Politik

Ein Beitrag von Abdu Baack
3 Tage war Abdu in Paris auf den Spuren der Terroranschläge vergangenen Jahres unterwegs, die er damals live miterlebte. Hier zeigt er Fotos und berichtet von seinen Eindrücken. Seinen Bericht von Tag 1 findet ihr hier.

8:30 Uhr am 15. November geht es los. Zuerst kurz zum Bäcker auf einen Café Crème und ein Croissant. Danach weiter zum Place de la République. Dort treffen wir uns mit Diana. Das Wetter ist unangenehm. Bewölkt und ab und zu nieselt es. Passt aber ganz gut zum Tag und zur Stimmung.

Zuerst geht es zum Bataclan. Die Trauerveranstaltung hat noch nicht begonnen, es herrscht Trubel. Die zahlreichen Journalisten werden auf Sprengstoff untersucht. Ein sehr süßer Sprengstoffhund schnüffelt die Kameras und Stative der Journalisten ab. Aus Respekt vor den Opfern, Zeugen und Hinterbliebenen soll am Haupteingang nicht fotografiert werden, woran sich alle halten.

Von der anderen Seite der Absperrung versuchen wir, die Ankunft von Hollande und weiteren wichtigen französischen Politikern zu beobachten und gegebenenfalls zu fotografieren. Einige Leute stehen auf den Bürgersteigen, um die Ankunft zu beobachten. Einige - in meinem Empfinden zu wenige - Polizisten sichern die Straße. Dann kommen die Politiker, es geht alles ziemlich schnell und schwupps sind sie im abgesperrten Bereich. Nach der langen Zeit in Regen und Kälte brauchen wir erst einmal einen Kaffee.

Anschließend beschließen wir, zum Stade de France, zum Fußballstadion, weiterzuziehen. Ich bin gespannt, wie es sein wird, wieder dort zu sein. Wie gut kann ich mich noch an das Stadion erinnern? Was wird mir dieser Ort eventuell ins Gedächtnis rufen? Wird am Stadion etwas los sein?

3 Tage war Abdu in Paris auf den Spuren der Terroranschläge vergangenen Jahres unterwegs. Hier zeigt er Fotos und berichtet von seinen Eindrücken.

Morgen geht es los nach Paris. Warum, wieso, weshalb erfahrt ihr hier!

 

Ein Beitrag von Abdu Baack 

 

Am 03.09.2017 fand die öffentliche Kundgebung von Pulse of Europe am Gendarmenmarkt statt.

VON KATHARINA

Direkt vor dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt hat sich gegen 14 Uhr eine Menschenmenge gebildet, die nach und nach größer wird. Es werden Europa- Fahnen verteilt und die Zuschauer schwenken diese durch die Luft. Ein blaues Farbenmeer entsteht.

Vorne auf der Konzerttreppe steht eine kleine Bühne, wo Reden gehalten werden.

Alle Reden haben die Kernaussage, dass wir Bürger für ein friedliches, gerechtes Europa einstehen sollen und auf alle Fälle wählen gehen sollen! Die Bundestageswahl 2017 spielt am heutigen Tag eine wichtige Rolle. Denn im eigentlichen Wahl-O-Mat werden so gut wie gar keine Fragen zu Europa gestellt.

,,Pulse of Europe“ hat deshalb ein ,,EUROMAT“ erstellt.

Die Fragen, die ihr im EUROMAT sehen werdet, wurden auch den Parteien CDU/CSU, Bündnis90/ Die Grünen, DIE LINKE, SPD und FDP gestellt. Im EUROMAT könnt ihr so überprüfen, welche Partei eher eure Einstellung zu Europa vertritt.

Den EUROMAT stellen die Mitglieder von ,,Pulse of Europe“ auch am Gendarmenmarkt anschaulich vor. Fünf Personen von ,,Pulse of Europe“, jeweils eine Person für jede Partei.

Dementsprechend passend gekleidet stehen sie auf der Treppe nebeneinander.

Schwarz für CDU, Grün für Die Grünen, Gelb für FDP, Rot für die SPD und Lila für DIE LINKE. Alle fünf Personen tragen auch ein farblich abgestimmtes Schild in den Händen mit JA auf der einen und NEIN auf der anderen Seite. Alle Fragen des EUROMATs werden ihnen gestellt und schnell wird die Position der einzelnen Parteien deutlich.

Zum Abschluss gibt es die traditionelle Menschenkette, alle fassen sich an die Hand und in Schlangenlinien geht es kreuz und quer über den Gendarmenmarkt. Eine schöne und harmonische Stimmung liegt in der Luft.

Lust und Interesse? Sei doch auch dabei bei der nächsten Kundgebung!
Immer am ersten Sonntag eines Monats gibt es eine Kundgebung am Gendarmenmarkt.

Wegen des nahenden Herbstes werden die Kundgebungen bald eingestellt werden, aber schaut euch doch mal die Homepage an und vielleicht habt ihr Interesse, in irgendeiner Form mitzuwirken, dann schaut doch auf der Webseite von Pulse of Europe vorbei.

 

VON CHARLOTTE

Der in diesem Jahr erstmalig stattfindende Gamescom Congress wurde mit einem Diskussionspanel in der Wahlkampfarena eröffnet. Fünf Politiker*innen haben versucht, junge Wählerstimmen für die bevorstehende Bundestagswahl zu gewinnen. Moderiert wurde das Ganze von den wohl drei größten deutschen YouTubern Deutschlands: Florian Mundt (LeFloid), Peter Smits (PietSmiets) und Colin Gäbel (Rocket Beans TV), die ihre schwierige Aufgabe, meiner Meinung, ziemlich gut gemeistert haben.

Vertreten waren die CDU durch Dr. Peter Tauber, die SPD durch Hubertus Heil, Die Linke durch Matthias Höhn, Bündnis 90/Die Grünen durch Michael Kellner und die FDP durch Nicola Beer. Insgesamt präsentierte das Panel ziemlich gut die deutsche Politik: weiß und männlich.  

Am Dienstag, den 22. August, lud die BundJugend Berlin Vertreter*innen der Jugendparteien Jusos (Sinem Tasan), JuLis (Roman-Francesco Rogat), Grüne Jugend (Caspar Schumacher), JU (Lucas Schaal) und Linksjugend [’solid] (Hannes) zur Diskussion über den Wahlkampf und die Klimaschutzziele.

VON ABDU BAACK

Ziemlich schnell stellte sich heraus, alle Parteien gehen in ihren Parteiprogrammen in irgendeiner Form auf den Klimawandel und den dementsprechend nötigen Umweltschutz ein. Die einen, wie zum Beispiel Grüne Jugend, Linksjugend [’solid] oder auch die Jusos, auf eine vergleichsweise eher radikalere Art und Weise, nämlich schnellstmöglich aus der bisherigen Klimapolitik auszusteigen.
Demgegenüber sind sich JuLis und JU in vielen Punkten ziemlich einig: Ein Wandel der Klimapolitik sei nur langsam möglich, da die deutsche Wirtschaft und Infrastruktur mit diesem Wandel erst einmal mithalten müsse.

Die Grüne Jugend, als Jugendpartei einer selbsternannten Umweltschutzpartei, fordert einen Kohleausstieg bis 2020, damit waren sie an diesem Abend die einzigen die ein konkretes Datum nannten. Als Gegenposition dazu waren sich JuLis und JU darüber einig, dass solche Daten keinen Sinn hätten, wenn man mit diesem die deutsche Wirtschaft und Infrastruktur gefährden würde. Jusos und Linksjugend [’solid] positionierten sich ähnlich wie die Grüne Jugend. Der Vertreter von Linksjugend [’solid] betonte, dass eine Verweigerung einer radikalen Änderung der Klimaschutzpolitik für die Zukunft weitere Personen zu Flucht zwingen würde. Daraufhin ergänzte die Vertreterin der Grünen Jugend, dass Klimaflüchtlinge bereits aktuell seien und keine Zukunftsprognose. An einer Stelle ruderte die Vertreterin der Jusos kurz zurück und betonte, es sei dennoch wichtig, den Leuten hier eine dauerhafte Arbeitsperspektive bieten zu können, ergänzte jedoch umgehend, dass dies auch mit Fortbildungen möglich sei.

Die Argumente der JuLis und JU erinnerten mich abschnittsweise etwas an Argumente der Kohle- und Atomkraftlobby. Es gäbe keinen vernünftigen Plan, der Strom würde viel teurer und die bisherigen Netze seien zu instabil, ganz einfach gesagt: „Was passiert, wenn weder die Sonne scheint, Wind weht, sich Meerwasser bewegt, der Mensch keinen Biomüll mehr produziert?“ Auf meine Frage hin, wie eng denn Politik und Wissenschaft verbunden sei, da die Forschung an intelligenten Stromnetzen nichts Neues ist, bekam ich keine Antwort.

Alles in allem hatte der Abend große Ambitionen ein wichtiges politisches Themenfeld vernünftig zu besprechen, oft jedoch rutschte der thematische Fokus vom Umweltschutz ab und das Gespräch änderte sich mehr in ein Konkurrenz- Bashing, die Moderation haperte manchmal an schwammig ausgedrücktem Hintergrundwissen.
Nichts desto trotz ein wichtiges Themenfeld, welches es auch in Zukunft weiterhin zu besprechen gilt und bald hoffentlich auch einen (zivil-)gesellschaftlichen Wandel nach sich ziehen wird.

 

Der Wahlsalat zur Bundestagswahl 2017

Am 24. September findet die Bundestagswahl 2017 statt. Damit du auf dem Weg zur Wahl nicht den Überblick verlierst, beantworten wir hier Fragen rund um die Bundestagswahl.

Mit dabei sind unter anderem...
MrWissen2Go // Clement Davis // KleinerFünf // Zukar // Jugendwahl U18 // DieseLea // Spuck auf Rechts // Topher Lack // Malternativ // Tomatolix

 

Unser Tipp:

Die U18 Wahlsendung fand am 15.09.2017 statt. Live aus dem ALEX-STUDIO an der Warschauer Straße mit vielen tollen Gästen und Live-Auftritt von Topher Lack. Die ganze Sendung könnt ihr euch bei YouTube anschauen!

 

 

Ihr wisst immer noch nicht, wo ihr euer Kreuz setzen sollt?

Spielt am Wahl-O-Mat (ab 30. August 2017) und schaut nach, mit welchen Parteien ihr bei euren Themen die größte Übereinstimmung habt.

Die Ergebnisse der U18-Wahl, die am 15.09.2017 stattfand, findet ihr auf u18.org.

 

01.11.2017
10.00
02.11.2017
10.00
03.11.2017
10.00

Am 27.6. und 28.6.2017 fand die Schülerhaushaltswahl 2017 an der Hemingway-Schule statt.

In den Mittagspausen hatten alle Schüler und Schülerinnen die Gelegenheit zu wählen. Die Wahl war anonym und freiwillig.

Die Wahl fand am Bauwagen statt. Nur als es angefangen hat zu regnen, sind wir mit allen Sachen unter das Vordach des Eingangs der Schule geflüchtet und haben dort weiter gemacht. Fr. Lämmel wurde fleißig unterstützt vom Organisationsteam der Schule, das extra für die Wahl vom Unterricht befreit wurde.

Die Schüler und Schülerinnen hatten die Möglichkeit in zwei Teilen je zwei Kreuze zu machen und so insgesamt bis zu vier Wünsche abzugeben. Es sollen auch insgesamt 4 Wünsche erfüllt werden.

Nachdem das Organisations-Team die Wahlzettel gezählt und ausgewertet hat, steht das Ergebnis fest:

Es haben sich 229 Schüler und Schülerinnen von 416 aus allen Klassen an der Wahl beteiligt. Also lag die Wahlbeteiligung bei 55%.

Die Wahlsieger sind im ersten Teil bequeme Stühle für die Klassenzimmer und Kissen für die Stühle im Klassenzimmer. Aber um mindestens einen Klassensatz neuer Stühle anschaffen zu können, werden wir nur den ersten Sieger kaufen.

Im zweiten Teil wurden Tablets auf den ersten Platz gewählt und auf den zweiten Platz wurden Farbe und Zubehör zum Streichen von Klassenzimmern gewählt, die dann für Schülerprojekte zum Verschönern der Klassenräume zur Verfügung stehen.

Die Ergebnisse der Wahl werden in der Schule auf Plakaten ausgehängt und durch das Organisations-Team beim Sommerfest der Hemingway-Schule am 17.07.17 vorgestellt.

Es war eine spannende Wahl.

Jetzt müssen die Wünsche nur noch umgesetzt werden.

 

Abdulla und euer Organisations-Team der Hemingway-Schule

Wen würden Berliner Abgeordnete mit auf eine einsame Insel nehmen: Merkel, Putin, Trump, Macron oder Kim Jong-un?
jup! Berlin hat nachgefragt!

Jugend, Ausschuss - Darunter kann man sich schon etwas vorstellen. Aber was macht der Jugendausschuss denn genau?
Hierzu hat die Digga-Redaktion die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Jugend und Familie Frau Demirbüken-Wegner, Frau Kühnermann, Frau Bentele, Frau Möller und Herrn Kerker auf unsere Couch eingeladen. Denn sie müssen es ja schließlich wissen!

Was ist eigentlich eine Petition? Wer bestimmt, welche umgesetzt werden? Und was sind die lustigsten Petitionen, die dem Petitionsausschuss jemals vorgelegt wurden?
Diese und andere Fragen stellte die Digga-Redaktion den Mitgliedern des Petitionsausschusses: Frau Kofbringer (Bündnis 907DIE GRÜNEN), Herr Ronneburg (LINKE), Herr Kugler (SPD) und Herr Penn (CDU) stehen Rede und Antwort.

Von Freitag bis Sonntag (7. bis 9. Juli) findet auf dem Messegeländer Berlin wieder die YOU Jugendmesse statt. Und wir sind mit der Jugendredaktion, der Digga-Redaktion von ALEX und dem Abgeordnetenhaus Berlin mittendrin statt nur dabei! In Halle 21b gibt es Aktionen, Talkrunden und vieles Mehr. Also schaut vorbei!

Bis dahin gibt's hier laufend alle entstandenen Berichte, Umfragen und Livestreams!

AKTUELL:  Ist Zivilcourage heute wichtiger als früher?

Die YOU ist gestartet und mit ihr die Talkrunden des Abgeordnetenhauses in Kooperation mit der Digga-Redaktion.

Habt ihr euch schonmal gefragt, wofür so ein Parlament eigentlich da ist und was die da machen? Findet es jetzt heraus!

Berliner Schüler und Schülerinnen fordern politische Bildung! Bisher gibt es das nur als Wahlfach an - manchen - Oberschulen. Aber viele Schüler*innen in Berlin wollen mehr. Im Herbst soll nun nach Angaben der Bildungsverwaltung entschieden werden, ob es zukünftig ein für alle verbindliches Pflichtfach Politik an den Sekundarschulen und Gymnasien geben wird. 

Was ich über Politik weiß, ist peinlich!

Ich für meinen Teil, habe dieses Fach bisher nie gehabt und merke: Ich komme nicht mehr mit. Es ist fast als „peinlich“ zu bezeichnen, wie wenig ich über meine Rechte und Pflichten auf politischer Ebene weiß. Ich darf anscheinend mit meinen 16 Jahren schon wählen gehen. Ich darf über die Abgeordneten in den Bezirksparlamenten wählen. Doch, was soll ich denn wählen, wenn ich vorher nicht genug informiert bin? Klar, ich kann mit dem Strom gehen, glauben, dass die CDU oder die SPD schon einen guten Job machen, wenn sie in den vorjährigen Landtags- und Bundestagswahlen die meisten Prozentsätze hatten. Ich kann glauben, dass die AfD eine Gefährdung ist, und denen nicht mein Kreuzchen auf dem Zettel geben, während ich in der Wahlkabine sitze und so tue, als wüsste ich jedes einzelne Wahlprogramm in- und auswendig.

Politik muss in die Schule - in alle Fächer!

„Politikwissenschaften war heut’ so interessant! Wir haben miteinander diskutiert, inwiefern…“, höre ich oft von meinen Freundinnen. Ich nicht. Ich kann euch lediglich Auskunft über die Entstehung der Demokratie und deren Verbreitung in Europa geben - das war Teil meines Geschichtsunterrichts. Falls der Entschluss fällt, kein eigenständiges Pflichtfach „Politik“ einzuführen, ist die weitere Überlegung, es als Teilgebiet in anderen Fächer, wie eben Geschichte oder Ethik zu etablieren. Inwiefern man aber bereit ist, den Unterrichtsstoff dieser Fächer zu kürzen, ist auch noch unklar. Meiner Meinung ist es jedoch relativ egal, in welcher Form oder zu welchem Anlass Politik in der Schule thematisiert wird. Hauptsache, es tut sich endlich was! Wie schon angesprochen, lassen sich zum Beispiel auch geschichtliche und politische Inhalte wunderbar verbinden. 

Fakt ist: Demokratie funktioniert nur mit wahlbereiten Menschen, die sich für ihre Interessen einsetzen und so die Gesellschaft mitbestimmen können. Was aber, wenn wir gar nicht wissen, wo unsere Interessen liegen, oder gar nicht wissen, welcher Wert unsere eigene politische Meinung eigentlich hat? „Politik“ als Fach bietet Basiswissen, klärt auf und legt Grundlagen für das Bilden eigener Meinungen über die aktuelle politische Lage auf der ganzen Welt. 

Diskutieren statt „Nachbeten“

Eine andere Problematik stellt die Vermittlung des Unterrichtes dar. In Berlin findet meist sogenannter „Frontalunterricht“ statt. Unabhängig von dem Fach, Schüler bekommen Informationen und haben diese auf Knopfdruck zu verarbeiten und zu lernen. Nach schriftlichen Arbeiten, sind diese wieder vergessen. Eigene Meinung sind eher weniger gefragt, was die intensive Verinnerlichung dieser Informationen nicht möglich macht. Bekommt der Schüler aber von dem Vermittler, dem Lehrer, Meinungen gestellt, so wird der Schüler ebenfalls gelenkt und in seinem Denken in gewisser Weise eingeschränkt. Wir müssen überlegen, wie der Politikunterricht gestaltet wird, sodass er auch seine Wirkung erzielt. Die Lehrerausbildung wurde zwar schon verändert, doch in den Schulen ist das noch längst nicht überall angekommen.

Wie können wir nun unter Schülern zu einer kontroversen Diskussion kommen, wenn wir uns Anhaltspunkte bei unseren Autoritätspersonen suchen? Ich ertappe mich sogar selber dabei, zu fragen, wie die Meinung meines Lehrers zu einem bestimmten Konflikt ist. Mal bekomme ich „Das darf ich dir nicht sagen“ als Antwort, oft ist es jedoch eine genaue Schilderung von eigenen Pro- und Kontraargumenten. Was ich mir wünsche, sind Lehrer, die mir ihre Meinung sagen können, die sich in unsere Gespräche einbinden, ohne mir das Gefühl zu geben, sie würden mich in meiner Einstellung leiten.

WER soll das eigentlich unterrichten?

