Politik

Am 25. Juni ist Berlins größtes unabhängiges Jugendpolitikevent auf dem Pfefferberg-Areal zu Gast. Performances, Aktionsstände, vor allem aber: Diskussionen! In neun Runden könnt ihr mit Politiker*innen aus dem Bundestag, dem Abgeordnetenhaus und den Bezirken eure Meinungen und Ideen rüberbringen: Hier könnt ihr damit anfangen, Berlin nach euren Ideen zu gestalten. In diesem Jahr wird unter anderem über die Zukunft der Schule (#1LitSchule), Nachhaltigkeit (#MakeEarthGreatAgain), Diskriminierung (#NoHateSpeech) und Digitalisierung (#Neuland) diskutiert.

Auch die jup! Redaktion ist für euch vor Ort und wird über das Event hier berichten! Wir sehen uns dann am Montag! Mehr Infos zum Berliner jugendFORUM gibt es hier!

Hier könnt ihr schon mal nachlesen, was im letzten Jahr los war:

Der Sommer naht und das bedeutet Festival-Zeit! Egal ob Musik oder Politik, Spaß mit Freunden haben oder euch lieber politisch engagieren. Schon der Juni bietet so einige Möglichkeiten, wie ihr euren Sommer perfekt einleiten könnt.  Wir begleiten euch dabei mit Vor-Ort-Berichten, aber auch mit tollen Mit-Mach-Aktionen und Gewinnspielen.

 

YOU - Europas größtes Jugendevent

Ein großes Ereignis ist für viele das YOU Summer Festival (22. Juni. - 24. Juni 2018). Zum einen gibt es im Sommergarten eine große Auswahl, sich sportlich zu betätigen oder auch die Möglichkeit, neben der großen Bühne mit Musik das Wetter zu genießen. In den Hallen 18-20 des Messegeländes Berlin wiederum ist von Gaming über Beauty bis hin zu Informationsständen über Ausbildungsmöglichkeiten alles vertreten. Ein weiteres Highlight stellt wie jedes Jahr das Meet and Greet mit YouTube- und Musically-Stars dar.

jup! Berlin wird zusammen mit ALEX Berlin, sowie dem Berliner Abgeordnetenhaus und der Landeszentrale für politische Bildung auf der YOU mit dem „Mediengarten“ vertreten sein. Die Tagesredaktion aus den Redakteur*innen von ALEX und jup! berichtet über die vorhandenen Angebote und verschafft sich anhand von Interviews mit Besucher*innen einen Überblick über die Messe. Auch zu den Meet-and-Greets, sowie den Streetdance-Meisterschaften wird es ausführliche Berichte geben, sodass ihr einen Blick hinter die Kulissen werfen könnt. Zudem finden täglich Gesprächsrunden mit Politiker*innen statt, in welchen über die gesellschafts-politischen Themen aus dem Abgeordnetenhaus gesprochen und diskutiert wird. Die Talks könnt ihr im Livestream auf YouTube und jup.berlin  oder direkt am Stand verfolgen. Weiter haben wir Gewinnspiele und interaktive Social-Media Aktionen für euch vorbereitet.

Ihr wollt dabei sein? Dann gewinnt 2 Freitickets! Schickt uns einfach eine Mail an info@jup.berlin und nennt uns euren Lieblingsort im Sommer in Berlin! Einsendeschluss ist der 15. Juni 2018!

Weitere Infos zur YOU findet ihr kompakt hier.

 

Berliner jugendFORUM #jufo18

Schon einen Tag später (25. Juni 2018) bietet das Politikfestival jugendFORUM Jugendlichen die Möglichkeit, sich an verschiedensten Diskussionsveranstaltungen zu vielfältigen Themen zu beteiligen. Beim #jufo18 werden Themen wie die Nutzung der Digitalisierung, der Umgang mit Rassismus und Antisemitismus an Schulen und außerschulische Jugendbeteiligung diskutiert. Neben Politiker*innen sind auch Schüler*innen und Expert*innen beteiligt, sodass verschiedene Perspektiven zu Problemfindungen beleuchtet werden. Zwischendurch ist Zeit, um die vorbereiteten Performances anzuschauen oder die über 40 Aktionsstände zu besuchen. Als Location wurde der Pfefferberg nahe U-Senefelderplatz ausgewählt. Für ausreichend Versorgung ist ebenfalls gesorgt.

