Hilfe

Partner*innen und Unterstützer*innen können euer Projekt bekanntmachen und helfen, eure Ziele zu erreichen. Es gibt es immer eine Schule oder Jugendeinrichtung, die euch kostenlos einen Raum zur Verfügung stellen kann, eine Jugendorganisation, die für euch berät oder Flyer verschickt, einen Sportverein, der Materialien verleiht usw.

Bevor ihr potenzielle Partner*innen kontaktiert, solltet Ihr überlegen, welche Unterstützung ihr genau braucht. Was haben wir schon? Was brauchen wir noch? So könnt Ihr Unterstützer*innen gezielter ansprechen. Dann sind Partner*innen eher bereit, euch zu unterstützen.

 

In welchen Bereichen könnten mögliche Partner*innen das Projekt unterstützen?

  • Projektbegleitung
  • Vernetzung mit anderen Partner*innen
  • Gelder / Finanzierung
  • Materialien, Gerätschaften
  • Know-How, Wissen, Erfahrung
  • Buchhaltung
  • Räume
  • Erstellung und Versand von Materialien
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Veröffentlichung von Infos rund um euer Projekt

 

An diese Organisationen/Programme/Initiativen könnt ihr euch wenden:

Jugend-Demokratiefonds – STARK gemacht! Jugend nimmt Einfluss

Der Jugend-Demokratiefonds (JDF) Berlin ist ein Beitrag, um demokratische Strukturen, Partizipation und die Arbeit gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Berlin weiter auszubauen. Er soll zu neuen Projektideen und Projekten ermutigen und sie unterstützen. Ein großer Bereich des JDF sind die Jugendjurys. Jugendjury, das bedeutet, dass junge Menschen die Entscheidungen fällen, die sie selbst betreffen und so aktiv ihre Gegenwart gestalten. Ideen von Jugendlichen zur Gestaltung ihres Umfelds und Lebens werden in den Jugendjurys diskutiert und finanziell gefördert. Neben den Bezirksjugendjurys gibt es auch eine berlinweite Jury. Während die bezirklichen Jurys für kleinere Projekte mit Kiezbezug zuständig sind, werden in der berlinweiten Jury bezirksübergreifende Ideen gefördert.
 
 

Kinder- und Jugendbeteiligungsbüros

In den Bezirken unterstützen die KJBBs alle jungen Menschen, die Veränderung selbst in die Hand nehmen möchten und stehen für Multiplikator*innen als Ansprechpartner zur Verfügung. Die Büros helfen mit ihrer Arbeit die Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen umzusetzen und zu stärken.
 
 

Servicestelle Jugendbeteiligung e.V.

Seit 2001 fungiert die SJB bundesweit als Informations- und Vernetzungsquelle für die Emanzipation junger Menschen. Sie macht Engagement sichtbar und bietet eigene Qualifizierungsangebote zu den Schwerpunkten Inklusion, Partizipation im digitalen und schulischen Raum sowie Demokratieförderung. Zur Förderung professioneller, unabhängiger Jugendarbeit steht die SJB auch erwachsenen Ehrenamtlichen mit Rat und Tat zur Seite.
 
 

Drehscheibe Kinder- und Jugendpolitik (Stiftung SPI)

Die Drehscheibe Kinder- und Jugendpolitik Berlin ist die Koordinierungsstelle für die Beteiligung junger Menschen in Berlin. Sie vernetzt, qualifiziert und befördert die Verankerung von Kinder- und Jugendinteressen und Partizipation auf Bezirks- und Landesebene.
 
 

Landesvereinigung Kulturelle Bildung Berlin e.V.

