Politik

Eine Gruppe der Salvator Schule Berlin war einen Tag im EU-Parlament in Straßburg und traf da auf viele andere Jugendliche aus Ländern der Europäischen Union (EU).
 

Ein Beitrag von jup!-Redakteur Oliver

 

Wir sind ein Europa, aber fühlen wir uns auch so? Eher nicht. Das europäische Gefühl gibt es nicht. Zu viele Länder in der EU schauen nur auf sich. Unter anderem dieses Thema wurde von den Jugendlichen diskutiert. Das Gefühl einer europäischen Einheit, die sich als solidarisch versteht, ist einer der Wünsche, der von den Jugendlichen formuliert wurde. Neben der Schulgruppe aus Berlin waren noch Teilnehmer aus 21 anderen EU-Staaten beim sogenannten Euroscola Day, der mehrfach im Jahr in Straßburg ausgerichtet wird. Darunter unter anderem Jugendliche aus Großbritannien und Polen.
Die Teilnahme am Euroscola Day war der Gewinn eines Wettbewerbs des EU-Parlaments, der in jedem Mitgliedsstaat ausgerichtet wurde. Die Gruppe der Salvator Schule Berlin reichte ein Video ein, das das fehlende Konsumbewusstsein vieler Menschen und die daraus folgenden Probleme anspricht. Auch wer Schuld an der Armut in Entwicklungsländern hat, wird angesprochen. Wahr aber schmerzhaft ist die Antwort: ,,Viele haben Schuld, aber zugeben möchte das natürlich keiner."

Der Euroscola Tag

Schon am Anfang wird klar, dass die Arbeit im Europäischen Parlament ein ständiges Auf- und Absetzen von nicht gerade komfortablen Kopfhörern mit sich bringt. 24 Amtssprachen gibt es in den 28 Mitgliedsstaaten und somit auch im EU-Parlament. Damit auch jeder der Abgeordneten der Debatte in den verschiedenen Sprachen folgen kann, gibt es für jede Sprache Dolmetscher. Vielleicht auch einer der Gründe, warum im EU-Parlament vieles ein wenig länger dauert.

Nachdem die Schüler im Plenarsaal begrüßt und die verschiedenen Einrichtungen der EU wie der Gerichtshof und deren Arbeitsweise erklärt wurden, musste jeweils ein Vertreter seine Schulgruppe vorstellen. Das aber nicht in seiner Muttersprache, sondern auf Englisch oder Französisch. Danach gab es Umfragen, die wie bei Abstimmungen per Knopfdruck mit Ja, Nein oder Enthaltung beantwortet werden konnten.

Am Nachmittag spielten die Jugendlichen das Euroscola Game, bei dem es 24 Fragen gab. Jede war in einer anderen Sprache gestellt. In Vierergruppen, Personen verschiedener Nationen, versuchten sie die Fragen richtig zu beantworten. Auch die mitgereisten Lehrer spielten dasselbe Spiel unter denselben Vorzeichen.

In sechs Arbeitsgruppen wurden anschließend verschiedene Themengebiete bearbeitet. In einer Gruppe wurde über Integration debattiert, in einer anderen über die Zukunft Europas. Die Arbeitsgruppen, auch Ausschüsse genannt, wählten einen Vorsitzenden und einen Berichterstatter und diskutierten über ihr Thema. Sie formulierten Beschlüsse, die später im EU-Parlament vorgestellt wurden.

Nach der Vorstellung eines Bereiches hatten die anderen Jugendlichen Zeit zu debattieren und Fragen zu stellen. Darauf folgte eine Abstimmung über die Vorschläge der Gruppe. Fünf von sechs Beschlüsse wurden ziemlich eindeutig angenommen. Im Finale des Euroscola Games standen zwei Schülerinnen der Salvator Schule mit ihren Teams. Dana und ihr Team konnten den Wettbewerb sogar gewinnen.

499 Schüler aus 22 Ländern diskutierten einen Tag lang über die EU. Es wurde klar, wie schwer die Arbeit des Europäischen Parlaments ist. Denn es gibt nicht nur viele Sprachen, sondern noch mehr verschiedene Meinungen. Das Spektrum reicht politisch von ganz links bis ganz rechts und da auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, kann ganz schön langwierig sein.