Auch jup! wird dort vertreten sein! In unserer Videobox kannst Du uns unter dem Motto „#jupreichts: Dein Statement für Berlin!“ mitteilen, was Dich bewegt. Was ärgert Dich? Was nervt Dich? Was würdest Du gern ändern? Außerdem kannst Du die Themen, die Dich interessieren, an unsere Litfaßsäule setzen und so für Aufmerksamkeit darauf sorgen!

Weitere Infos zum Berliner jugendFORUM findet ihr hier.

 

Hier findest du unsere Berichte vom letzten Jahr:

VON SINA

 

Vereine und Interessenverbände

Statt Mitglied in einer Partei(-organisation) zu werden, kann man sich auch in Vereinen ehrenamtlich engagieren. Ein Vorteil besteht darin, dass sich Vereine oft nur für einen politischen Aspekt, wie die Bildung, einsetzen und so das Beteiligungsfeld eher den eigenen Interessen entspricht. Viele Vereine haben offene Sitzungen, bei denen ihr auch bei Interesse reinschnuppern könnt.

 

Jugendverbände, z.B. Landesjugendring

Der Landesjugendring ist der Zusammenschluss aller Jugendverbände des Landes Berlin und steht ein für eine nachhaltige Kinder- und Jugendarbeit im Land Berlin, Mitbestimmung und Partizipation in allen gesellschaftlichen, politischen und sozialen Bereichen, selbstbestimmte und selbstorganisierte Jugendarbeit innerhalb demokratischer Strukturen, ehrenamtliches Engagement und Parteilichkeit und Werteorientierung. Kinder und Jugendlichen wird durch ihn das Recht zugesprochen, sich in allen gesellschaftlichen, politischen und sozialen Fragen zu beteiligen. Welcher Jugendverband für Euch der richtige ist, könnt ihr auf Jugendnetz nachlesen.

 

Schüler*innenvertretung

Die SV ist dafür da, im Schulkontext zu betraten, mitzuwirken und mitzubestimmen. Es finden Schüler*innenversammlungen statt und gewählte SV-Mitglieder nehmen an Entscheidungen von schulischen Gremien teil. Es gibt auch Schüler*innenvertretungen auf Bezirks-und  Landesebene.

Die LSV Berlin ist die freie basisdemokratische Vertretung der Schüler*innen Berlins. Sie tritt an Politiker heran und kommuniziert, wie die bildungspolitischen Maßnahmen umgesetzt werden sollten.

 

Politische Jugendorganisationen von Parteien

Auch wenn ihr in Parteien, wie der SPD und der CDU, schon ab einem Alter von 14, bzw. 16 Jahren eintreten dürft, haben fast alle Parteien auch eine Jugendparteiorganisation. Diese haben keine Pflicht zu Parteibüchern, d.h. um sich dort zu engagieren, müsst ihr nicht automatisch der Partei beitreten, sondern könnt auch so bei deren regelmäßigen Treffen und Sitzungen teilnehmen und mitdiskutieren. Als Mitglied ist man zudem dazu verpflichtet, einen Mitgliedsbeitrag (fünf bis 250 Euro) zu zahlen.

 

Partei gründen

Falls ein Eintritt in eine bereits vorhandene Partei oder -organisation keine Option ist, besteht auch die Möglichkeit, selbst eine zu gründen. Unabhängig von dem Namen der Partei, ihrem Sitz und dem Tätigkeitsfeld braucht ihr mindestens sieben Mitglieder, um euch in das Vereinsregister eintragen lassen zu können. Drei von diesen Personen müssen dabei den Vorstand bilden. Über ihn und das Parteiprogramm sollte in einer Mitgliederversammlung abgestimmt werden. In dem Programm sollten die Anliegen und Ziele der (neu gegründeten) Partei aufgelistet sein. Erst politisch aktiv werden kann die Partei jedoch erst, wenn vom dem Bundeswahlleiter der Vorgang der Gründung überprüft wurde. Dazu sendet ihr ihm, aktuell Dieter Sarreither, die Satzung, das Parteiprogramm und die Namen des Vorstandes sowie der Landesverbände und ein Gründungsprotokoll zu. Damit wird sichergestellt, dass die Wahl des Vorstandes geheim und demokratisch abgelaufen ist.