Beim Thema Lehrer: Mehr als 130 Lehrkräfte würden bei der Einführung von Politik als Pflichtfach in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 benötigt. Bei fast chronischem Lehrkräftemangel, der in Berlin herrscht, entstünde ein zusätzliches Problem. Viele Eltern klagen über Unterrichtsausfall ihrer Kinder, in Oberstufen steht nicht selten EVA (eigenverantwortliches Arbeiten) auf dem Plan. Ein erfreulicher Anblick, wenn man auf den Vertretungsplan schaut. Die Quittung werd ich dann aber bekommen, wenn ich verzweifelt vor meinen Abiturklausuren sitze und mir wünsche, ich hätte diesen Unterricht gehabt. 

Für mich ergibt sich dann nun, was es mir bringt, wenn ich ein zusätzliches Fach „Politik“ habe, aber niemanden der es unterrichten kann, ohne dass dafür wieder etwas anderes ausfällt?

Ich schätze es liegt in der Hand der Politiker*innen, wo die Prioritäten liegen. Ich hoffe, die Menschen, die keinen Politikunterricht hatten, haben sich gut ausgesucht, wer in eine solch wichtigen Entscheidung das letzte Wort hat.

 

Sina (16 ) Lilienthal-Gymnasium, dieser Artikel entstand im Rahmen des Mentoringprogrammes auf dem Berliner jugendFORUM 2017

Es ist geschafft! Das jugendFORUM fällt nichts ins Wasser. Auch wenn es am Donnerstag den ganzen Tag heftig geregnet hat und das juFO-Team vergeblich versucht hat, gegen den Sturm und die Wassermassen anzukommen, konnte die Veranstaltung gerettet werden. Am späten Abend kam die erlösende Information: Eine Ersatzlocation war gefunden! Zwar nicht draußen, aber trotzdem schön: Pfefferberg Haus13 in der Schönhaußer Allee 176.
Seit den frühen Morgenstunden baute das juFO-Team mit seinen fleißigen Helfer*innen und die teilnehmenden Organisationen das neue juFO-Gelände auf. Pünktlich um 12 Uhr konnte das juFO 2017 eröffnet werden.

Sehr viele Personen waren dabei und die Moderator*innen haben die Gäste herzlich begrüßt und erklärt, was heute alles auf dem Programm steht und wo sich alles genau befindet. Und das nicht nur in der deutscher Sprache, sondern für andere Personen, die aus andere Ländern gekommen sind, auch in englischer und arabischer Sprache.

Das jugendFORUM wird von jungen Leuten geplant, organisiert und inhaltlich gestaltet. Es gibt Diskussionsrunden zu Themen wie Europa, Gender und Politik. Außerdem gibt es viele Aktionsstände, die zum Mitmachen einladen.

(Wiktor)

 

"Warum sind Jugendliche zwar politisch interessiert, haben jedoch keinen Bock auf Parteien? Wie digital ist Ihr Leben? Welche YouTube-Channels schauen Sie?" - die jup! Redaktion interviewte im Vorfeld der TINCON die Bundesfamilienministerin Frau Dr. Katarina Barley. Was sie geantwortet hat? Schaut es euch an! Entweder die Short- oder Longversion!

Ein Video von Abdu, Patrice, Dat, Janik Emil!

Kurzversion:

Wir - das Organisationteam - bereiten momentan die Wahl vor. Wir haben uns entschieden, dass die Wahl draußen stattfinden soll. Wir werden draußen Wahlkabinen aufstellen, sodass die Wahl geheim bleibt.

Außerdem haben wir uns darauf geeinigt, dass jeder Schüler und jede Schülerin 4 Stimmen hat. Leider ist der Wunsch Snackautomat nicht mehr verfügbar, denn es ist zu teuer. Dafür hat sich der Mensabeirat entschieden – im Mensabeirat sitzen Schüler*innen, Lehrer*innen, Eltern, die Schulleitung und die Mensa.

Die Wahl findet statt am 28.6. und 29.6. und zwar um 11:40-13:35 Uhr. Jeder Schüler und jede Schülerin darf wählen - zum Beispiel einen Boxsack, neue Stühle oder einen Farbdrucker. Während der Wahl werden die Schüler*innen von dem Organisationteam alles begleiten.

Wir sind sehr gespannt wie die Wahl ausgehen wird und freuen uns schon. 

 

Zanyar vom Organisationteam

 

Wir sind 11 Schüler*innen im achten Jahrgang der Hemingway-Schule und haben die Aufgabe hier alles für den SchülerHaushalt zu organisieren. Bereits seit 2015 ermöglicht das Projekt SchülerHaushalt, dass Schüler*innen im Bezirk Mitte in einem demokratischen Prozess über den Einsatz eines bestimmten Budgets entscheiden. Hier könnt ihr den Ablauf des Projektes verfolgen, vom Vorschläge sammeln bis zur Wahl und der Realisierung  der gewählten Wünsche.

VON FRIEDERIKE

Um dem entgegenzuwirken fand vom 9. bis zum 11. Juni 2017 die "3. Bundeskonferenz der Straßenkinder" in Jamlitz (Brandenburg) statt. Über 100 obdachlose Kinder und Jugendliche aus Notschlaf- und Erstanlaufstellen deutschlandweit kamen an diesem Wochenende zusammen, um sich auszutauschen und gemeinsam langfristige Lösungsmöglichkeiten für ihre Situation zu erarbeiten.

Organisiert wird diese Zusammenkunft von MOMO - The Voice of disconnected Youth, einem Projekt der Sozialgenossenschaft KARUNA Zukunft für Kinder und Jugendliche in Not Int. e. V. An diesem Projekt arbeiten Jugendliche, die selbst einmal auf der Straße gelebt haben und dadurch die Gedanken und Gefühle der Jugendlichen nachvollziehen und sich ihnen auf dem richtigen Wege widmen können. Neben der Sozialarbeit kümmern sie sich nämlich in erster Linie darum, die Interessen der Straßenkinder an die Politik heranzutragen und ihnen eine Teilnahme an dieser zu ermöglichen. Sie wollen dadurch nachdrücklich auf die Probleme aufmerksam machen, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht erst wie welche wirken.

Die Ergebnisse dieser Fahrt wurden dann am 12. Juni im Zuge einer Pressekonferenz ausgewertet. In erster Linie allerdings richteten sich die Wünsche der Jugendlichen in Form von selbstentwickelten Utopien an die neue Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Frau Dr. Katarina Barley, die an diesem Montag interessiert und engagiert den Jugendlichen zuhörte.

Das Jugendhilfesystem ist fehlerhaft

So berichten die Straßenkinder, dass eines der größten Probleme das unausgereifte Jugendhilfesystem sei. Man ließe den Jugendlichen keine Freiheiten und würden ihnen nicht genug helfen, sich zu integrieren. Stattdessen unterziehe man sie zwangsweise ambulanter oder auch stationärer Behandlung, die nach rund zwei bis drei Jahren einfach ende und die Jugendlichen allein zurückließe.
Daher fordern die MOMOs langfristige Hilfe, die besonders durch mehr Sozialgenossenschaften wie KARUNA gewährleistet werden könnte und den jetzigen Straßenkindern endgültige Integration in die Gesellschaft ermöglichen würde. KARUNA bietet den Jugendlichen nämlich sowohl 3.500 Hilfseinrichtungen, als auch eine Familie, aus der sie nicht einfach wieder entlassen werden, sondern an die sie sich ein Leben lang wenden können.

 

Kinder sind bis zum Alter von 25 Jahren von ihren Eltern abhängig

Ein weiterer Punkt ist die Abhängigkeit der Kinder von ihren Eltern: Noch nach der Volljährigkeit sind Kinder bis sie 25 Jahre alt sind von ihren Eltern abhängig und können ohne Ausbildung nicht von zu Hause weg, da sie so nicht mehr als 100 Euro verdienen können und aus diesem Grund weiterhin bei ihren Eltern wohnen müssen. Das Gleiche gilt auch für Beratungen, die die Straßenkinder sich losgelöster von ihren Eltern erhoffen. Oft sind die Eltern nämlich Teil oder ein entscheidender Grund dafür, warum die Jugendlichen keinen sicheren Wohnort mehr haben.

 

Mehr Sozialpädagog*innen für die Schule

Nach dem Elternhaus ist die Schule der nächste große Faktor im Leben eines Kindes. Die Jugendlichen wünschen sich mehr Sozialpädagogen. "Es kann nicht sein, dass an einer Schule mit 1000 Schülern ein Schulpädagoge eine Stunde dasitzt", kritisiert Laura, eine der MOMOs.
Außerdem empfinden die Straßenkinder es als besonders wichtig, Schüler jeden Alters (im Grundschulalter beginnend) über sich selbst und ihre Lebenssituationen zu informieren. Sie möchten an Schulen gehen und von ihren Einzelschicksalen und den daraus resultierenden Lebensstilen erzählen.

Das waren nur wenige der auf der Pressekonferenz vorgetragenen Utopien und Wünsche, die die Straßenkinder in den drei Tagen erarbeitet haben.

 

VON JESSICA | VIDEO: KAI

„Love out Loud!“ und dank des Regenbogens der Negativität entgegen. Die 11. re:publica fand vom 8. Mai bis zum 10. Mai 2017 statt und setzte den Kurs ganz klar in Richtung BUNT. Erneut war die Messe rund um die Themen digitale Gesellschaft, soziale Medien und das Web 2.0 in der STATION Berlin zu finden.

Neben hippen Essensangeboten, diversen Ständen und Aktionen bot sich eine Vielzahl an hochkarätigen Workshops und Sprecher*innen. Sascha Lobo reflektierte kritisch über seine Selbstdarstellung im Netz und die, der Allgemeinheit. Ein wahrer Experte in Sache Medien, Rasmus Kleis Nielsen vom Reuter Institut für Journalismusstudien, gab Einblick in seine Unterscheidung zwischen „Fake News“ und „Real News“. Die Liste lässt sich von Journalist*innen, über Politiker*innen bis hin zu den Nachbar*innen von nebenan, die ihre besondere Message haben, weiterführen. Selbst Kunstinteressierte kamen bei Ausstellungen, wie der von Stella Schiffczyk, auf ihre Kosten. Sie portraitierte jene kamerascheuen Zeugen, die während des NSA-Untersuchungsausschusses aufgrund ihrer Geheimdiensttätigkeit nicht abgelichtet werden durften.

Am Wochenende des 9.-11. Juni findet das diesjährige Bundesaktionswochenende des FÖJ statt! Jede*r FÖJ’ler*in in Deutschland, also ca. 2.768 Menschen, sind dazu angehalten, nach Berlin zu kommen. Das FÖJ wirkt auch generationenübergreifend, weshalb die lieben Ehemaligen gleichermaßen ausdrücklich eingeladen sind!

 

VON JOSY

Unsere eigentliche Aktion zum Thema Lebensmittelverschwendung „In den TOPF statt in die TONNE“ findet dabei auf dem Umweltfestival am Brandenburger Tor mit circa 80.000 Besuchern am Sonntag, den 11. Juni, statt. Dabei werden wir mit geretteten Lebensmitteln kochen, Essen verteilen, über den Ökologischen Fußabdruck und generell über Lebensmittelverschwendung aufklären und bei einem Flashmob als Gemüse verkleidet in Mülltonnen umherfahren. Zudem sind wir Teil des Bühnenprogramms auf der kleinen Bühne zum Thema Wasserverschwendung.

Egal ob FÖJler*innen oder nicht, ob Groß oder Klein: Alle sind zu dieser Aktion am 11.Juni herzlich eingeladen und willkommen! jup! Berlin wird für euch Live dabei sein ;)

 

Am 20. Mai veranstaltete die Landeszentrale für politische Bildung Berlin das diesjährige Demokratiefest in ihren Räumlichkeiten im Amerikahaus nahe dem Bahnhof Zoo.

Zahlreiche Initiativen und Verbände stellten sich vor, zeigten ihre Arbeit und warben für ihre vielfältigen Angebote. Wir haben nachgehakt: Und was davon ist jetzt aktuell wichtig für Jugendliche? Hier unsere Zusammenfassung für euch:

 

Am 28.03.2017 hatte ich durch die Stiftung SPI die Möglichkeit, einen Tag mit einem Abgeordneten des Berliner Abgeordnetenhauses, von einer Partei meiner Wahl, zu verbringen. Ich durfte sehen, wie so ein Tag im Leben eines Abgeordneten aussieht, mit was für Themen er sich beschäftigt und womit sich die Politik in Berlin überhaupt beschäftigt. Für mich war es eine einmalige Erfahrung, durch die ich viel lernen konnte.

Der Tag lief folgendermaßen ab: Ich traf mich um 9:30 Uhr mit Herr Ronneburg von den Linken. Wir redeten eine Weile, was mir den Mut gab, Fragen zu stellen und auch sonst offen zu reden.

Zuerst gingen wir dann zusammen zum Petitionsausschuss, wo er mich allen vorstellte und ich von hinten zuhören durfte. Es gab dabei viele Dinge, die ich recht interessant fand, weil ich nicht wusste, dass die Abgeordneten von Parteien sich überhaupt damit beschäftigen, jedoch gab es auch vieles,was mir eher langweilig erschien und ich auch nicht ganz verstand.

Als nächstes zeigte mir Herr Ronneburg das Gebäude und erklärte mir, wer wo sitzt und was die einzelnen Aufgaben sind. Anschließend hatte ich die Ehre, zusammen mit der Vizepräsidentin des Abgeordnetenhauses in den Plenarsaal zu gehen und ich durfte sogar auf dem wichtigsten Stuhl sitzen: dem Stuhl des Präsidenten. Dies fand ich besonders toll und ich konnte davon viel mitnehmen.

Nachdem ich und Herr Ronneburg zu Mittag gegessen hatten, gingen wir zur Fraktionssitzung der Linken. Ich persönlich fand es sehr anstrengend, immer allen zu folgen und auch die Themen schienen eher kompliziert und zum Teil auch nervend zu sein. Sie sprachen meistens über Anträge und bevorstehende Termine.

Direkt im Anschluss folgte die Arbeitskreissitzung der Linken. Da ich schon sehr lange nur saß und zuhörte, wurde es immer anstrengender. Jedoch war es für mich sehr interessant und auch sehr aufregend, dabei zu sein.

Das Fazit des Tages ist, dass ich finde, dass dieses Mini-Praktikum eine wunderbare Möglichkeit für junge Leute ist, die sich für Politik interessieren, aber auch für Schüler, die einfach mal sehen wollen, wie dort alles abläuft. Ich kann mich nur bei Diana Föls und dem ganzen jup! Berlin-Team bedanken, dass ich diese Möglichkeit bekam und so viel lernen konnte.

 

VON SELINA

Auf die Situation von Menschen mit Behinderung in Deutschland aufmerksam machen und sich dafür einsetzen, dass alle Menschen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können: Das ist das Ziel des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Seit 25 Jahren veranstaltet der Berliner Behindertenverband mit anderen Vereinen/Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe den Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai in Berlin.

In diesem Jahr war das 25-jährige Jubiläum des Protesttages. Unter dem Motto „Wir gestalten unsere Stadt. Einfach machen - Für alle!" zog der Demonstrationszug auf einer Jubiläums-Demoroute vom Bebelplatz zum Brandenburger Tor.

VON ELVAN

Mein Name ist Elvan, ich bin 17 Jahre alt und Schülerin des John-Lennon-Gymnasiums in Berlin-Mitte. Dank Frau Dr. Eva Högl hatte ich die Möglichkeit, meinen Girls`Day bei der SPD-Fraktion im Bundestag zu verbringen. Mein politisches Interesse entwickelte sich im Laufe des letzten Jahres, wobei ich mich hauptsächlich mit außenpolitischen Themen beschäftigte. Der Girls`Day bei der SPD-Fraktion gab mir die Möglichkeit, einerseits einen einmaligen Einblick in die Gesetzgebung und einen Eindruck in die Aufgaben eines Abgeordneten zu bekommen und andererseits mit anderen Girls über ihre Erfahrungen und Eindrücke in der Politik zu sprechen.

Wir sind 11 Schüler*innen im achten Jahrgang der Hemingway-Schule und haben die Aufgabe hier alles für den SchülerHaushalt zu organisieren. Bereits seit 2015 ermöglicht das Projekt SchülerHaushalt, dass Schüler*innen im Bezirk Mitte in einem demokratischen Prozess über den Einsatz eines bestimmten Budgets entscheiden. Im ersten Schritt sollten wir Vorschläge sammeln. Dafür haben wir Wunschzettel gestaltet.

Als Profilkurs „Organisation & Beteiligung“ haben wir  alle Wunschzettel verteilt und somit auch viele Wünsche zurückbekommen. Insgesamt kamen 52 Wunschzettel zurück und 10 von 16 Klassen haben Wünsche eingereicht. Es sind viele verschiedene Vorschläge bei uns gelandet, die wir von dem Geld anschaffen könnten. Drei Wünsche haben wir als Beispiel rausgenommen und wir wollen diese euch präsentieren: einer der Wünsche ist, die Schule zu streichen, also Farben anzuschaffen. Ein anderer Wunsch sind neue Gardinen für die Klassenräume und als drittes Beispiel sollten neue Teller und neues Besteck für die Mensa besorgt werden.

Jetzt fangen wir an, die Wahl zu organisieren. Wir haben unser Organisationsteam in 2er-Gruppen eingeteilt, um die Wahl zu gestalten – eine der Gruppen gestaltet die Plakate, eine andere Gruppe erstellt Wahlzettel, eine weitere wertet die Wunschzettel aus und eine schreibt Texte für jup! Berlin!

Euer Profilkurs "Organisation & Beteiligung"

 

Im Herbst wird in Deutschland der Bundestag gewählt – und vorher  hast Du die Möglichkeit bei U18 Deine Stimme abzugeben.

Doch wofür stehen die einzelnen Parteien und was sind ihre Positionen? Frag' sie doch einfach!

Wenn Ihr eine Frage oder auch mehrere an die Parteien habt, schickt sie uns. Egal ob zu Spielplätzen, Schulunterricht, Geflüchteten oder Tierhaltung: Jede Frage ist erlaubt. Die Fragen werden von uns gesammelt, sortiert, die häufigsten Fragen ausgewählt und an die Parteien zur Beantwortung weitergeleitet. Damit auch Deine Frage nicht unbeantwortet bleibt!

Schreibt uns die Fragen bis zum 1. Mai hier in die Kommentare!

oder schickt sie per Mail an: berlin@u18.org

oder meldet euch per Telefon: 030 49300194

oder - wenn ihr es oldschool wollt - schickt mal wieder einen Brief:
U18-LKS Berlin c/o Drehscheibe Kinder- und Jugendpolitik Berlin
Stiftung SPI
Frankfurter Allee 35-37
10247 Berlin

Hier findet ihr - als Anregung - die Fragen vom letzten Jahr als PDF.

Hallo Mein Name ist Tim (14). Ich hatte neben zehn anderen Jugendlichen das Glück, ein Minipraktikum im Abgeordnetenhaus von Berlin machen zu dürfen. Meine Entscheidung fiel auf die SPD. So wurde ich dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses zugewiesen. Das war für mich natürlich eine große Ehre.

Ich wurde gebeten, am 25. Januar in die Eingangshalle des Abgeordnetenhauses zu kommen. Dort war ich um 11 Uhr mit dem persönlichen Referenten des Präsidenten verabredet. Er holte mich am Treffpunkt pünktlich ab. Auf dem Weg zum ersten Termin des Präsidenten zeigte mir der Referent den Tagesablauf. Als erstes stand ein Gespräch zwischen dem Präsidenten und mir an. Im Anschluss daran sollte es eine Führung durchs Haus geben. Dann sollte ein Essen folgen und als letztes sollten wir in die Julius-Leber-Kaserne fahren. Dort waren wir als Ehrengäste eingeladen.

