Werkstätten.  Von einem Video- und Radiobericht über einer Sage bis hin zum Energizer war alles dabei. Die Selbstfürsorgegruppe stellt die Aufgabe, dass jeder der Lust hatte, ein Daily Journal schreiben durfte, um sich mit sich selbst klarer zu werden und sich dadurch auch zu entspannen. Am Nachmittag verabschiedeten sich alle von dem alten Haus und bestiegen dann den Zug in Richtung Berlin.

 

Was ist sonst so in der folgenden Woche passiert?

Am Dienstag fand in unserem Büro die Fachbeiratssitzung statt. Dabei bot sich die seltene Chance mal „hinter die Kulissen“ von jup! zu schauen. Sowohl das Konferenz- als auch Präsentationsfeeling war für mich in gewisser Weise neu.
Donnerstags war ich dann bei dem Dreh für den zweiten Teil unseres Projektes „Auf Augenhöhe – Berlin gegen rechte Gewalt“. Dabei habe ich Samuel vom Zentrum für Demokratie getroffen, der mich durch Schöneweide geführt hat. Das alles wurde mit der Kamera begleitet – seid also gespannt auf das Resultat! Außerdem haben Kai und ich die nächsten Projekte geplant – von der Vorbereitung unseres jup! Adventskalender bis hin zur Weiterführung unserer Rubrik „FSJ-Wahnsinn pur!“.

 

 

Der Berliner Alexanderplatz wird immer mehr zum Hotspot von Kriminalität. Viele Jugendliche hängen hier rum, trinken Alkohol, konsumieren Drogen und sind gewaltbereit. Die neue Anlaufstelle JARA soll vor allem jungen Menschen mit Migrationshintergrund oder Fluchtgeschichte neue Möglichkeiten bieten, ihre Freizeit zu gestalten und sich über berufliche Perspektiven zu informieren. jup! Berlin war bei der Eröffnung des Containertreffpunktes am 3. November 2017 mit dabei und sprach mit Projektmitarbeiter*innen und Jugendsenatorin Sandra Scheeres!

VON JANIK EMIL | KAI

 

 

Zeitschriften wie die „BRAVO“ und unter anderem die "Popcorn" gelten als Ratgeber für jugendliche Mädchen sowie Jungs. Geworben wird mit vermeidlichen Alltagsfragen und Neuigkeiten von den bekanntesten Gesichtern der Welt. Wie sich das Jugendmagazin aber tatsächlich an die Realität und Interessen der Zielgruppe anpasst, haben sich die Redakteurinnen Sina, Zora und Charlotte genauer angeschaut.

VON SINA

Ich persönlich habe schon mit 10 Jahren die Bravo gelesen, hatte sogar ein Abo. Einfach weil ich es "cool" fand und nicht drüber nachdachte, ob mir das jetzt hilft oder nicht. Ich hab mir die Titelseite angeschaut und wenn da sowas stand wie "So wirst du zum Star der Schule" mit Miley Cyrus vorne drauf, musste ich das natürlich haben. Ebenfalls auf dem Titelblatt sind Teaser zu den Stories, welche Poster sich in der Mitte der Zeitung befinden und  eine Abbildung des Extras. Oft  sind das Handysticker oder billiger Schmuck, der schon beim bloßen Anschauen kaputt gehen kann. Auffällig sind die bunten Farben, die sich untereinander beißen und der Name der Zeitschrift als Kopf der Seite. Die Bilder und die Schrift überschneiden sich, eine wilde Collage, wie auch auf den restlichen Seiten innerhalb des Heftes. Alles was man braucht, um in einem Regal neben LilliFee und ELLE herauszustechen. Die BRAVO ist vor allem präsent, wenn es darum geht, jungen Erwachsenen in ihrer Entwicklung zu helfen und gleichzeitig vom neusten Klatsch und Tratsch zu berichten. Eben das, was 13/14-Jährige wollen, oder sogar Jüngere.