 

Wahlen /U18 Wahl

Oft werden  in Schulen die U18 oder Juniorwahlen durchgeführt. Die Schüler*innen haben die Möglichkeit "wie die Erwachsenen" an Bundestags- und Landtagswahlen teilzunehmen. Die Wahlen finden nach dem demokratischen Prinzip der freien, geheimen, allgemeinen, gleichen und unmittelbaren Wahl statt; nur 9 Tage vorher. Auch außerhalb der Schule haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, sich an den Wahlen zu beteiligen. Ein Mindestalter gibt es nicht. Ob sich ein Wahllokal in deiner Nähe befindet, kannst du ein paar Tage vor der Wahl auf der U18-Website nachschauen.

 

Kinder- und Jugendparlamente

In Kinder- und Jugendparlamenten haben Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 21 Jahren die Möglichkeit, sich in ihrem Bezirk oder ihrere Stadt politisch zu beteiligen. Die Hauptaufgabe besteht darin, ein Sprachrohr für ihre Alterklasse darzustellen und über ihre Interessen und Anliegen zu informieren. Dazu sollen sie die beratende Funktion einnehmen, wenn es um die Wünsche anderer Kinder und Jugendliche in ihren Gemeinden geht. In Berlin gibt es Kinder- und Jugendparlamente in Tempelhof-Schöneberg und Charlottenburg-Wilmersdorf.

 

Demos organisieren

Um eine eigene Demo zu organisieren, müssen folgende Dinge beachtet werden: Um Komplikationen oder ein Verbot zu verhindern, sollten die Route und die Anzahl der Teilnehmer*innen voher festgelgt, bzw. kalkuliert werden. Was die Organisation betrifft, so sollte viel Werbung gemacht werden, um auch viel Aufsehen zu erlangen. Dazu gehört auch das Gestalten von Plakaten oder Flugblättern, die ihr während der Veranstaltung verteilen und hochhalten könnt. Beim Planen der Route sollte beachtet werden, dass manche Straßen nicht immer gesperrt werden können. Da sollte eine Absprache mit der Polizei stattfinden. Weiter sollte die Demo bei der Polizei oder dem Staatsschutz angemeldet werden. Der/Die Anmelder*in muss dabei mindestens 18 Jahre alt sein und bei der Meldung seinen Personalausweis mit sich führen. Erst nach der Genehmigung, welche ein paar Tage vor geplantem Beginn an die Veranstalter*innen gesendet wird, ist eure Demo offiziell. Die Anmeldung ist trotzdem bis zu 48 Stunden vor Beginn möglich. Der inoffizielle Weg ist zwar auch eine Möglichkeit, jedoch nicht empfehlenswert, da eine Demo ohne Anmeldung eher Schwierigkeiten mit der Polizei bedeutet, als einen politischen Erfolg.

 

Bürgerinitiativen

Bürgerinitiativen haben die Intention, die Öffentlichkeit zu mobilisieren und Druck auf die Behörden auszuüben. Als Zusammenschluss zwischen mehreren Menschen, die die Opposition darstellen, werden  Flugblätter, Zeitungsanzeigen und Artikel in der Lokalzeitung erstellt, auf und in welchen eine bestimmte Problematik thematisiert und ein eigener Standpunkt klar vertreten wird. Meistens bezieht man sich dabei nur auf einen bestimmten Aspekt/ eine Debatte und eine bestimmte Region, bzw. einen Bezirk. Zu beachten ist, dass erst nach genügend Öffentlichkeitsarbeit die Parteien und Fraktionen auf euch aufmerksam werden und anschließend auch zu Kompomissvorschlägen bereit sind. Ein entscheidener Vorteil der Bürgerinitiative ist, dass durch die Mobilisierung der Öffentlichkeit durch Euch auch Druck auf die Parteien ausgeübt wird. Je länger nach einer Lösung gesucht werden muss, desto mehr könnte es dem Bild der Partei schaden und eure Forderung wird eher durchgesetzt.

