Politik

Das Projekt SchülerHaushalt geht in Berlin-Mitte in die nächste Runde. Zur Auftaktveranstaltung trafen sich die beteiligten Schulen im Rathaus Mitte.

 

Bereits seit 2015 ermöglicht das Projekt SchülerHaushalt, dass Schüler*innen im Bezirk Mitte in einem demokratischen Prozess über den Einsatz eines bestimmten Budgets entscheiden. Das Beteiligungsprojekt stammt ursprünglich aus Recife in Brasilien und wird seit 2014 durch die Servicestelle Jugendbeteiligung  (SJB) auch in Deutschland umgesetzt. Insgesamt entscheiden die Schüler*innen über den Einsatz eines Budgets von 4000 Euro.  Dieses Budget setzt sich zur Hälfte aus dem schuleigenen Etat und zur anderen Hälfte aus Haushaltsmitteln des Bezirkes zusammen.

 

Projektauftakt im Rathaus Mitte

Zur Auftaktveranstaltung 2017  kamen neben den Verantwortlichen aus der Servicestelle Jugendbeteiligung und den  Projektakteuren aus der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, der Wirtschaftsstelle, dem Kinder- und Jugendbüro Mitte und den Lehrer*innen auch viele Schüler*innen der beteiligten Schulen. Neben allgemeinen Informationen erhielten die Teilnehmenden von der SJB auch viele Tipps für die Durchführung des SchülerHaushalts.

 

„3,2,1 …meins?“

Ganz so einfach geht es nämlich dann doch nicht. Die Schüler*innen dürfen zwar in einem demokratischen Prozess bestimmen, was für das Geld gekauft werden soll, jedoch müssen die Ideen bestimmte Vorgaben erfüllen. Das „fiese“ Wort in diesem Kontext heißt „Titelkatalog“. Dieser gibt vor, welche Eigenschaften Anschaffungen haben dürfen, damit sie von der Verwaltung richtig abgerechnet werden können.  Die im SchülerHaushalt beschlossenen Ausgaben müssen demnach entweder in die Kategorie „Ausstattung“ oder „Lehrmittel“ fallen. Um als Ausstattungsobjekt gewertet werden zu können, muss der Gegenstand mobil sein und darf nicht dauerhaft irgendwo befestigt werden.

 

VON JOHANNES

 

Um 9:30 Uhr kam ich im Abgeordnetenhaus an, kurze Zeit später wurde ich von Simon Straub (Georg Kösslers Mitarbeiter) in Georgs Büro gebeten. Nachdem mir der Wochenplan gezeigt wurde, kam Georg in das Büro. Nach kurzer Begrüßung sprachen die beiden darüber, was Simon in der Woche noch für Georg zu erledigen hat und was allgemein ansteht.

Während einer Telefonkonferenz durfte ich eine Power Point Präsentation von Georgs Auftritt durchlesen. Danach hatte Georg einen Termin beim ,,Bundesverband für Erneuerbare Energien'', zudem ich ihn auf dem Fahrrad begleiten durfte. Dort sprachen die Vertreter verschiedener Firmen über erneuerbare Wärme und ihren Nutzen für Berlin.

Auf dem Rückweg aßen Georg und ich in einem Café zu Mittag und sprachen über seine und meine Schulzeit. Als wir wieder im Abgeordnetenhaus ankamen, hatte Georg noch ein bisschen Zeit, um sich auf sein nächstes Meeting vorzubereiten.

In einem Café in der Nähe des Abgeordnetenhauses trafen wir dann Mitglieder der Berliner Clubkommission und Clubbesitzer. Hier sprachen die Anwesenden über die Clubpolitik in Berlin und wie sie sich unter Rot-Rot-Grün ändern wird.

Im Großen und Ganzen glaube ich durch das Minipraktikum einen guten Eindruck bekommen zu haben, wie der Alltag eines Berliner Abgeordneten ungefähr ist.

VON AMANDA

 

Warum gehe ich eigentlich selbst zum Frauenkampftag? Warum gibt es diesen besonderen Tag? Warum „kämpfen“ Frauen im Jahr 2017? Und wofür? Diese Fragen stelle ich mir selbst. Ich stelle sie mir, weil ich anscheinend mit der Vorstellung sympathisiere, Frauen dabei zu gucken zu wollen, wie sie zusammen für ihre Rechte und ihrer Ratifizierung im Alltag kämpfen. Wahrscheinlich auch, weil ich Teil davon sein möchte, es vielleicht schon bin.