Am Ende des Tages waren alle Jugendlichen geschafft. Aber es bleibt das Gefühl, dass Europa verantwortungsbewusste Jugendliche hat und wenn ein europäisches Gefühl aufkäme, das von Solidarität geprägt ist, könnte die EU von großem Wert für uns alle sein.

Dieses Jahr hat sich die Jugendbegegnung des Deutschen Bundestags intensiv mit dem Thema Zwangsarbeit in der NS-Zeit beschäftigt. In diesem Rahmen besuchten 80 Jugendliche die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin Schöneweide. Zu den bewegendsten Momenten der Woche gehörte jedoch die Begegnung mit zwei Zeitzeugen. jup!-Redakteurin Anne hatte die Möglichkeit, live bei einem Zeitzeugengespräch dabei zu sein. Zusammen mit den anderen Teilnehmenden lauschte sie den bewegenden Erzählungen von Frau Anastasia Gulei, die über ihr Leben als Zwangsarbeiterin berichtete.  

 

„Bei Zwangsarbeitern denkt man an ausgewachsene Männer, nicht an unterentwickelte Mädchen.“

Das Zitat von Prof. Dr. Ruth Klüger bringt auf emotionale Art zum Ausdruck, was auch ich bei ihrem Zeitzeugenbericht dachte. Frau Klüger nahm mich auf ihre Erinnerungszeitreise mit und so durfte ich heute an der Gedenkstunde des Deutschen Bundestages zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilnehmen.
 

Anne, Lisa und ich machten uns heute für jup! Berlin auf den Weg zum Bundestag. Nachdem wir durch den Check waren konnten wir den Sicherheitsbereich passieren. Wir bekamen einen Presseausweis und waren damit berechtigt, an der Veranstaltung im Bundestag teilzunehmen und unsere Regierung sowie die Abgeordneten live zu erleben.
 

Der Gedenktag startete mit der Begrüßungsansprache durch den Präsidenten des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Norbert Lammert. Ein Themenschwerpunkt der diesjährigen Gedenkfeierlichkeiten war NS-Zwangsarbeit. Bewegend für mich, da ja Zwangsarbeit für jeden in dieser Zeit Lebenden sichtbar gewesen sein muss. Nach Lammert gab es „… allein in Berlin… 3000 Sammelunterkünfte für eine halbe Million Zwangsarbeiter.“

 

Die Gedenkrede und damit den Hauptteil der Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus hielt Prof. Dr. Ruth Klüger, die 1931 in Wien geboren wurde und 1942 gemeinsam mit ihrer Mutter in die Konzentrationslager Theresienstadt, später nach Ausschwitz-Birkenau und in das Arbeitslager Christianstadt deportiert wurde. Auf einem „Todesmarsch“ gelang ihr zusammen mit der Mutter die Flucht. Äußerst bewegend schilderte Frau Klüger ihren Lebensweg. So berichtete sie z. B. von der Aufnahme im Konzentrationslager Theresienstadt, bei der in der Reihe hinter ihr eine Frau stand, die ihr schnell ins Ohr flüsterte, dass sie bei ihrer Altersangabe schummeln und sich als 15-Jährige ausgeben solle. Vermutlich führte dieser Tipp zur Verlegung als Zwangsarbeiterin nach Ausschwitz und dann nach Christianstadt, was sie letztlich vor der Vergasung rettete. Auf ihrem jahrelangen Leidensweg war Hunger ein ständiger Wegbegleiter. „Es gab so wenig zu essen, dass ich an nichts anderes mehr denken konnte, als an Nahrung. (….) Manchmal sah ich mich von außen und schämte mich“, erzählte sie.

 

Gebannt hörte ich ihrer persönlichen Verfolgungsgeschichte zu und spürte eindrucksvoll etwas von der Kraft und dem Leiden der Verfolgten jener Zeit. Besonders bewegt haben mich ihre Schlussworte, die den Bogen in unsere heutige Zeit spannten. Das Deutschland von heute gewinne den Beifall der Welt dank offener Grenzen und der Großzügigkeit, mit der unser Land syrische Flüchtlinge aufnahm und aufnimmt. Das sei auch der Hauptgrund gewesen, warum Frau Prof. Dr. Ruth Klüger der Einladung gefolgt sei und über die Vergangenheit und das geschehene Unrecht für mich sehr bewegend und beeindruckend im Bundestag berichtete. Die Gedenkstunde im Plenarsaal endete mit dem Lied „Moorsoldaten“ – vorgetragen vom RIAS Kammerchor.