 

Petitionen starten, z.B. auf change.org

Eine Petition gleicht sich von dem Aufwand her mit dem Starten einer Bürgerinitiative. Und auch das Vorgehen ähnelt sich. Egal für welches Portal ihr euch entscheidet, euer Anliegen sollte konkret und ausführlich dagelegt werden. Dazu ist es wichtig, dass ihr eure Forderungen mit aktuellen Beispielen belegt ist und so die Relevanz hervorhebt. Auch sind Unterschriftensammlungen hilfreich, um zu zeigen, wie viele Menschen das Thema beschäftigt. Um an die Unterschriften zu kommen, spielt die Öffentlichkeitsarbeit eine große Rolle. Ihr müsst nämlich zuerst durch das Verteilen von Flugblättern oder dem Teilen und der Produktion von Artikeln und weiteren Beiträgen die Masse überzeugen, bevor ihr die Politiker überzeugt. Wenn ihr Eure Petition direkt auf der Webseite des Deutschen Bundestages einreicht, gelangt ihr schneller an den Kontakt mit den Fraktionen und könnt mehr erreichen (https://epetitionen.bundestag.de/epet/peteinreichen.html). Weitere Portale, auf denen ihr eine Petition starten könnt, bieten zum einen charge.org (https://www.change.org/start-a-petition?source_location=header) oder OpenPetition (https://www.openpetition.de/petition/neu). Damit euer Anliegen weiterhin beachtet wird, eignet es sich, die Petition auf den sozialen Medien oder weitere Öffentlichkeitsarbeit zu teilen, sodass auch mehr Bürger auf Euer Anliegen aufmerksam werden und Euch unterstützen können.

 

Besuch von Panels und Diskussionsveranstaltungen

Wenn ihr mit Eurer Meinung eine breite Masse erreichen wollt, eignen sich offene Diskussionsveranstaltungen oder sog. Panels. Zum einen gibt es das Jugendpolitikfestival Jugendforum. Jugendliche können neben den Aktionsständen von Jugeninitiativen und -organisationen an moderierten Diskussionen teilnehmen und dort mit Politiker*innen und Expert*innen nach Lösungen zu aktuellen Problemstellungen suchen. Auf dem diesjährigen #jufo werden Themen wie Kinder- und Jugendbeteiligung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit besprochen.

Das Festival für digitale Jugendkultur und die Gesellschaftskonferenz für Jugendliche zwischen 13 und 21 Jahren, die TINCON findet dieses Jahr zwischen dem 08. Juli und 10. Juli im Berliner Columbia Theater statt. Dort vertreten junge Journalisten, Aktivisten oder auch politisch engagierte Schüler*innen als Speaker*innen ihre Meinung. In sogenannten "Sessions" halten sie Vorträge zu den Themen, die sie interessieren und erreichen so nicht nur die Anwesenden Jugendlichen, sondern auch Zuschauer im Netz. Auch wenn die Meldefrist als Speaker*innen für die diesjährige TINCON schon vorbei ist, das Festival findet jedes Jahr auf neue in Berlin statt. Zudem beinhalten die Sessions auch Möglichkeiten, selbst Fragen zu stellen und sich zu beteiligen, um die Diskussion weiter anzuregen. Weitere Infos findest du hier.

 

Sich informieren über die Medien, selbst publizieren (Blog, Kommentar, eigenes Magazin)

Eine weitere Möglichkeit zur Mobilisierung bietet die Nutzung von Massenmedien. Egal ob ihr einen Blog startet, auf dem ihr Euren Standpunkt vertretet oder auf den sozialen Netzwerken für Aufmerksamkeit sorgt - eine Art sich zu engagieren ist auch, das Thema, das Euch interesiert, erst einmal ins Gespräch zu bringen. Falls es Euch an Informationen fehlt, könnt ihr die Wissenslücken mit eigener Online-Recherche füllen und Euch bei Verbänden oder der Bundes- und Landeszentrale für Politische Bildung informieren. Dort werden auch aktuelle Debaten aus verschiedenen Blickwinkeln geschildert, sodass ihr nicht nur Euren, sondern auch andere Standpunkte verstehen könnt. (http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/).

 

Diskussionen unter Freunden

Oft ist es schon hilfreich, eine bestimmte Problematik in einem kleinen Kreis zu teilen. Eure Meinung vertreten und Interesse für andere Lösungsmöglichkeiten könnt ihr demnach schon in einer kleine Diskussion mit Freunden oder in der Familie. Das Engagement besteht dann nicht darin, in einem größeren Ausmaß etwas zu bewegen, sondern eher darin, Anreiz zu bieten und andere zum Mitmachen zu motivieren.