Der Frauenkampftag in Berlin findet zwar an unterschiedlichen Tagen und von unterschiedlichen Organisationen ausgerichtet  statt, der traditionelle Weltfrauentag jedoch, ist der 08.März. Und das seit ca. 100 Jahren. 1910 setzte die Friedensaktivistin, Frauenrechtlerin und sozialistische Politikerin Clara Zetkin den entscheidenden Impuls. Auf dem Zweiten Kongress der Sozialistischen Internationale in Kopenhagen forderte sie „keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte" für Frauen. Bereits ein Jahr später mobilisierte sie zahlreiche Frauen, die der Forderung nicht nur folgten, sondern diese um weitere zukunftsweisende Visionen ergänzten.

 

 „In Freiheit und Selbstbestimmung leben können“ ( http://www.frauenkampftag.eu/)

 

Obwohl sich die soziale Situation von Frauen in kleinen Schritten verbessert, sie zum Beispiel in Deutschland nicht mehr angewiesen sind, eine Erlaubnis bei ihren Ehemännern ein zuholen, wenn sie arbeiten möchten, sind auch im Jahr 2017 Freiheit und Selbstbestimmung Dinge, die Frauen nach wie vor erkämpfen müssen. Warum? Weil Frau = Objekt bedeutet, aus männlicher Position. Immer dann, wenn Frau von außen Bewertung erfährt, wenn ihr Nutzen abgewogen und ihre Meinung infrage gestellt wird. Das ganze selbstverständlich in „das wird MANN wohl noch sagen dürfen“-Debatten. Auch dann, wenn die diffuse Vorstellung vorherrscht, Frau solle jung, schön, schlank, beruflich erfolgreich, empathisch, motiviert und energisch, flink manchmal auch humorvoll und intelligent sein. Zeitgleich versteht sich, solle sie lasziv sein, wenn es darauf ankommt, aber NIE Gleichstellung fordern. Sonst ist sie Feministin oder schlimmer: „Netzfeministin“.  

 

Dein Auftrag: Setze künstlerisch um, welche Forderungen du an Politik und Gesellschaft richten möchtest oder zeige in deinem Kunstwerk Jugendliche, die das tun.

 

  • Wie können Jugendliche gehört werden?

  • Wie machen Jugendliche auf sich aufmerksam?

  • Was würdest du gerne von Politik und Gesellschaft einfordern?

  • Was muss sich verändern, damit Politik und Gesellschaft in Deutschland jugendgerechter werden?

 

Entstehen soll ein Bild im Querformat im Verhältnis 1,75 x 1 (mindestens 35 cm Breite und 20 cm Höhe. Bitte wähle keine kleinere Größe). In der Wahl deines künstlerischen Mittels bist du völlig frei – ob Malerei, Zeichnung, Fotografie, Collage, Graffiti, Tape Art oder eine andere Technik. Wir sind gespannt auf deine Ideen! Auch Gruppeneinreichungen sind möglich. Du kannst ein Bild einreichen wenn du zwischen 12 bis 27 Jahren alt bist.

 

Was kannst du gewinnen?

Dein Kunstwerk wird im Großformat gedruckt und öffentlichkeitswirksam während der JugendPolitikTage 2017 am Brandenburger Tor präsentiert sowie bei der Jugendmeile im Rahmen des Tags der offenen Tür im Bundesjugendministerium im August 2017 ausgestellt. Dein Name bzw. die Namen aller, die am Kunstwerk beteiligt waren, werden im Rahmen der Ausstellung natürlich genannt. Außerdem kannst du dich bzw. kann deine Gruppe sich über einen Gutschein im Wert von 200 Euro für Künstlerbedarf freuen.

 

Einreichungen sind bis zum 01. April 2017 hier online möglich!

 

Was passiert mit deiner Einreichung?

Eine Jury, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Bundesjugendministeriums, des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“ der Jugendpresse Deutschland e.V. und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. zusammensetzt, wird sechs
Kunstwerke prämieren. Dafür werden die Einreichungen nach dem Alter in drei Altersklassen eingeteilt: 12 bis 16, 17 bis 21 sowie 22 bis 27. Aus jeder Altersklasse werden zwei Einreichungen gleichberechtigt ausgezeichnet. Wir geben dir Mitte April Bescheid, ob dein
Kunstwerk ausgezeichnet wird.