 

Das vermittelte Bild

Apropos Jüngere. Was finden sie, wenn sie die Zeitung aufschlagen? U.a. nackte Menschen, (zum Teil) glatt rasiert und oft schlank wie ein Streichholz. Es gibt Verhaltenstipps, mit denen man zum Everbody’s Darling werden kann. „Mit diesen Haltungen, bist du gleich viel selbstbewusster!“. Ach ja, bin ich das?
Nein! Wenn ich als 10-jähriges Mädchen meine Brust rausstrecke und die Arme in die Hüften stemme, werde ich als arrogant und aufmüpfig, aber sicherlich nicht als „cool“ und „selbstbewusst“ von meinen Mitschülerinnen bezeichnet. Denke ich in diesem Alter überhaupt schon daran? Sicher nicht, aber jetzt weiß ich, was ich tun muss und nehme es auf, wenn auch unbewusst.
Wirft man einen Blick in die Foto-Lovestory sieht man ebenfalls jede Woche das Gleiche: Mehrere Menschen, ca. 20-22 Jahre alt, werden als 15-Jährige dargestellt. Schmales Gesicht, komplett ohne Hautunreinheiten. Die Körper der Männer durchtrainiert. Die Mädchen könnten sich hinter einem Grashalm verstecken, sind groß und schlank und haben deutlich Make-up aufgetragen. Die Kleidung sieht ordentlich und teuer aus – oft erkennt man Marken wie Hollister, Adidas oder Nike. Es treffen sich also ein Junge und ein Mädchen, von denen eine Person unglücklich ist, und dann verlieben sie sich plötzlich ineinander und nach dem zweiten Treffen sind sie happy ohne Ende zusammen und leben glücklich weiter. BLA BLA BLA. In nur fünf bedruckten Seiten werden unrealistische Liebesbeziehungen mit Märchenfiguren und vermeidlich idealen Erscheinungsbildern kombiniert. Ein oft gewähltes Motiv ist auch, dass das Mädchen von jemandem begrapscht wird und von ihrem späteren Freund „gerettet“ wird.  Neben dieser Sexualisierung junger Mädchen sind es  zudem ausschließlich Beziehungen zwischen einem Mann und einer Frau, die thematisiert werden, nie wird die LGBTQIA + Community auch nur annähernd erwähnt.
Die schöne, heile Welt. Attraktive, intelligente Menschen in schönen Umgebungen, welche die eigene Gepflegtheit widerspiegeln. Als ob das ein Normalzustand sei, an dem es sich zu messen gilt. Keine genaue Definition von „normal“, aber sie wird in Form von immer den gleichen Bildern dargestellt. So auch bei der schon kurz angesprochenen Sexualität. Schaut man auf die Website der BRAVO, findet man nur geringfügig Artikel zum Coming Out, geschweige denn Aufklärungsvideos, die zeigen, dass die Welt eben nicht nur aus Männlein und Weiblein besteht, die miteinander schlafen.

 

Heute ist der 31.10.2017 - Zeit für einen neuen Thesenanschlag?

VON SANDY

In Gedenken an das 500-jährige Reformationsjubiläum hat die EJBO (Evangelische Jugend Berlin Brandenburg und schlesischen Oberlausitz) eine moderne Methode gefunden, ihre Thesen in der Welt zu verbreiten. Anders als Martin Luther damals werden die Thesen nicht mit Nägeln an die Kirchtüren genagelt, sondern die Thesen werden in Beuteln mit der Beschriftung „#rEJBOmation“ an jede Tür gehängt. Dies ist nicht nur ein Ausdruck ihrer Wünsche und Wahrnehmungen, sondern ihr Weg, das Jubiläum der Reformation zu feiern. Es werden also keine Türen beschädigt und sie benutzen Kreidespray, um den Hashtag nochmal vor die Kirche zu sprühen.

Was fordert die EJBO?

Auf ihrer Facebookseite steht:
„Es braucht einen neuen Aufbruch und wir wollen ihn pushen! Es braucht neue Thesen und die werden wir schreiben! Es geht weiter und das ist der Auftakt!“

In ihren Thesen beschreiben sie u.a., in welcher Form der Glaube in ihren Augen heute gelebt werden kann. Sie fordern die Kirchen und dazugehörigen Gemeinden auf, sich den jungen Leuten und deren Ideen zu öffnen. Wie damals fordern sie also eine Veränderung. Ihr wollt noch mehr darüber erfahren? Dann kommt heute zum großen Jugendgottesdienst zum 500. Reformationstag der EJOB in die Gedächtniskirche (Breitscheidplatz, 18 bis 19.30 Uhr) oder lest die Thesen online hier nach!

Wer war Martin Luther eigentlich?