 

Mehr Infos findet ihr auch auf der Seite von Jugendnetz, Edition F und der Bundeszentrale für politische Bildung, die wir auch als Quellen für diesen Artikel verwendet haben.

VON ABDU BAACK

Die Städte Berlin, Hamburg und Leipzig verbindet eine Sache hauptsächlich. Die Anzahl politisch motivierter Straftaten aus dem linken politischen Spektrum scheint hier besonders hoch. Gewalt von Links scheint in diesen Städten ein Thema zu sein. Das folgende Essay soll quasi als Notizzettel fungieren. Ich möchte hier meine Gedanken zu diesem Thema loswerden, mögen diese auch sehr subjektiv sein.

Als erstes habe ich mir den Spaß erlaubt und die beiden Suchbegriffe: „linke Gewalt“ und „rechte Gewalt“ in die Google-Suche eingegeben. Zum Suchbegriff „linke Gewalt“ werden mir circa 1,8 mal mehr Vorschläge gemacht (LG: 171.000 / RG: 95.100). Linke Gewalt scheint von medialem Interesse zu sein. Ich persönlich würde mich politisch links einordnen. Ich bin für die Gleichheit von Menschen, finde die Idee, dass jeder machen und sagen können soll was er*/sie* mag, solange es niemanden verletzt oder belästigt, gut, außerdem kann ich Hierarchien nicht leiden, die Idee Hierarchien- und Machtstrukturen stetig abzubauen bis hin zu einer utopischen Welt, voller Gleichheit und ohne Krieg, Ausbeutung und Diskriminierung gefällt mir.

Auch mag ich sicherlich radikale Theorien oder Vorgehensweisen gut finden. So empfinde ich Sitzblockaden gegen rechts-(extreme/populistische) Demonstrationen als etwas Gutes. Die letzten 2,5 Jahre war ich auf Wohnungssuche. Aus erster Hand kann ich bezeugen, dass der Berliner Wohnungsmarkt dreckig ist. Außerparlamentarische Vorgehensweisen um gegen Wohnraum als Spekulationsware zu agieren würde ich in der Regel eher unterstützen. Nun ist es dennoch eher der Fall, dass die Gesellschaft im Allgemeinen diese Formen der Gewalt strikt abzulehnen scheint, glaubt man zumindest den Eindrücken, die man aus den abertausenden Kommentarspaltendiskussionen gewinnen kann.

Doch genau hier beginnt die Irrationalität. Denn vergleicht man einmal nur die offiziellen Todeszahlen von rechts- und linksextremistisch motivierten Straftaten, wird schnell klar, wer die gesellschaftlich größere Gefahr darstellt. Geht man nach den Zahlen, die mit Hilfe der PMK (politisch motivierte Kriminalität) erfasst wurden - die Zahlen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da das aktuelle Verfahren zu Erfassung große Mängel aufweist - stehen auf der linken Seite 16 versuchte und 1 vollendetes Tötungsdelikt, wo hingegen auf der rechten 44 versuchte und 3 vollendete Tötungsdelikte stehen, alle Zahlen gelten seit 2001, hinzu kommen eigentlich noch Morde des NSU, der Anschlag von München und Dutzende bisher nicht aufgeklärte Morde.
Im Allgemeinen, so merkt es das BKA an, sind wesentliche Unterschiede zwischen rechter und linker Gewalt zu betonen. Während die meisten Straftaten der linken Seite „ereignisorientiert“, zum Beispiel „Landfriedensbruch“ oder „Widerstand gegen Vollzugsbeamte“ im Rahmen einer Demonstration in Form einer Sitzblockade oder Ähnliches, sind. Anzumerken ist auch, dass die Zahl an Körperverletzungen von Links circa halb so hoch ist wie von Rechts. Das BKA hat hier angemerkt, dass rechte Gewalt oftmals eher face-to-face stattfindet. Dabei ist auch die Anzahl an Straftaten, bei denen der Tod des Opfers in Kauf genommen wird, um 23% höher als durch Linke. Was sind also nun 9 besetzte Häuser in Berlin vorletzte Woche, die vorher ohnehin leer Standen im Vergleich zu einer Ideologie die Grundlegend auf der Ungleichheit der Menschen aufbaut.