Der Weg zum Büro des Präsidenten führte durch viele lange Flure, in denen ich mich alleine bestimmt verirrt hätte. Als wir dann im Büro des Präsidenten ankamen, musste ich zunächst einmal Platz nehmen und erhielt ein Getränk. Ein wenig später war es dann soweit, ich sollte vortreten und mit dem Präsidenten sprechen. Er begrüßte mich nett und begann mit mir über das Gebäude und über die Geschichte des Abgeordnetenhauses zu reden. Anschließend hat er mich durch das Abgeordnetenhaus geführt. Dort haben wir uns die Galerie mit den früheren Präsidenten des Hauses angeguckt, dabei hat er viel über seine Vorgänger erzählt. Es folgte die Galerie der Ehrenbürger und Ehrenbürgerinnen und die Büsten-Galerie. Es gibt 17 Büsten mit den Porträts ehemaliger Präsidentinnen und Präsidenten des Abgeordnetenhauses, früherer regierender Bürgermeister und weiterer namhafter Politiker, die für Berlin und Deutschland von großer Bedeutung waren.

 

GESTALTE BERLIN

Das Leben in Berlin, in den Stadtbezirken ist schön, spannend und bunt. Aber es gibt auch Dinge, die besser laufen könnten und verbessert werden müssten - beim Zusammenleben, in der Freizeit, in der Schule oder in der Politik.
Wir fragen dich: Was willst du ändern? Wo willst du dich einmischen?
Wir wollen, dass deine Ideen und Projekte real werden. Wir unterstützen dich und deine Freunde mit Geld und Beratung.

BERLIN BRAUCHT DICH

Du hast das Recht, dich einzumischen - ob bei der Gestaltung von Räumen und Flächen für die Freizeit oder beim Einsatz für ein gerechtes und friedliches Zusammenleben. Deine Ideen bereichern die Stadt und die Gesellschaft. Wir sind davon überzeugt, dass du und deine Freunde viele kleine und große Pläne habt und diese verwirklichen wollt.
Also: Worauf warten? Starten! Du hast es in der Hand.

WAS IST DIE BERLINER JUGENDJURY?

Bei der Berliner Jugendjury geht es darum, dass Jugendliche die Möglichkeit erhalten, ihre Projekte konkret umzusetzen. Sie bewerben sich mit ihren Vorschlägen und entscheiden selbst, welche Projekte mit wie viel Geld und Expertenhilfe unterstützt werden sollen.

Jede*r Jugendliche, jede Gruppe, die einen Projektvorschlag einreicht, ist Teil der Berliner Jugendjury und bestimmt gleichberechtigt mit. Jedes Projekt kann dabei mit maximal 2 Teilnehmer*innen in der Jury vertreten sein.

Die Berliner Jugendjury trifft sich an einem Tag, diskutiert über die Ideen und entscheidet gemeinsam über die Verteilung der Fördergelder. Dabei werden sie von erfahrenen Moderator*innen unterstützt und die Zusagen der Finanzierung erfolgen am selben Tag.

Projekte, die keine Vertreter*innen in die Berliner Jugendjury delegieren, können bei der Vergabe der Fördermittel nicht berücksichtigt werden.

WER KANN TEILNEHMEN & UM WAS GEHT ES?

Berliner Jugendliche und Jugendintitiativen im Alter von 12 bis 21 Jahren können sich mit ihren Ideen bewerben. Vereine, Schulen oder andere Organisationen sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Insgesamt stehen 18.000 € Fördergelder zur Verfügung. Jeder Vorschlag, der von der Jugendjury ausgewählt wird, kann maximal 1.500 € für die Umsetzung erhalten.

Gesucht werden Ideen rund um die Themen:
Gestaltung von Räumen & Freizeit oder Gesellschaft & Politik.

Über Projekte, die auch im Interesse von Jugendlichen aus anderen Stadtbezirken sind oder in mehreren Bezirken stattfinden, freuen wir uns besonders. "Kleinere" Projekte, mit eher lokalem Bezug, können bei den Bezirklichen Jugendjurys beantragt werden.

Für Beratung und Unterstützung bei der Durchführung der Projekte, können erfahrene Expert*innen vermittelt werden.

WIE FUNKTIONIERT’S?

  • Für die Bewerbung gibt es ein Onlineformular. Weitere Zusendungen sind nicht notwendig.
  • Die Ideen/ Projektvorschläge müssen bis zum 02. Mai 2017 eingereicht werden.
  • Jede*r Teilnehmer*in erhält eine Eingangsbestätigung. Falls noch was unklar sein sollte, wird nachgefragt.
  • Ab dem 08. Mai 2017 erhalten alle Teilnehmer*innen eine Einladung zur Berliner Jugendjury, mit Infos zum Ablauf und den Dingen, die mitgebracht werden sollten.

NOCH FRAGEN?

 

Hier geht's zum Onlineantrag!

25.09.2017
18.30
02.10.2017
18.30
09.10.2017
18.30
16.10.2017
18.30
24.09.2017
14.00
01.10.2017
14.00
08.10.2017
14.00
15.10.2017
14.00

Das Projekt SchülerHaushalt geht in Berlin-Mitte in die nächste Runde. Zur Auftaktveranstaltung trafen sich die beteiligten Schulen im Rathaus Mitte.

 

Bereits seit 2015 ermöglicht das Projekt SchülerHaushalt, dass Schüler*innen im Bezirk Mitte in einem demokratischen Prozess über den Einsatz eines bestimmten Budgets entscheiden. Das Beteiligungsprojekt stammt ursprünglich aus Recife in Brasilien und wird seit 2014 durch die Servicestelle Jugendbeteiligung  (SJB) auch in Deutschland umgesetzt. Insgesamt entscheiden die Schüler*innen über den Einsatz eines Budgets von 4000 Euro.  Dieses Budget setzt sich zur Hälfte aus dem schuleigenen Etat und zur anderen Hälfte aus Haushaltsmitteln des Bezirkes zusammen.

 

Projektauftakt im Rathaus Mitte

Zur Auftaktveranstaltung 2017  kamen neben den Verantwortlichen aus der Servicestelle Jugendbeteiligung und den  Projektakteuren aus der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, der Wirtschaftsstelle, dem Kinder- und Jugendbüro Mitte und den Lehrer*innen auch viele Schüler*innen der beteiligten Schulen. Neben allgemeinen Informationen erhielten die Teilnehmenden von der SJB auch viele Tipps für die Durchführung des SchülerHaushalts.

 

„3,2,1 …meins?“

Ganz so einfach geht es nämlich dann doch nicht. Die Schüler*innen dürfen zwar in einem demokratischen Prozess bestimmen, was für das Geld gekauft werden soll, jedoch müssen die Ideen bestimmte Vorgaben erfüllen. Das „fiese“ Wort in diesem Kontext heißt „Titelkatalog“. Dieser gibt vor, welche Eigenschaften Anschaffungen haben dürfen, damit sie von der Verwaltung richtig abgerechnet werden können.  Die im SchülerHaushalt beschlossenen Ausgaben müssen demnach entweder in die Kategorie „Ausstattung“ oder „Lehrmittel“ fallen. Um als Ausstattungsobjekt gewertet werden zu können, muss der Gegenstand mobil sein und darf nicht dauerhaft irgendwo befestigt werden.

 

VON JOHANNES

 

Um 9:30 Uhr kam ich im Abgeordnetenhaus an, kurze Zeit später wurde ich von Simon Straub (Georg Kösslers Mitarbeiter) in Georgs Büro gebeten. Nachdem mir der Wochenplan gezeigt wurde, kam Georg in das Büro. Nach kurzer Begrüßung sprachen die beiden darüber, was Simon in der Woche noch für Georg zu erledigen hat und was allgemein ansteht.

Während einer Telefonkonferenz durfte ich eine Power Point Präsentation von Georgs Auftritt durchlesen. Danach hatte Georg einen Termin beim ,,Bundesverband für Erneuerbare Energien'', zudem ich ihn auf dem Fahrrad begleiten durfte. Dort sprachen die Vertreter verschiedener Firmen über erneuerbare Wärme und ihren Nutzen für Berlin.

Auf dem Rückweg aßen Georg und ich in einem Café zu Mittag und sprachen über seine und meine Schulzeit. Als wir wieder im Abgeordnetenhaus ankamen, hatte Georg noch ein bisschen Zeit, um sich auf sein nächstes Meeting vorzubereiten.

In einem Café in der Nähe des Abgeordnetenhauses trafen wir dann Mitglieder der Berliner Clubkommission und Clubbesitzer. Hier sprachen die Anwesenden über die Clubpolitik in Berlin und wie sie sich unter Rot-Rot-Grün ändern wird.

Im Großen und Ganzen glaube ich durch das Minipraktikum einen guten Eindruck bekommen zu haben, wie der Alltag eines Berliner Abgeordneten ungefähr ist.

VON AMANDA

 

Warum gehe ich eigentlich selbst zum Frauenkampftag? Warum gibt es diesen besonderen Tag? Warum „kämpfen“ Frauen im Jahr 2017? Und wofür? Diese Fragen stelle ich mir selbst. Ich stelle sie mir, weil ich anscheinend mit der Vorstellung sympathisiere, Frauen dabei zu gucken zu wollen, wie sie zusammen für ihre Rechte und ihrer Ratifizierung im Alltag kämpfen. Wahrscheinlich auch, weil ich Teil davon sein möchte, es vielleicht schon bin.

Der Frauenkampftag in Berlin findet zwar an unterschiedlichen Tagen und von unterschiedlichen Organisationen ausgerichtet  statt, der traditionelle Weltfrauentag jedoch, ist der 08.März. Und das seit ca. 100 Jahren. 1910 setzte die Friedensaktivistin, Frauenrechtlerin und sozialistische Politikerin Clara Zetkin den entscheidenden Impuls. Auf dem Zweiten Kongress der Sozialistischen Internationale in Kopenhagen forderte sie „keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte" für Frauen. Bereits ein Jahr später mobilisierte sie zahlreiche Frauen, die der Forderung nicht nur folgten, sondern diese um weitere zukunftsweisende Visionen ergänzten.

 

 „In Freiheit und Selbstbestimmung leben können“ ( http://www.frauenkampftag.eu/)

 

Obwohl sich die soziale Situation von Frauen in kleinen Schritten verbessert, sie zum Beispiel in Deutschland nicht mehr angewiesen sind, eine Erlaubnis bei ihren Ehemännern ein zuholen, wenn sie arbeiten möchten, sind auch im Jahr 2017 Freiheit und Selbstbestimmung Dinge, die Frauen nach wie vor erkämpfen müssen. Warum? Weil Frau = Objekt bedeutet, aus männlicher Position. Immer dann, wenn Frau von außen Bewertung erfährt, wenn ihr Nutzen abgewogen und ihre Meinung infrage gestellt wird. Das ganze selbstverständlich in „das wird MANN wohl noch sagen dürfen“-Debatten. Auch dann, wenn die diffuse Vorstellung vorherrscht, Frau solle jung, schön, schlank, beruflich erfolgreich, empathisch, motiviert und energisch, flink manchmal auch humorvoll und intelligent sein. Zeitgleich versteht sich, solle sie lasziv sein, wenn es darauf ankommt, aber NIE Gleichstellung fordern. Sonst ist sie Feministin oder schlimmer: „Netzfeministin“.  

 

Dein Auftrag: Setze künstlerisch um, welche Forderungen du an Politik und Gesellschaft richten möchtest oder zeige in deinem Kunstwerk Jugendliche, die das tun.

 

  • Wie können Jugendliche gehört werden?

  • Wie machen Jugendliche auf sich aufmerksam?

  • Was würdest du gerne von Politik und Gesellschaft einfordern?

  • Was muss sich verändern, damit Politik und Gesellschaft in Deutschland jugendgerechter werden?

 

Entstehen soll ein Bild im Querformat im Verhältnis 1,75 x 1 (mindestens 35 cm Breite und 20 cm Höhe. Bitte wähle keine kleinere Größe). In der Wahl deines künstlerischen Mittels bist du völlig frei – ob Malerei, Zeichnung, Fotografie, Collage, Graffiti, Tape Art oder eine andere Technik. Wir sind gespannt auf deine Ideen! Auch Gruppeneinreichungen sind möglich. Du kannst ein Bild einreichen wenn du zwischen 12 bis 27 Jahren alt bist.

 

Was kannst du gewinnen?

Dein Kunstwerk wird im Großformat gedruckt und öffentlichkeitswirksam während der JugendPolitikTage 2017 am Brandenburger Tor präsentiert sowie bei der Jugendmeile im Rahmen des Tags der offenen Tür im Bundesjugendministerium im August 2017 ausgestellt. Dein Name bzw. die Namen aller, die am Kunstwerk beteiligt waren, werden im Rahmen der Ausstellung natürlich genannt. Außerdem kannst du dich bzw. kann deine Gruppe sich über einen Gutschein im Wert von 200 Euro für Künstlerbedarf freuen.

 

Einreichungen sind bis zum 01. April 2017 hier online möglich!

 

Was passiert mit deiner Einreichung?

Eine Jury, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Bundesjugendministeriums, des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“ der Jugendpresse Deutschland e.V. und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. zusammensetzt, wird sechs
Kunstwerke prämieren. Dafür werden die Einreichungen nach dem Alter in drei Altersklassen eingeteilt: 12 bis 16, 17 bis 21 sowie 22 bis 27. Aus jeder Altersklasse werden zwei Einreichungen gleichberechtigt ausgezeichnet. Wir geben dir Mitte April Bescheid, ob dein
Kunstwerk ausgezeichnet wird.

 

+++ Achtung, Achtung: Was musst du bei deiner Einreichung beachten? +++

  • Bitte reiche nur ein Kunstwerk zum Wettbewerb ein.
  • Bitte gib an, ob deine Einreichung in Einzel- oder Gruppenarbeit entstanden ist und nenne die Namen und das Alter aller Beteiligten.
  • Bitte gib an, zu welcher Altersklasse du oder deine Gruppe gehören. Ist deine Gruppe gemischt, gib bitte an zu welcher Altersgruppe die Mehrheit gehört.
  • Deine Einreichung übermittelst du digital im Upload-Portal der Jugendpresse. Zugelassene Dateiformate sind tif, jpeg oder pdf. Die Auflösung sollte 1.200 dpi betragen. Wenn du dir unsicher bist, kannst du dein Kunstwerk in einem Copyshop einscannen lassen – nenne den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einfach die oben genannten technischen Anforderungen (Dateiformat und Auflösung).
  • Dein Kunstwerk sollte im Original mindestens 35cm mal 20cm groß sein, damit es sich für den Druck eignet. Aber Achtung: Davon werden später im Druck nur 34cm mal 18cm vollständig sichtbar sein – platziere also am besten keine wichtigen Gestaltungselemente am Rand.

Du hast noch Fragen offen? Dann melde dich bei Viktoria: v.hahn@jugendpresse.de

 

Quelle: www.jugendpresse.de

VON LEONARD

 

Einen Tag in die Berliner Landespolitik reinschnuppern, das war für mich Ende Januar möglich: Im Rahmen des Projekts der U18-Wahl konnte ich an einem Minipraktikum bei Bettina König, SPD-Mitglied des Abgeordnetenhauses Berlin, teilnehmen.

Nachdem ich von Bettina Königs wissenschaftlicher Mitarbeiterin im Foyer des Abgeordnetenhauses begrüßt wurde und ein kleines Briefing erhielt, ging es auf der Gästetribüne des Plenarsaals los: In der “Aktuellen Stunde” wurde über den derzeitigen Stand in der Flüchtlingsunterbringung diskutiert. Die verschiedenen Redner*innen der Fraktionen verliehen ihrer Zuversicht, aber auch ihrem Unmut in ihren Redebeiträgen Ausdruck.

Danach ging es an die erste Arbeit für mich: Ich sollte einige Rechercheaufgaben zu Themen erledigen, die sich am vorhergehenden Klausurwochenende der SPD-Fraktion ergeben hatten. Dafür lag der Fokus auf Arbeits- und Migrationspolitik, da Bettina König vor allem in diesen Themen politisch engagiert ist. Dafür wälzte ich Gesetzestexte, Zeitungsartikel und Meinungen von Experten, um eine möglichst ausgewogene Zusammenstellung von Informationen zu erreichen.

 

VON SARAH

 

Es ist 9:05 Uhr. Um 9:00 Uhr hat die Fraktionssitzung im Abgeordnetenhaus angefangen. Stefan Ziller, sein Mitarbeiter Hans Jagnow und ich machen uns mit einer riesigen Tasse Kaffee im Schlepptau auf den Weg nach unten. Einige Meter vom Besprechungsraum entfernt befinden sich die prunkvollen, mit rotem Teppich ausgelegten Treppen und der Eingang des Abgeordnetenhauses, das ich an diesem Donnerstagmorgen beim U18 Minipraktikum zum ersten Mal in meinem Leben betreten habe.

Nach kurzer Besprechung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen geht es los zu einem Photoshoot. Statt mit der neuesten Mode sind die Abgeordneten aber mit wiederverwendbaren grünen Teebechern ausgestattet: eine Kampagne gegen Verschwendung und Umweltverschmutzung.

 

 

Im September hat Berlin das Abgeordnetenhaus gewählt. Die Koalitionsverhandlungen sind abgeschlossen. Aber welche Aufgaben hat ein Abgeordneter? Diskutieren die Abgeordneten den ganzen Tag? Wie wird man Politiker?

Die Ansprüche an Politik und ihre Vertreter sind zahlreich. „U18 – die Wahl für Kinder und Jugendliche“ hat junge Menschen eingeladen, nach der Wahl die politischen Vertreter kennenzulernen. Für einen Tag konnten sie einen Abgeordneten der Regierungspartei begleiten. Was sie erlebt haben? Lest selbst!

Ein Tag im Berliner Abgeordnetenhaus. Wow! War ich aufgeregt, als ich erfuhr, dass ich zu den Glücklichen gehöre, die ein Minipraktikum dort absolvieren dürfen. Meine Wunsch-Parteien waren Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Die Linke. Mein Praktikum absolvierte ich letztendlich bei dem Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen, der Mitglied der SPD-Fraktion ist.

 

Am 12. Januar fand mein Mini-Praktikums-Tag statt. An diesem Tag fand das erste Plenum der neuen Berliner Regierung statt, wo ich von der Besuchertribüne aus zugucken durfte.

Am Morgen hatte ich mich mit der Leiterin des Wahlbüros von Matthias Kollatz-Ahnen in Berlin Steglitz verabredet und bin zusammen mit ihr zum Berliner Abgeordnetenhaus gefahren. In der U-Bahn haben wir uns hauptsächlich über das Berliner bzw. das deutsche Schulsystem unterhalten. Als wir im Abgeordnetenhaus ankamen, war bereits alles voller Politiker und Journalisten. Als erstes wurde mir das Büro von  Matthias Kollatz-Ahnen gezeigt und nachdem wir uns zuerst verirrt hatten, sind wir anschließend in den Plenarsaal gegangen.

