Ratgeber

Am 25. Februar besuchte Hannah den zweiten Stammtisch für Inklusives Wohnen. Was sie bewegt, beeindruckt und geschockt hat, das erfahrt ihr hier!

VON HANNAH

 

Beim zweiten Stammtisch für Inklusives Wohnen im Stadtteilzentrum Teutoburger Platz traf ich auf Jasper (22) und Linus (17), die gemeinsam das Projekt Handicap Lexikon ins Leben gerufen haben. Mit der Website www.handicap-lexikon.de, den dazugehörigen Social-Media-Aktivitäten und regelmäßigen Workshops möchten sie Kontaktängste zu Menschen mit Behinderungen nehmen, indem sie über Behinderungen aufklären. Zusammen mit Katja Sengelmann von der Wajekama Stiftung haben sie zudem den Stammtisch Inklusives Wohnen gegründet.

Jasper und Linus sind beste Freunde und wünschen sich, eines Tages gemeinsam in einer WG in Berlin zu wohnen. Jetzt denkt ihr vielleicht: "Na das wird doch kein Problem sein." Oh doch, und was für eins…

 

Das Wohnungsproblem

Bei den steigenden Mieten und der Wohnungsknappheit in Berlin eine Wohnung zu finden, die gefällt und gleichzeitig barrierefrei ist, ist für Menschen mit Behinderung schon genug zeit- und nervenaufreibend. Wenn es dann aber noch nicht einmal möglich ist, mit seiner besten Freundin oder seinem besten Freund in eine WG zu ziehen, ist dies umso trauriger und einfach nur unfair! Das Land Berlin ermöglicht aber derzeit noch keine Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderung, sie sind lediglich auf stationäres Wohnen oder das Elternhaus angewiesen. In sogenannten "inklusiven Wohngemeinschaften" hingegen leben Menschen mit und Menschen ohne Behinderung zusammen unter einem Dach. Nur leider ist auch diese Wohnform noch nicht sehr stark in Deutschland etabliert. In Hamburg und München etwa gibt es diese Art von WGs schon vereinzelt, in Berlin aber noch nicht!

Um dem ein Zeichen zu setzen, fand letzten Monat wieder der Stammtisch für Inklusives Wohnen statt. Was mich sehr gefreut hat, war, dass so viele Leute an dem Stammtisch teilgenommen haben! Die meisten Teilnehmer*innen waren selbst Betroffene oder Eltern von Kindern mit Behinderung. Einzelne Geschichten, die ich von den Eltern oder ihren Kindern zu hören bekam, haben mich sehr berührt und beeindruckt.

 

Eine eigene Wohnung - ein ganz normaler Wunsch

Der 18-jährige Tony* z.B. hat eine geistige Behinderung und wohnt nun schon seit einem Jahr allein. Er war sich schon mit 14 Jahren sicher, dass er bald ausziehen möchte, auch wenn die Bindung zu seinen Eltern sehr groß ist. Nun wohnt er drei Stockwerke unter ihnen. Morgens kann er alleine aufstehen, sich anziehen und Frühstück machen. Manchmal geht er sogar zum Bäcker und fährt danach selbstständig zur Schule. Natürlich schaut seine Mutter jeden Tag mehrmals nach ihm und hilft bei allem, wo er noch Hilfe braucht. Trotzdem kann sie sehr stolz sein, was Tony schon alles alleine schafft!

Das stationäre Wohnen möchte sie ihrem Sohn nicht noch einmal antun. Dort gab es nur Streitigkeiten zwischen den Jugendlichen, die sich eine relativ kleine Wohnung teilen mussten, und eine heimische gemütliche Atmosphäre gab es auch nicht. Deshalb kämpfen Tony und seine Mutter, genau wie Jasper, Linus und viele andere junge Menschen mit Behinderung, für eine bessere, inklusive Wohnform in Berlin.

Natürlich soll dabei auf jede Person individuell eingegangen werden und Menschen, die auf eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung angewiesen sind, müssen diese auch weiterhin bekommen. Trotzdem sollten Menschen mit Behinderung in Berlin genauso in einer WG leben dürfen wie Menschen ohne Behinderung!