Lange habe ich darüber nachgedacht. Warum wollen alle gegen Nazis sein, im Zweifelsfall aber auch strikt gegen Gewalt. Alle sind für Frauenrechte und Emanzipation, solange es das eigene Verhalten nicht beeinflusst. Eine richtige Antwort habe ich bisher nicht gefunden, mehrere Vorfälle bei denen ich bisher anwesend war haben mir aber einiges über Menschen beigebracht. Zweimal musste ich einschreiten, als Frauen* rassistisch/sexuell belästigt wurden. Ich war immer der Einzige der etwas tat. Nicht dass es nicht auch andere Menschen gegeben hätte, die ich persönlich sogar eher in der physischen Position dazu gesehen hätte, als mich. Aber jedes mal hat es keinen interessiert. Nach diesen beiden Vorfällen habe ich den Glauben in die Zivilcourage so gut wie verloren. Ganz nach dem Motto: „Be the change you wanna' see in the world.“

Dass das Gegenteil aber auch der Fall sein kann, bewies eine Situation, in die ich vor Kurzem geriet. Ein homosexuelles Paar war in der Nähe einer Bar, in der ich mich mit Freunden befand, mit einem Messer angegriffen worden. Das Paar rettete sich in unsere Bar und ohne dass irgendjemand lange darüber nachdachte, achteten draußen Leute darauf, dass die Täter keinen Zugang zur Bar erhielten, drinnen wurden das Opfer der Messerattacke und sein Partner versorgt, solange die Rettungskräfte noch nicht vor Ort waren. Wie ein eingespieltes Team taten alle das ihnen Mögliche, um den beiden zu helfen, obwohl sich die meisten der Barbesucher eben nicht kannten. Abgesehen davon, dass mich die ganzen Umstände traurig und wütend gemacht haben, hat es mich glücklich gemacht, dass es immer noch Leute in dieser Welt gibt, die sich kümmern und die für das Richtige einstehen, auch wenn sie gegebenenfalls mit ihrer körperlichen Unversehrtheit bezahlen müssen - und das nur, weil es das Richtige ist. Zum Glück wurde keiner körperlich schwerer verletzt.

Einen wichtigen Punkt, den ich hier gerne noch einmal anführen möchte, ist der der Empathie. Viele Leute regen sich nicht auf, solange es ihre Person oder ihr leben nicht betrifft. Abschiebungen nach Afghanistan? - Mir doch egal. Nein heißt eigentlich nicht wirklich nein? -
Juckt mich nicht. Wohnungen in Berlin und anderswo werden krass viel teurer? Ich habe ein Haus! Ich bin der Überzeugung vielen Leuten würde es gut tun, mal darüber nachzudenken wie chancengleich unsere Gesellschaft doch wirklich ist. Wie offen und tolerant der „deutsche Alltag“ tatsächlich gegenüber Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund ist, bevor vermeintlich unbegründete Aggression und Gewalt verurteilt wird. Gewalt ist kein Phänomen einer bestimmten Ideologie, Herkunft, Religion oder Gesellschaftsschicht. Gewalt ist ein Produkt der meisten Gesellschaften auf diesem Planeten. Vielleicht wird es Zeit, dass wir als Gesellschaft uns ändern und aufhören zu versuchen unseren Konservatismus mit Hilfe von Abschottung zu sichern, um uns dann über die Konsequenzen und die Produkte, die daraus resultieren, zu wundern.

 

Abdu ist Fotojournalist, Student und Jugendredakteur bei jup!.

Artikelbild © Abdu Baack

Liebe Leserinnen und Leser,

Durch unser Projekt Schüler*innenhaushalt an der Hemingway-Schule haben wir die Möglichkeit mit dem Förderprogramm Demokratisch Handeln nach Hamburg zur 28. Lernstatt Demokratie in der Zeit von 12.6-15.6.18 zu fahren. Wir werden mit einem Bus nach Hamburg reisen und dann in einem Hotel übernachten. Die Fahrt haben wir ja sozusagen gewonnen, deshalb ist der Unterkunft und das ganze Programm für 2 Schüler*innen und eine Begleitperson kostenlos. Der Großvater eines Schülers hat einen Gutschein für die Fahrt gesponsert, somit ist die Fahrt mit dem Flixbus größtenteils bezahlt. Wir werden an verschiedenen demokratischen Workshops teilnehmen und können mit Politiker*innen reden, die etwas mit Jugendlichen zu tun haben. Das alles wird von den Veranstaltern organisiert.