Das Plenum begann mit einer Trauerminute für die Opfer des Terroranschlags am Breitscheidtplatz. Es folgte eine Eröffnungsrede des Präsidenten des Abgeordnetenhauses Ralf Wieland und eine Rede des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller. Anschließend hielt ein Vertreter von jeder Partei eine Rede. Dafür gab es eine bestimmte Zeitvorgabe. Dadurch, dass die Regierung neu gewählt wurde, ist nun auch die AfD im Abgeordnetenhaus vertreten, was dazu führt, dass ab und an Turbulenzen aufkommen. Ich fand es sehr erstaunlich, dass die Abgeordneten der AfD, der FDP und die der CDU die meiste Zeit zu den gleichen Sachen klatschten und auch jeweils sich sehr über die Kommentare der anderen Parteien lautstark erfreuten. Aber trotzdem hatten die CDU und auch die FDP ein sehr großes Problem damit, gegebenenfalls neben der AfD sitzen zu müssen. Hauptsächlich ging es in dem Plenum um die Frage der Sicherheit, und – für die AfD und die CDU anscheinend ein starkes Problem – die Frage der Unisex-Toiletten.

Dadurch, dass Matthias Kollatz-Ahnen die meiste Zeit von der Besuchertribüne aus gesehen rechts vom Präsidenten saß, hatte er nur ganz kurz beim Mittagessen Zeit für mich. Da ich nicht wirklich Fragen an ihn hatte, erklärte er mir, was er als Finanzsenator alles für Aufgaben hat. Dabei bekam ich zum Beispiel mit, dass er mit noch einer anderen Senatorin dafür gesorgt hatte, dass ein Flüchtlingsheim in einer Turnhalle aufgelöst wurde und in ein angemessenes Gebäude umverlegt wurde. Da  Matthias Kollatz-Ahnen so wenig Zeit hatte, haben wir ausgemacht, dass ich ihn mal in seinem Wahlbüro besuche, damit wir uns ein bisschen mehr unterhalten können.

Diese Erfahrung würde ich auf jeden Fall allen weiterempfehlen, die wissen wollen, wie genau so ein Plenum und die Arbeit eines Politikers aussehen.

 

Eva

 

Eindrücke meines Minipraktikums am 25.01.17 im Abgeordnetenhaus Berlin

 

Von Josy

Am Samstag, den 21.01.2017, fand die 7. „Wir haben es satt!“-Demo statt. Groß und Klein versammelten sich, um mit Fahnen, selbstgemalten Schildern, Trillerpfeifen und Trommeln auf ihre Botschaft aufmerksam zu machen. Sie wollen und fordern eine faire und naturnahe Landwirtschaft. Frei nach dem Motto der ABL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.) : „Power to the Bauer“.

Laut Veranstalter kamen 18.000 Menschen. Und um dem noch einen drauf zu setzten, kamen noch rund 130 Traktoren aus ganz Deutschland. Denn diese Demo war nicht nur für Verbraucher, sondern auch für Erzeuger. Hand in Hand wollten sie so zeigen, dass nur eine bäuerliche Landwirtschaft die Menschen mit gesunden und bezahlbaren Lebensmitteln versorgen kann.

Der Umzug:

Zu Einstimmung hielten unter anderem der Vorsitzende des BUNDs Hubert Weigert und viele andere eine Rede und stellten erste Forderungen an Politik und auch an die Verbraucher, denn der Kassenzettel wird hier als Stimmzettel gesehen.

Wer spontan kam und noch kein Schild oder Fahne hatte, konnte sich an zahlreichen Ständen schon zu Beginn der Veranstaltung eindecken.

Den Auftakt des Umzugs der Demo bildeten die rund 130 Traktoren, die mit Schildern geschmückt als erste los durften, begeistert hupten und die Menge anheizten. Sprüche wie: „Minister Schmidt, sei nicht so matt – wir kriegen sicher alle satt“, „Rogge‘n‘Roll“ und „Lasst die Konzerne in weiter Ferne – pflanzt Kleegras und Luzerne!“ zeigten die Bauern ihren Unmut und ihre Forderungen für eine gerechtere Landwirtschaft.

Von Josy

Immer häufiger in den Medien und auch auf Instagram und Co. sieht man den Trend und die Bewegung „zero waste“. Aber was ist  das eigentlich und wie verringert man ohne viel Aufwand seinen Plastikmüll bzw. Müll allgemein?

Seit Kurzem beschäftige ich mich selbst intensiv mit dem Thema - seitdem ich mein Freiwilliges Ökologisches Jahr an der Ostsee mache. Ich ertrage einfach die Müllberge am Strand und auch die Reste im Wald nicht mehr! Und was liegt da näher, als erstmal bei sich selbst etwas zu ändern?

Schon seit ein paar Jahren finde ich das Thema interessant. Das kam damals vor allem durch Lauren Singer die ich bei Galileo gesehen hatte. Sie zeigt den Menschen auf ihrem Blog „Trash is for Tossers“ (http://www.trashisfortossers.com/), wie du und ich mit einfachen Schritten Müll vermeiden können. Am Anfang dachte ich, dass es viel zu kompliziert sei und habe nur beim Nötigsten gespart: Einkaufstasche statt Tüte, kein verpacktes Obst und Gemüse, schlichtweg also nur beim Essen. Doch vor ein paar Monaten hat es Klick gemacht. Damit unsere Erde nicht komplett in Müllbergen versinkt, müssen wir dringend etwas ändern. Und deshalb möchte ich euch ein paar Tipps mit auf den Weg geben, kleine Sachen, die jeder ohne viel Aufwand ändern kann.

 

VON ANNI

 

Ich hatte das Glück als eine von zehn Jugendlichen unter 18 Jahren zu einem Minipraktikum bei einer/einem Abgeordneten aus der Partei meiner Wahl zugelassen zu werden. Ich entschied mich für Bündnis 90/Die Grünen und durfte nun Berlins jüngste Abgeordnete, June Tomiak, an ihrem normalen Arbeitstag im Abgeordnetenhaus in Berlin-Mitte begleiten.

Am 13. Dezember 2016 fand der Praktikumstag statt. Ich wurde in der riesigen Eingangshalle von June Tomiaks Sekretärin empfangen, die mich durch das Gebäude führte und mir zu vielem etwas erklärte. Sie zeigte mir, wo die verschiedenen Fraktionen (Vereinigung von Mitgliedern einer Partei) ihren Sitz und ihren Fraktionssaal haben. Was ich besonders interessant fand, war der Plenarsaal, in dem einmal pro Woche eine Plenarsitzung stattfindet. In dieser versammeln sich dann alle Fraktionen (SPD, CDU, DIE LINKE, BÜNDNIS 90/Die GRÜNE, AFD und FDP), um über Themen zu diskutieren und gemeinsame Kompromisse zu finden. Jede Fraktion hat eine genaue Anzahl an Sitzplätzen und ihr wird ein bestimmter Rang zugeteilt.

 

Immer wieder sieht man Bilder von Tieren, die in kleinen Boxen in ihren eigenen Fäkalien liegen. Monokulturen so weit das Auge reicht. Und trotz des ganzen Überflusses hungern Millionen von Menschen. Das kann doch nicht richtig sein. Ihr wollt was ändern? Dann geht zur „Wir haben es satt“-Demo am Samstag.

 

VON JOSY

Am Samstag, dem 21. Januar, findet in Berlin am Potsdamer Platz die siebte „Wir haben es satt“- Demo statt. Um 12 Uhr startet dort die Auftaktkundgebung und dann geht es los. Ziel: Das Brandenburger Tor. Zu Fuß oder zu „Trecker“, denn ja, es gibt eine Treckerumzug!

Bei dem Umzug durch die Innenstadt wird lauthals auf wichtige Themen aufmerksam gemacht: Bauernhöfe statt Agrarindustrie, gesundes Essen statt Umweltverschmutzung und Tierleid, Demokratie statt Konzernmacht! Auch Organisationen wie NABU, BUND oder auch Peta sind vor Ort.

Am Brandenburger Tor angekommen gibt es dann eine Abschlusskundgebung und ein Konzert. Hier könnt ihr die Demo beim Supp‘N Talk ausklingen lassen. Des Weiteren gibt es Stände von vielen unterschiedlichen Organisationen, bei denen ihr euch informieren und nette Leute kennlernen könnt.

 

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Wünscht ihre euch bezahlbare und gesunde Lebensmittel für euch und die Welt, einen gerechten Welthandel und Zugang für alle zu Nahrung, Wasser, Saatgut, Land und Bildung oder seid ihr für bäuerliche und ökologische Landwirtschaft, regionale Produkte, Artgerechte Tierhaltung und Tierechte, gegen Gentechnik? Kurzgesagt: Seid ihr für Umweltschutz und eine Welt ohne Hunger?

Dann kommt vorbei mit Schildern, Flaggen, Trillerpfeifen oder Megafonen und zeigt eure Meinung. Denn auch ihr könnt was verändern und der erste Schritt zu einer guten Welt ist immer, erst bei sich etwas zu ändern.

Wie ihr hinkommt, der Ablauf und viele weitere Informationen findet ihr unter: www.wir-haben-es-satt.de

 

Am 16. Januar öffnete die jährliche Ausstellung des Jugendforums „denk!mal '17“ im Berliner Abgeordnetenhaus ihre Tore. Thema ist der Gedenktag für die Opfer des  Nationalsozialismus. Der besondere Fokus liegt dieses Jahr auf Homosexuellen. jup!-Redakteurin Sina war vor Ort und hat sich die von Kindern und Jugendlichen erstellten Ausstellungsstücke angeschaut.

 

VON SINA

 

„Alles was auch nur im entferntesten mit Nationalsozialismus zu tun hat, kommt rein“, erzählt mir Projektleiterin Talita Gergely. Tatsächlich sind es sehr vielfältige Projekte, die am ersten Ausstellungstag auf mich warten. Projekte, die thematisch rein gar nicht weit entfernt waren. Im Gegenteil  Projekte, die den Nagel auf den Kopf treffen. Projekte, von denen man gar nicht meinen mag, sie stammen von jungen Menschen. Es sei sehr wichtig, dass sich gerade Jugendliche, die entfernteste Generation, mit dem Thema beschäftigen. Nicht nur um zu gedenken, sondern auch zu prävenieren.

Wenn man das Casino des Berliner Abgeordnetenhauses betritt, kommt man zuerst in einen kleinen Vorraum. Eher unscheinbar, denke ich mir, zu unscheinbar. Doch schaut man genauer hin, sieht man - im wahrsten Sinne des Wortes - die Gedanken von Schüler*innen, welche sich zum Projekt eine ausdrucksstarke Nachricht überlegt haben. Auffällig ist zuerst das Wort Rassismus. Rassismus und Nationalsozialismus. Passt zusammen, aber das kann doch nicht das Einzige sein, finde ich. Es muss mehr sein. Und das ist es.

Gemeinsam mit Frau Gergely betrete ich den Hauptausstellungsraum. Dort wird man mit mehr als nur Rassismus konfrontiert. Propaganda, Rebellen, Hierarchien außerhalb einer ethnischen Ansicht. Man bedenke: Es sind Werke von Kindern und Jugendlichen. Die Jüngsten sind gerade acht Jahre alt und haben sich oftmals innerhalb ihrer Klasse damit auseinandergesetzt. Ich frage mich, was in so einem Kinderkopf vorgeht? Wie sie darauf gekommen sind? Nur ein Schulprojekt? Oder gibt es bei einigen sogar biografische Bezüge? Ob sie wissen,  was für eine Aussagekraft ihre Notizen in einem ausgestellten Tagebuch haben?

 

 

"Qual der Wahl oder auch Leben im Überfluss" by Abdu Baack

 < 10. QUAL DER WAHL ODER AUCH LEBEN IM ÜBERFLUSS > 

 

 

"YOUNG THUG LIFE" by Abdu Baack

 < 1. YOUNG THUG LIFE > 

Der US-Wahlkampf ist vorbei, Trump wird Präsident und keiner kann's fassen. Doch was erwartet uns jetzt?

 

Ein Kommentar von Lucas Niño.

Anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 veranstaltet das Abgeordnetenhaus von Berlin bereits zum 14. Mal das Jugendforum denk!mal.

Jugendliche und junge Erwachsene sind aufgerufen, sich mit ihren Projekten zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus einzubringen und so die Schicksale der Opfer nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

 

Was ist das Jugendforum denk!mal? 

Im September hat Berlin das Abgeordnetenhaus gewählt. Die Koalitionsverhandlungen sind noch in vollem Gange und die Parteien verständigen sich gerade auf Themen und Inhalte des Koalitionsvertrages im neuen Parlament. Welche Parteien stellen die neue Regierung? Wer sind die neuen Vertreter und Gesichter der Regierungsparteien? Welche Aufgaben hat ein Abgeordneter? Diskutieren die Abgeordneten den ganzen Tag? Wie wird man Politiker?

Die Ansprüche an Politik und ihre Vertreter sind zahlreich. „U18 – die Wahl für Kinder und Jugendliche“ will Dich einladen, nach der Wahl jetzt auch die politischen Vertreter kennenzulernen. Du bekommst die Möglichkeit im Rahmen eines Minipraktikums einen Abgeordneten der Regierungspartei einen Tag lang zu begleiten und deine Erlebnisse mit den jungen Menschen in der Stadt über jup! – das Jugendportal von Berlin – zu teilen.

Meine Eindrücke aus der Politik Orange Jugendredaktion.

 

VON ABDU

 

Erster Treffpunkt der Redaktion ist in einem Hostel in der Nähe der Heinrich-Heine-Straße. Die meisten der Redaktionsmitglieder kommen eben nicht aus Berlin und kommen hier unter. Das Hostel ist durchschnittlich, reicht aber aus. Da ich letzter war wurde ich natürlich bei der Ankunft besonders genau angeschaut. Dazu kam, dass ich schonmal frischer aussah, da ich am Abend davor bei einem Freund war und Gemeinschaftsspiele gespielt haben, was ich übrigens jedem empfehlen kann, und der Abend etwas länger ging. Bereits zu diesem Zeitpunkt haben die anderen einen sehr netten Eindruck auf mich gemacht. Nachdem die „Nicht-Berliner“ ein Zimmer zugewiesen bekommen haben, ging es dann auch schon los Richtung BCC.
Die Gruppe ist nett, alles junge motivierte Freizeitjournalisten, die sich eventuell in der Zukunft vielleicht mal vorstellen können, etwas in die Richtung auch beruflich zu machen, aber nicht jeder und auch nicht absolut sicher. Zwanzig Minuten müssen wir laufen, man kommt schnell ins Gespräch.
Das BCC sieht von außen sehr schlicht und unauffällig aus. Man kann es leicht übersehen, wenn man es nicht kennt. Ich finde es sehr aufregend, mal in einer anderen Jugendredaktion zu arbeiten. Man lernt interessante neue Leute und neue Arbeitsweisen kennen. Der Sonntag besteht aus reiner Vorbereitung. Man macht sich mit seinem Team und seinen Aufgaben vertraut und sucht sich gegebenenfalls auch schon Themen raus, zu denen man Content produzieren möchte. Wir sind bis 18:30 im BCC sowohl der Fotograf Jonas als auch die Videoredaktion inklusive mir bricht danach zur inoffiziellen Eröffnung des Zeitungskongresses, in eine Galerie in der nähe vom Rosa-Luxemburg-Platz auf.
Dort treffe ich auf eine zutiefst interessante, aber für meine Zukunft keine erstrebenswerte, neue Welt. Gäste sind Verleger und Journalisten, denen es offensichtlich nicht an Geld mangelt. Die Uniform des Abends ist für die Männer ein schicker Anzug, die Frauen haben sich im Konsens für ein schickes Abendkleid entschieden. Zu trinken gibt es, neben dem standardmäßig angebotenen Prosecco, Weißwein und Sekt, Bierr und Limo. Essen gab es super leckeren Truthahn-Burger. Wenn einem solche Veranstaltungen gefallen, bitte. Mir war die Veranstaltung gestern bei Weitem zu steif. Der Altersdurchschnitt lag bei über 40 vermutlich, weshalb wir nicht nur wegen unserer unpassenden Kleidung auffielen. Alles in allem war der erste Tag jedoch ein sehr schöner und interessanter Tag. Ich habe viele neue Eindrücke und Kontakte gesammelt und freue mich auch schon auf morgen.

Bist DU auch Erstwähler*in? 

Warum gehst DU wählen? Schick' uns dein Foto und ein kurzes Statement!

 

Was ist toll am Wedding? Was stört? Was muss verändert werden? Das Projekt „Check den Wedding!“ ist diesen Fragen nachgegangen. Ziel war es, zu erfahren, wie junge Menschen den Wedding empfinden, ob vorhandene Angebote der Jugendhilfe genutzt werden und welche Verbesserungsmöglichkeiten es gibt. Herausgekommen ist viel mehr.

 

Maude Fornaro ist als Stadtteilkoordinatorin für die Kinder- und Jugendbeteiligung  in Gesundbrunnen verantwortlich. Im letzten Jahr bekam sie vom Jugendhilfeplaner Marcus Lehmann den Auftrag, die Wünsche, Bedürfnisse und Interessen der jungen Menschen zu erfassen, um diese in der Jugendhilfeplanung berücksichtigen zu können. Und das alles unter der Mitarbeit von Kindern und Jugendlichen. Herausgekommen ist das Projekt „Youthteam-Check den Wedding!“, das von STARK gemacht! Jugend nimmt Einfluss (Jugenddemokratiefonds Berlin) gefördert wurde.

Der Startschuss für das Projekt „Youthteam-Check den Wedding!“ fiel im März 2016. Von da an hieß es für die Projektleiterin: Kooperationspartner finden und Mitmach-Aufrufe starten. Von Beginn an dabei war das Team und die Mädchen des Jugendclubs MÄDEA: Aufgeweckte junge Damen, die das Projekt als Hauptpartner mitgestaltet haben. Weitere Unterstützung gab es von den Grundschulen aus der Umgebung und dem Jugendclub Badstraße.

 

„Was gefällt euch am Wedding? Was stört euch?“ – eine Straßenumfrage

Im ersten Schritt führten die Jungen und Mädchen eine Umfrage durch. Ausgestattet mit Fragebögen zogen sie in kleinen Gruppen durch die Straßen im Wedding/Gesundbrunnen und befragten andere Kinder und Jugendliche, was ihnen am Wedding gefällt, was sie stört und was sie sich für ihren Kiez wünschen.

Viele Heranwachsende mögen ihren Stadtteil und haben viel Spaß im Gesundbrunnen Center und auf den Spiel- und Fußballplätzen. Jedoch wünschen sich viele der Befragten sauberere Parks und Spielplätze, mehr Beleuchtung auf den Fußwegen und das Zurückschneiden von großen Gebüschen sowie viel mehr Freizeitangebote im Kiez. Auch ein respektvollerer Umgang der Kinder und Jugendlichen untereinander wurde genannt. Zudem fürchten sich einige vor den Alkohol trinkenden Menschen in den Parks oder vor und auf den Spielplätzen. 

Insgesamt wurden bei der Peer-to-Peer-Befragung in Freizeiteinrichtungen, Schulen und im öffentlichen Raum über 500 Fragebögen ausgefüllt. Eine Zahl, auf die die Mädchen und Jungen stolz sein können.

Die Bonner Firma „true fruits“ hat in den letzten Tagen viel Kritik einstecken müssen für ihre Werbeplakate. Diese wurden teilweise auch verboten. Im folgenden Text erkläre ich, warum ich die Kritik für inkonsequent halte.

