Politik

Was ist eigentlich eine Petition? Wer bestimmt, welche umgesetzt werden? Und was sind die lustigsten Petitionen, die dem Petitionsausschuss jemals vorgelegt wurden?
Diese und andere Fragen stellte die Digga-Redaktion den Mitgliedern des Petitionsausschusses: Frau Kofbringer (Bündnis 907DIE GRÜNEN), Herr Ronneburg (LINKE), Herr Kugler (SPD) und Herr Penn (CDU) stehen Rede und Antwort.

Von Freitag bis Sonntag (7. bis 9. Juli) findet auf dem Messegeländer Berlin wieder die YOU Jugendmesse statt. Und wir sind mit der Jugendredaktion, der Digga-Redaktion von ALEX und dem Abgeordnetenhaus Berlin mittendrin statt nur dabei! In Halle 21b gibt es Aktionen, Talkrunden und vieles Mehr. Also schaut vorbei!

Bis dahin gibt's hier laufend alle entstandenen Berichte, Umfragen und Livestreams!

AKTUELL:  Ist Zivilcourage heute wichtiger als früher?

Die YOU ist gestartet und mit ihr die Talkrunden des Abgeordnetenhauses in Kooperation mit der Digga-Redaktion.

Habt ihr euch schonmal gefragt, wofür so ein Parlament eigentlich da ist und was die da machen? Findet es jetzt heraus!

Berliner Schüler und Schülerinnen fordern politische Bildung! Bisher gibt es das nur als Wahlfach an - manchen - Oberschulen. Aber viele Schüler*innen in Berlin wollen mehr. Im Herbst soll nun nach Angaben der Bildungsverwaltung entschieden werden, ob es zukünftig ein für alle verbindliches Pflichtfach Politik an den Sekundarschulen und Gymnasien geben wird. 

Was ich über Politik weiß, ist peinlich!

Ich für meinen Teil, habe dieses Fach bisher nie gehabt und merke: Ich komme nicht mehr mit. Es ist fast als „peinlich“ zu bezeichnen, wie wenig ich über meine Rechte und Pflichten auf politischer Ebene weiß. Ich darf anscheinend mit meinen 16 Jahren schon wählen gehen. Ich darf über die Abgeordneten in den Bezirksparlamenten wählen. Doch, was soll ich denn wählen, wenn ich vorher nicht genug informiert bin? Klar, ich kann mit dem Strom gehen, glauben, dass die CDU oder die SPD schon einen guten Job machen, wenn sie in den vorjährigen Landtags- und Bundestagswahlen die meisten Prozentsätze hatten. Ich kann glauben, dass die AfD eine Gefährdung ist, und denen nicht mein Kreuzchen auf dem Zettel geben, während ich in der Wahlkabine sitze und so tue, als wüsste ich jedes einzelne Wahlprogramm in- und auswendig.

Politik muss in die Schule - in alle Fächer!

„Politikwissenschaften war heut’ so interessant! Wir haben miteinander diskutiert, inwiefern…“, höre ich oft von meinen Freundinnen. Ich nicht. Ich kann euch lediglich Auskunft über die Entstehung der Demokratie und deren Verbreitung in Europa geben - das war Teil meines Geschichtsunterrichts. Falls der Entschluss fällt, kein eigenständiges Pflichtfach „Politik“ einzuführen, ist die weitere Überlegung, es als Teilgebiet in anderen Fächer, wie eben Geschichte oder Ethik zu etablieren. Inwiefern man aber bereit ist, den Unterrichtsstoff dieser Fächer zu kürzen, ist auch noch unklar. Meiner Meinung ist es jedoch relativ egal, in welcher Form oder zu welchem Anlass Politik in der Schule thematisiert wird. Hauptsache, es tut sich endlich was! Wie schon angesprochen, lassen sich zum Beispiel auch geschichtliche und politische Inhalte wunderbar verbinden. 

Fakt ist: Demokratie funktioniert nur mit wahlbereiten Menschen, die sich für ihre Interessen einsetzen und so die Gesellschaft mitbestimmen können. Was aber, wenn wir gar nicht wissen, wo unsere Interessen liegen, oder gar nicht wissen, welcher Wert unsere eigene politische Meinung eigentlich hat? „Politik“ als Fach bietet Basiswissen, klärt auf und legt Grundlagen für das Bilden eigener Meinungen über die aktuelle politische Lage auf der ganzen Welt. 