Wenn ihr der gleichen Meinung seid, schaut doch mal auf der Website www.handicap-lexikon.de vorbei oder besucht den nächsten Stammtisch in Berlin! Jasper und Linus freuen sich über jede Unterstützung und laden herzlich zu einem nächsten spannenden Workshop ein. Dieser wird organisiert von der Wajekama-Stiftung und WOHN:SINN.

 

Workshop Inklusive WGs – beleuchtet von 4 Seiten

Am 10. März wird sich alles um das inklusive Zusammenleben drehen: Tobias Polsfuß wohnt in einer inklusiven WG und hat die Plattform WOHN:SINN ins Leben gerufen. Christiane Strohecker ist Geschäftsführerin der Inklusiv Wohnen Köln e.V., einem noch ganz neuen Wohnprojekt. Zusammen leiten sie vier Workshops, die verschiedene Aspekte des inklusiven Wohnens beleuchten. Sie sind kompetent in vielen Fragen rund um Finanzierung, Zusammenleben und dem Weg zum Inklusiven Wohnen.

Für wen ist der Workshop gedacht?

Für alle, die überlegen, eine inklusive WG zu gründen, zum Beispiel:

  • Menschen mit einer sogenannten geistigen, körperlichen oder mehrfachen Behinderung. Gern mit Begleitung durch ein Elternteil oder eine Assistenz.
  • Engagierte Angehörige behinderter Menschen (z.B. gesetzliche Betreuer*innen)
  • Mitarbeiter*innen aus Leistungsanbietern der Behindertenhilfe, Wohnungsbaugenossenschaften oder anderen sozialen Organisationen
  • Menschen ohne Behinderung auf der Suche nach einer besonderen Wohnform

Inhalte:

  • Workshop 1: Was ist eine inklusive WG?
  • Workshop 2: Wie will ich wohnen?
  • Workshop 3: Das richtige Finanzierungsmodell wählen und Wohnraum finden
  • Workshop 4: Meine Rolle als Eltern in einer inklusiven WG

 

Sa. 10. März 2018
15:00 Uhr – 18:00 Uhr

Tagungshaus Alte Feuerwache
Axel-Springer-Str. 40-41 | 10969 Berlin-Kreuzberg

Anmeldung per Mail an sengelmann@wajekama-stiftung.de oder hier!

* Geänderter Name

Das LG Q6 ist verglichen mit den heutigen Smartphones eines der günstigen. Wie leistungsstark ist es wirklich und kann es überzeugen? Wir haben uns das Q6 mal angeschaut!

VON OLIVER MATTUTAT

 

Die Smartphones werden immer teuerer. Mit dem iPhone X durchbrach Apple die 1000€ Schallmauer. Aber muss es immer so viel Geld für ein Smartphone sein?
Mit einem Startpreis von 349€ startete das LG Q6 zwar im Mittelklasse-Segment. Jetzt gibt es das Smartphone schon für unter 200€, dabei ist es erst im Spätsommer 2017 erschienen.

 

Der erste Eindruck

Holt man das Gerät zum ersten Mal aus der Verpackung fällt einem sofort das riesige 5,5-Zoll-Display auf. Dies fällt besonders auf, weil es an den Seiten randlos ist. Nur oben und unten gibt es Ränder. Sonst sind es zu meist nur die Spitzenmodelle, die mit wenig Rand auf dem Markt kommen.
Einen Home-Button gibt es nicht. Ebenso wenig einen Fingerabdrucksensor. Dafür gibt es eine Gesichtserkennung, die recht gut funktioniert. Aber dazu später mehr.  So gut die Vorderseite auch aussieht, auf der Rückseite sieht man dem LG Q6 seinen Preis an. Denn der Rücken sieht weniger wertig aus.

Das Display ist auch aufgrund seiner Schärfe ein echter Hingucker. 2160 x 1080 Pixel tummeln sich auf dem 18:9 Display, das zudem abgerundet ist.

Neben dem älteren Micro-USB-Anschluss ist auch ein Audio-Klinkenausgang im Gerät verbaut. Der interne Speicher von 32 GB lässt sich problemlos mit einer microSD-Karte vergrößern – maximal um bis zu 2TB. Das Gerät wiegt nur 149 Gramm.