 

Ein Kommentar von Abdu Baack

 

Kurze Erklärung der Situation

Die in Bonn ansässige Firma „true fruits“,welche 2006 von drei Freunden gegründet wurde, sich mittlerweile um 21 Leute vergrößert hat und übrigens auch zu den Smoothie-Marktführern in Deutschland gehört, hat seit circa einer Woche eine Werbekampagne für ihre Smoothie-Produkte am Laufen, welche für viel Aufsehen sorgt. In zwei Städten wurden bereits partiell Plakate verboten. In München drei der vier Plakate. Aufstellen darf „true fruits“ dort nur noch das „Besamt und befruchtet“-Plakat. Durch einen rechtlichen Trick kann die Firma die restlichen Plakate jedoch trotzdem aufstellen. Indem dafür private Grundstücke genutzt werden, wird es den Münchnern möglich gemacht, Sätze wie „Oralverzehr – schneller kommst du nicht zum Samengenuss“, „Bei Samenstau schütteln“ und „2 Samenspender aus gutem Hause“  zu lesen.

Am 14. Juli fand in Lichtenberg eine Kinder-Bezirksverordnetenversammlung (BVV) statt. 60 Fünftklässler*innen von der Brodowin-Grundschule, von der Grundschule am Roederplatz und der Selma-Lagerlöff-Schule waren vor Ort und stellten ihre Ideen und Lösungsvorschläge für ein besseres Leben in Lichtenberg vor.

 

ein Text von Anne

 

Die Vorbereitung: Zukunftswerkstatt aus Klage, Utopie und Umsetzung

Erarbeitet wurden die Vorschläge und die dazugehörigen Plakate in einem dreitägigen Workshop, der von Mitarbeiter*innen der ver.di Jugendbildungsstätte Berlin-Konradshöhe e.V. durchgeführt wurde. Zu Beginn der Workshops konnten sich die Kinder Kleingruppen und Fraktionen zuordnen. Jede Gruppe durchlief eine Zukunftswerkstatt, die aus einer Klagephase,  einer Utopiephase und anschließenden Überlegungen zur Umsetzung bestand.

Außerdem wurden Ausschüsse gebildet, die sich mit den Themen beschäftigen, die den Kindern am wichtigsten waren. So setzten sich die Kinder in den Ausschüssen Gerechtigkeit, Schule/Freizeit, Verkehr, Umwelt und Sicherheit/Frieden mit Problemen, ihren Wünschen und Lösungsmöglichkeiten auseinander, gestalteten Wandplakate, dachten sich Rollenspiele aus und übten die Präsentation ihrer Ergebnisse.

 

Der große Tag der Kinder-BVV

Der eigentliche Tag der Kinder-BVV begann im Rathaus Lichtenberg. Begrüßt wurden die Kinder von Manuela Elsaßer, der Koordinatorin für Kinder- und Jugendbeteiligung in Berlin-Lichtenberg. Nach einer kurzen mündlichen Einführung stellte sie anhand einer Schautafel kurz die Mitglieder des Bezirksamtes vor. Dazu zählen die Bezirksbürgermeisterin Frau Birgit Monteiro und die Bezirksstadträt*innen Dr. Andreas Prüfer, Kerstin Beurich, Dr. Sandra Obermeyer und Wilfried Nünthel.

Doch es sollte nicht bei dem Vortrag bleiben, eine kleine Rathausführung mit Dachbodeneroberung und Besichtigung des Trauzimmers stand auf dem Programm. Innerhalb weniger Sekunden hatten die Kinder ihre Handys gezückt und machten fleißig Bilder von dem alten Gebäude. Das Standesamt im Erdgeschoss war für sie nicht weniger beeindruckend. Frau Elsaßer führte zwei Spaßhochzeiten durch und die Kinder waren begeistert. Das Trauzimmer an sich war bereits sehr beeindruckend, Holzvertäfelungen und Blattgold an der Decke zierten den Raum.

Danach zog die Gruppe weiter in die Aula der Max-Taut –Schule, wo schon alles für die Kinder-BVV aufgebaut war:  die Schaubilder hingen an Stellwänden, die Stühle waren aufgereiht und die Kameras aufgebaut. Neben den betreuenden Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen waren auch einige Eltern und Verordnete der Erwachsenen BVV gekommen, um sich die Präsentationen der Kinder anzuschauen.

 

„Ich erkläre hiermit die Kinder-BVV für eröffnet.“

Eröffnet wurde die Kinder-BVV vom Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung, Herr Rainer Bosse, der die Kinder freundlich begrüßte und die drei anwesenden Bezirksstadträt*innen und die Bürgermeisterin des Bezirks Lichtenbergs vorstellte. Anschließend stellte jeder Ausschuss seine Ideen und Wünsche vor.

 

Ausschuss „Gerechtigkeit“

Den Anfang  machte die Gruppe „Gerechtigkeit“.  Sie führte u.a. ein kleines Rollenspiel passend zum Thema auf. Die Szene zeigte zwei Menschen, von denen einer ausländerfeindliche Sprüche äußerte. Im zweiten Durchlauf zeigten die Schüler*innen, wie man mit solch einer Situation umgehen sollte: Sie kritisierten die ausländerfeindlichen Aussagen und starteten eine Diskussion mit dem Aggressor.

Auch die vielen Obdachlosen in Berlin wurden von den Kindern thematisch aufgegriffen. So möchten sie ein Fest für Obdachlose veranstalten, um damit auf die Zustände aufmerksam zu machen und den Betroffenen zu helfen.

Einigkeit herrschte bei dem Schlussappell der Politiker*innen, die sich an dem  Politiker*innenparcours am 30. Juni 2016  in der Carl- von- Ossietzky-Schule (Gemeinschaftsschule) in Kreuzberg beteiligten. Ihnen allen war die Motivierung der Schüler*innen, sich an der Wahl zum Abgeordnetenhaus bzw. zur Bezirksverordnetenversammlung als auch an der U18-Wahl zu beteiligen,  sehr wichtig. Vorausgegangen war ein Austausch zwischen den ca. 70 Schüler*innen der Sek II und den Politiker*innen auf Augenhöhe. An diesem nahm Annika Klose von den Jusos, Roman-Francesco Rogat von den Jungen Liberalen, Christoph Brzezinski von der Jungen Union, June Tomiak von der Grünen Jugend und Therese Lehnen von der Piratenpartei teil. Leider fehlte der angefragte Vertreter der Linksjugend.

In kleinen Gesprächskreisen stellten die Schüler*innen jeweils einem/r  Vertreter*in der Parteien ihre Frage.  Alle Schüler*innen hatten sich zuvor in ihrem jeweiligen PW-Kurs mit dem Wahlsystem, den Positionen der Parteien auseinandergesetzt und jeweils einem Themengebiet intensiv vorbereitet. Dementsprechend gab es fünf verschiedene Themenkreise: Miete und Wohnungsbau; Arbeit und Soziales; Bildung; Innere Sicherheit, Datenschutz und Umwelt; Zuwanderung und Integration.  Nachdem jeweils ein/e Politiker*in den Schüler*innen 15 Minuten Rede und Antwort gestanden hatte, rotierte diese/r weiter zur nächsten Themenrunde. Vertreter*innen der Kurse blieben in ihren Themenkreis sitzen, um den/r nächsten Politiker*in Fragen zu stellen und die Antworten zu protokollieren, während alle anderen frei wählen konnten, ob sie einer/m Politiker*in folgen  oder einfach alle Themenrunden einmal durchlaufen.

"Politik interessiert mich nicht. Ist eh egal, was ich sage. Als ob das irgendeinen Politiker interessiert!" Das sind Aussagen, mit denen ich täglich konfrontiert werde, wenn es um das Thema Politik geht. Viele Jugendliche in meinem Alter äußern Frustration statt Engagement. Doch dem versucht die deutsche Politik mit dem Programm 'It's your Choice!' entgegenzuwirken Dort besuchen Politiker*innen Berliner Schulen und stellen sich den Fragen der Jugendlichen. So will man den Dialog ermöglichen und uns jungen Menschen die Chance geben, uns an Politik zu beteiligen.

Ein Text von Anne

 

Was ist "It’s your choice"?

Das Projekt wird wie folgt beschrieben: “Die 'It’s Your Choice'-Tour ist eine Initiative der Deutschen Schulmarketing Agentur, DSA youngstar. Sie wurde ins Leben gerufen, um jungen Wählerinnen und Wählern zu beweisen, dass Politik sie direkt betrifft und deshalb alles andere als langweilig ist. Das Konzept bringt junge Politikerinnen und Politiker direkt in die Schulen. Sie stehen dort der  Schülerschaft Rede und Antwort. Das Format der Diskussion ist bewusst offen gehalten – das gibt den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die jungen Politikerinnen und Politiker mit eigenen Fragen zu löchern.“ (its-your-choice.net)

 

Eröffnung der "It’s Your Choice“ - Schultour in Neukölln

Fast 300 Schüler*innen versammelten sich im OSZ Informations- und Medizintechnik, um sich an der Diskussion mit den Politiker*innen zu beteiligen.
Geladen waren Clara West (SPD), Robbin Juhnke (CDU), Benedikt Lux (Die Grünen), Wolfgang Albers (Die Linke), Simon Kowalewski (Piraten) und sogar Herr Wieland, der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses. Dieser eröffnete auch die Diskussion mit einer kurzen Rede, danach übernahm auch schon einer der Schüler das Mikrofon.

Ich persönlich fand es sehr angenehm, dass ein Schüler selbst die Rolle des Moderators übernahm, das lockerte die Stimmung etwas auf und senkte auch die Hemmungsschwelle der Jugendlichen. Schließlich traut sich nicht jeder, eine Frage an einen Politiker zu stellen und das auch noch vor all seinen Klassenkameraden.
Der Moderator bat die Gäste, sich kurz vorzustellen. Diese erzählten neben ihrem Namen und Alter auch kurz, wie sie zur Politik gekommen sind.

Als Hauptthemen standen das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo) und die deutsche Drogenpolitik an. Ein kurzes Brainstorming ermöglichte es den Schüler*innen jedoch, weitere Themen einfach in den Raum zu rufen. Dabei kamen Themen wie TTIP, Ceta, der neue Berliner Flughafen und die Zukunft Deutschlands in Europa auf.

Damit die Jugendlichen auch aktiv an der Diskussion teilnehmen und ihre Meinung zu dem Gesagten äußern konnten, lagen auf jedem Stuhl 'Dafür'-und 'Dagegen'-Karten. So erhielt man als Zuschauer und natürlich auch die Politiker*innen einen Eindruck, bei welchen Themen die Jugendlichen ihnen zustimmten oder anderer Meinung waren.

Dieser und anderen Fragen geht die Demokratiekonferenz am 15. Juni von 09.15 Uhr bis 14 Uhr im Rathaus Charlottenburg auf den Grund.

 
Du kommst aus Charlottenburg-Wilmersdorf und dich interessieren Fragen wie ,, Ist meine Stimme überhaupt etwas wert?" oder ,,Wie werden Wahlprogramm ersrellt?", dann ist die Demokratiekonferenz zum Thema Berlin-Wahlen genau richtig für dich. Neben ein, zwei Inputs zum Thema Wählen kannst du dich selbst an Stationen ausprobieren und zum Beispiel mit Jungpolitikern über die Themen, die dir am Herzen liegen, diskutieren oder eigene Wahlprogramme schreiben. Außerdem steht der Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf Reinhard Naumann Rede und Antwort.
 
Anmelden kannst du dich bei Herrn Leon Friedel per E-Mail pfd-cw@stiftung-spi.de oder Telefon (030) 9029-12516. Dort bekommst du auch weitere Informationen!

Gesellschaftliche Veränderungen, insbesondere durch eine verstärkte Zuwanderung, erzeugen in großen Teilen der Bevölkerung Verunsicherung und Ängste und verändern das gesellschaftliche Klima in Deutschland merklich. Während sich viele Bürger und Bürgerinnen aktiv für Flüchtlinge und gegen Extremismus einsetzen, erstarken gleichzeitig radikale Kräfte bis in die Mitte der Gesellschaft. Dabei bleibt Rechtsextremismus eine Herausforderung für unser demokratisches Zusammenleben. Aber auch islamistischer Extremismus wird in der Gesellschaft präsenter und kann eine wachsende Anziehungskraft gerade auf Jugendliche entfalten.

Neben dem Staat sind zivilgesellschaftliche Initiativen gegen Rechtsextremismus und islamistischen Extremismus von großer Bedeutung. Dabei spielt das Engagement von Jugendlichen eine besonders wichtige Rolle. Ihr Interesse an Politik wächst und sie entwickeln eine eigene Haltung zu gesellschaftlichen Diskursen. Sie sind dabei verstärkt im Internet aktiv und liken, teilen und informieren sich dort.

Daher fördern wir das Engagement von Jugendlichen, die sich gegen die Entwicklung extremistischer Strömungen in unserer Gesellschaft engagieren und ein sichtbares Zeichen gegen Extremismus setzen wollen - offline wie online.

Wer sich bewerben kann:

  • Gemeinnützig organisierte Jugendgruppen, wie zum Beispiel Jugendhäuser, Schulklassen, religiöse Organisationen oder andere Initiativen und Vereine aus ganz Deutschland.
  • Die Jugendlichen sollen zwischen 16 und 23 Jahren alt sein.
  • Das Projekt muss von und mit den Jugendlichen gemeinsam entwickelt und umgesetzt werden.
  • Die Mindestlaufzeit der Projekte sollte drei Monate inkl. Vor- und Nachbereitung betragen; Einzelveranstaltungen sind damit aus der Förderung ausgeschlossen.
  • Es kann eine Förderung von 1.000 bis maximal 15.000 € beantragt werden.
  • Bewerbungen sind bis zum 15.01.2017 möglich.

 

Quelle und mehr Infos unter bosch-stiftung.de

„Kinderrechte“ dieses Wort kennt jeder, doch was steckt eigentlich dahinter? Anlässlich des Internationalen Kindertags bin ich dieser Frage nachgegangen. Denn der 1. Juni ist nicht nur ein Feiertag für Kinder. Er ist zugleich ein politischer Tag, an dem die Bedürfnisse von Kindern in das öffentliche Bewusstsein rücken sollen. 

 

„Kinderrechte“ damit werden im Allgemeinen die Rechte von Kindern und Jugendlichen bezeichnet. Diese Rechte wurden weltweit am 20.11.1989 von der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben und werden bis heute von den meisten Staaten der Erde eingehalten. Diese Kinderrechte gelten für jedes Kind von der Geburt bis zu dem 18. Lebensjahr. Die Kinderrechte sind in 54 Artikeln aufgelistet.

In Deutschland sind die Kinderrechte sehr wichtig, deshalb hat wohl jeder schon einmal von ihnen gehört. Aber in anderen Ländern haben Kinder keine oder nur sehr wenige Rechte. Sie werden zum Beispiel zur Arbeit auf Feldern missbraucht und können deshalb nicht zur Schule gehen. Um dieses zu vermeiden gibt es die Kinderrechte.

Am 17. Mai war eine ganz besondere jup!-Redaktionssitzung: Die Berliner Jugend- und Bildungssenatorin Sandra Scheeres besuchte die Jugendlichen, lernte sie kennen und sprach mit ihnen über ihre Arbeit in der Jugendredaktion. Außerdem stand sie jup!-Redakteur Janik Emil im Interview Rede und Antwort. Du willst wissen, wie Frau Scheeres' Arbeit als Senatorin aussieht, wen sie gern einmal selbst interviewen möchte und ob sie  eher mit einem Bierbauch oder einem Doppelkinn leben könnte? Schau' es dir an!

Unter dem Motto „JUGEND WÄHLT BERLIN” hat der Landesjugendring eine Kampagne im Vorfeld der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus gestartet. Mit monatlichen Forderungen macht der Landesjugendring deutlich, wo die Politik für eine kinder- und jugendfreundliche Stadt dringend nachbessern muss. Die Themen reichen von besseren Chancen für junge Geflüchtete und von Armut bedrohten Kindern und Jugendlichen bis zu einer besseren Anerkennungskultur von ehrenamtlichem Engagement und Interessenvertretungen junger Menschen. Jede Forderung wird mit konkreten Beispielen aus der Jugendverbandsarbeit unterstützt.

Alle Informationen gibt es unter http://www.jugend-waehlt-berlin.de/.

ein Beitrag von Abdu

 

Neukölln ist bunt, bleibt bunt und wird auch immer bunt bleiben!

 

Für den vergangenen Freitag, den 20.05.2016, kündigte die NPD Berlin eine Kundgebung in der Karl-Marx-Straße in Berlin-Neukölln an. Unter dem Motto „Überfremdung stoppen“ wollte die NPD ihre rassistische, menschenverachtende und diskriminierende Ideologie verbreiten.

Nachdem sich in den Tagen davor massig Gegenprotest ankündigte, hatte die NPD nach eigenen Aussagen bereits am Donnerstag ihre Kundgebung abgesagt. Aus Unsicherheit über die Wahrhaftigkeit dieser Aussage versammelten sich am Freitag trotzdem mindestens 200 Leute um gegen Rassismus und Diskriminierung aufzustehen. Inoffiziell wurde im Vorhinein von vier Gegendemos gesprochen, welche sich an verschiedenen Orten um die NPD-Demo positioniert hätten. Aufgrund der fehlenden NPD’ler schloss sich ein Großteil der Leute später einer Kundgebung an der Karl-Marx-Straße Ecke Herrnhuter Weg an.

Bis 19 Uhr war ich vor Ort, in der Zeit von 18 – 19 Uhr gab es politische Reden und gute Musik. Man tauschte sich aus und war froh über den kleinen, aber wichtigen Erfolg, den man an diesem Tag erzielen konnte: Denn Neukölln hat keinen Platz für Nazis und dies muss auch immer wieder bewiesen und gezeigt werden.

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Beitrag von Abdu, 20. Mai 2016

 

Das Aufkommen rechtspopulistischer Parteien und Strömungen hat in den letzten zwei Jahren stark zugenommen. Die „liberale Mittelschicht“ bricht weg und wird politisch. Leider wird sie teilweise auch rechts.

Die NPD möchte am kommenden Freitag, den 20.05.2016, ihre rassistischen und diskriminierenden Forderungen in der Karl-Marx-Straße verbreiten. Dies darf nicht ohne Protest hingenommen werden. Denn egal wo Rechte ihre Parolen und Propaganda verbreiten, muss sichtbar sein, dass wir als Gesellschaft weltoffen, tolerant und hilfsbereit sind und uns nicht von Hetze spalten lassen.

Unter dem Motto „Neukölln bleibt bunt: Rassistische Hetze stoppen! Geflüchtete willkommen: NPD-Veranstaltung verhindern!“ ruft das Bündnis Neukölln zum Gegenprotest auf. Als Treffpunkt gibt die NPD den U-Bahnhof Ausgang Karl-Marx-Straße/Uthmannstraße um 18:30 Uhr an. Lasst uns gemeinsam gegen diese Hetze vorgehen und trefft uns am Freitag, den 20.05.2016, um 18 Uhr am U-Bahnhof Karl-Marx-Straße.

 

Mehr Infos:

http://berlin-gegen-nazis.de/freitag-20-05-2016-neukoelln-npd-kuendigt-vortragsveranstaltung-an/

http://buendnis-neukoelln.de/2016/05/13/rassistische-hetze-stoppen-npd-veranstaltung-verhindern/

 

 

Was würdest du als Berliner Bürgermeister*in tun? Was gefällt dir gut in Berlin und was nicht? Lohnt sich Wählen gehen überhaupt? - Das und noch viel mehr würden wir in den nächsten Monaten gern mit euch diskutieren, denn im September wird in Berlin gewählt!