 

Und mein kurzer Bericht für unser jup!-Portal endet mit einem Zitat von Norbert Lammert:

 

„Wenn wir Gedenken ernst nehmen, müssen wir es jeder Generation zugestehen und zumuten, eigene Fragen zu stellen.“

 

Es ist also jetzt an uns, mitzumachen, Fragen zu stellen, vielleicht auch beantworten zu können, uns zu erinnern und uns im Jetzt den Problemen zu stellen und die Augen zu öffnen.

Ein Beitrag von jup!-Redakteur Janik Hoelzer

 

Dir ist Umwelt- und Klimaschutz ein Begriff,  jenseits veganer Aufstriche und Pelzimitate? Du weißt, wie man andere Jugendliche anlockt und genauso für das Thema begeistert wie dich? Du kannst nicht wegschauen, wenn Müll achtlos auf die Straße geworfen wird? Oder boykottierst du grenzenlosen Konsum?!?

Dann empfiehlt dir Amanda aus der jup!-Jugendredaktion die Diskussionsveranstaltung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB):

 „Junge Umwelt: Heute für morgen umdenken“

Diese findet am kommenden  Dienstag, den 26. Jan 2016 von 12.30  Uhr – 15.30 Uhr im BMUB in der Stresemannstraße 128-130, in 10117 Berlin statt (Ort auf der Karte).

Gemeinsam mit Amanda und anderen Jugendlichen klärst du dann u.a. folgende Fragen:

  • Welche Umweltthemen interessieren dich?

  • Woher kommt dein Umweltengagement?

  • Wie lassen sich andere Jugendliche für das Thema Umweltschutz begeistern?
     

Die Grundlage der Diskussion bilden Ergebnisse einer Studie von BMUB und Umweltbundesamt (UBA) zum Umweltbewusstsein und Umweltverhalten junger Menschen. Die Autor_innen der Studie, die parlamentarische Staatssekretärin des BMUB Rita Schwarzelühr-Sutter und die UBA-Präsidentin Maria Krautzberger werden auch vor Ort sein und mitdiskutieren.

Die Teilnahme ist kostenlos, du musst dich nur hier online anmelden.
 

Viel Spaß beim Mitmischen!

 

Wir haben den Bundestagsabgeordneten Dr. Hendrik Hoppenstedt getroffen und mit ihm über seinen Weg zum Abgeordneten, seinen Alltag und über das oft leere Plenum gesprochen.

 

Ein Interview von Oliver Mattutat

 

Wie sind Sie zum Bundestagsabgeordneten geworden?

Zunächst hatte ich mich viele Jahre in der CDU engagiert. Weil ich politisch konkret etwas vor Ort bewegen wollte, habe ich im Jahr 2005 bei den Bürgermeisterwahlen in Burgwedel kandidiert und wurde gewählt. Neun Jahre lang war ich sehr gerne Bürgermeister meiner Heimatstadt. Für die Bundestagswahl 2013 wurde dann ein Kandidat für den Wahlkreis Hannover-Land I gesucht. Weil ich eine Chance gesehen habe, nach 15 Jahren endlich wieder das Direktmandat für die CDU zu holen und die Interessen des Wahlkreises in Berlin zu vertreten, habe ich kandidiert und bin auch direkt reingekommen. Seit Oktober 2013 bin ich nun direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für die gesamte nördliche Region Hannover.

 

Wie sieht der Abgeordnetenalltag im Wahlkreis und in Berlin aus?

Im Wahlkreis bin ich viel unterwegs. Man informiert sich in vor allem in den Bereichen, die gerade in der Gesetzgebung sind. Wenn z.B. gerade über ein Pflegegesetz diskutiert wird, istes sinnvoll ein Pflegeheim zu besuchen und zu sehen, ob der Gesetzesentwurf auch aus Praxissicht tauglich ist. Im Wahlkreis geht es auch darum, zu erläutern, was in Berlin passiert. Umgekehrt nehme ich die Rückmeldungen aus dem Wahlkreis mit nach Berlin. Diese Rückkopplung ist mir wichtig.