 

+++ Achtung, Achtung: Was musst du bei deiner Einreichung beachten? +++

  • Bitte reiche nur ein Kunstwerk zum Wettbewerb ein.
  • Bitte gib an, ob deine Einreichung in Einzel- oder Gruppenarbeit entstanden ist und nenne die Namen und das Alter aller Beteiligten.
  • Bitte gib an, zu welcher Altersklasse du oder deine Gruppe gehören. Ist deine Gruppe gemischt, gib bitte an zu welcher Altersgruppe die Mehrheit gehört.
  • Deine Einreichung übermittelst du digital im Upload-Portal der Jugendpresse. Zugelassene Dateiformate sind tif, jpeg oder pdf. Die Auflösung sollte 1.200 dpi betragen. Wenn du dir unsicher bist, kannst du dein Kunstwerk in einem Copyshop einscannen lassen – nenne den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einfach die oben genannten technischen Anforderungen (Dateiformat und Auflösung).
  • Dein Kunstwerk sollte im Original mindestens 35cm mal 20cm groß sein, damit es sich für den Druck eignet. Aber Achtung: Davon werden später im Druck nur 34cm mal 18cm vollständig sichtbar sein – platziere also am besten keine wichtigen Gestaltungselemente am Rand.

Du hast noch Fragen offen? Dann melde dich bei Viktoria: v.hahn@jugendpresse.de

 

Quelle: www.jugendpresse.de

VON LEONARD

 

Einen Tag in die Berliner Landespolitik reinschnuppern, das war für mich Ende Januar möglich: Im Rahmen des Projekts der U18-Wahl konnte ich an einem Minipraktikum bei Bettina König, SPD-Mitglied des Abgeordnetenhauses Berlin, teilnehmen.

Nachdem ich von Bettina Königs wissenschaftlicher Mitarbeiterin im Foyer des Abgeordnetenhauses begrüßt wurde und ein kleines Briefing erhielt, ging es auf der Gästetribüne des Plenarsaals los: In der “Aktuellen Stunde” wurde über den derzeitigen Stand in der Flüchtlingsunterbringung diskutiert. Die verschiedenen Redner*innen der Fraktionen verliehen ihrer Zuversicht, aber auch ihrem Unmut in ihren Redebeiträgen Ausdruck.

Danach ging es an die erste Arbeit für mich: Ich sollte einige Rechercheaufgaben zu Themen erledigen, die sich am vorhergehenden Klausurwochenende der SPD-Fraktion ergeben hatten. Dafür lag der Fokus auf Arbeits- und Migrationspolitik, da Bettina König vor allem in diesen Themen politisch engagiert ist. Dafür wälzte ich Gesetzestexte, Zeitungsartikel und Meinungen von Experten, um eine möglichst ausgewogene Zusammenstellung von Informationen zu erreichen.

 

VON SARAH

 

Es ist 9:05 Uhr. Um 9:00 Uhr hat die Fraktionssitzung im Abgeordnetenhaus angefangen. Stefan Ziller, sein Mitarbeiter Hans Jagnow und ich machen uns mit einer riesigen Tasse Kaffee im Schlepptau auf den Weg nach unten. Einige Meter vom Besprechungsraum entfernt befinden sich die prunkvollen, mit rotem Teppich ausgelegten Treppen und der Eingang des Abgeordnetenhauses, das ich an diesem Donnerstagmorgen beim U18 Minipraktikum zum ersten Mal in meinem Leben betreten habe.

Nach kurzer Besprechung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen geht es los zu einem Photoshoot. Statt mit der neuesten Mode sind die Abgeordneten aber mit wiederverwendbaren grünen Teebechern ausgestattet: eine Kampagne gegen Verschwendung und Umweltverschmutzung.

 

 

Im September hat Berlin das Abgeordnetenhaus gewählt. Die Koalitionsverhandlungen sind abgeschlossen. Aber welche Aufgaben hat ein Abgeordneter? Diskutieren die Abgeordneten den ganzen Tag? Wie wird man Politiker?

Die Ansprüche an Politik und ihre Vertreter sind zahlreich. „U18 – die Wahl für Kinder und Jugendliche“ hat junge Menschen eingeladen, nach der Wahl die politischen Vertreter kennenzulernen. Für einen Tag konnten sie einen Abgeordneten der Regierungspartei begleiten. Was sie erlebt haben? Lest selbst!

Ein Tag im Berliner Abgeordnetenhaus. Wow! War ich aufgeregt, als ich erfuhr, dass ich zu den Glücklichen gehöre, die ein Minipraktikum dort absolvieren dürfen. Meine Wunsch-Parteien waren Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Die Linke. Mein Praktikum absolvierte ich letztendlich bei dem Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen, der Mitglied der SPD-Fraktion ist.

 

Am 12. Januar fand mein Mini-Praktikums-Tag statt. An diesem Tag fand das erste Plenum der neuen Berliner Regierung statt, wo ich von der Besuchertribüne aus zugucken durfte.