Hier stellen wir gemeinsam mit den U-18-Wahlen unsere "5 Fragen an..." die verschiedensten Leute.

Was ist mit dir?

Schick uns deine Antworten als Video mit dem hashtag #5Fragen über unser Instagram, Facebook, YouTube, Mail oder schreib deine Antworten als Kommentar unter diesen Beitrag

Wir sind gespannt auf eure Antworten...

Rund 2.700 Schüler*innen und Student*innen nahmen laut Polizeiangaben in Berlin am 27.04. 2016 an dem bundesweiten Schul- und Unistreik ,,Jugend gegen Rassismus“ teil.

 

ein Beitrag von Katharina

 

Was war der Grund?

Organisiert wurde dieser Streik von dem bundesweiten Bündnis ,,Jugend gegen Rassismus“, welches am selben Tag auch in Bonn, Dresden, Frankfurt/Main, Fulda, Kiel, München und in weiteren deutschen Städten Demonstrationen organisiert hatte, um ein Zeichen zu setzen. Doch Wofür?

 

Vor allem, dass sie gegen Rassismus in allen Formen sind und dass sie die bisherige Behandlung der Geflüchteten nicht gut heißen. Denn nach wie vor gibt es Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte. Hinzu kommen vermehrt schnellere Abschiebungen in vermeintlich ,,sichere Herkunftsländer“. Gefordert wurde von den Schüler*innen und Student*innen an diesem Tag vor allem offene Grenzen, freie Bildung für jeden, freie Entscheidung der eigenen sexuellen Orientierung und noch vieles mehr.

 

Wie war die Stimmung?

Geplant war der Start des Umzuges um 11 Uhr vom S- und U-Bahnhof Gesundbrunnen, aber aufgrund einiger fehlender Gruppen von den Zubringerdemos fing die Demonstration erst um 12 Uhr an. Schüler*innen des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums konnten sich nicht einer Zubringerdemo anschließen, da das Lehrerkollegium und auch Polizisten dies durch eine Blockierung des Ausgangs verhinderten.

 

Auf dem geräumigen Platz vor dem Bahnhof Gesundbrunnen standen viele Umzugswagen, aus denen laute Musik erklang, welche durchgängig während des Umzuges anhielt. Über die Lautsprecher war es zudem möglich, neue Informationen zu verbreiten. So hielt ein Jugendlicher zu Beginn der Demonstration eine kurze Rede darüber, wie super es sei, dass viele Schüler*innen vor Ort seien und erklärte darüber hinaus die Verhaltensregeln. Wenn wir beispielsweise von der Polizei festgenommen werden sollten, sollten wir nur die Angaben auf unserem Personalausweis nennen. Diese Vorstellung löste ein wenig Unbehagen bei einigen meiner Mitschüler*innen aus und es wurden die schlimmsten Szenarien ausgemalt.
Aber diese Befürchtungen bestätigten sich nicht , denn der Umzug verlief sehr friedlich.

Während wir alle von Gesundbrunnen bis zum Hauptbahnhof liefen, stellte sich ein gewisses Gefühl von Zusammengehörigkeit ein. Alle waren für eine Sache, alle waren jung und es ist selten, dass es so eine Demo gibt. Flaggen von verschiedenen linken Jugendgruppen schwenkten durch die Luft, aber auch viele selbst gemalte Schilder und Transparente waren zu sehen. Die selbst gemalten Schilder sollten vor allem ausdrücken, dass man bewusst nicht einen bestimmten Block unterstützen wollte.

So stand beispielsweise auf einem selbst gemalten Schild eines Schülers:

 

,,Zwar kannst du die AfD wählen- bist dann aber Kacke!“

 

Auch Hausbewohner unterstützten unsere Demonstration von ihren Balkons aus mit Transparenten und auch mit Luftballons, auf einem Balkon wurde sogar ein kleines Feuerwerk angezündet. Die Hausbewohner mit den Luftballons schienen auf den Umzug gewartet zu haben, denn sie holten eine riesige Plastiktüte und ließen viele bunte Luftballons in den Himmel steigen. Es wirkte so, als wären sie glücklich, dass wir Jugendlichen demonstrierten.

 

Erschöpft, aber zufrieden

Meine Mitschüler*innen und ich sind nach 13,2 km von der Demonstration weggegangen, da wir alle erschöpft waren, aber mit dem Wissen, dass wir ein Zeichen gesetzt hatten. Wir verpassten dadurch die Abschlusskundgebung am Hauptbahnhof, bei der nochmal die wichtigsten Anliegen zusammengefasst wurden.

 

 

Wie geht es weiter?

Mit dieser Demonstration wurde auch versucht, ein neues, gemeinsames Bündnis von Jugendlichen zu schaffen, die sich regelmäßig zu bestimmten Aktionen treffen wollen. Koordiniert werden diese Treffen über WhatsApp oder andere Messenger. Im Großen und Ganzen war diese Demonstration ein wichtiges Ereignis und es zeigt, dass sich die Jugend von heute doch mehr für die Politik interessiert als viele Erwachsene denken.

 

Weitere Infos findest du hier: https://refugeeschulstreik.wordpress.com/

 

Fotograf: Abdu Baack U&C Photography

Petition: Absenkung des Wahlalters bei den Berliner Abgeordnetenhauswahlen auf 16 Jahre

 

Am 18. September 2016 ist es so weit: In Berlin wird gewählt. Jedoch dürfen nur Jugendliche ab 18 Jahren ihr Kreuz bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl machen.  Eine Altersgrenze, die eindeutig zu hoch ist, findet der Landesjugendring Berlin (LJR Berlin). Gemeinsam mit Parteien und Organisationen fordert der LJR Berlin daher die regierenden Parteien zur Verfassungsänderung auf und startet eine Online-Petition.

 

In Brandenburg, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein gilt das Wahlalter ab 16 bereits auf Landesebene, nicht jedoch in Berlin. Und das, obwohl die Jugendlichen in dem Alter bereits Polizist*innen werden, in Parteien eintreten, arbeiten, heiraten und ein Testament verfassen dürfen und straf- und religionsmündig sind. In Berlin dürfen die 16- und 17-Jährigen nur bei der Wahl der Bezirksverordnetenversammlung, also der Volksvertretung auf Ebene der Berliner Bezirke, aktiv werden. Die Berliner Parteien sollen sich daher für eine Verfassungsänderung einsetzen, fordert das „Netzwerk Wahlalter 16“, dem Organisationen aus der Kinder- und Jugendpolitik sowie Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und der Piratenpartei angehören.

Um die Absenkung des Wahlalters zu erreichen, hat die Initiative jetzt eine Online-Petition gestartet, auf der Befürworter*innen den Aufruf unterstützen können.

 

Was ist eine(Online-)Petition?

Eine Petition ist laut Duden ein Gesuch bzw. ein Schreiben an eine offizielle Stelle. Sie bietet somit die Möglichkeit, mit den zuständigen Institutionen und Personen, die eine Änderung vornehmen können, in Kontakt zu treten und eine Diskussion anzustoßen. Zunehmend bedeutender wurden in den letzten Jahren Online-Petitionen.  Viele Organisationen, Plattformen, aber auch Einzelpersonen starten Online-Petitionen im Netz, um Entscheidungsträger auf ein bestimmtes Problem aufmerksam zu machen und durch eine bestimmte Anzahl von Stimmen öffentliche Meinung zu demonstrieren. Der Vorteil  von Online-Petitionen besteht darin, dass zur Unterschrift eine E-Mail-Adresse verlangt wird. So ist es möglich, mit den Unterstützer*innen wieder in Kontakt zu treten und Folgeaktionen vorzuschlagen oder über den aktuellen Stand der Petition zu berichten. Außerdem lassen sich Online-Petitionen über die sozialen Netzwerke leicht verbreiten.

 

Warum das Wahlalter absenken?

„Ob Bildungspolitik, Stadtentwicklung oder Umgang mit Geflüchteten: Jugendliche sind langfristig von politischen Entscheidungen betroffen und müssen daher mitbestimmen dürfen“, sagt Tilmann Weickmann, Geschäftsführer des LJR Berlin, der das „Netzwerk Wahlalter 16“ koordiniert. „Dürfen junge Menschen wählen, erhalten ihre Interessen mehr Gewicht in der Politik. Gleichzeitig übernehmen die Jugendlichen Verantwortung“, so Weickmann. Darüber hinaus legt das Wahlalter auch fest, wer an Volksabstimmungen teilnehmen darf. So konnten im Mai 2014 nur Personen ab 18 Jahren über die die Bebauung des Tempelhofer Feldes mit abstimmen.

Mehr Informationen und die Möglichkeit, die Petition zu unterzeichnen, gibt es hier:   www.zumlink.de/wahlalter16

 

Quellen: ljrberlin.de, change.org

Am Dienstag übergab das Kinder- und Jugendparlament Tempelhof – Schöneberg die Wahlkampfprüfsteine an die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler. Diese hatten die Mitglieder zuvor mit dem Bezirksschülerausschuss ausgearbeitet. jup! Redakteurin Anne war bei der Übergabe dabei.
 

Ein Text von Anne

 

Bevor ich euch nun von der Übergabe der Wahlkampfprüfsteine erzähle, stellt sich dem einen oder anderen die Frage:

 

Was sind Kinder- und Jugendparlamente überhaupt und wozu gibt es sie?

In der Politik entscheiden bekanntlich die Erwachsenen. Das heißt jedoch nicht, dass man nicht wenigstens versuchen kann, seine Wünsche und Ideen einzubringen. Keine Stimme bleibt ungehört.
Dafür gibt es diese Parlamente für nun schon seit über zehn Jahren: Die Kinder- und Jugendparlamente stehen stellvertretend für die Kinder und Jugendlichen in ihrem jeweiligen Bezirk.
Sie ermöglichen den Austausch mit den Politikern und machen das Mitwirken auf kommunaler Ebene möglich.

 

 

Was sind Wahlkampfprüfsteine?

Die Wahlkampfprüfsteine beinhalten die Forderungen der Kinder und Jugendlichen in ihrem Bezirk an die Landes- und Bezirkspolitik für die bevorstehende Wahlperiode 2016-2021. Die Parteien haben somit die Chance, in ihrer Politik Rücksicht auf die Wünsche der Berliner Kinder und Jugend zu nehmen.

Die Wahlkampfprüfsteine werden an die Parteien und Fraktionen im Bezirk und im Land Berlin weitergereicht.

Inhaltlich sind die Prüfsteine in Schul- (z.B. Anerkennung von Biologie als vollwertige Naturwissenschaft), Bezirks- (z.B. Sanierung der Schulen, Erhaltung von Kinder- und Jugendzentren) und Landespolitik (z.B. Wahlrecht ab 16 Jahren auf Landesebene) unterteilt.
Ich persönlich war überrascht, wie sorgfältig die Forderungen zusammengetragen wurden und eigentlich jede einzelne davon, kann ich voll und ganz nachvollziehen!
Ein Teil der Schulpolitik bestand aus der Idee, den Lehrplan für Ethik neu zu gestalten. Ein Junge beschrieb das Schulfach als „Fach in dem man nichts macht. Man erhält ein Blatt zum Judentum, ein Blatt zum Christentum, etc. und damit wüsste man ja schließlich alles über alle Weltreligionen“.  Ich war total erstaunt, denn genau das war der Fall bei mir in der Schule! Bis hin zu den Blättern zu jeder Weltreligion hat jedes Wort von ihm gestimmt!

 

Zustimmung von Frau Schöttler

Sie selbst war überrascht, dass Biologie nicht als vollwertige Naturwissenschaft zählt und konnte dies auch nicht nachvollziehen.
Ein weiterer Punkt der Schulpolitik ist die Lehrerevaluation, in welcher es den Schülern möglich werden soll, ihren Lehrern angemessene Rückmeldung zu geben und eventuelle Verbesserungsmöglichkeiten des Unterrichts anzumerken. Schöttler erzählte daraufhin von ihrer Kindheit, wie ihre Klasse mit einem Lehrer total gut auskam, eine andere Klasse jedoch gar nicht. Sie gestand, dass sie das Konzept als sehr sinnvoll empfand.

Schließlich fragte Bezirksbürgermeisterin Schöttler alle Beteiligten nach ihrer Erwartungshaltung. Es sei schließlich klar, dass man alle Forderungen nicht in der Politik der nächsten Woche wiederfinden könne.
Daraufhin antwortete ein Junge, dass man lediglich Impulse für die nächsten Wahlen geben möchte, man wolle lediglich gehört werden!

Ich finde, dass diese Aussage die ganze Übergabe sehr gut beschreibt. Letztlich hat das Kinder- und Jugendparlament keinen direkten Einfluss auf die Politik und kann lediglich hoffen, dass man ihre Ideen hört und eventuell einbringt.

Ihr habt Lust, ein Teil des Kinder- und Jugendparlaments zu werden?  Dann schaut einfach oben rechts in die Infobox, dort findet ihr alle Kontaktdaten.

Falls ihr euch alle Wahlkampfprüfsteine durchlesen wollt, findet ihr sie hier (PDF-Download)!

Um den 8. März herum fanden bundesweit feministische und antirassistische Demos zum Frauenkampftag statt. Wir waren für euch vor Ort und haben den Berliner und Kölner Feminismus unter die Lupe genommen.

 

Text und Bilder von Abdu und Lucas
 

 

“... gemeinsam Grenzen einreißen…!” - Berlin

 

Am Sonntag, den 6. März 2016, haben sich nach Aufruf feministischer Vereine, trotz des andauernden Regens, ca. 1000 Personen am Rosa-Luxemburg-Platz vor der Volksbühne versammelt, um die Emanzipation von Frauen, Homo- und Transsexuellen weiter voranzutreiben. Unter dem Motto “Gemeinsam Grenzen einreißen!” liefen sie quer durch Berlin bis zum Oranienplatz. Die entspannte Atmosphäre nutzten viele Demoteilnehmer*innen zum Austausch politischer Ideen und Meinungen. Es kam zu keinerlei Ausschreitungen oder Gegenaktionen/-demonstrationen.

Inhaltlich wurde die Demo von verschiedensten Redner*innen gestaltet. Immer wieder wurde klar gemacht, dass Feminismus und Rassismus widersprüchlich sind und es keinen Platz für Alltagsrassismus gibt. Oft gab es schärfste Kritik an der AfD und ihrem intoleranten Blick auf die Sexualität und das Recht auf Abtreibung. Besonders warnten die verschiedenen Redner*innen vor der Instrumentalisierung der Frau für rechte Propaganda. So nutzen rechte Parteien immer wieder die Vorfälle der Silvester Nacht in Köln und anderen Städten, um reißerischen Wahlkampf zu betreiben.

 

Ein Wettbewerb der bpb für junge Projekte gegen rechts!

Aktuell muss sich die Demokratie so einigen Herausforderungen stellen: Antidemokratische Parolen, die nicht nur von Rechtsextremisten stammen, schüren Fremdenfeindlichkeit und stellen die Demokratie in Deutschland und der EU auf die Probe. Aus diesem Grund lautet das Motto des achten Jugenddemokratiepreises der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb): "Hier geht es nicht mit rechten Dingen zu!".

Der mit 3.000 Euro dotierte Preis zeichnet ein Projekt aus, das sich in herausragender Weise für Demokratie oder Demokratisierung einsetzt und somit ein Zeichen gegen rechte Meinungen aus der Bevölkerung und der Politik setzt. Um teilnehmen zu können, musst du zwischen 14 und 27 Jahren sein und dich für demokratische Strukturen und gegen rechtes Gedankengut im Alltag einsetzen. Dabei ist es gleich, ob das Projekt eine Jugendbegegnung, die Erstellung eines Videoclips, die Organisation eines Sportturniers, ein monatliches Stadtteilcafé oder auch etwas ganz anderes ist. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.  

Bewerbungsfrist ist der 15. April 2016. Alle nötigen Informationen und das Bewerbungsformular findest du hier

 

Quelle: Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS)

Am 26.02.2016 fand im Berliner Abgeordnetenhaus der Kickoff der U18-Wahlen statt. 120 junge Menschen waren gekommen, um sich zu informieren, gemeinsam zu diskutieren und mitzugestalten.

Neben einem Parlamentsquiz und einem Checkup für das eigene U18-Wahllokal hatten die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Fragen zum Thema Wahlen, Wahlsystem, ungültige Stimmzettel, Prozenthürden für Parteien usw. zu stellen und beantwortet zu bekommen. Auch der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses und U18-Schirmherr Ralf Wieland stand den Jungen und Mädchen in einer offenen Fragerunde Rede und Antwort.

 

Findet ihr, Wahlen sind wichtig? Sag eure Meinung in der jup!-Umfrage "Wählen ist für mich..."!

 

"Was habt ihr an Politik noch nie gecheckt?"

Auch wir waren mit der jup!-Videobox vor Ort und haben gefragt: "Was habt ihr an Politik noch nie gecheckt?" Hier sind die Ergebnisse! - Was meint ihr dazu? Habt ihr weitere Fragen oder sogar Antworten? Schreibt Kommentare, schickt uns Videos, diskutiert miteinander!

Der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses und U18-Schirmherr Ralf Wieland lädt am 26. Februar 2016 zur Auftakt-Veranstaltung

 

Startschuss für die Berliner U18-Abgeordnetenhauswahl am 09. September 2016

Berlin, 18. Februar 2016 – Am 09. September 2016, neun Tage vor der Abgeordnetenhauswahl, können bei der Jugendwahl U18 berlinweit alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren wählen. Der Wahltag stellt den Höhepunkt einer langfristigen inhaltlichen Auseinandersetzung mit Politik dar. In den Wochen und Monaten zuvor erfahren Kinder und Jugendliche in vielen spannenden Projekten, wie Demokratie funktioniert und was politisches Engagement bedeutet. Ziel von U18 ist es, möglichst viele Kinder und Jugendliche dauerhaft für Politik zu begeistern.

Am 26. Februar lädt der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses und U18-Schirmherr Ralf Wieland interessierte Berliner/-innen zur Auftakt-Veranstaltung ins Abgeordnetenhaus. Die Anmeldung ist ab sofort unter http://www.u18.org/berlin- 2016/u18-kickoff/ möglich.

Auftakt-Veranstaltung am 26. Februar 2016 im Abgeordnetenhaus: Informieren, Ausprobieren und Mitgestalten
Alle, die U18 kennenlernen wollen, und die, die erfahren wollen, was es 2016 Neues gibt, sind am 26. Februar 2016 herzlich in den Bernhard-Letterhaus-Saal, R 311 des Berliner Abgeordnetenhauses eingeladen. Hier warten unter anderem ein Parlamentsquiz, ein Checkup für das eigene U18-Wahllokal und viele Akteure darauf, Fragen zu Wahlen, zum Wahlsystem, ungültigen Stimmzetteln, Stimmenverteilungen und Prozenthürden für Parteien zu beantworten. Die Teilnahme nach voriger Anmeldung auf http://www.u18.org/berlin- 2016/u18-kickoff/ ist kostenlos, allerdings auf max. 100 Teilnehmer beschränkt.

