Neues Beratungsangebot für Berliner Jugendliche

VON FELIX

Heute wurde in der Georg-Weerth-Schule in Berlin-Friedrichshain das Beratungsprojekt jugendnotmail.berlin gestartet. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, ein optimales Beratungsangebot für Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren zu bieten. Da man einen selbst gewählten Namen verwenden kann, ist das Angebot auch anonym nutzbar.

Die ersten Beratungsmöglichkeiten gab es in Deutschland schon seit den 80er Jahren. Doch erst mit Telefon und Internet wurde es Kindern und Jugendlichen leichter gemacht, ein solches Angebot wahrzunehmen, da hier die Hemmschwelle um einiges niedriger liegt. Und Beratungsangebote haben einen hohen Bedarf. So wurde im Jahr 2017 345.000 mal die Nummer gegen Kummer gewählt. Mehr als die Hälfte der Gründe für den Anruf war dabei der Anrufende selbst, wie es aus dem Statistikbericht des gemeinsamen Berichtes der Kinder- und Jugendtelefone hervorgeht.

Wenn Kinder und Jugendliche niemanden haben, an dem sie sich im Zweifelsfall wenden können, kann dies große Auswirkungen auf ihre soziale und psychische Entwicklung haben. Wenn Menschen mit ihren Problemen allein gelassen werden, können sich Sucht- oder Suizidgedanken entwickeln. Organisationen, wie jugendnotmail.berlin oder andere Beratungseinrichtungen können hierbei entgegensteuern.

Durch den E-Mail-Dienst für Jugendliche wird die Hemmschwelle noch einmal um ein weiteres gesenkt. „Jugendnotmail.Berlin entspricht der Lebenswelt und dem Kommunikationsverhalten Jugendlicher und dockt an ihren Bedürfnissen und Erwartungen an." sagte die Senatorin für Bildung, Umwelt und Familie, Sandra Scheres über das neue Beratungsangebot für Kinder und Jugendliche.

Mit dem neuen Beratungsangebot werden die bereits bestehenden Möglichkeiten für den Kinderschutz in Berlin optimal ergänzt: So gab es bis jetzt nur die Hotline Kinderschutz 61 00 66, unter der man zum Beispiel Vernachlässigung von Kindern melden konnte, ein rein Berliner Beratungsangebot, das sich explizit an Kinder und Jugendliche richtet, gab es bislang noch nicht.

Auf der Pressekonferenz heute Mittag durften auch Kinder und Jugendliche, die ja die Zielgruppe des Portals sind, Fragen stellen. Auch zu möglichen Fake-Nachrichten von Nutzer*innen äußerte sich Matthias Gillner, Vorsitzender des Kinderschutz-Zentrum Berlin e. V. Er sagte, dass alle Anfragen sehr ernst genommen werden und bei Anfragen ohne ernsten Hintergrund ist es wichtig, das Betroffene ein gutes Bild vom Hilfesystem habe, da falls es zu einer Problemsituation kommt man sich im Zweifelsfall doch an Jugendnotdiensten wenden kann. Auch wenn Menschen schon älter als 19 Jahre sind, können sie sich noch immer bei jugendnotmail.berlin Hilfe holen, ausgeschlossen wird deswegen niemand, nur weil das Maximalalter überschritten wurde.

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