Die lange Nacht der Wissenschaften - gegendert!

VON LILI
 

Gesperrte Straßen, Essensstände auf dem Fußweg und viele Experimente zum Ausprobieren. Bei der langen Nacht der Wissenschaften kann man zwei Spezies Mensch in freier Wildbahn beobachten: qualifizierte, junge Leute, die engagiert über Projekte in allen Fachbereichen berichten. Und die heliumeinatmenden Massen (die Luftballons werden dort überall verteilt), die sich wie die Touris durch die Gänge schleusen lassen. In gewisser Weise sind sie auch Touristen: Menschen aus einer meist anderen Umgebung, die sich aber für neuen Raum interessieren. Allerdings mit einem Unterschied: Die aufgeschreckte Welt der orientierungslosen Vollzeit-Handynutzer. Denn die Sehenswürdigkeiten können nicht direkt mithilfe von Google Maps auf 10cm-Entfernung gefunden werden. Es gibt zwar einen Lageplan, der jeder der unterschiedlichen Attraktionen ihren Platz zu weist, allerdings war ich, die auch zu den orientierungslosen Menschen zählt, froh, in einer interessanten Gruppe VIP-mäßig durch die Fachbereiche geführt zu werden. Ich war Teil des erstmaligen von der Humboldt-Universität realisierten Angebots „Schülerinnen on Tour- Lange Nacht der Wissenschaftlerinnen“.
 

Anfangs wurden wir über die Organisation „Club Lise Mentoring“ informiert. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht junge, naturwissenschaftlich-interessierte Frauen zu fördern. Ein Mädchen hat über ihre Erfahrungen bei Jugend forscht berichtet und wir haben die DNA einer Zitrone extrahiert. An alle Interessierten: Club Lise hilft auch bei MSA / Abitur – Präsentationsprüfungen, es lohnt sich, einfach mal durch die Seite zu stöbern: https://www.hu-berlin.de/de/schule/angebote/club-lise

 

Danach wurden wir in einen Raum geführt, indem ein Elektronenmikroskop stand. Dieses hat eine 2.000-fach bessere Auflösung als ein Lichtmikroskop, welches ihr wahrscheinlich aus der Schule kennt.

Von den Bereichen Biologie und Physik sind wir dann zur Informatik übergegangen. Dort haben uns die Studenten ihr derzeitiges Projekt erklärt: Lasertag-Nerdstyle. Vom Programm über die Pistolen bis hin zu den Robotern - natürlich alles selbst gemacht.

 

Danach sind wir in die Tiefen der Chemie abgetaucht. Dort konnten wir Kristalle aus dem 3D-Drucker schweben lassen. Dies funktioniert aufgrund einer akustischen Welle, welche durch die Reflektion zu einer stehenden Welle wird. Setzt man sie an die richtige Stelle, dann stehen sie in der Luft.  

 

Wie das eigentlich bei jeder Reise ist, wurde am Ende des Rundgangs noch ein Gruppenfoto gemacht. Aber kein langweiliges, sondern ein Wärmebild-Foto. Beim anschließenden Talk im Turm wurden uns Tipps bezüglich der Karriere in der Wissenschaft speziell für uns Frauen gegeben. Zum Beispiel, welche Hilfsangebote es zur Unterstützung während einer Schwangerschaft gibt. Oder dass man nach dem Studium nicht ein Jahr aussetzen sollte, da das ein Scherenpunkt der Karriere ist.

 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es ein gelungener Abend war, an dem ich viel Neues über die Naturwissenschaften, aber auch über meine Zukunft gelernt habe. Die Stationen waren interessant und man konnte immer etwas ausprobieren. Die Leute an den Ständen, meist nur ein paar Jahre älter, sind auf unsere Fragen eingegangen. Das Projekt ist eine super Idee, man müsste es nur noch ein bisschen ausweiten. So, dass auch junge Frauen, die sich noch nicht von sich aus für Naturwissenschaften begeistern können, einen Draht zu diesen spannenden Fachbereichen bekommen.

  • Die Mädchen der Organisation „Club Lise Mentoring“
  • Das dargestellte Elektromikrsoskop hat eine 2.000-fache bessere Auflösung als ein Lichtmikroskop.
  • Durch akustische Wellen können Kristalle aus einem 3D-Drucker zum Schweben gebracht werden.
  • Normale Fotos? Langweilig. Zum Abschluss wurden Bilder mit einer Wärmebildkamera gemacht.
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