 

Was ist U18

Das Projekt bietet jungen Menschen viele interessante Möglichkeiten, sich zu Wahlen, Demokratie und Politik zu informieren, Parteiprogramme zu verstehen, Wahlversprechen zu hinterfragen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Aber es wird nicht nur geredet, sondern auch etwas getan. Im Rahmen von Aktionen vor Ort stellen sich beispielsweise Politiker/-innen den Fragen der Kinder und Jugendlichen. Es werden Parteien gegründet, Wünsche an die Politik formuliert, Wahl-Ralleys veranstaltet oder Wahlinfomobile durch die Stadt geschickt. Bei U18 gestalten junge Menschen ihre Aktionen selbst. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Höhepunkt ist der U18-Wahltag am 09. September 2016. Die Wahl funktioniert fast genauso wie die der Erwachsenen – mit Stimmzetteln, Wahlkabinen und Wahlurnen. Die Wahlurne bastelt jedes Wahllokal selbst, und die schönste Urne wird prämiert.

 

U18-Wahllokale anmelden

Ab dem 26.02.2016 können die U18-Wahllolkale für die Berliner U18-Abgeordnetenhauswahl auf www.U18.org angemeldet werden. Sie lassen sich in Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Schulen sowie Schulclubs einrichten, auch auf öffentlichen Straßen und Plätzen darf gewählt werden. Unterstützung gibt es in jedem Berliner Bezirk bei den U18-Koordinierungsstellen.

Die erste U18-Wahl wurde 1996 in einem Wahllokal in Berlin-Mitte durchgeführt. Heute, 20 Jahre später, ist U18 die größte politische Bildungsinitiative für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Zur letzten Berliner U18-Abgeordnetenhauswahl 2011 gaben 26.705 Kinder und Jugendliche ihre Stimme ab. Zur U18-Bundestagswahl 2013 beteiligten sich in allen Bundesländern 198.365 junge Menschen. 2014 fand die erste U18-Europawahl mit insgesamt 36.719 abgegebenen Stimmen, davon 12.470 aus Berlin sowie ersten Wahllokalen in Polen, Frankreich und Spanien, statt. Mit Unterstützung des Berliner U18-Netzwerkes gab es im vergangenen Jahr U18-Bürgermeisterwahlen in Kiew mit mehr als 3.400 Kindern und Jugendlichen.

Organisiert und getragen wird die U18-Initiative in Berlin von einem breiten Netzwerk aus öffentlichen und freien Trägern, Jugendverbänden, landesweiten und bezirklichen Akteuren der Kinder- und Jugendbeteiligung sowie weiteren Engagierten. Unterstützt wird die U18-Initiative von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie vom Jugend-Demokratiefonds STARK gemacht!.

Weitere Informationen zu U18: www.u18.org

Im September sind BUNDESTAGSWAHLEN - da werden die Abgeordneten für das deutsche Parlament gewählt. Und auch wenn ihr noch nicht am 24. September mitwählen könnt, sollt ihr eine Stimme bekommen! Deswegen finden am 15. September in ganz Deutschland die U18-Wahlen für Kinder und Jugendliche statt!

Und auch dieses Mal ist jup! Berlin als U18-Medienpartner mit dabei! Wir werden den U18-Prozess begleiten und am Wahltag in den Bezirken und bei der Livesendung dabei sein.

Hier findet ihr Infos zur U18-Wahl, Ergebnisse aus Umfragen, Meinungen und Fragen anderer Jugendlicher und Berichte aus den Projekten der Bezirke.

AKTUELL: Wir suchen EURE Fragen an die Parteien!

Was wollt ihr wissen? Worauf wollt ihr mal eine ehrliche Antwort? Welches Thema liegt euch am Herzen? Schreibt es uns in die Kommentare!

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jup!-Redakteurin Amanda besuchte im Januar das Jugendforum denk!mal’16 im Berliner Abgeordnetenhaus und sprach mit den Organisatorinnen Edina-Talita Gergely und Maria Koch.

 

Ende Januar 2016 im Berliner Abgeordnetenhaus. Ich besuche das Jugendforum denk!mal‘16. Gemischte Gefühle, die sich um das Thema Nationalsozialismus breitmachen. Ich erinnere mich daran, dass die Rote Armee am 27. Januar 1945 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau eintraf und die restlichen Überlebenden befreite. Wieder werde ich mit der perversen Perfektion von Menschenmassenvernichtungen, die im Zuge der Rassenhygiene in Deutschland geschehen sind, konfrontiert. Wieder der Zweite Weltkrieg. Wieder Hitler und Himmler. Und schon wieder stellen sich mir die Fragen: „Was hat das alles mit mir zu tun? Geschichte hatte ich auch in der Schule!“ Oder: „Ich weiß, der Zweite Weltkrieg und so.“

Doch ist es wirklich wieder die alte Leier, die uns aus mindestens zwei Jahren Oberstufe aus den vergilbten Geschichtsbüchern entgegenblickt?

Keineswegs! Um das beurteilen zu können, sollte man wissen, was sich überhaupt hinter der einprägsamen Bezeichnung denk!mal verbirgt. Laut Duden bedeutet Denkmal eine „zum Gedächtnis an eine Person oder ein Ereignis errichtete, größere plastische Darstellung“. Doch laut Ralf Wieland, dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin, bedeutet denk!mal weitaus mehr: Seit 2002 öffnet das Abgeordnetenhaus Jahr für Jahr seine Hallen für Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre. Sie setzen sich auf unterschiedlichste Art und Weise dafür ein, den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken. Aus vier verschiedenen Kategorien (mach!mal, schreib!mal, sing!mal, mal!mal) entstand eine kreative Ausstellung, die eine Woche lang im Casino des Abgeordnetenhauses kostenlos und für jedermann gezeigt wurde. Ebenfalls funktionierte man den Plenarsaal für die Abendveranstaltung um und ließ zum Beispiel einen Deutsch-Polnischen Rap zum Thema erklingen, der von Jugendlichen selbst geschrieben wurde. 

Die Europäische Union ist ein Motor. Ein Motor, dessen Zündschloss nicht umgedreht wird und dessen Pferdestärken unterschätzt werden.

So sieht es die Hohe Repräsentantin für Außen- und Sicherheitspolitik der EU, Federica Mogherini. Sie sprach anlässlich des 60. Geburtstages des Außenministers Steinmeier, der am 28. Januar im Auswärtigen Amt in Berlin nachgefeiert wurde. In diesem Rahmen gebrauchte sie die obige Metapher, die großen Beifall hervorrief. Zwar ging es nicht um Gleichstellungspolitik, der Wortlaut ist jedoch übertragbar. Als ich einen Tag später bei einer Podiumsdiskussion saß, musste ich erneut an ihre Worte denken.

Die soeben erwähnte Podiumsdiskussion wurde von der Europäischen Bewegung Deutschland (EBD) durchgeführt und hatte die Analyse der aktuellen EU-Gleichstellungspolitik zum Thema. Auch hier ging es darum, dass Europa mit einer gemeinsamen Haltung den Rahmen für nationale Veränderungen vorgeben könnte.

Zuallererst muss erwähnt werden, dass die Juncker-Kommission von 2014 es sich nicht zu einem ihrer zehn wichtigsten Ziele gemacht hat, die Gleichstellungspolitik im Wesentlichen umzukrempeln. Das soll sich jedoch ab diesem Jahr ändern. EU-Kommissarin Věra Jourová hat Ehrgeiz angekündigt: ab 2016 soll neuer Wind aufkommen; konkret und zielorientiert. Die Schwerpunkte sind die gleichen wie in den letzten Jahren, jedoch nicht minder wichtig. Bis 2019 gibt es fünf große Ziele, die erreicht werden sollen.

Erstens, muss der wirtschaftlichen Notwendigkeit nachgegangen werden, die weibliche Erwerbsquote zu erhöhen. Und zwar von den jetzigen 64 Prozent auf 75 Prozent. Chancen müssen geboten werden, um Frauen in den Beruf zu locken.

Dazu passt auch Punkt Nummer zwei. Denn was wäre schmackhafter, als ein gerechtes Gehalt? Dazu gibt es eine nette Anekdote: Die Schwester, die das Bettzeug im Krankenhaus wechselt, bekommt weniger Gehalt, als der Mann, der die Bettwäsche letztendlich in den Waschraum fährt. Das nennt sich sektorenspezifische Benachteiligung. Doch auch sektorenunabhängige Ungleichheit der Gehälter ist die Norm: im Schnitt bekommen in der Bundesrepublik Deutschland Frauen 22,4 Prozent weniger Gehalt, als ihre männlichen Kollegen. Dass das Auswirkungen bis ins Rentenalter mit sich bringt, bleibt vielen verborgen. Doch das Rentengefälle und die damit einhergehende Altersarmut der Frauen sind in der BRD frappierend. Bereits im November 2014 berichtete Die Zeit von Hunderttausenden Frauen über 65 Jahren, die mit rund 390 Euro im Monat zurechtkommen müssen.

Brüssel fungiert zwar als Vorreiter für nationale Veränderungen, aber Brüssel schaut auch auf Berlin. Dass die Diskrepanz zwischen den Gehältern so groß ist, beeinflusst auch die Aktivität auf europäischer Ebene. Berlin wäre am Zug; der Druck würde sich lohnen. Frauen in Führungspositionen sind der dritte Punkt der Tagesordnung der Kommissarin: und Berlin kann den Prozess vorantreiben.

Doch Chancen, Geld und Führungspositionen hin oder her. Vielen Frauen ist eine ausgewogene „Work-Life-Balance“ sehr wichtig. Der vierte Schwerpunkt der Gleichstellungspolitik zielt genau darauf ab. Es geht darum, die Vorteile der digitalisierten Welt zu nutzen und Frauen, die Kinder oder Ältere betreuen, ein Gleichgewicht zwischen Privatem und Beruflichem zu ermöglichen.

Zuletzt steht die häusliche und öffentliche Gewalt an und Belästigung von Frauen auf dem Programm. Eine Studie des französischen Hohen Rates für Gleichheit zwischen Männern und Frauen zu sexueller Belästigung in Pariser U-Bahnen hat ergeben: von 600 befragten Frauen bestätigen alle 600, bereits Opfer von sexueller Belästigung geworden zu sein. Die Kommission möchte dort ansetzen und diese Frauen rechtlich beraten und unterstützen. Polizisten sollen besser auf den Umgang mit Missbrauchs- und Gewaltopfern vorbereitet werden. Dies soll Frauen ermutigen, sich Hilfe zu suchen.

Im Bereich der häuslichen Gewalt hat das Inkrafttreten der Istanbulkonvention oder des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt die Mitgliedsländer dazu verpflichtet, die Gleichstellung der Geschlechter in ihrer Verfassung zu verankern, Hilfsangebote für Frauen zu schaffen, Unterstützung bei Karrierefragen anzubieten und aktiv gegen Zwangsehen anzugehen. 20 Staaten, darunter Albanien, Frankreich, Türkei und Schweden, haben ihre verbindliche Erklärung auf innerstaatliche Ebene gebracht. Deutschland hat zwar unterzeichnet, jedoch fehlt dieser wichtige Schritt der Ratifizierung. Meiner Meinung nach wäre dies ein wichtiges Statement Berlins der gesamten Eruopäischen Union gegenüber.

Doch viel wichtiger ist, dass die Kommission ihre Arbeit transparenter und sichtbarer macht. Bisher wurden die Ergebnisse der Gleichstellungsstrategie als uneigenständiges Arbeitspapier veröffentlicht. 21 EU-Staaten haben darum in einem Brief an Jourová gefordert: Schluss mit der symbolischen Abwertung des Themas, die Gleichstellung der Frau verdient eine offizielle Mitteilung der Kommission. Selbstverständlich ist der Inhalt derselbe, doch der Ton macht die Musik - oder in diesem Fall: das Medium den Einfluss.

Beschäftigungsgefälle, Lohngefälle, Gewalt, Frauen in Führungspositionen, Work-Life-Balance: Diese Themen müssen ankommen, um Einstellungen zu ändern. Denn diese Herausforderungen sind vor allem soziale Herausforderungen. Politik kann den Weg ebnen und aufmerksam machen auf Missstände.

 Es tut sich etwas. Das ist gut. Und ganz im Sinne von Mogherini: „Früher war Europa für Frieden, dann war es Spaß durch Freiheit sich zwischen den Ländern zu bewegen, heute ist es eine Notwendigkeit.“

 

ein Beitrag von jup!-Redakteurin Celine Kempen

Eine Gruppe der Salvator Schule Berlin war einen Tag im EU-Parlament in Straßburg und traf da auf viele andere Jugendliche aus Ländern der Europäischen Union (EU).
 

Ein Beitrag von jup!-Redakteur Oliver

 

Wir sind ein Europa, aber fühlen wir uns auch so? Eher nicht. Das europäische Gefühl gibt es nicht. Zu viele Länder in der EU schauen nur auf sich. Unter anderem dieses Thema wurde von den Jugendlichen diskutiert. Das Gefühl einer europäischen Einheit, die sich als solidarisch versteht, ist einer der Wünsche, der von den Jugendlichen formuliert wurde. Neben der Schulgruppe aus Berlin waren noch Teilnehmer aus 21 anderen EU-Staaten beim sogenannten Euroscola Day, der mehrfach im Jahr in Straßburg ausgerichtet wird. Darunter unter anderem Jugendliche aus Großbritannien und Polen.
Die Teilnahme am Euroscola Day war der Gewinn eines Wettbewerbs des EU-Parlaments, der in jedem Mitgliedsstaat ausgerichtet wurde. Die Gruppe der Salvator Schule Berlin reichte ein Video ein, das das fehlende Konsumbewusstsein vieler Menschen und die daraus folgenden Probleme anspricht. Auch wer Schuld an der Armut in Entwicklungsländern hat, wird angesprochen. Wahr aber schmerzhaft ist die Antwort: ,,Viele haben Schuld, aber zugeben möchte das natürlich keiner."

Der Euroscola Tag

Schon am Anfang wird klar, dass die Arbeit im Europäischen Parlament ein ständiges Auf- und Absetzen von nicht gerade komfortablen Kopfhörern mit sich bringt. 24 Amtssprachen gibt es in den 28 Mitgliedsstaaten und somit auch im EU-Parlament. Damit auch jeder der Abgeordneten der Debatte in den verschiedenen Sprachen folgen kann, gibt es für jede Sprache Dolmetscher. Vielleicht auch einer der Gründe, warum im EU-Parlament vieles ein wenig länger dauert.

Nachdem die Schüler im Plenarsaal begrüßt und die verschiedenen Einrichtungen der EU wie der Gerichtshof und deren Arbeitsweise erklärt wurden, musste jeweils ein Vertreter seine Schulgruppe vorstellen. Das aber nicht in seiner Muttersprache, sondern auf Englisch oder Französisch. Danach gab es Umfragen, die wie bei Abstimmungen per Knopfdruck mit Ja, Nein oder Enthaltung beantwortet werden konnten.

Am Nachmittag spielten die Jugendlichen das Euroscola Game, bei dem es 24 Fragen gab. Jede war in einer anderen Sprache gestellt. In Vierergruppen, Personen verschiedener Nationen, versuchten sie die Fragen richtig zu beantworten. Auch die mitgereisten Lehrer spielten dasselbe Spiel unter denselben Vorzeichen.

In sechs Arbeitsgruppen wurden anschließend verschiedene Themengebiete bearbeitet. In einer Gruppe wurde über Integration debattiert, in einer anderen über die Zukunft Europas. Die Arbeitsgruppen, auch Ausschüsse genannt, wählten einen Vorsitzenden und einen Berichterstatter und diskutierten über ihr Thema. Sie formulierten Beschlüsse, die später im EU-Parlament vorgestellt wurden.

Nach der Vorstellung eines Bereiches hatten die anderen Jugendlichen Zeit zu debattieren und Fragen zu stellen. Darauf folgte eine Abstimmung über die Vorschläge der Gruppe. Fünf von sechs Beschlüsse wurden ziemlich eindeutig angenommen. Im Finale des Euroscola Games standen zwei Schülerinnen der Salvator Schule mit ihren Teams. Dana und ihr Team konnten den Wettbewerb sogar gewinnen.

499 Schüler aus 22 Ländern diskutierten einen Tag lang über die EU. Es wurde klar, wie schwer die Arbeit des Europäischen Parlaments ist. Denn es gibt nicht nur viele Sprachen, sondern noch mehr verschiedene Meinungen. Das Spektrum reicht politisch von ganz links bis ganz rechts und da auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, kann ganz schön langwierig sein.

Am Ende des Tages waren alle Jugendlichen geschafft. Aber es bleibt das Gefühl, dass Europa verantwortungsbewusste Jugendliche hat und wenn ein europäisches Gefühl aufkäme, das von Solidarität geprägt ist, könnte die EU von großem Wert für uns alle sein.

Dieses Jahr hat sich die Jugendbegegnung des Deutschen Bundestags intensiv mit dem Thema Zwangsarbeit in der NS-Zeit beschäftigt. In diesem Rahmen besuchten 80 Jugendliche die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin Schöneweide. Zu den bewegendsten Momenten der Woche gehörte jedoch die Begegnung mit zwei Zeitzeugen. jup!-Redakteurin Anne hatte die Möglichkeit, live bei einem Zeitzeugengespräch dabei zu sein. Zusammen mit den anderen Teilnehmenden lauschte sie den bewegenden Erzählungen von Frau Anastasia Gulei, die über ihr Leben als Zwangsarbeiterin berichtete.  

 

„Bei Zwangsarbeitern denkt man an ausgewachsene Männer, nicht an unterentwickelte Mädchen.“

Das Zitat von Prof. Dr. Ruth Klüger bringt auf emotionale Art zum Ausdruck, was auch ich bei ihrem Zeitzeugenbericht dachte. Frau Klüger nahm mich auf ihre Erinnerungszeitreise mit und so durfte ich heute an der Gedenkstunde des Deutschen Bundestages zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilnehmen.
 

Anne, Lisa und ich machten uns heute für jup! Berlin auf den Weg zum Bundestag. Nachdem wir durch den Check waren konnten wir den Sicherheitsbereich passieren. Wir bekamen einen Presseausweis und waren damit berechtigt, an der Veranstaltung im Bundestag teilzunehmen und unsere Regierung sowie die Abgeordneten live zu erleben.
 

Der Gedenktag startete mit der Begrüßungsansprache durch den Präsidenten des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Norbert Lammert. Ein Themenschwerpunkt der diesjährigen Gedenkfeierlichkeiten war NS-Zwangsarbeit. Bewegend für mich, da ja Zwangsarbeit für jeden in dieser Zeit Lebenden sichtbar gewesen sein muss. Nach Lammert gab es „… allein in Berlin… 3000 Sammelunterkünfte für eine halbe Million Zwangsarbeiter.“

 

Die Gedenkrede und damit den Hauptteil der Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus hielt Prof. Dr. Ruth Klüger, die 1931 in Wien geboren wurde und 1942 gemeinsam mit ihrer Mutter in die Konzentrationslager Theresienstadt, später nach Ausschwitz-Birkenau und in das Arbeitslager Christianstadt deportiert wurde. Auf einem „Todesmarsch“ gelang ihr zusammen mit der Mutter die Flucht. Äußerst bewegend schilderte Frau Klüger ihren Lebensweg. So berichtete sie z. B. von der Aufnahme im Konzentrationslager Theresienstadt, bei der in der Reihe hinter ihr eine Frau stand, die ihr schnell ins Ohr flüsterte, dass sie bei ihrer Altersangabe schummeln und sich als 15-Jährige ausgeben solle. Vermutlich führte dieser Tipp zur Verlegung als Zwangsarbeiterin nach Ausschwitz und dann nach Christianstadt, was sie letztlich vor der Vergasung rettete. Auf ihrem jahrelangen Leidensweg war Hunger ein ständiger Wegbegleiter. „Es gab so wenig zu essen, dass ich an nichts anderes mehr denken konnte, als an Nahrung. (….) Manchmal sah ich mich von außen und schämte mich“, erzählte sie.