Die LKJ sichert und fördert die Verknüpfung verschiedener kultureller Bereiche wie Musik, Theater, Spiel, Tanz, Bildende Kunst, Film, Literatur und Neue Medien. Die LKJ fördert und unterstützt neue Projekte der kulturellen Kinder- und Jugendbildung zu aktuellen Themen und ist Ansprechpartnerin für Kulturprojekte. Unter anderem betreuen sie das neue Förderprogramm jugend.sprungbrett.kultur.

www.lkj-berlin.de

 

Die Medienkompetenzzentren

Ziel des Berliner Landesprogramms jugendnetz-berlin ist die Förderung von Kindern und Jugendlichen für einen selbstbestimmten, kreativen und verantwortungsvollen Umgang mit Medien – eine wichtige Voraussetzung, um sich im Digitalen im demokratischen Sinne zu beteiligen. In allen zwölf Berliner Bezirken entwickeln, vernetzen und unterstützen Medienkompetenzzentren medienpädagogische Angebote.
 
 

Kinder- und Jugendparlamente

In zwei Berliner Bezirken (Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg) nehmt regelmäßig ihr auf den Stühlen der Bezirksgremien Platz. Durch demokratische Wahlen wird das Kinder- und Jugendparlament gebildet und die in Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen verfassten Anträge werden in die jeweilige Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingebracht.
 
 

U18-Wahl

Bei den U18-Wahlen haben alle unter 18 Jahren die Möglichkeit, über die politische Zukunft Deutschlands abzustimmen und sich dabei mit dem demokratischen Wahlgeschehen vertraut zu machen.
 
 

Schüler*innenvertretung

Über die SV könnt ihr den Schulalltag aktiv mitbestimmen und so Wünsche und Forderungen in verschiedenen Gremien einbringen.
 
 

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie

www.berlin.de/sen/bjf

Kennt ihr schon Kolumbus News – die Schüler*innenzeitung der Reinickendorfer Kolumbus-Grundschule! Gemeinsam mit jup! und Journalistin Corinna von Bodisco machten sich die Reporter*innen mit Mikro, Aufnahmegerät und vielen Fragen auf den Weg. Ihr Ziel sind die Läden mit den Stickern der 3 Männchen, die sogenannten Notinseln. In einem Schulprojekt hatten ihre Mitschüler*innen diese Orte, die Kindern in einer Notsituation als Zuflucht dienen, gesucht und gefunden.

Kommt mit auf die Kieztour und hört, was die Reporter*innen über die Notinseln herausgefunden haben:

 

Ort: Biosphäre Naturkost, Alt-Reinickendorf 6

Reporter*innen: Zheko, Tahim, Kemal

Ort: Herbstcenter (Parma Land)

Reporter*innen: Ana, Isabell, Lamija

Ort: Easy Apotheke, Residenzstraße 33

Reporter*innen: Pharell, Daniel, Taniel

 

 

Die Radikalisierung von Jugendlichen ist ein bundesweites Problem, denn immer mehr junge Menschen wenden sich vor allem rechtsextremen oder islamistischen Gruppierungen zu.

In unserem Info-Dossier beleuchten wir den Begriff „Radikalisierung“, häufige Verläufe und potenzielle Gründe einer Radikalisierung. Zudem haben wir für euch auch mögliche Anzeichen einer Radikalisierung und entsprechende Ansprechpartner*innen zusammengestellt.

-> Hier geht‘s zum Livestream unserer Podiumsveranstaltung vom 29.08 im Kreuzberger Dütti-Treff.

Dieses Themen-Spezial ist Teil der Gewaltpräventionsreihe „Auf Augenhöhe – Berlin gegen Gewalt“ und wird von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt (LkBgG) gefördert.  

Letzten Mittwoch war jup! gedruckt! zu Gast bei der Schüler*innenzeitungsredaktion Kolumbus News an der Kolumbus Grundschule in Reinickendorf!

Workshopleiterin Corinna von Bodisco erklärte, wie man mit Aufnahmegerät und Mikro arbeitet und dann schwärmten die Teilnehmer*innen als Kiezreporter*innen aus. Thema der Recherche waren die Notinseln, die eine Projektgruppe in den Straßen rund um die Schule akquiriert hatte. Was das genau ist, eine Notinsel, und warum sie so wichtig sind, hört ihr schon bald auf jup.berlin in den Audio-Beiträgen der Schüler und Schülerinnen. Seid gespannt!