Wir freuen uns auf eine schöne Zeit in Hamburg und hoffen viel von der Stadt zusehen.

Frau Lämmel engagierte sich, dass zwei weitere Schüler*innen und auch Frau Hippauf, die den Schüler*innenhaushalt mit unterstützt, mitfahren können. Auch mit der Unterkunft gab es Probleme, hier setzte sie sich dafür ein, dass wir alle in einem Hotel sind.

VIELEN DANK FRAU LÄMMEL FÜR DIE VIELE BEMÜHUNG!! <3

Auch Frau Richter von den Projekten an der Hemingway-Schule von der Stiftung SPI unterstützt und ganz doll, damit wir nach Hamburg fahren können.

Ein Reisebericht folgt… ;)

Von: Mariam 8a & Frau Hippauf

 

Hier könnt ihr unsere anderen Blogartikel nachlesen:

Linke Gewalt ist ein Phänomen, das vor allem Großstädte betrifft. Städte wie Berlin, Hamburg und Leipzig gelten als (links-) autonome Zentren. Sie sind bekannt für eine große (teilweise auch gewaltbereite) linke Szene. Die Rote Flora in Hamburg, die Rigaer 94 in Berlin und das Conne Island in Leipzig-Connewitz zählen zu den bekanntesten autonomen Zentren in Deutschland.

Die Jugendredakteure Nushin und Janik Emil Hölzer waren Ende März im politischen und geographischen Herzen Europas unterwegs!
Sie begleiteten die Jugendkonferenz "Pimp my Europe -Level up!" in Brüssel, in der eine thematische Diskussion, mit Abgeordneten des Europäischen Parlamentes, vorbereitet wurde.
Dabei drehte sich alles um die Themen Umwelt, Bildung, Krieg und Frieden, Europäische Projekte und Arbeit/(losigkeit).

Wenn ihr jetzt heiß seid, was sonst noch so alles passiert ist, dann klickt auf das Video!

 

Beim Wettbewerb „Demokratisch Handeln“ der 5. Regionalen Lernstatt Berlin-Brandenburg war einiges los! Verschiedene Demokratieprojekte aus Schulen haben sich vorgestellt und ausgetauscht. Hannah und Laura berichten euch hier, was sie erlebt haben…

 „Demokratisch Handeln“ ist ein Wettbewerb, den es schon seit 1990 gibt, also schon seit 28 Jahren! Alle Schulen in Deutschland, und sogar alle Jahrgangsstufen, dürfen bei diesem Wettbewerb mitmachen. Gesucht werden Beispiele für Demokratie in der Schule und darüber hinaus. Das Ziel des Wettbewerbs ist jedes Jahr, zum Mitmachen anzuregen. Denn Demokratie bedeutet Gleichberechtigung und Mitbestimmung und nur durch unser Mitmachen und Einmischen kann sie lebendig gehalten werden.

Das spannende Thema Demokratie

Der Wettbewerb "Demokratisch Handeln" fand im FEZ Berlin statt. Eine ganze Reihe Schüler*innen, Lehrer*innen, aber auch Eltern und Jugendarbeiter*innen versammelten sich hier, um sich gegenseitig ihre Demokratieprojekte vorzustellen.

Zu Beginn wurde das Publikum durch den Moderator und Ansprechpartner Alexander Lipp begrüßt. Hella Sobotka, die Regionalberaterin von "Demokratisch Handeln Berlin", stellte alle weiteren Gastgeber des Tages vor, u.a. Michael Hackenberger, Regionalberater von "Demokratisch Handeln Brandenburg", und die Juniorbotschafterin Rita.

Gleich im Anschluss fand ein moderierter Austausch mit dem Titel "Demokratie ist anregend!" statt, bei dem die Teilnehmer*innen in drei verschiedenen Gruppen aufgeteilt wurden und jeweils in ihrer Gruppe ihr eigenes Projekt vorstellten. Besonders beeindruckt waren wir von der "Hilfsaktion Unterhosen", die die Schulklassen der Paula-Fürst-Schule gestartet hatten: Gemeinsam sammelten die Schülerinnen und Schüler 248 Unterhosen für Obdachlose, die sie dann im Hygienecenter am Berliner Bahnhof Zoo verschenkten. Hier können sich wohnungslose Menschen zwar waschen, baden oder duschen, jedoch gibt es nicht genug saubere Unterhosen, die sie nach dem Waschgang anziehen können.