Luther war Augustiner Mönch und lebte die meiste Zeit in Wittenberg. Er war unzufrieden mit der Kirche, die u.a. Ablasshandel betrieb. Um seinen Unmut zu äußern und etwas zu verändern, schrieb er 95 Thesen auf und nagelte sie an eine Kirchentür in Wittenberg. Damit löste Luther weltweit die Reformation aus, die zur Kirchenspaltung führte. Neben der katholischen Kirche entstand so die evangelische Kirche. Diesbezüglich hat dieses Jahr der EKT (Evangelische Kirchen Tag) in Wittenberg und Berlin stattgefunden. Hier findest du unser Video vom EKT!

Du läufst an einem Café vorbei und dir wird hinterher gepfiffen.
Du wartest auf deine U-Bahn und wirst von der Seite blöd angequatscht.
Du sitzt in der S-Bahn und jemand kommt dir zu nah.
Du willst das nicht!
#METOO

 

In den nächsten Wochen berichten jup! Redakteur*innen von ihren Erfahrungen mit sexueller Belästigung. Jede/r Redakteur*in erzählt, was er/sie selbst schon erlebt hat.
Du musstest auch schon solche Erfahrungen machen und willst deine Geschichte loswerden? Dann schreibe uns und wir veröffentlichen deine Geschichte anonym (info@jup.berlin).

 