Am Morgen hatte ich mich mit der Leiterin des Wahlbüros von Matthias Kollatz-Ahnen in Berlin Steglitz verabredet und bin zusammen mit ihr zum Berliner Abgeordnetenhaus gefahren. In der U-Bahn haben wir uns hauptsächlich über das Berliner bzw. das deutsche Schulsystem unterhalten. Als wir im Abgeordnetenhaus ankamen, war bereits alles voller Politiker und Journalisten. Als erstes wurde mir das Büro von  Matthias Kollatz-Ahnen gezeigt und nachdem wir uns zuerst verirrt hatten, sind wir anschließend in den Plenarsaal gegangen.

Das Plenum begann mit einer Trauerminute für die Opfer des Terroranschlags am Breitscheidtplatz. Es folgte eine Eröffnungsrede des Präsidenten des Abgeordnetenhauses Ralf Wieland und eine Rede des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller. Anschließend hielt ein Vertreter von jeder Partei eine Rede. Dafür gab es eine bestimmte Zeitvorgabe. Dadurch, dass die Regierung neu gewählt wurde, ist nun auch die AfD im Abgeordnetenhaus vertreten, was dazu führt, dass ab und an Turbulenzen aufkommen. Ich fand es sehr erstaunlich, dass die Abgeordneten der AfD, der FDP und die der CDU die meiste Zeit zu den gleichen Sachen klatschten und auch jeweils sich sehr über die Kommentare der anderen Parteien lautstark erfreuten. Aber trotzdem hatten die CDU und auch die FDP ein sehr großes Problem damit, gegebenenfalls neben der AfD sitzen zu müssen. Hauptsächlich ging es in dem Plenum um die Frage der Sicherheit, und – für die AfD und die CDU anscheinend ein starkes Problem – die Frage der Unisex-Toiletten.

Dadurch, dass Matthias Kollatz-Ahnen die meiste Zeit von der Besuchertribüne aus gesehen rechts vom Präsidenten saß, hatte er nur ganz kurz beim Mittagessen Zeit für mich. Da ich nicht wirklich Fragen an ihn hatte, erklärte er mir, was er als Finanzsenator alles für Aufgaben hat. Dabei bekam ich zum Beispiel mit, dass er mit noch einer anderen Senatorin dafür gesorgt hatte, dass ein Flüchtlingsheim in einer Turnhalle aufgelöst wurde und in ein angemessenes Gebäude umverlegt wurde. Da  Matthias Kollatz-Ahnen so wenig Zeit hatte, haben wir ausgemacht, dass ich ihn mal in seinem Wahlbüro besuche, damit wir uns ein bisschen mehr unterhalten können.

Diese Erfahrung würde ich auf jeden Fall allen weiterempfehlen, die wissen wollen, wie genau so ein Plenum und die Arbeit eines Politikers aussehen.

 

Eva

 

Eindrücke meines Minipraktikums am 25.01.17 im Abgeordnetenhaus Berlin

 

Von Josy

Am Samstag, den 21.01.2017, fand die 7. „Wir haben es satt!“-Demo statt. Groß und Klein versammelten sich, um mit Fahnen, selbstgemalten Schildern, Trillerpfeifen und Trommeln auf ihre Botschaft aufmerksam zu machen. Sie wollen und fordern eine faire und naturnahe Landwirtschaft. Frei nach dem Motto der ABL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.) : „Power to the Bauer“.

Laut Veranstalter kamen 18.000 Menschen. Und um dem noch einen drauf zu setzten, kamen noch rund 130 Traktoren aus ganz Deutschland. Denn diese Demo war nicht nur für Verbraucher, sondern auch für Erzeuger. Hand in Hand wollten sie so zeigen, dass nur eine bäuerliche Landwirtschaft die Menschen mit gesunden und bezahlbaren Lebensmitteln versorgen kann.

Der Umzug:

Zu Einstimmung hielten unter anderem der Vorsitzende des BUNDs Hubert Weigert und viele andere eine Rede und stellten erste Forderungen an Politik und auch an die Verbraucher, denn der Kassenzettel wird hier als Stimmzettel gesehen.

Wer spontan kam und noch kein Schild oder Fahne hatte, konnte sich an zahlreichen Ständen schon zu Beginn der Veranstaltung eindecken.

Den Auftakt des Umzugs der Demo bildeten die rund 130 Traktoren, die mit Schildern geschmückt als erste los durften, begeistert hupten und die Menge anheizten. Sprüche wie: „Minister Schmidt, sei nicht so matt – wir kriegen sicher alle satt“, „Rogge‘n‘Roll“ und „Lasst die Konzerne in weiter Ferne – pflanzt Kleegras und Luzerne!“ zeigten die Bauern ihren Unmut und ihre Forderungen für eine gerechtere Landwirtschaft.