Neben dem Gerät findet man noch ein Ladekabel samt Adapter und Kopfhörer in der Verpackung. Die Kopfhörer wirken leider sehr billig.

 

Ausdauernder Akku

Mit 3.000 mAh hat LG sein Q6 kräftig ausgestattet. Und auch in unserem Test kommt man mit dem Akku gut über die Runden. So kann man mit dem Gerät, wenn man gut haushaltet, zwei Tage über die Runden kommen. Leider besitzt das Smartphone keine Schnelladefunktion. Dem entsprechend ist die Ladezeit auch recht lang.

 

Leistung eher Mittelmaß

Bei der Performance merkt man dem LG Q6 seine Preisklasse auch an. Mit seinem Namensvetter des Autobauers aus Ingolstadt ist er nicht zu vergleichen.
Verbaut ist ein Prozessor, der zur Einsteiger- beziehungsweise Mittelklasse gehört. Doch unter anderem die 3GB-Arbeitsspeicher helfen, dem Handy einen gewissen Schub zu geben. Man darf nicht zu viel erwarten, doch es läuft doch ganz solide.

 

 

Fossil mischt kräftig im Smartwatch-Geschäft mit. Wir haben uns eine Smartwatch der amerikanischen Firma mal genau angeschaut. Was kann die Fossil Q Explorist und was nicht?

VON OLIVER MATTUTAT

 

Viele Uhren der Firma Fossil sind schick, ebenso auch die Taschen, die sie herstellen. Doch sie haben auch ein paar schlaue Uhren, also Smartwatches, unter ihren normalen Uhren. Wir haben uns eine Herrenversion der Fossil Q, die Explorist, angeschaut und am Handgelenk getragen. Genauer gesagt haben wir die 3. Generation Probe getragen.

 

Ausgepackt

Beim ersten Auspacken der Uhr fällt sofort auf, wofür Fossil auch bekannt ist: Die Uhr sieht sehr hochwertig aus. Das Metallarmband passt wunderbar zum Gehäuse der Uhr. Wer nicht so auf Metall steht, für den gibt es die Uhr auch in anderen Armbandvarianten und außerdem lässt sich das Armband auch durch jedes beliebige 22mm-Armband ersetzen. Das macht die Uhr vielseitig. Neben der Uhr findet sich nicht allzu viel im Karton. Das Ladekabel, eine Anleitung und die Garantie-Karte. Das Besondere am Laden der Uhr ist, dass nicht eingesteckt werden muss. Sie lädt induktiv, indem man den Magneten des Ladekabels an die Rückseite des Uhrengehäuses anbringt. Schon beginnt der Akku zu laden. Mehr zum Akku gibt es in unserem Alltagstest. Das Gehäuse misst 46mm und is 12,5mm hoch. Fossil ruft selbst 279€ für die Uhr aus. Im Netz findet man sich schon unter 250€.

 

Touch me

Das Display ist scharf und stellt Farben super da. Es reagiert gut auf die Finger. Selbstverständlich lassen sich Fingerabdrücke bei Benutzung nicht verhindern. Da muss man dann ab und an das Display saubermachen. Doch das gelingt problemlos. An der rechten Seite des Gehäuses sind drei Knöpfe. Der obere und untere lassen sich mit Apps belegen. Der mittlere ist eine Art Multifunktionsbutton. Mit ihm lässt sich die Uhr ein- beziehungsweise ausschalten. Darüberhinaus „weckt“ man die Uhr damit auf und ruft das App-Menü auf. Dazu kommt man beim Drücken des mittleren Buttons immer wieder zurück zum Zifferblatt. Eine weitere nützliche Funktion ist, dass man durch das Drehen des Knopfs scrollen kann. Das erleichtert die Navigation im Menü. Zusätzlich könnte man auch eine Bewegungssteuerung einstellen. Durch Bewegungen des Handgelenks lässt sich dann unter anderem hoch und runter scrollen.