 

Gebannt hörte ich ihrer persönlichen Verfolgungsgeschichte zu und spürte eindrucksvoll etwas von der Kraft und dem Leiden der Verfolgten jener Zeit. Besonders bewegt haben mich ihre Schlussworte, die den Bogen in unsere heutige Zeit spannten. Das Deutschland von heute gewinne den Beifall der Welt dank offener Grenzen und der Großzügigkeit, mit der unser Land syrische Flüchtlinge aufnahm und aufnimmt. Das sei auch der Hauptgrund gewesen, warum Frau Prof. Dr. Ruth Klüger der Einladung gefolgt sei und über die Vergangenheit und das geschehene Unrecht für mich sehr bewegend und beeindruckend im Bundestag berichtete. Die Gedenkstunde im Plenarsaal endete mit dem Lied „Moorsoldaten“ – vorgetragen vom RIAS Kammerchor.

 

Und mein kurzer Bericht für unser jup!-Portal endet mit einem Zitat von Norbert Lammert:

 

„Wenn wir Gedenken ernst nehmen, müssen wir es jeder Generation zugestehen und zumuten, eigene Fragen zu stellen.“

 

Es ist also jetzt an uns, mitzumachen, Fragen zu stellen, vielleicht auch beantworten zu können, uns zu erinnern und uns im Jetzt den Problemen zu stellen und die Augen zu öffnen.

Ein Beitrag von jup!-Redakteur Janik Hoelzer

 

Dir ist Umwelt- und Klimaschutz ein Begriff,  jenseits veganer Aufstriche und Pelzimitate? Du weißt, wie man andere Jugendliche anlockt und genauso für das Thema begeistert wie dich? Du kannst nicht wegschauen, wenn Müll achtlos auf die Straße geworfen wird? Oder boykottierst du grenzenlosen Konsum?!?

Dann empfiehlt dir Amanda aus der jup!-Jugendredaktion die Diskussionsveranstaltung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB):

 „Junge Umwelt: Heute für morgen umdenken“

Diese findet am kommenden  Dienstag, den 26. Jan 2016 von 12.30  Uhr – 15.30 Uhr im BMUB in der Stresemannstraße 128-130, in 10117 Berlin statt (Ort auf der Karte).

Gemeinsam mit Amanda und anderen Jugendlichen klärst du dann u.a. folgende Fragen:

  • Welche Umweltthemen interessieren dich?

  • Woher kommt dein Umweltengagement?

  • Wie lassen sich andere Jugendliche für das Thema Umweltschutz begeistern?
     

Die Grundlage der Diskussion bilden Ergebnisse einer Studie von BMUB und Umweltbundesamt (UBA) zum Umweltbewusstsein und Umweltverhalten junger Menschen. Die Autor_innen der Studie, die parlamentarische Staatssekretärin des BMUB Rita Schwarzelühr-Sutter und die UBA-Präsidentin Maria Krautzberger werden auch vor Ort sein und mitdiskutieren.

Die Teilnahme ist kostenlos, du musst dich nur hier online anmelden.
 

Viel Spaß beim Mitmischen!

 

Wir haben den Bundestagsabgeordneten Dr. Hendrik Hoppenstedt getroffen und mit ihm über seinen Weg zum Abgeordneten, seinen Alltag und über das oft leere Plenum gesprochen.

 

Ein Interview von Oliver Mattutat

 

Wie sind Sie zum Bundestagsabgeordneten geworden?

Zunächst hatte ich mich viele Jahre in der CDU engagiert. Weil ich politisch konkret etwas vor Ort bewegen wollte, habe ich im Jahr 2005 bei den Bürgermeisterwahlen in Burgwedel kandidiert und wurde gewählt. Neun Jahre lang war ich sehr gerne Bürgermeister meiner Heimatstadt. Für die Bundestagswahl 2013 wurde dann ein Kandidat für den Wahlkreis Hannover-Land I gesucht. Weil ich eine Chance gesehen habe, nach 15 Jahren endlich wieder das Direktmandat für die CDU zu holen und die Interessen des Wahlkreises in Berlin zu vertreten, habe ich kandidiert und bin auch direkt reingekommen. Seit Oktober 2013 bin ich nun direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für die gesamte nördliche Region Hannover.

 

Wie sieht der Abgeordnetenalltag im Wahlkreis und in Berlin aus?

Im Wahlkreis bin ich viel unterwegs. Man informiert sich in vor allem in den Bereichen, die gerade in der Gesetzgebung sind. Wenn z.B. gerade über ein Pflegegesetz diskutiert wird, istes sinnvoll ein Pflegeheim zu besuchen und zu sehen, ob der Gesetzesentwurf auch aus Praxissicht tauglich ist. Im Wahlkreis geht es auch darum, zu erläutern, was in Berlin passiert. Umgekehrt nehme ich die Rückmeldungen aus dem Wahlkreis mit nach Berlin. Diese Rückkopplung ist mir wichtig.

In Berlin mache ich montags immer zuerst die Post und am Abend gibt es ein Treffen aller CDU-Abgeordneten aus Niedersachsen, die sogenannte Landesgruppe. Dort wird besprochen, was in dieser Woche aus niedersächsischer Sicht wichtig ist und wir tauschen uns darüber aus, welche Anliegen aus den Wahlkreisen an uns herangetragen wurden. Dienstags tagen die fraktionsinternen Gremien und beraten alle Themen, die in dieser Woche anstehen. Morgens treffe ich mich in der Arbeitsgruppe Recht und Verbraucherschutz mit den Fraktionskollegen, die auch in diesem Ausschuss sitzen und nachmittagsist dann dieFraktionssitzung. Am Mittwoch finden vormittags die Ausschusssitzungen statt, die am Dienstag vorbereitet worden sind. Nachmittags findet im Plenum die Regierungsbefragung statt. Donnerstag und Freitag sind Plenumstage. Daneben nutze ich die Zeit in Berlin auch dazu, mit Verbänden und Institutionen zu sprechen.
 

Oft ist der Bundestag bei Plenumssitzungen ziemlich leer. Warum ist das eigentlich so?

Das Spektrum der Bundesgesetzgebung ist derartig riesig, dass man ehrlich zugeben muss, dass kein Abgeordneter allein alle Gesetze, die im Deutschen Bundestag verabschiedet werden, durchdringen kann. Um die Arbeit zu bewältigen ist das Parlament arbeitsteilig organisiert. Wir Abgeordnete müssen uns spezialisieren. Dasmachen wir über die Arbeitsgemeinschaften in den Fraktionen und die Ausschüsse, in denen es für jedes Themenfeld einen Berichterstatter gibt. Abgesehen von Generaldebatten beispielsweise zu Regierungserklärungen oder der Aussprache zum Haushalt der Bundeskanzlerin, bei denen das Plenum komplett voll ist, sind meistens nur die jeweiligen Fachpolitiker im Plenum.

Die Zeit, in der man nicht im Plenum sitzt, nutzt man für verschiedene Termine, wie Berichterstattergespräche, Gespräche mit Journalisten, um Reden vorzubereiten, Telefonate zu führen und so weiter. Von allerspätestens morgens um 9, häufig früher, bis abends 22/23 Uhr gibt es Termine. Ich kann jeden beruhigen, der sich über ein leeres Plenum wundert: „Faul sind Abgeordnete nicht!“

 

Wie gehen Sie mit Stress um und wie bauen Sie ihn ab?

Ich mache meine Arbeit gerne und weiß, dass die Branche, in der ich nun seit 12 Jahrentätig bin, zeitlich eine große Beanspruchung bedeutet. Aber mir macht das Spaß und ich möchte nichts anderes machen. Bei Stress und gelegentlicher Frustration, kann ich mit Laufen eine Menge abbauen.

 

Was liegt Ihnen am Abgeordnetensein?

Insgesamt gibt es eine sehr große Bandbreite an Themen, die wir beackern. Diese Themenvielfalt politisch zu verantworten macht mir Spaß. Ob ich mich im Wahlkreis darüber austausche oder auf Veranstaltungen erkläre, was man in Berlin macht, ist etwas, das ich gerne mache. Ich habe gerne etwas mit Leuten zu tun habe und mag es, politisch zu debattieren, gerne auch streitig.

 

Wie erklären Sie Ihren Wählern, dass Sie ein Wahlversprechen nicht einhalten können oder Kompromisse eingehen müssen?

Ich arbeite dafür, dass ich alle meine Wahlversprechen einhalten kann. Das ist auch eine ganz wichtige Sache, weil sonst meine Glaubwürdigkeit als Politiker leidet. Das aber ist der Hauptkredit eines Politikers. Ansonsten können Sie es relativ einfach erklären: Es gibt manchmal unvorhersehbare Tatsachen, die sich entwickelt haben und die nicht wegzudiskutieren sind. Da die Union nicht über die absolute Mehrheit verfügt, müssen wir uns mit unserem Koalitionspartner einigen. Schließlich haben neben dem Bundestag auch die Länder im Bundesrat ein wichtiges Wort bei der Gesetzgebung mitzureden. Am Ende kommt dann als Kompromiss ein Gesetz raus, das nicht 100-prozentig dem entspricht, was CDU und CSU allein beschlossen hätten, aber immer auch die Handschrift der Union trägt.
 

Was glauben Sie, welche Schritte muss Deutschland gehen, um die Flüchtlingsproblematik in den Griff zu bekommen?

Ich glaube, dass es keine schnelle Lösung geben wird. Es kommen hier fast täglich 6.000 bis 9.000 Flüchtlinge an. Wir haben uns darauf verständigt, dass die Menschen, die schutzbedürftig sind oder Schutz suchen, hier eine temporäre Bleibe erhalten. Klar ist aber auch, dass Menschen, die nicht schutzbedürftig sind, wieder raus müssen. Am Ende wird der Hauptschwerpunkt darauf liegen, Fluchtursachen zu bekämpfen.

Es wird eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen sein, die in der Summe nach einer bestimmten Zeit wirken, so auch die Beschleunigung des Asylverfahrens. Wir hätten damit besser vor einem halben bis dreiviertel Jahr anfangen müssen, aber so ist Politik.
 

Zum Schluss beenden Sie bitte folgenden Satz: „Nach der nächsten Bundestagswahl 2017 werde ich,...“

wenn es gut läuft, wieder Abgeordneter des Deutschen Bundestags sein!

Auch dieses Jahr hat das Abgeordnetenhaus von Berlin mit dem Jugendforum denk!mal Jugendliche und junge Erwachsene aufgerufen, mit kreativen Projekten an den Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 zu erinnern und der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken.

Unter dem Motto "Nichts ist verloren - wenn Du es erzählst!" sowie den Schlagworten mach!mal, schreib!mal, sing!mal und mal!mal konnten Jugendliche ihre Ideen in die Tat umsetzen und ihre Gedanken und Aktionen in den verschiedensten Formen präsentieren. Neben einer Ausstellung der eingereichten Projekte wird es am 20. Januar eine Abendveranstaltung geben. Die Abendveranstaltung könnt ihr vor dem Fernseher von Zuhause verfolgen, da sie ab 18:00 Uhr vom Sender ALEX live übertragen wird.

 

Ausstellung 18. – 25. Januar 2016

Während des Jugendforums denk!mal verwandelt sich das Casino des Abgeordnetenhauses von Berlin in einen Ausstellungsraum für die Projekte der Jugendlichen.

Vom 18. bis 25. Januar 2016 werden die  eingereichten Projekte dort präsentiert und ausgestellt. Ihr könnt in der Ausstellung u.a. Filme sehen, Skulpturen bewundern, Tonaufnahmen hören oder Fotos betrachten. Durch die kreativen Projekte anderer Jugendlicher könnt ihr viel über die Geschichte des Nationalsozialismus lernen – abseits des Klassenraumes und des Geschichtsbuches.

Die Ausstellung ist an Wochentagen von 9 bis 18 Uhr für alle Interessierten geöffnet. Wenn ihr sie als Klasse, Jugendgruppe oder Einzelperson besichtigen möchtet, meldet euch bitte beim Projektteam an. Die Team-Mitglieder können euch dann am Eingang willkommen heißen.

Das Projektteam erreicht ihr per:

E-Mail: denkmal@parlament-berlin.de

Telefon: (030) 23 25 2010

 

 

 

Hier geht's um Parteien. Was machen die? Wozu braucht man die überhaupt? Und wie kann man da mitmachen? poliWHAT?! erklärt! Schaut rein!
 

Klimapolitik, Tierschutz oder Verbot von Atomkraftwerken!

Wir haben sicherlich alle Themen, welche uns interessieren und uns auch gerne Mal zur Weißglut bringen. Wenn du z.B. keinen Bock auf Zirkusbetriebe mit Wildtieren hast, dann setz dich doch dafür ein!

Aber zunächst: Was ist überhaupt eine Petition und wie unterscheidet sie sich von einem Bürgerentscheid?

Laut Wikipedia ist eine Petition „ein Schreiben (eine Bittschrift, ein Ersuchen, eine Beschwerde) an eine zuständige Stelle, zum Beispiel eine Behörde oder Volksvertretung. (…)Die Zulässigkeit von Petitionen ist ein allgemein anerkannter Bestandteil der demokratischen Grundrechte eines jeden Bürgers.“  
Um es also kurz zu sagen: Wenn dich etwas stört, hast du die Möglichkeit, Unterschriften zu sammeln und diese einzureichen. Oftmals wird man z. B. in der Regierung darauf reagieren. So ist das auch im Jahr 2014 in Bezug auf die Bebauung des Tempelhofer Feldes geschehen. Hier war das Mittel allerdings ein Bürgerentscheid.
Der Unterschied zwischen Petition und Bürgerentscheid ist ganz einfach: Zunächst musst du eine Petition verfassen. Diese muss genug Unterschriften beinhalten (20.000 Stück) und danach eingereicht werden. Daraufhin kommt es im besten Fall zum Bürgerentscheid, also einer Abstimmung, bei der die Bürger entscheiden dürfen, ob sie die Petition unterstützen oder nicht. Der Fall "Bebaaung des Tempelhofer Feldes" hatte genug Unterstützung, um den Willen der Petition durchzubringen.
Eine Seite, wo in Zukunft Berliner Bürgerentscheide stattfinden werden, ist mein.berlin.de

 

„Warum soll ich eine Petition unterschreiben, bringt doch eh nix?!“  Falsch! Es ist natürlich einfach zu sagen, dass eine einzige Stimme gar nichts bringt und man sich deshalb auch gar nicht engagieren muss. Wenn man dann mal genauer darüber nachdenkt, ist das natürlich völliger Unsinn. Nehmen wir an, dass jeder so denkt, dann haben wir keinerlei Partizipation mehr. 

Wo finde ich Petitionen oder wo kann ich meine Eigene starten?

Hier sind einige Links für Petitionsseiten:

 

Es gibt eine Menge erfolgreiche Petitionen, so durfte Düsseldorf seine Gasbeleuchtung und  Dieter seine Pommesbude behalten.
Unser Fazit also: Egal wie ‚klein‘ dein Anliegen scheint, du wirst immer Menschen finden, die dir zustimmen und dich in deinem Vorhaben mit ihrer Unterschrift unterstützen.

Ein Kurzfilm über junge Flüchtlinge in Deutschland und ihre Lebenssituation 

Am 30.09.15 veranstaltete der Jugendverband djo-Deutsche Jugend in Europa eine Dialogveranstaltung in Berlin, wo junge Menschen mit und ohne Fluchterfahrung auf Politiker*innen trafen. Es wurde gemeinsam diskutiert, wie die Perspektiven von jungen Geflüchteten in Deutschland verbessert werden könnten. Das Dialogforum wurde von Jugendlichen vorbereitet und durchgeführt. Es gab Live-Acts und eine Ausstellung über Projekte von und mit geflüchteten Jugendlichen. Medial begleitet wurde die Veranstaltung u.a von vier Jugendlichen, die O-Töne sammelten, die Vorbereitungen begleiteten, kritische Fragen stellten, Interviews führten und die Atmosphäre einfingen. Auch ein Teil des jugendlichen Filmteams ist in den letzten 2 Jahren nach Deutschland geflüchtet. Das Thema ist somit ein Aspekt ihres Lebens. 

Politik findet nicht nur in Bundestagssitzungen statt,

sondern auch im Lebensumfeld der Jugendlichen. Das verdeutlicht das Projekt „Den Kiez gestalten – Politik erleben“.

In den Augen vieler Jugendlicher ist Politik etwas Abstraktes, das nicht unmittelbar mit ihrem Alltag zu tun hat. Dass Politik nicht nur in Europarats- und Bundestagssitzungen weit entfernt stattfindet, sondern auch im Lebensumfeld von Jugendlichen, soll das Projekt „Den Kiez gestalten – Politik erleben“ verdeutlichen.

Bei dem Projekt werden die Jugendlichen aufgefordert, ungenutzte Potenziale im eigenen Wohnumfeld und dessen Missstände zu erkunden, ihre Interessen und Ideen zu formulieren, in einer Kampagne über unterschiedlichste Kanäle digitaler Medien zu kommunizieren und im besten Falle durchzusetzen.

Im Gespräch mit realen Akteur*innen der Politik und Verwaltung lernen die Jugendlichen, ihre Ideen und Interessen zu vertreten und Berührungsängste zu überwinden. Mit Hilfe des Spieles Minecraft setzten die Schülerinnen und Schüler anschließend ihre eigenen Ideen für diese Orte digital um.

Der Clip gibt einen ersten Einblick wie sich die Jugendlichen ihren Stadtteil vorstellen.

 

Wie würdest du bisher ungenutzte Orte in deiner Umgebung gestalten? Schreib ins Kommentarfeld!

Was tun und wo?

poliWHAT?! erklärt, wie junge Leute in der Zivilgesellschaft politisch aktiv werden können. Dazu hat das poliWHAT?!-Team drei Engagierte gefragt- die wissen es natürlich am besten!

Roxi vom Jugendparlament Gütersloh
Anna von der Johanniter Jugend
Felix von der BUND Jugend Berlin

Weitere Möglichkeiten mitzumachen findest du in unserem Dossier zum Thema Mitmischen!

Wie sieht's bei dir aus? Bist du auch irgendwo aktiv? Schreib's ins Kommentarfeld- vielleicht findest du hier noch Mitstreiter!

Hier geht's um Medien: Facebook, YouTube, Instagram, aber auch Fernsehen, Radio und Zeitungen - alles Medien aus unserem Alltag. Doch was spielen sie für eine Rolle in einer Demokratie und wie können wir sie nutzen? poliWHAT?! erklärt es im Clip!

poliWHAT?! erklärt, wie die Wirtschaft auf die Politik Einfluss nimmt und zwar über Wirtschaftsverbände und Lobbyisten. Sind Lobbyisten jetzt gut oder schlecht?