In Berlin mache ich montags immer zuerst die Post und am Abend gibt es ein Treffen aller CDU-Abgeordneten aus Niedersachsen, die sogenannte Landesgruppe. Dort wird besprochen, was in dieser Woche aus niedersächsischer Sicht wichtig ist und wir tauschen uns darüber aus, welche Anliegen aus den Wahlkreisen an uns herangetragen wurden. Dienstags tagen die fraktionsinternen Gremien und beraten alle Themen, die in dieser Woche anstehen. Morgens treffe ich mich in der Arbeitsgruppe Recht und Verbraucherschutz mit den Fraktionskollegen, die auch in diesem Ausschuss sitzen und nachmittagsist dann dieFraktionssitzung. Am Mittwoch finden vormittags die Ausschusssitzungen statt, die am Dienstag vorbereitet worden sind. Nachmittags findet im Plenum die Regierungsbefragung statt. Donnerstag und Freitag sind Plenumstage. Daneben nutze ich die Zeit in Berlin auch dazu, mit Verbänden und Institutionen zu sprechen.
 

Oft ist der Bundestag bei Plenumssitzungen ziemlich leer. Warum ist das eigentlich so?

Das Spektrum der Bundesgesetzgebung ist derartig riesig, dass man ehrlich zugeben muss, dass kein Abgeordneter allein alle Gesetze, die im Deutschen Bundestag verabschiedet werden, durchdringen kann. Um die Arbeit zu bewältigen ist das Parlament arbeitsteilig organisiert. Wir Abgeordnete müssen uns spezialisieren. Dasmachen wir über die Arbeitsgemeinschaften in den Fraktionen und die Ausschüsse, in denen es für jedes Themenfeld einen Berichterstatter gibt. Abgesehen von Generaldebatten beispielsweise zu Regierungserklärungen oder der Aussprache zum Haushalt der Bundeskanzlerin, bei denen das Plenum komplett voll ist, sind meistens nur die jeweiligen Fachpolitiker im Plenum.

Die Zeit, in der man nicht im Plenum sitzt, nutzt man für verschiedene Termine, wie Berichterstattergespräche, Gespräche mit Journalisten, um Reden vorzubereiten, Telefonate zu führen und so weiter. Von allerspätestens morgens um 9, häufig früher, bis abends 22/23 Uhr gibt es Termine. Ich kann jeden beruhigen, der sich über ein leeres Plenum wundert: „Faul sind Abgeordnete nicht!“

 

Wie gehen Sie mit Stress um und wie bauen Sie ihn ab?

Ich mache meine Arbeit gerne und weiß, dass die Branche, in der ich nun seit 12 Jahrentätig bin, zeitlich eine große Beanspruchung bedeutet. Aber mir macht das Spaß und ich möchte nichts anderes machen. Bei Stress und gelegentlicher Frustration, kann ich mit Laufen eine Menge abbauen.

 

Was liegt Ihnen am Abgeordnetensein?

Insgesamt gibt es eine sehr große Bandbreite an Themen, die wir beackern. Diese Themenvielfalt politisch zu verantworten macht mir Spaß. Ob ich mich im Wahlkreis darüber austausche oder auf Veranstaltungen erkläre, was man in Berlin macht, ist etwas, das ich gerne mache. Ich habe gerne etwas mit Leuten zu tun habe und mag es, politisch zu debattieren, gerne auch streitig.

 

Wie erklären Sie Ihren Wählern, dass Sie ein Wahlversprechen nicht einhalten können oder Kompromisse eingehen müssen?

Ich arbeite dafür, dass ich alle meine Wahlversprechen einhalten kann. Das ist auch eine ganz wichtige Sache, weil sonst meine Glaubwürdigkeit als Politiker leidet. Das aber ist der Hauptkredit eines Politikers. Ansonsten können Sie es relativ einfach erklären: Es gibt manchmal unvorhersehbare Tatsachen, die sich entwickelt haben und die nicht wegzudiskutieren sind. Da die Union nicht über die absolute Mehrheit verfügt, müssen wir uns mit unserem Koalitionspartner einigen. Schließlich haben neben dem Bundestag auch die Länder im Bundesrat ein wichtiges Wort bei der Gesetzgebung mitzureden. Am Ende kommt dann als Kompromiss ein Gesetz raus, das nicht 100-prozentig dem entspricht, was CDU und CSU allein beschlossen hätten, aber immer auch die Handschrift der Union trägt.
 

Was glauben Sie, welche Schritte muss Deutschland gehen, um die Flüchtlingsproblematik in den Griff zu bekommen?