 

Im Herzen Android

Die Uhr funktioniert mit dem Betriebssystem Android Wear 2.0. Insgesamt lässt sich auch sagen, dass sie besser mit einem Android-Smartphone als mit einem iPhone genutzt werden sollte. Denn einige Feature funktionieren nur im Zusammenspiel von Android und Android richtig gut.
Das Betriebssystem funktioniert gut. Es gibt unzählige Apps und auch neue Zifferblätter lassen sich problemlos runterladen. Diese kann man im Nachgang auch nach seinen Vorstellungen bearbeiten. Die Fossil Q synchronisiert sich automatisch mit dem Smartphone. So hat man alle seine Aktivitäten und Benachrichtigungen auch auf der Uhr. So bekommt man Anrufe, Nachrichten oder Benachrichtigungen von Apps aufs Handgelenk. Im Gegensatz zu anderen Uhren lässt sich auch auf Nachrichten bei zum Beispiel WhatsApp antworten. Entweder mit vorgefertigten Antworten oder auf der Tastatur der Uhr. Zugegeben: Für Leute mit großen Fingern ist das eher nichts. Für die wird das Tippen nämlich zur Qual. Denn die richtigen Buchstaben zu treffen, erweist sich nicht immer so einfach. Außerdem kann man auch die Musik auf dem Smartphone steuern und es lässt sich telefonieren. Wie das funktioniert, sagen wir euch im Alltagstest. Eingebaut ist auch ein Lautsprecher, der Klingeltöne oder Wecksignale wiedergibt.

 

 

„Auf Augenhöhe – Berlin gegen Gewalt“ ist ein jup!-Themen-Spezial und wird von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt (LkBgG) gefördert. 

Hier findet ihr Videos, Infos und Diskussionen rund ums Thema Gewaltprävention.In diesem Jahr könnt ihr euch auf Dossiers zu den folgenden Themenschwerpunkte freuen: Cyberstalking, Linke Gewalt, Islamismus, Gewalt gegen Staatsbedienstete und abschließend zu rechter Gewalt. Im Rahmen dieser Themenschwerpunkte gibt es für euch Gesprächsrunden (inkl. Livestreams),  informative Videos, Interviews und Informationsdossiers.

Die nächste Diskussionsveranstaltung (Thema: Cyberstalking) findet am 22. März im Metronom in Reinickendorf statt! Hier gehts zur Anmeldung.

Anmeldung "Auf Augenhöhe" | Jup!

Mit dem Swift 1 von der Firma Acer macht das Arbeiten und Surfen Spaß. Nur bei etwas aufwendigeren Anwendungen stößt es an seine Grenzen. Wir haben es getestet.

VON OLIVER MATTUTAT

 

Laptops gibt es viele. Es gibt sie in allen möglichen Größen, Ausstattungen und von verschiedensten Firmen. Das ACER SWIFT 1 gehört zu der mobilen Sorte mit guter Ausstattung. Mehrere Wochen haben wir es auf Herz und Nieren überprüft.

 

Die harten Fakten

Das Acer Swift 1 hat einen 13 Zoll großen Monitor, der mit voller HD-Auflösung daherkommt. Dazu hat es 4 GB Arbeitsspeicher und eine schnelle 256 GB große SSD an Bord. Der Prozessor ist ein 1,1GHz Quad Core Prozessor, der den nötigen Schwung mitbringt. Acer ruft für das Modell 599€ aus. Im Internet gibt es den Laptop auch ein wenig günstiger.

 

Gestochen scharfes Display

Wenn man das Gerät startet fällt sofort das gute Display auf. Das mit 1920 x 1080 Pixeln auflösende Display stellt Bilder gestochen scharf dar. Der Kontrast ist gut. So macht auch das schauen von Videos viel Spaß.

Genau die richtigen Anschlüsse

Obwohl das Swift 1 ziemlich schlank ist, hat es eine Reihe von Anschlüssen. So finden sich neben dem Klinkenausgang, dem SD-Kartenleser auch vier USB-Anschlüsse. Einer davon ist ein USB 2.0-Anschluss, die zwei weiteren sind USB 3.0-Anschlüsse und der letzte einer der neuen USB-C-Anschlüssen. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenzprodukten hat Acer sogar einen HDMI-Ausgang verbaut. Bei den Anschlüssen gibt es so überhaupt Nichts zu meckern.