Mental Health ist kein einfaches Thema, beschäftigt viele von uns aber ununterbrochen. Sei es, weil wir mal wieder nicht wissen, wo uns der Kopf steht oder wie wir mit uns und unseren Gefühlen umgehen sollen oder auch, weil sich uns nahestehende Menschen mit ihren Problemen und Gedanken an uns wenden.

Kein Wunder, dass so viele Gefühle auch mal überfordern – gerade uns Jugendliche. Und weil dieses Thema für uns so wichtig ist, gab es auch auf der diesjährigen TINCON in Berlin viel Raum für Austausch.

 

Moderiert von Jans  widmeten sich Maria Popov  und Nate  am zweiten Tag der Teenage Internetwork Convention der Frage: „Wie spricht man über Mental Health?“, erzählten von ihren Erfahrungen und teilten ihre Ratschläge mit den Jugendlichen, die es sich in der FUNK-Lounge gemütlich gemacht hatten.

Hier wurde allerdings nicht nur zugehört: Im Anschluss an die Podiumsdiskussion ergriffen viele die Chance bzw. das legendäre Wurf-Würfel-Mikrofon, um ihre Gefühle mit allen zu teilen und die drei Experten und Expertinnen um Rat zu fragen.

 

Aber wie redet man denn nun über Mental Health?

Aus 60 Minuten ehrlichem und bemerkenswert offenen TINCON-Talk in der Funk-Lounge habe ich drei wichtige Punkte mitgenommen, die Dir vielleicht helfen können, wenn Du mal nicht mehr weiter weißt.

 

1. Raus mit den Gedanken!

Es kann immer sein, dass man sich nicht gut fühlt. Das liegt am Wetter, an der anstehenden Arbeit, am Stress mit der Familie oder den Freunden und ist vor allem: GANZ NORMAL.

Manchmal verlangt das Leben einfach mehr, als man eigentlich leisten kann und schon holt einen ein ungutes Gefühl ein und verdunkelt die Stimmung. Im besten Fall verflüchtigt sich dieses Gefühl von allein, aber wenn dem mal nicht so sein sollte, dann solltest Du Dich anderen mitteilen. Es bringt nichts, all die unguten Gedanken bei sich zu behalten und sich immer mehr zurückzuziehen. Teil Dich mit und fang an, mit jemandem über das zu reden, was Dich umtreibt. Gedanken zuzulassen und Raum zu geben und eben zu akzeptieren, dass es einem schlecht geht, ist ein wichtiger Schritt und kann manchmal schon Wunder bewirken.

 

2. Such Dir Vertrauenspersonen!

Ich sage Dir zwar, dass Du mit jemandem reden solltest, aber mit wem denn bloß?

Freunde und Familie zu involvieren ist immer mein erster Rat. Auch Vertrauenslehrer*innenn oder dem Lehrer oder der Lehrerin, dem oder der man vertraut, hilft es, sich mitzuteilen. So kann sich Dein Umfeld im besten Fall sogar darauf einstellen, wie es Dir gerade geht. Das sind schließlich die Menschen, die Dich gut kennen und sicher den einen oder anderen Rat für Dich haben oder Dir dabei helfen können, die Perspektive zu wechseln.

Allerdings kann es manchmal sein, dass man jemanden braucht, der gar nichts mit der Situation zu tun hat, in der man sich gerade befindet. Hier kann es sinnvoll sein, sich Hilfe von außen zu suchen.

GANZ WICHTIG: Kein Problem ist zu klein, um es anzusprechen. Oft höre ich, dass einige Angst haben, etwas anzusprechen, weil es ihnen zu irrelevant erscheint. Auch dass es anderen schlechter geht oder gehen könnte, ist kein Argument! Du bist wichtig und jedes Problem, dass Dich belastet, ist ein Problem zu viel.

Sorgentelefone, Online-Beratungen, Krisendienste und Co. sind für jede*n da. Mindestens dort haben sie immer ein offenes Ohr für Deine Anliegen. Gemeinsam könnt ihr Euch überlegen, was Du brauchst und wie ihr das Problem angehen wollt. Vielleicht reicht ein Gespräch, vielleicht begleiten sie Dich über den „kritischen“ Zeitraum hinweg, vielleicht brauchst Du aber auch mehr als temporäre Hilfe. Und hier komme ich schon zu meinem letzten Punkt.