Diskutieren statt „Nachbeten“

Eine andere Problematik stellt die Vermittlung des Unterrichtes dar. In Berlin findet meist sogenannter „Frontalunterricht“ statt. Unabhängig von dem Fach, Schüler bekommen Informationen und haben diese auf Knopfdruck zu verarbeiten und zu lernen. Nach schriftlichen Arbeiten, sind diese wieder vergessen. Eigene Meinung sind eher weniger gefragt, was die intensive Verinnerlichung dieser Informationen nicht möglich macht. Bekommt der Schüler aber von dem Vermittler, dem Lehrer, Meinungen gestellt, so wird der Schüler ebenfalls gelenkt und in seinem Denken in gewisser Weise eingeschränkt. Wir müssen überlegen, wie der Politikunterricht gestaltet wird, sodass er auch seine Wirkung erzielt. Die Lehrerausbildung wurde zwar schon verändert, doch in den Schulen ist das noch längst nicht überall angekommen.

Wie können wir nun unter Schülern zu einer kontroversen Diskussion kommen, wenn wir uns Anhaltspunkte bei unseren Autoritätspersonen suchen? Ich ertappe mich sogar selber dabei, zu fragen, wie die Meinung meines Lehrers zu einem bestimmten Konflikt ist. Mal bekomme ich „Das darf ich dir nicht sagen“ als Antwort, oft ist es jedoch eine genaue Schilderung von eigenen Pro- und Kontraargumenten. Was ich mir wünsche, sind Lehrer, die mir ihre Meinung sagen können, die sich in unsere Gespräche einbinden, ohne mir das Gefühl zu geben, sie würden mich in meiner Einstellung leiten.

WER soll das eigentlich unterrichten?

Beim Thema Lehrer: Mehr als 130 Lehrkräfte würden bei der Einführung von Politik als Pflichtfach in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 benötigt. Bei fast chronischem Lehrkräftemangel, der in Berlin herrscht, entstünde ein zusätzliches Problem. Viele Eltern klagen über Unterrichtsausfall ihrer Kinder, in Oberstufen steht nicht selten EVA (eigenverantwortliches Arbeiten) auf dem Plan. Ein erfreulicher Anblick, wenn man auf den Vertretungsplan schaut. Die Quittung werd ich dann aber bekommen, wenn ich verzweifelt vor meinen Abiturklausuren sitze und mir wünsche, ich hätte diesen Unterricht gehabt. 

Für mich ergibt sich dann nun, was es mir bringt, wenn ich ein zusätzliches Fach „Politik“ habe, aber niemanden der es unterrichten kann, ohne dass dafür wieder etwas anderes ausfällt?

Ich schätze es liegt in der Hand der Politiker*innen, wo die Prioritäten liegen. Ich hoffe, die Menschen, die keinen Politikunterricht hatten, haben sich gut ausgesucht, wer in eine solch wichtigen Entscheidung das letzte Wort hat.

 

Sina (16 ) Lilienthal-Gymnasium, dieser Artikel entstand im Rahmen des Mentoringprogrammes auf dem Berliner jugendFORUM 2017

Es ist geschafft! Das jugendFORUM fällt nichts ins Wasser. Auch wenn es am Donnerstag den ganzen Tag heftig geregnet hat und das juFO-Team vergeblich versucht hat, gegen den Sturm und die Wassermassen anzukommen, konnte die Veranstaltung gerettet werden. Am späten Abend kam die erlösende Information: Eine Ersatzlocation war gefunden! Zwar nicht draußen, aber trotzdem schön: Pfefferberg Haus13 in der Schönhaußer Allee 176.
Seit den frühen Morgenstunden baute das juFO-Team mit seinen fleißigen Helfer*innen und die teilnehmenden Organisationen das neue juFO-Gelände auf. Pünktlich um 12 Uhr konnte das juFO 2017 eröffnet werden.