"Behindert, ja und?" - Linus und Jasper haben beide von Geburt an Cerebralparese. Gemeinsam haben sie die Webseite Handicap Lexikon ins Leben gerufen, um Menschen über verschiedene Handicaps zu informieren. Exklusiv für jup! Berlin geben sie uns einen Einblick in ihren Alltag, indem sie vom 1.12.2017. bis zum 5.12.2017 den jup! Instagram und jup! Twitter-Account übernehmen! Also, schaut vorbei, verfolgt ihre Posts und schickt ihnen Fragen! Jasper und Linus beantworten sie gern!

Der Aktionszeitraum ist nicht zufällig gewählt: Der 3. Dezember ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen und am 4. Dezember feiert Handicap Lexikon Geburtstag.

Vorab hat die jup! Redaktion die beiden schon mal mit Fragen gelöchert. Die spannenden Antworten findet ihr in den beiden Interviews unten. Außerdem haben wir Jasper und Linus bereits im Somemr auf der YOU Messe getroffen und mit ihnen ein Video-Interview über ihr Projekt Handicap Lexikon geführt. Ihr wollt mehr über die beiden wissen? Dann lest die Blogbeiträge der beiden, die wir auf jup! zweitveröffentlichen.

Mehr Infos zum Handicap Lexikon und zu den Interview-Bögen, die ihr dort ausfüllen könnt, gibt es selbstverständlich auf handicap-lexikon.de.

Außerdem könnt ihr Handicap Lexikon auf Facebook, Twitter und YouTube folgen!

 

„Willst du ihnen helfen, dann erinner‘ sie an ihre Worte: 'Manchmal helfen Schellen!'“ lautet die Hook aus dem Track „Schellen“ von Audio88 und Yassin. In ihrem Track geht es um platte, rechtspopulistische Aussagen des Alltags.
Ein jeder hat die dort zitierten Aussagen schon einmal gehört. Neben etlichen auf Rassismus aufgebauten menschenfeindlichen Aussagen geht es in einem Part um sexuelle Belästigung in einer Bar, Kneipe oder einem Club, wo auch immer sexuelle Belästigung stattfinden kann. Ich zitiere:

 

„Lächel doch mal, ich geb‘ dir auch einen aus. Wenn du nicht wegen Männern hier bist, dann zeig nicht so viel Haut. Viel Spaß auf dei‘m Heimweg! (Schlampe) Ich bin bestimmt nicht der letzte, der deinen Ausschnitt falsch versteht!

[…]

Bevor man etwas Dummes tut, muss man dumm denken, unter ihrem Aluhut sind sie auch sowas wie Menschen. Willst du ihnen helfen, dann erinner‘ sie an ihre Worte: ‚Manchmal helfen Schellen‘!“

 

Nehmen wir nun einmal das angegebene Zitat auseinander. Der erste Satz baut auf dem gesellschaftlichen Bild der süßen kleinen und schwachen Frau auf, die gefälligst süß und zerbrechlich auszusehen hat. Als Gegenleistung dafür hat sie dann auch einen Drink verdient. „Hübsches“ Aussehen als Gegenleistung für Drinks? Dieses Bild von Frauen, auch bei Frauen, dürfte wahrscheinlich keine Seltenheit sein. Sexuelle Belästigung ist alltäglich, entgegen jener rechtspopulistischen Meinung ist es weder ein Nah-Ost- oder ein muslimisches Problem. Sexuelle Belästigung/Nötigung sowie Vergewaltigung, juristisch eine fortgeschrittenere  Stufe der sexuellen Nötigung, ist ein Teil unserer Gesellschaft, den es solidarisch zu bekämpfen gilt. Dazu später mehr.

Auch der Subtext des zweiten Satzes dürfte den meisten nicht fremd sein: „Ziehst du dich so aufreizend an, bist du doch selbst schuld, wenn dir jemand etwas antut!“ Diese Ansicht ist weiter verbreitet, als man glauben mag. Vielmehr ist das Bild der aufreizend angezogenen Frau, die Sex will, denn ansonsten würde sie sich so nicht anziehen, in der Gesellschaft sehr tief verankert. Nicht nur, dass es eben nicht der Fall ist, schiebt man mit solchen Aussagen die Schuld ebenfalls den Opfern zu. Man behauptet, sie hätte sich mit ihrem Outfit dazu entschieden, eine Belästigung oder Vergewaltigung in Kauf zu nehmen.