Dieses und auch alle anderen Projekte finden wir super, denn jedes einzelne - egal in welcher Form - trägt dazu bei, das menschliche Miteinander zu stärken und zu verbessern. Und warum soziales Engagement so wichtig für die Gestaltung einer Gesellschaft ist, lässt sich ganz einfach erklären:

Einerseits hat es selbstverständlich einen erkennbaren Wert für die Gesellschaft, indem Organisationen und Einrichtungen unterstützt werden, die das Gemeinwohl fördern, z.B. der Hygienecenter am Bahnhof Zoo. Zusätzlich ist es auch eine Form der Demokratie, in der sich Menschen für ein Projekt stark machen, das ansonsten keine oder nur wenig Unterstützung von Seiten des Staates erhält. Damit kann nicht nur die Gesellschaft, sondern auch das politische Klima mitgestaltet werden!

Auch während der Vorstellungsrunden wurde besonders darüber diskutiert, warum und wo genau im Projekt „demokratisch gehandelt" wurde. Diese Frage hat uns näher interessiert und wir haben uns mit Philip aus Jena unterhalten, welcher auch beim Förderprogramm "Demokratisch Handeln" tätig ist. Wir wollten von ihm wissen:

"Was bedeutet es für dich "demokratisch zu handeln"?"

"Jeder hat eine Stimme, ist gleichberechtigt und niemand steht hinten an. In der Schule wird das Thema Demokratie oft behandelt, aber auch hier heißt es: Nicht nur reden, sondern machen! Die jungen Leute bringen so viele neue und frische Ideen. Leider fehlt im Alltag aber oft die Motivation. Doch sich jetzt zu beteiligen ist das A und O.", so Philip.

Da hakten wir nach: "Du findest also, das Bewusstsein für Demokratie könnte noch stärker gefördert werden?"

"Auf jeden Fall. Da sich die Demokratie sonst langsam selber abschafft, wenn sich niemand mehr dafür einsetzt."

 

Was ist linke Gewalt? Wie wird Gewalt eigentlich definiert? Ist linke Gewalt (k)ein Thema in Deutschland? Hier findet ihr in den kommenden Wochen Antworten zu diesen Fragen und allen anderen wichtigen Infos rund ums Thema "Linke Gewalt".

Dieses Themen-Spezial ist Teil der Gewaltpräventionsreihe „Auf Augenhöhe – Berlin gegen Gewalt“ und wird von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt (LkBgG) gefördert.  

Es war mal wieder soweit. Der europäische Protesttag ging in eine neue Runde. Am 5. Mai 2018 startete der Marsch am Berliner Nollendorfplatz mit dem Motto: „Inklusion von Anfang an“.
Ich finde es immer wieder schön, unter Gleichgesinnten zu sein und sich gemeinsam für ein Thema stark zu machen. Und zwar Inklusion! Es ist zwar schon sehr viel passiert, aber das Ziel ist längst noch nicht erreicht.
Schön ist auch, viele Menschen wiederzusehen, denen man sonst nur auf Facebook und Co. begegnet. Laut Schätzungen waren um die 2.500 Teilnehmende vor Ort (Quelle: Berliner Behindertenzeitung).

Am Ende des Tages gab es die Kundgebung auf dem Breitscheidplatz, zu der auch alle Parteien eigeladen wurden, um über den aktuellen stand der Inklusion in der Politik zu diskutieren. Trauriger weise erschienen nur 3 von allen eingeladenen Parteien… An so etwas merkt man mal, wie wichtig den Parteien das Thema Inklusion ist. Die AFD hat sich übrigens selber eingeladen. Sie wurde aber mit einem netten Brief abgelehnt.

Zum Schluss wurde noch ein Preis namens „Inklusionsverhinderer 2018“ verliehen. Der ging an Stephan Dassel, Bezirksbürgermeister von Mitte. Doch der Preisträger hatte wohl wichtigeres zu tun... Wenn ihr wissen wollt, warum ihm der Preis verliehen wurde, lest doch den passenden Artikel in der Berliner Behindertenzeitung.

Es war ein sehr friedliche Tag und hat sehr viel Spaß gemacht.

von Linus

Mehr über Linus und Jasper und ihr Projekt Handicap Lexikon erfährst du hier!