Stehe am Bahnsteig in der U-Bahn. In der Nähe unterhalten sich ein paar Männer laut auf Arabisch. Scheinen sich zu streiten. Von der anderen Seite kommt ein Mann auf mich zu und kommentiert das Geschehen. Fragt mich, was für ein Problem die Typen hätten. Sage, ich hätte keine Ahnung, würde kein Arabisch verstehen. Beschwert sich, es sei immer dasselbe mit den Arabern. Erwidere, dass jeder mal eine Diskussion führen könne, nur weil die Männer Arabisch sprächen, müsse man das ja nicht gleich abwerten. Sagt, es wäre egal, er wäre eigentlich eh nur wegen mir her gekommen. Was soll ich darauf antworten?
Sage „Aha“ und drehe mich demonstrativ von ihm weg. Kurze Pause.
Scheint ihn nicht zu interessieren. Meint, ich sähe „mega geil“ aus. Wieder weiß ich nicht, was ich sagen soll. Bedanke mich absichtlich freudlos bei ihm und gehe weg.
Die Bahn fährt ein. Er geht mir hinterher. Fragt beim Einsteigen, ob ich einen Freund hätte. Bejahe. Sagt, das störe ihn nicht. Antworte: Mich schon. Fordert mich auf, mich mit ihm in das leere Abteil zu setzen. Entgegne, dass ich lieber hier bei den Leuten sitzen wolle. Sagt, er wolle lieber allein mit mir sein. Sage nichts. Gehe nicht mit ihm. Setze mich. Setzt sich neben mich. Rieche seine Alkoholfahne. Fragt mich, wo ich wohne. Lüge und sage, ich sei hier nur zu Besuch. Will wissen, was ich hier mache. Behaupte, Berlin nur anzuschauen und gleich meine Freundin zu treffen. Wiederholt, ich würde echt geil aussehen. Wiederhole ein unbeeindrucktes „Danke“ und streiche mir die Haare ins Gesicht. Sollmich nicht ansehen. Kommt mir näher. Rücke weg. Beobachtet mich. Fragt mich nach meinem Namen. Hält sich dabei die Hand vor den Mund, damit ich den Alkohol nicht rieche. Sage ihm meinen Namen. Frage mich im selben Moment: WARUM?
Schöner Name. Sagt, er würde mich jetzt wirklich gerne küssen. Entgegne, dass ich das nicht wolle. Meint, mein Freund wäre kein Hindernis. Entgegne, für mich schon. Erzählt von seiner Frau und drei Kindern Zuhause und dass ihn das auch nicht störe. Meine, das wäre scheiße, müsse aber jeder für sich selbst entscheiden. Mustert mich von oben nach unten. Beschreibt, wie ihm meine Haare, meine Lippen und meine Brüste gefallen würden. Fühle mich unwohl, dass er besonders meine Brüste so kommentiert, sage nichts und schaue zu Boden. Fügt hinzu, ich hätte Sex-Appeal, hätte mich einfach ansprechen müssen, hätte gar keine andere Wahl gehabt. Frage ihn, ob das alles wäre, worauf er bei Frauen achte. Entgegnet, alle Männer wären so. „Ich hoffe nicht, dass alle Männer so sind wie du.“
Er Lacht. Zeigt auf den Mann gegenüber. Behauptet, „der Schwarze da“ würde mich auch schon die ganze Zeit anschauen. Der würde mir garantiert auch nur auf die Brüste gucken. So wären alle Männer. Schaue auf die Sitzreihe gegenüber. Der Mann guckt zwar, scheint jedoch eher einen besorgten Ausdruck zu haben. Sagt aber nichts. Wiederholt, dass er mich küssen wolle. Widerspreche. Fängt an, von seiner Frau zu erzählen; dass sie gerade mit den Kindern Zuhause sei und hier von nichts mitbekommen müsse. Es gäbe einfach zu viele schöne Frauen auf dieser Welt. Eine davon wäre ich. Fühle mich nicht im Geringsten geschmeichelt. Eine weitere geht an uns vorbei, schaut ihr unverhohlen auf den Arsch. Fragt, ob mein Arsch auch so geil wäre wie der Rest meines Körpers. Ignoriere ihn. Sagt zum dritten Mal, dass er mich hier und jetzt küssen wolle. Meide seinen Blick, wiederhole erneut, ich wolle das nicht. Kommentiert ein Muttermal auf meiner Schulter. Beugt sich dafür zu mir, als würde er mich gleich wirklich küssen. Drehe mein Gesicht weg, schaue auf den Boden. Schaue die anderen Fahrgäste gleich gegenüber von mir nicht an. Ist mir peinlich. Will wissen, bis wohin ich fahre. Sage, ich müsse die nächste Station raus. Findet es schade, meint, er müsse noch weiter fahren. Die Bahn hält an. Stehe auf. Hält mir die Hand hin. Warum habe ich sie genommen?
Unglaublich, dass ich bis zuletzt noch höflich bleibe. Schüttelt meine Hand. Drehe mich zum Ausgang. Ruft mir eine letzte Demütigung hinterher; mit meinem Arsch hätte er Recht behalten.
Atme tief durch. Bin froh, dass er mir nicht hinterher ist. Dieselben arabischen Männer, die sich vorher gestritten haben, sind auch ausgestiegen. Scheinen die Situation in der U-Bahn beobachtet zu haben. Mustern mich und zwinkern mir zweideutig zu, wechseln verschwörerische Blicke. Was wollen die denn jetzt noch von mir? Gehe schnell weiter und hoffe, dass auch sie mir nicht folgen. Tun es nicht.
Frage mich Zuhause, was da los gewesen ist. Lag es an meiner Kleidung? Trug lange Jeans, hoch geschnittenes Oberteil. Keine nackte Haut. Lag es an meiner Ausstrahlung? Wie kann ich das überhaupt beeinflussen? Keine Ahnung.
Komme zum Schluss: Das passiert halt mal. Ist ja nicht das erste Mal gewesen. Ist ja nichts Schlimmes passiert. Hat mich ja nicht angefasst. Will das einfach abhaken. Schon okay. Dieser Gedankengang macht mich sauer. Will das nicht einfach abhaken. War nicht „schon okay“. Zwinge mich, das nicht als normal anzusehen. Erinnere mich an das Gespräch mit meiner Schwester, dass man so etwas nicht einfach runter schlucken dürfe, sondern sich darüber am besten mit anderen austauschen solle. Dass sich niemand das Recht raus nehmen dürfe, mich so zu behandeln. Selbst wenn ich nackt in der U-Bahn gefahren wäre.
Kein Mensch darf sich herausnehmen, meinen Körper so zu bewerten und mir unangenehm nah zu kommen, wenn ich offensichtlich dagegen bin. Und selbst wenn ich auch nur eine noch so kleine Andeutung gemacht hätte, wäre das schon genug gewesen. Warum schäme ich mich für etwas, wofür sich eigentlich der Typ schämen sollte? Weder mein Kleidungsstil noch meine Ausstrahlung sind das Problem, sondern das Selbstverständnis dieses Mannes, sich über eine Frau zu stellen, mich zu begaffen, mit unverschämten Aussagen zu belästigen und ein Nein nicht als Nein zu nehmen. Mein Körper ist niemandes Objekt. Und ich lasse mich nicht  einschränken. Kein Bock auf Victim Blaming!

VON H.

Am 16.09.2017 fand eine Kleidertauschparty im ,,Haubentaucher“ statt.

von Katharina

Vor dem Eingang des Clubs ,,Haubentaucher“ auf dem RAW-Gelände hat sich eine lange Schlange gebildet. Fast alle Besucher*innen tragen einen Beutel mit Kleidungsstücken, die während der Kleidertauschparty von 14 bis 20 Uhr getauscht werden können. Bis zu 10 Accessoires können getauscht werden, ausgenommen von Unterwäsche.