 

3. Nimm Hilfe an!

Hilfe ist da, um sie anzunehmen. Es gibt, gerade in großen Städten wie Berlin, unheimlich viele Hilfsangebote. Das kann die Beratung, Nothilfe, Therapiegruppen, etc. sein. Welche Angebote es in Berlin gibt, haben wir auf unserer Seite Rat & Hilfe schon einmal zusammengesucht.

Aus Erfahrung weiß ich, dass man aus einigen Problemen allein einfach nicht mehr rauskommt, aber genau in solchen scheinbar ausweglosen Situationen kommen all die guten Hilfsangebote ins Spiel. Nicht ohne Grund gibt es ausgebildete Menschen, die Dir dabei helfen können, Deine Gedanken zu ordnen oder Dir Antworten auf Fragen zu geben, die Du alleine nicht finden kannst. Sie kennen sich aus und sind geübt darin, Lösungen zu finden, die Dir in schwierigen Zeiten helfen.

Hab also keine Angst davor, Dir Hilfe zu suchen und diese anzunehmen! Jedes ungute Gefühl ist es Wert, besprochen zu werden. Es ist wichtig, dass Du Dir die Zeit für Dich nimmst. Hab nicht den Anspruch, alles immer selbst wieder in den Griff zu bekommen, denn das musst Du nicht und manchmal ist das auch einfach nicht allein möglich.

Es ist auch kein Problem, Dir jemanden mitzunehmen, der Dich bei den ersten Schritten begleitet und Dich dabei unterstützt, das richtige für Deine Situation zu finden.

 

Du bist nicht allein.

Du kannst Dir sicher sein, dass Du nicht allein mit Deinen Problemen bist. Es gibt sehr viele Menschen, die ähnlich fühlen und mit denen sich deshalb der Austausch lohnt. Es kann sehr gut tun, Leuten zu begegnen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und vielleicht schon Strategien mir Dir teilen können, die ihnen geholfen haben.

Dass es sich lohnt, offen über Probleme zu reden, hat auch die TINCON-Session in der Funk-Lounge gezeigt. Sowohl die mutigen Fragenstellenden als auch die stillen Zuhörer*innen konnten aus diesen 60 Minuten viel für sich mitnehmen. Allein zu wissen, dass es nicht ungewöhnlich ist, wenn man mal zweifelt oder man auf der Suche nach seinem Platz in der Welt ist, tut der Seele gut.

Abschließend will ich nur sagen: Niemand sollte sich unwohl fühlen. Niemand muss es ertragen, schlecht behandelt zu werden. Krisen gehören zum Leben dazu, aber es ist möglich, aus jedem Tief wieder gestärkt hervorzugehen.

Man muss nur den Mut haben, sich Hilfe zu suchen und diese anzunehmen - Es lohnt sich!

 

VON MAREIKE

Am diesjährigen Boys'Day probiert sich Florian als Medienpädagoge aus und trifft auf Schülerinnen, die sich am Girls'Day als Feuerwehrfrauen ausprobieren.

Viele gleichzeitige Experimente also und dann noch ganz viele interessante Informationen zum Brandschutz. Das Ergebnis dieses Tages auf der Feuerwache Buckow könnt ihr hier in Florians Bericht über den Tag lesen und im Video sehen. Viel Spaß

 

Medienpädagoge bei jup!

Für den Boys‘Day habe ich mich bei jup.Berlin als Medienpädagoge/in beworben. Mein Tag als Medienpädagoge hatte viel mit Kameras und Perspektiven zu tun gehabt, da ich nicht wie bei vielen anderen Angeboten in einem Büro saß, sondern den ganzen "Arbeitstag" draußen gefilmt habe. Das Ganze mit Begleitung. Zu Drehen gab es an diesem Tag den gleichzeitig laufenden Girls‘Day. Das fand in der Bukower Feuerwache in Neukölln statt. Als Medienpädagoge hat man einen gewissen Grad Anspannung ständig, da dauernd Sachen passieren, auf die man reagieren könnte. Das war mir teilweise ein wenig zu viel. Da war dann doch der "Kasten" nicht bereit zu Filmen. Und so zieht das ein oder andere Interessante uneingefangen an einem vorbei. Außerdem ist das Equipment ein wenig schwerer als erst erwartet aber auch das war nicht tragisch.

