Bernhard-Weiß-Str. 6
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10178 Berlin (Mitte)
In der DDR befand sich ab 1951 in der Nähe des Alexanderplatzes die Untersuchungshaftanstalt Berlin-Mitte. Sie war dem Ministerium des Innern unterstellt und lag innerhalb des Ost-Berliner Präsidiums der Volkspolizei. Im Gefängnis in der Keibelstraße saßen Frauen und Männer aufgrund verschiedener Tatvorwürfe ein: wegen als kriminell eingestufter Vergehen wie Diebstahl oder wegen politischer Delikte wie vermeintlicher „Asozialität“, „Ungesetzlichem Grenzübertritt“ oder „Staatsfeindlicher Hetze“.
Untersuchungshaft wurden in der DDR in vielen Fällen verhängt, die Strafverfahren entsprachen nicht rechtsstaatlichen Kriterien. Daher steht die Geschichte dieses Ortes exemplarisch für staatliche Repression und Willkür in der SED-Diktatur. Zudem veranschaulicht sie, wie verschiedene staatliche Akteure, die Volkspolizei, die SED, das Justizsystem und die Staatssicherheit, zusammenwirkten.
Nach der Schließung im Jahr 1990 wurden das ehemalige Gefängnis als Filmkulisse und eine Etage für den Polizeigewahrsam sowie als Abschiebegefängnis genutzt.
Der Lernort Keibelstraße bietet verschiedene Bildungsformate für Grundschulen ab Klassenstufe 4, für weiterführende und berufsbildende Schulen sowie für außerschulische Kinder-, Jugend– und Erwachsenengruppen an.