Kostenloser Eintritt, kostenlose Kleidung

Drinnen im ,,Haubentaucher“ ertönt Partymusik. Jede/r Besuche/r erhält nach Abgabe seiner mitgebrachten Kleidungsstücke einen Stempel mit dem Detox-Zeichen.

Die globale Detox – Bewegung, eine im Juli 2011 von der Greenpeace gegründeten Kampagne, setzt sich vor allem gegen den Einsatz giftiger Chemikalien in der Textilindustrie ein.

An Kleiderstangen hängt die Kleidung, die jede/r Besucher*in kostenlos mitnehmen kann.
Bis zu 10 Kleidungsstücke können mitgenommen werden. Es herrscht ein Gewusel, auffällig ist, dass überwiegend mehr Frauenklamotten zum Tausch angeboten werden als Männerklamotten. Dennoch ist der Anteil der Besucher*innen gemischt, Frauen, Männer und auch Kinder sind vor Ort. Für die kleinen Besucher*innen werden Schmink-Aktionen und Spiele angeboten. Ein kleiner Einblick in den Siebdruck wird den Besucher*innen auch ermöglicht.

Wer möchte, kann seine ausrangierten Sachen bei einer Upcycling- Werkstatt verschönern oder einfach etwas ganz Neues erschaffen.

Ganz in der Nähe vom Pool  steht ein Stand von einer Foodsharing – Kampagne. Die Idee dahinter ist, dass Lebensmittel, die normalerweise in einem Supermarkt längst weggeworfen werden würden, weiter verschenkt werden. Denn oft sind diese noch gut und so wird ein weiteres Zeichen gegen unsere heutige Wegwerfkultur gesetzt.

12.9.2017 - Am Dienstag Abend auf der Content Creation Week von 20-22 Uhr ging es heiß her: YouTuber Tarik Tesfu lud mit drei weiteren Netz-Aktivist*innen zu einer kecken Runde Hate-Speech-Bingo in die Blogfabrik in der Oranienstraße 185 in Berlin-Kreuzberg ein. Genau wie Tarik, Shahak Shapira, Laura Gehlhaar und Youssef Adlah sind Millionen andere Menschen Opfer von sexistischen, rassistischen, homo- und transfeindlichen Äußerungen im Netz. Wir finden: Digitaler Hass ist ziemlich daneben, aber mit Humor wurde er zu einem interaktiven Abend-Spektakel der ganz besonderen Art.

VON HANNAH A.

Zu Beginn des Abends stellten sich die vier Netz-Aktivist*innen dem Publikum vor, denn jeder von ihnen erntet regelmäßig eine Menge digitalen Hass, doch aus ganz unterschiedlichen Gründen: Während es auf Tariks Kanälen homophobe und rassistische Bemerkungen regnet, sind es bei Autorin und Bloggerin Laura Gehlhaar gehässige Kommentare aufgrund ihrer Behinderung. Im Laufe des Abends gab sie eine Leseprobe aus ihrem Buch Kann man da noch was machen? Geschichten aus dem Alltag einer Rollstuhlfahrerin. Auch YouTuber Youssef Adlah erhält wegen seiner syrischen und Künstler Shahak Shapira wegen seiner jüdischen Herkunft mehr rassistische als positive Kommentare bei YouTube und Twitter.

Jeder, der selbst von Cyber-Mobbing betroffen ist oder sich für das Thema interessiert und im Voraus ein kostenfreies Ticket ergreifen konnte, durfte dabei sein. Während die vier Netzaktivist*innen auf der Bühne ihre lustigsten Hass-Kommentare vorlasen, musste das Publikum schnell auf ihren Bingo-Zetteln alle Beleidigungen, die sie hören konnten, ankreuzen und bei einer vollständigen Reihe laut Bingo rufen, um ein Freigetränk an der Bar zu erhalten.

Auch über Strategien, mit Hate Speech umzugehen, wurde gesprochen. Schlussendlich bekam jeder ein Glas Aperitiv und es wurde ein gelungener Abend in gemütlicher Atmosphäre, denn was gibt es besseres als den Internet-Trollen die Wut aus den Segeln zu nehmen und ihre digitalen Entgleisungen in etwas Positives zu verwandeln? 

Hier gibt es das komplette Live-Video vom Abend auf Facebook!

Der ARD- Film ,,Ich gehöre ihm“ zeigt die gefährliche Masche der sogenannten ,,Loverboys“.