Medienpädagoge ist ein Beruf indem man viel machen und erleben kann jedoch ist das nichts für mich. Spaß machen tut es trotzdem. Gerne wieder.

Florian

In meinem Leben gibt es, wie bei allen anderen Leben auch, Momente des Unwohlseins.

Durch meine zufällige Kollektivzugehörigkeit, durch die entsprechende Ausstattung mit Eierstöcken, Vulva und Klitoris scheine ich, solche Momente gar anzuziehen.

Wer schon immer den besonderen Kick einer Angstsituation am Abend in öffentlichen Nahverkehrsmitteln gesucht hat, der braucht nur wie ein weiblicher Fahrgast aufzutreten und voilà, der schmierige Typ, der euch schon die halbe Strecke frivol zulächelt, sieht seine Chance gekommen, um euch zum Beispiel anzufassen. Spielerrein solcher Art, bedeuten für den Aggressor, eine Hülle und Fülle an sexualisierter psychischer und physischer Gewalt. Ein kurzer Rock, rote Lippen oder auch ein tiefer Ausschnitt lassen dabei sogar zu, dass ihr am Ende der Aktion die Schuld selber tragen dürft.

Lustigerweise obendrein, von Personen, die euch a) nicht zur Hilfe eilten, aber alles mit ansahen, b) die Meinung vertreten, dass Frauen das wollen, weil sie sich ja extra deshalb in Schale werfen oder c) einfach mal mit euch flirten wollten und ihr das natürlich zu "eng" seht, haha.

So einen Moment gab es erst kürzlich bei mir wieder. Beim Versuch ihn logisch, das heißt chronologisch zu rekonstruieren, scheitere ich unaufhörlich bei den Fragen: "Warum ist MIR das passiert?" und "Hätte ich es vermeiden, verhüten, unterbinden können?".

Die Tatsache, dass ich den Tathergang als solchen skizzieren möchte, impliziert, dass es laut meinem Verständnis zu einer Tat gegen meine Person gekommen ist. Diese Tat verletzte meine freie Integrität als Individuum und wertete mich in einer massiven Art und Weise herab, die ich nicht mal dem Täter selber wünsche. Dass auch Nachwirkungen dadurch mit sich gezogen wurden, ich also seit dem noch mehr Angst verspüre als ohnehin notwendig wäre, möchte ich an dieser Stelle ergänzen.

Alles spielte sich auf meinem müden Nachhauseweg ab. Ich war mit Freundinnen irgendwo etwas trinken, nicht be-trinken, nur ein bisschen am Glas nippen-trinken. Die Uhrzeit nicht zu spät, nicht zu früh, wobei solche Einschätzungen in einer "Stadt die niemals schläft" schwierig ausfallen können. Mein Outfit, falls das eine Rolle spielt, schlicht und erogene Teile bedeckend, schützte mich nicht davor, vom fremden Mann (Glatze, ca. 40 Jahre alt und miefend nach Alkohol) bespuckt zu werden. Als ich bei der U9 umstieg, bemerkte ich ihn gar nicht.

Der ARD- Film ,,Ich gehöre ihm“ zeigt die gefährliche Masche der sogenannten ,,Loverboys“.

 

VON KATHARINA

 

Verschiedene Tageszeitungen wie taz, Süddeutsche, Berliner Zeitung und auch die Frankfurter Allgemeine berichteten über den ARD-Film ,,Ich gehöre ihm“. Selber habe ich mir den Film jetzt auch angeschaut. Gleich mal zuallererst: Es ist ein Film, der auf wahren Begebenheiten beruht und sehr emotional fesselt.