Ich glaube, dass es keine schnelle Lösung geben wird. Es kommen hier fast täglich 6.000 bis 9.000 Flüchtlinge an. Wir haben uns darauf verständigt, dass die Menschen, die schutzbedürftig sind oder Schutz suchen, hier eine temporäre Bleibe erhalten. Klar ist aber auch, dass Menschen, die nicht schutzbedürftig sind, wieder raus müssen. Am Ende wird der Hauptschwerpunkt darauf liegen, Fluchtursachen zu bekämpfen.

Es wird eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen sein, die in der Summe nach einer bestimmten Zeit wirken, so auch die Beschleunigung des Asylverfahrens. Wir hätten damit besser vor einem halben bis dreiviertel Jahr anfangen müssen, aber so ist Politik.
 

Zum Schluss beenden Sie bitte folgenden Satz: „Nach der nächsten Bundestagswahl 2017 werde ich,...“

wenn es gut läuft, wieder Abgeordneter des Deutschen Bundestags sein!

Auch dieses Jahr hat das Abgeordnetenhaus von Berlin mit dem Jugendforum denk!mal Jugendliche und junge Erwachsene aufgerufen, mit kreativen Projekten an den Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 zu erinnern und der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken.

Unter dem Motto "Nichts ist verloren - wenn Du es erzählst!" sowie den Schlagworten mach!mal, schreib!mal, sing!mal und mal!mal konnten Jugendliche ihre Ideen in die Tat umsetzen und ihre Gedanken und Aktionen in den verschiedensten Formen präsentieren. Neben einer Ausstellung der eingereichten Projekte wird es am 20. Januar eine Abendveranstaltung geben. Die Abendveranstaltung könnt ihr vor dem Fernseher von Zuhause verfolgen, da sie ab 18:00 Uhr vom Sender ALEX live übertragen wird.

 

Ausstellung 18. – 25. Januar 2016

Während des Jugendforums denk!mal verwandelt sich das Casino des Abgeordnetenhauses von Berlin in einen Ausstellungsraum für die Projekte der Jugendlichen.

Vom 18. bis 25. Januar 2016 werden die  eingereichten Projekte dort präsentiert und ausgestellt. Ihr könnt in der Ausstellung u.a. Filme sehen, Skulpturen bewundern, Tonaufnahmen hören oder Fotos betrachten. Durch die kreativen Projekte anderer Jugendlicher könnt ihr viel über die Geschichte des Nationalsozialismus lernen – abseits des Klassenraumes und des Geschichtsbuches.

Die Ausstellung ist an Wochentagen von 9 bis 18 Uhr für alle Interessierten geöffnet. Wenn ihr sie als Klasse, Jugendgruppe oder Einzelperson besichtigen möchtet, meldet euch bitte beim Projektteam an. Die Team-Mitglieder können euch dann am Eingang willkommen heißen.

Das Projektteam erreicht ihr per:

E-Mail: denkmal@parlament-berlin.de

Telefon: (030) 23 25 2010

 

 

 

Hier geht's um Parteien. Was machen die? Wozu braucht man die überhaupt? Und wie kann man da mitmachen? poliWHAT?! erklärt! Schaut rein!
 

Klimapolitik, Tierschutz oder Verbot von Atomkraftwerken!

Wir haben sicherlich alle Themen, welche uns interessieren und uns auch gerne Mal zur Weißglut bringen. Wenn du z.B. keinen Bock auf Zirkusbetriebe mit Wildtieren hast, dann setz dich doch dafür ein!

Aber zunächst: Was ist überhaupt eine Petition und wie unterscheidet sie sich von einem Bürgerentscheid?