Sehr viele Personen waren dabei und die Moderator*innen haben die Gäste herzlich begrüßt und erklärt, was heute alles auf dem Programm steht und wo sich alles genau befindet. Und das nicht nur in der deutscher Sprache, sondern für andere Personen, die aus andere Ländern gekommen sind, auch in englischer und arabischer Sprache.

Das jugendFORUM wird von jungen Leuten geplant, organisiert und inhaltlich gestaltet. Es gibt Diskussionsrunden zu Themen wie Europa, Gender und Politik. Außerdem gibt es viele Aktionsstände, die zum Mitmachen einladen.

(Wiktor)

 

"Warum sind Jugendliche zwar politisch interessiert, haben jedoch keinen Bock auf Parteien? Wie digital ist Ihr Leben? Welche YouTube-Channels schauen Sie?" - die jup! Redaktion interviewte im Vorfeld der TINCON die Bundesfamilienministerin Frau Dr. Katarina Barley. Was sie geantwortet hat? Schaut es euch an! Entweder die Short- oder Longversion!

Ein Video von Abdu, Patrice, Dat, Janik Emil!

Kurzversion:

Wir - das Organisationteam - bereiten momentan die Wahl vor. Wir haben uns entschieden, dass die Wahl draußen stattfinden soll. Wir werden draußen Wahlkabinen aufstellen, sodass die Wahl geheim bleibt.

Außerdem haben wir uns darauf geeinigt, dass jeder Schüler und jede Schülerin 4 Stimmen hat. Leider ist der Wunsch Snackautomat nicht mehr verfügbar, denn es ist zu teuer. Dafür hat sich der Mensabeirat entschieden – im Mensabeirat sitzen Schüler*innen, Lehrer*innen, Eltern, die Schulleitung und die Mensa.

Die Wahl findet statt am 28.6. und 29.6. und zwar um 11:40-13:35 Uhr. Jeder Schüler und jede Schülerin darf wählen - zum Beispiel einen Boxsack, neue Stühle oder einen Farbdrucker. Während der Wahl werden die Schüler*innen von dem Organisationteam alles begleiten.

Wir sind sehr gespannt wie die Wahl ausgehen wird und freuen uns schon. 

 

Zanyar vom Organisationteam

 

Wir sind 11 Schüler*innen im achten Jahrgang der Hemingway-Schule und haben die Aufgabe hier alles für den SchülerHaushalt zu organisieren. Bereits seit 2015 ermöglicht das Projekt SchülerHaushalt, dass Schüler*innen im Bezirk Mitte in einem demokratischen Prozess über den Einsatz eines bestimmten Budgets entscheiden. Hier könnt ihr den Ablauf des Projektes verfolgen, vom Vorschläge sammeln bis zur Wahl und der Realisierung  der gewählten Wünsche.

VON FRIEDERIKE

Um dem entgegenzuwirken fand vom 9. bis zum 11. Juni 2017 die "3. Bundeskonferenz der Straßenkinder" in Jamlitz (Brandenburg) statt. Über 100 obdachlose Kinder und Jugendliche aus Notschlaf- und Erstanlaufstellen deutschlandweit kamen an diesem Wochenende zusammen, um sich auszutauschen und gemeinsam langfristige Lösungsmöglichkeiten für ihre Situation zu erarbeiten.

Organisiert wird diese Zusammenkunft von MOMO - The Voice of disconnected Youth, einem Projekt der Sozialgenossenschaft KARUNA Zukunft für Kinder und Jugendliche in Not Int. e. V. An diesem Projekt arbeiten Jugendliche, die selbst einmal auf der Straße gelebt haben und dadurch die Gedanken und Gefühle der Jugendlichen nachvollziehen und sich ihnen auf dem richtigen Wege widmen können. Neben der Sozialarbeit kümmern sie sich nämlich in erster Linie darum, die Interessen der Straßenkinder an die Politik heranzutragen und ihnen eine Teilnahme an dieser zu ermöglichen. Sie wollen dadurch nachdrücklich auf die Probleme aufmerksam machen, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht erst wie welche wirken.

Die Ergebnisse dieser Fahrt wurden dann am 12. Juni im Zuge einer Pressekonferenz ausgewertet. In erster Linie allerdings richteten sich die Wünsche der Jugendlichen in Form von selbstentwickelten Utopien an die neue Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Frau Dr. Katarina Barley, die an diesem Montag interessiert und engagiert den Jugendlichen zuhörte.