Caro, eine junge 15-Jährige, gespielt von Anna Bachmann, befindet sich gerade in einer unsicheren Phase. Wie fast jede/r Jugendliche. Eigentlich läuft soweit alles gut in ihrem Leben, sie schreibt gute Noten, wird zur Kapitänin ihres Basketballteams ernannt und hat eine gute Freundin. Dennoch hadert sie mit sich und teilt ihrer Freundin den Frust mit, dass ihr Schwarm sie nicht beachtet. Genau in dem Moment taucht Cem, ein hübscher 19-Jähriger (Samy Abdel Fattah) an deren Tisch auf.

Er schaut sie lange an, macht ihr Komplimente und Caros Freundin schubst sie regelrecht in sein schickes Auto. Bereits da hätten sie stutzig werden müssen, wie kann sich ein 19-Jähriger ein so teures Auto leisten?

Cem, der Caro zum ersten Mal sieht, gibt ihr das Gefühl, etwas ganz Besonderes zu sein und zeigt ihr ein Lied, ,,bei dem er an sie hätte denken müssen“.

Überflutet von so viel Zuneigung fühlt sich Caro zu ihm hingezogen. Ihre Eltern wissen noch nichts von ihrem vermeintlichen ,,Freund“. Cem macht ihr teure Geschenke, ein Armband, ein neues Iphone, damit ,,sie ihn rund um die Uhr erreichen kann“. Dies ist alles geschickt gesetztes Kalkül, denn Cems einziges Ziel ist, Caro für sich gefügig zu machen.

Durchgängig nennt er sie mehrmals ,,Prinzessin“, er setzt geschickt seinen Charme ein und spielt gekonnt mit Caros Gefühlen. Dann kommt die furchtbare Wende:

Beide befinden sich in einer großen Wohnung, die Cem angeblich für sie beiden gekauft hat. Caro versucht noch zaghaft zu erwidern, dass er so etwas nicht tun müsse.

Dennoch geht Cem nicht darauf ein, sie schlafen miteinander und er zwingt sie mit seinen ,,Freunden“ zu schlafen, die bald darauf in der Tür stehen.
Cem zeigt vorgetäuschte Reue und meint, dass er viele Schulden habe, und dass sie ihm bitte helfen solle. Nach und nach wird sie in die Prostitution getrieben, und sie landet abends auf dem Strich.

Scham spielt in dem Film eine große Rolle. Caro verändert sich vom Wesen her, sieht ihre Eltern als Aliens, ihre Freundin stößt sie von sich weg. Sie behält alles für sich, duscht lange, wird zunehmend trauriger und dennoch fühlt sie sich immer noch zu Cem hingezogen. Wie eine Droge, von der sie nicht loskommt. Cem verlangt von ihr, dass sie trotzdem in der Schule gut bleibt, Basketball spielt, damit ja keiner Verdacht schöpft.

Wie zu erwarten, tritt aber das Gegenteil ein: ihre Noten verschlechtern sich, aus dem Team wird sie suspendiert. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt sei gegen sie und flüchtet sich immer wieder zu Cem. Eines Tages verschwindet sie ganz, ihre Eltern sind verzweifelt und schalten die Polizei ein.

Das Schlimme daran ist, dass alles in dem Film auf wahren Begebenheiten beruht. Solche Typen, die wie Cem handeln, nennt man ,,Loverboys“. In Deutschland gab es mehrere Fälle, die auch vor Gericht kamen. Es ist ein kriminelles Geschäft, bei dem die Täter mit den Gefühlen der Mädchen und jungen Frauen im Alter von 11 bis 20 Jahren, manchmal auch älter, spielen, um sie dann zur Prostitution zu treiben.

 

Hier könnt ihr euch täglich ab 20 Uhr den Film in der ARD Mediathek anschauen!

 

Weitere Infos zu dem Thema findet ihr u.a. hier:

http://www.no-loverboys.de/aktuelles/aufklaerungsspot/

http://www.no-loverboys.de/loverboys/ist-mein-freund-ein-loverboy/

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