„LOVE OUT LOUD!“ – re:publica 2017

VON JESSICA | VIDEO: KAI

„Love out Loud!“ und dank des Regenbogens der Negativität entgegen. Die 11. re:publica fand vom 8. Mai bis zum 10. Mai 2017 statt und setzte den Kurs ganz klar in Richtung BUNT. Erneut war die Messe rund um die Themen digitale Gesellschaft, soziale Medien und das Web 2.0 in der STATION Berlin zu finden.

Neben hippen Essensangeboten, diversen Ständen und Aktionen bot sich eine Vielzahl an hochkarätigen Workshops und Sprecher*innen. Sascha Lobo reflektierte kritisch über seine Selbstdarstellung im Netz und die, der Allgemeinheit. Ein wahrer Experte in Sache Medien, Rasmus Kleis Nielsen vom Reuter Institut für Journalismusstudien, gab Einblick in seine Unterscheidung zwischen „Fake News“ und „Real News“. Die Liste lässt sich von Journalist*innen, über Politiker*innen bis hin zu den Nachbar*innen von nebenan, die ihre besondere Message haben, weiterführen. Selbst Kunstinteressierte kamen bei Ausstellungen, wie der von Stella Schiffczyk, auf ihre Kosten. Sie portraitierte jene kamerascheuen Zeugen, die während des NSA-Untersuchungsausschusses aufgrund ihrer Geheimdiensttätigkeit nicht abgelichtet werden durften.

 

Liebe, als Motto der re:publica, findet sich in sämtlichen Vorträgen, Diskussionen und Workshops wieder. Auf den ersten Blick manchmal mehr, manchmal weniger erkennbar. Was sich auf den Bühnen jedoch abspielte, wirkte so menschlich und ehrlich, wenn beispielsweise gegen Hatespeech und für Diversität geworben wird, oder Vorsicht, in Bezug auf die eigene Sicherheit im Netz, ein Thema bildet und Kommunikation und das Darknet beleuchtet werden. Aber auch die Offenheit für den Fortschritt und die Veränderung betont werden. Eben jene Taten, die nicht als Liebe gelten, durchaus aber einen Teil von ihr darstellen und das mit, durch und trotz der digitalen Medien. Ganz beschwingt verlassen die Massen den Saal nach der Veranstaltung, fast schon mit einem Lächeln auf den Lippen. Doch keine Sorge, das legen sie schnell ab. Es scheint, als ob ein jeder Besucher seinen Input erhalten und verinnerlicht hat, den allerdings nicht umsetzten kann. Denn in Bezug auf das Publikum bleibt mir statt „Love out Loud!“ eher „Bleib mir vom Leib!“ im Kopf hängen. Fast schon ironisch, dass eine der letzten Veranstaltung des dritten und somit finalen Messetages „die Kunst des Liebens“ behandelt. Felix Schwenzel beantwortet die Frage, wie Menschenfreundlichkeit wieder populärer werden könne, anhand eines Buches von Erich Fromm, der selbst als Humanist auch in Friedensbewegungen aktiv war. Und, wie das Werk durch die aktuellen Krisen leiten würde. Sein Fazit lautet, dass die digitale Welt eine willkommene Möglichkeit darbieten würde, vor uns selbst wegzulaufen. Dass wir uns eher von den Erlebnissen anderer berühren lassen, statt eigenes zu erleben. Dass wir versuchen sollten, freier zu denken und uns von gesellschaftlichen Zwängen lösen müssten: „Wir sind schon okay, da glaube ich fest dran, aber mit Ausschlägen nach oben und unten, nach rechts und links. Aber wir haben Potential.“

Die re:publica überzeugt und begeistert und lässt den vielen Gedanken, Projekten und Menschen eben jenen Raum, den sie benötigen. Würden wir all die Ideen und Ratschläge auch umsetzen,  wären die Menschen Teil einer besseren realen als auch digitalen  Gesellschaft.

Hier ein kurzes Video von jup!-Redakteur Kai über die re:publica!

 

"LOVE OUT LOUD" - Was passiert auf der re:publica?

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