 

VON KATHARINA

 

Verschiedene Tageszeitungen wie taz, Süddeutsche, Berliner Zeitung und auch die Frankfurter Allgemeine berichteten über den ARD-Film ,,Ich gehöre ihm“. Selber habe ich mir den Film jetzt auch angeschaut. Gleich mal zuallererst: Es ist ein Film, der auf wahren Begebenheiten beruht und sehr emotional fesselt.

Caro, eine junge 15-Jährige, gespielt von Anna Bachmann, befindet sich gerade in einer unsicheren Phase. Wie fast jede/r Jugendliche. Eigentlich läuft soweit alles gut in ihrem Leben, sie schreibt gute Noten, wird zur Kapitänin ihres Basketballteams ernannt und hat eine gute Freundin. Dennoch hadert sie mit sich und teilt ihrer Freundin den Frust mit, dass ihr Schwarm sie nicht beachtet. Genau in dem Moment taucht Cem, ein hübscher 19-Jähriger (Samy Abdel Fattah) an deren Tisch auf.

Er schaut sie lange an, macht ihr Komplimente und Caros Freundin schubst sie regelrecht in sein schickes Auto. Bereits da hätten sie stutzig werden müssen, wie kann sich ein 19-Jähriger ein so teures Auto leisten?

Cem, der Caro zum ersten Mal sieht, gibt ihr das Gefühl, etwas ganz Besonderes zu sein und zeigt ihr ein Lied, ,,bei dem er an sie hätte denken müssen“.

Überflutet von so viel Zuneigung fühlt sich Caro zu ihm hingezogen. Ihre Eltern wissen noch nichts von ihrem vermeintlichen ,,Freund“. Cem macht ihr teure Geschenke, ein Armband, ein neues Iphone, damit ,,sie ihn rund um die Uhr erreichen kann“. Dies ist alles geschickt gesetztes Kalkül, denn Cems einziges Ziel ist, Caro für sich gefügig zu machen.

Durchgängig nennt er sie mehrmals ,,Prinzessin“, er setzt geschickt seinen Charme ein und spielt gekonnt mit Caros Gefühlen. Dann kommt die furchtbare Wende:

Beide befinden sich in einer großen Wohnung, die Cem angeblich für sie beiden gekauft hat. Caro versucht noch zaghaft zu erwidern, dass er so etwas nicht tun müsse.

Dennoch geht Cem nicht darauf ein, sie schlafen miteinander und er zwingt sie mit seinen ,,Freunden“ zu schlafen, die bald darauf in der Tür stehen.
Cem zeigt vorgetäuschte Reue und meint, dass er viele Schulden habe, und dass sie ihm bitte helfen solle. Nach und nach wird sie in die Prostitution getrieben, und sie landet abends auf dem Strich.

Scham spielt in dem Film eine große Rolle. Caro verändert sich vom Wesen her, sieht ihre Eltern als Aliens, ihre Freundin stößt sie von sich weg. Sie behält alles für sich, duscht lange, wird zunehmend trauriger und dennoch fühlt sie sich immer noch zu Cem hingezogen. Wie eine Droge, von der sie nicht loskommt. Cem verlangt von ihr, dass sie trotzdem in der Schule gut bleibt, Basketball spielt, damit ja keiner Verdacht schöpft.

Wie zu erwarten, tritt aber das Gegenteil ein: ihre Noten verschlechtern sich, aus dem Team wird sie suspendiert. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt sei gegen sie und flüchtet sich immer wieder zu Cem. Eines Tages verschwindet sie ganz, ihre Eltern sind verzweifelt und schalten die Polizei ein.

Das Schlimme daran ist, dass alles in dem Film auf wahren Begebenheiten beruht. Solche Typen, die wie Cem handeln, nennt man ,,Loverboys“. In Deutschland gab es mehrere Fälle, die auch vor Gericht kamen. Es ist ein kriminelles Geschäft, bei dem die Täter mit den Gefühlen der Mädchen und jungen Frauen im Alter von 11 bis 20 Jahren, manchmal auch älter, spielen, um sie dann zur Prostitution zu treiben.

 

Hier könnt ihr euch täglich ab 20 Uhr den Film in der ARD Mediathek anschauen!

 

Weitere Infos zu dem Thema findet ihr u.a. hier:

http://www.no-loverboys.de/aktuelles/aufklaerungsspot/

http://www.no-loverboys.de/loverboys/ist-mein-freund-ein-loverboy/