Laut Wikipedia ist eine Petition „ein Schreiben (eine Bittschrift, ein Ersuchen, eine Beschwerde) an eine zuständige Stelle, zum Beispiel eine Behörde oder Volksvertretung. (…)Die Zulässigkeit von Petitionen ist ein allgemein anerkannter Bestandteil der demokratischen Grundrechte eines jeden Bürgers.“  
Um es also kurz zu sagen: Wenn dich etwas stört, hast du die Möglichkeit, Unterschriften zu sammeln und diese einzureichen. Oftmals wird man z. B. in der Regierung darauf reagieren. So ist das auch im Jahr 2014 in Bezug auf die Bebauung des Tempelhofer Feldes geschehen. Hier war das Mittel allerdings ein Bürgerentscheid.
Der Unterschied zwischen Petition und Bürgerentscheid ist ganz einfach: Zunächst musst du eine Petition verfassen. Diese muss genug Unterschriften beinhalten (20.000 Stück) und danach eingereicht werden. Daraufhin kommt es im besten Fall zum Bürgerentscheid, also einer Abstimmung, bei der die Bürger entscheiden dürfen, ob sie die Petition unterstützen oder nicht. Der Fall "Bebaaung des Tempelhofer Feldes" hatte genug Unterstützung, um den Willen der Petition durchzubringen.
Eine Seite, wo in Zukunft Berliner Bürgerentscheide stattfinden werden, ist mein.berlin.de

 

„Warum soll ich eine Petition unterschreiben, bringt doch eh nix?!“  Falsch! Es ist natürlich einfach zu sagen, dass eine einzige Stimme gar nichts bringt und man sich deshalb auch gar nicht engagieren muss. Wenn man dann mal genauer darüber nachdenkt, ist das natürlich völliger Unsinn. Nehmen wir an, dass jeder so denkt, dann haben wir keinerlei Partizipation mehr. 

Wo finde ich Petitionen oder wo kann ich meine Eigene starten?

Hier sind einige Links für Petitionsseiten:

 

Es gibt eine Menge erfolgreiche Petitionen, so durfte Düsseldorf seine Gasbeleuchtung und  Dieter seine Pommesbude behalten.
Unser Fazit also: Egal wie ‚klein‘ dein Anliegen scheint, du wirst immer Menschen finden, die dir zustimmen und dich in deinem Vorhaben mit ihrer Unterschrift unterstützen.

Ein Kurzfilm über junge Flüchtlinge in Deutschland und ihre Lebenssituation 

Am 30.09.15 veranstaltete der Jugendverband djo-Deutsche Jugend in Europa eine Dialogveranstaltung in Berlin, wo junge Menschen mit und ohne Fluchterfahrung auf Politiker*innen trafen. Es wurde gemeinsam diskutiert, wie die Perspektiven von jungen Geflüchteten in Deutschland verbessert werden könnten. Das Dialogforum wurde von Jugendlichen vorbereitet und durchgeführt. Es gab Live-Acts und eine Ausstellung über Projekte von und mit geflüchteten Jugendlichen. Medial begleitet wurde die Veranstaltung u.a von vier Jugendlichen, die O-Töne sammelten, die Vorbereitungen begleiteten, kritische Fragen stellten, Interviews führten und die Atmosphäre einfingen. Auch ein Teil des jugendlichen Filmteams ist in den letzten 2 Jahren nach Deutschland geflüchtet. Das Thema ist somit ein Aspekt ihres Lebens. 

Politik findet nicht nur in Bundestagssitzungen statt,

sondern auch im Lebensumfeld der Jugendlichen. Das verdeutlicht das Projekt „Den Kiez gestalten – Politik erleben“.

In den Augen vieler Jugendlicher ist Politik etwas Abstraktes, das nicht unmittelbar mit ihrem Alltag zu tun hat. Dass Politik nicht nur in Europarats- und Bundestagssitzungen weit entfernt stattfindet, sondern auch im Lebensumfeld von Jugendlichen, soll das Projekt „Den Kiez gestalten – Politik erleben“ verdeutlichen.

Bei dem Projekt werden die Jugendlichen aufgefordert, ungenutzte Potenziale im eigenen Wohnumfeld und dessen Missstände zu erkunden, ihre Interessen und Ideen zu formulieren, in einer Kampagne über unterschiedlichste Kanäle digitaler Medien zu kommunizieren und im besten Falle durchzusetzen.

Im Gespräch mit realen Akteur*innen der Politik und Verwaltung lernen die Jugendlichen, ihre Ideen und Interessen zu vertreten und Berührungsängste zu überwinden. Mit Hilfe des Spieles Minecraft setzten die Schülerinnen und Schüler anschließend ihre eigenen Ideen für diese Orte digital um.

Der Clip gibt einen ersten Einblick wie sich die Jugendlichen ihren Stadtteil vorstellen.

 

Wie würdest du bisher ungenutzte Orte in deiner Umgebung gestalten? Schreib ins Kommentarfeld!