Das Jugendhilfesystem ist fehlerhaft

So berichten die Straßenkinder, dass eines der größten Probleme das unausgereifte Jugendhilfesystem sei. Man ließe den Jugendlichen keine Freiheiten und würden ihnen nicht genug helfen, sich zu integrieren. Stattdessen unterziehe man sie zwangsweise ambulanter oder auch stationärer Behandlung, die nach rund zwei bis drei Jahren einfach ende und die Jugendlichen allein zurückließe.
Daher fordern die MOMOs langfristige Hilfe, die besonders durch mehr Sozialgenossenschaften wie KARUNA gewährleistet werden könnte und den jetzigen Straßenkindern endgültige Integration in die Gesellschaft ermöglichen würde. KARUNA bietet den Jugendlichen nämlich sowohl 3.500 Hilfseinrichtungen, als auch eine Familie, aus der sie nicht einfach wieder entlassen werden, sondern an die sie sich ein Leben lang wenden können.

 

Kinder sind bis zum Alter von 25 Jahren von ihren Eltern abhängig

Ein weiterer Punkt ist die Abhängigkeit der Kinder von ihren Eltern: Noch nach der Volljährigkeit sind Kinder bis sie 25 Jahre alt sind von ihren Eltern abhängig und können ohne Ausbildung nicht von zu Hause weg, da sie so nicht mehr als 100 Euro verdienen können und aus diesem Grund weiterhin bei ihren Eltern wohnen müssen. Das Gleiche gilt auch für Beratungen, die die Straßenkinder sich losgelöster von ihren Eltern erhoffen. Oft sind die Eltern nämlich Teil oder ein entscheidender Grund dafür, warum die Jugendlichen keinen sicheren Wohnort mehr haben.

 

Mehr Sozialpädagog*innen für die Schule

Nach dem Elternhaus ist die Schule der nächste große Faktor im Leben eines Kindes. Die Jugendlichen wünschen sich mehr Sozialpädagogen. "Es kann nicht sein, dass an einer Schule mit 1000 Schülern ein Schulpädagoge eine Stunde dasitzt", kritisiert Laura, eine der MOMOs.
Außerdem empfinden die Straßenkinder es als besonders wichtig, Schüler jeden Alters (im Grundschulalter beginnend) über sich selbst und ihre Lebenssituationen zu informieren. Sie möchten an Schulen gehen und von ihren Einzelschicksalen und den daraus resultierenden Lebensstilen erzählen.

Das waren nur wenige der auf der Pressekonferenz vorgetragenen Utopien und Wünsche, die die Straßenkinder in den drei Tagen erarbeitet haben.

 

VON JESSICA | VIDEO: KAI

„Love out Loud!“ und dank des Regenbogens der Negativität entgegen. Die 11. re:publica fand vom 8. Mai bis zum 10. Mai 2017 statt und setzte den Kurs ganz klar in Richtung BUNT. Erneut war die Messe rund um die Themen digitale Gesellschaft, soziale Medien und das Web 2.0 in der STATION Berlin zu finden.

Neben hippen Essensangeboten, diversen Ständen und Aktionen bot sich eine Vielzahl an hochkarätigen Workshops und Sprecher*innen. Sascha Lobo reflektierte kritisch über seine Selbstdarstellung im Netz und die, der Allgemeinheit. Ein wahrer Experte in Sache Medien, Rasmus Kleis Nielsen vom Reuter Institut für Journalismusstudien, gab Einblick in seine Unterscheidung zwischen „Fake News“ und „Real News“. Die Liste lässt sich von Journalist*innen, über Politiker*innen bis hin zu den Nachbar*innen von nebenan, die ihre besondere Message haben, weiterführen. Selbst Kunstinteressierte kamen bei Ausstellungen, wie der von Stella Schiffczyk, auf ihre Kosten. Sie portraitierte jene kamerascheuen Zeugen, die während des NSA-Untersuchungsausschusses aufgrund ihrer Geheimdiensttätigkeit nicht abgelichtet werden durften.