Politik

Wir sind 11 Schüler*innen im achten Jahrgang der Hemingway-Schule und haben die Aufgabe hier alles für den SchülerHaushalt zu organisieren. Bereits seit 2015 ermöglicht das Projekt SchülerHaushalt, dass Schüler*innen im Bezirk Mitte in einem demokratischen Prozess über den Einsatz eines bestimmten Budgets entscheiden. Hier könnt ihr den Ablauf des Projektes verfolgen, vom Vorschläge sammeln bis zur Wahl und der Realisierung  der gewählten Wünsche.

VON FRIEDERIKE

Um dem entgegenzuwirken fand vom 9. bis zum 11. Juni 2017 die "3. Bundeskonferenz der Straßenkinder" in Jamlitz (Brandenburg) statt. Über 100 obdachlose Kinder und Jugendliche aus Notschlaf- und Erstanlaufstellen deutschlandweit kamen an diesem Wochenende zusammen, um sich auszutauschen und gemeinsam langfristige Lösungsmöglichkeiten für ihre Situation zu erarbeiten.

Organisiert wird diese Zusammenkunft von MOMO - The Voice of disconnected Youth, einem Projekt der Sozialgenossenschaft KARUNA Zukunft für Kinder und Jugendliche in Not Int. e. V. An diesem Projekt arbeiten Jugendliche, die selbst einmal auf der Straße gelebt haben und dadurch die Gedanken und Gefühle der Jugendlichen nachvollziehen und sich ihnen auf dem richtigen Wege widmen können. Neben der Sozialarbeit kümmern sie sich nämlich in erster Linie darum, die Interessen der Straßenkinder an die Politik heranzutragen und ihnen eine Teilnahme an dieser zu ermöglichen. Sie wollen dadurch nachdrücklich auf die Probleme aufmerksam machen, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht erst wie welche wirken.

Die Ergebnisse dieser Fahrt wurden dann am 12. Juni im Zuge einer Pressekonferenz ausgewertet. In erster Linie allerdings richteten sich die Wünsche der Jugendlichen in Form von selbstentwickelten Utopien an die neue Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Frau Dr. Katarina Barley, die an diesem Montag interessiert und engagiert den Jugendlichen zuhörte.

Das Jugendhilfesystem ist fehlerhaft

So berichten die Straßenkinder, dass eines der größten Probleme das unausgereifte Jugendhilfesystem sei. Man ließe den Jugendlichen keine Freiheiten und würden ihnen nicht genug helfen, sich zu integrieren. Stattdessen unterziehe man sie zwangsweise ambulanter oder auch stationärer Behandlung, die nach rund zwei bis drei Jahren einfach ende und die Jugendlichen allein zurückließe.
Daher fordern die MOMOs langfristige Hilfe, die besonders durch mehr Sozialgenossenschaften wie KARUNA gewährleistet werden könnte und den jetzigen Straßenkindern endgültige Integration in die Gesellschaft ermöglichen würde. KARUNA bietet den Jugendlichen nämlich sowohl 3.500 Hilfseinrichtungen, als auch eine Familie, aus der sie nicht einfach wieder entlassen werden, sondern an die sie sich ein Leben lang wenden können.

 

Kinder sind bis zum Alter von 25 Jahren von ihren Eltern abhängig

Ein weiterer Punkt ist die Abhängigkeit der Kinder von ihren Eltern: Noch nach der Volljährigkeit sind Kinder bis sie 25 Jahre alt sind von ihren Eltern abhängig und können ohne Ausbildung nicht von zu Hause weg, da sie so nicht mehr als 100 Euro verdienen können und aus diesem Grund weiterhin bei ihren Eltern wohnen müssen. Das Gleiche gilt auch für Beratungen, die die Straßenkinder sich losgelöster von ihren Eltern erhoffen. Oft sind die Eltern nämlich Teil oder ein entscheidender Grund dafür, warum die Jugendlichen keinen sicheren Wohnort mehr haben.

 

Mehr Sozialpädagog*innen für die Schule

Nach dem Elternhaus ist die Schule der nächste große Faktor im Leben eines Kindes. Die Jugendlichen wünschen sich mehr Sozialpädagogen. "Es kann nicht sein, dass an einer Schule mit 1000 Schülern ein Schulpädagoge eine Stunde dasitzt", kritisiert Laura, eine der MOMOs.
Außerdem empfinden die Straßenkinder es als besonders wichtig, Schüler jeden Alters (im Grundschulalter beginnend) über sich selbst und ihre Lebenssituationen zu informieren. Sie möchten an Schulen gehen und von ihren Einzelschicksalen und den daraus resultierenden Lebensstilen erzählen.

Das waren nur wenige der auf der Pressekonferenz vorgetragenen Utopien und Wünsche, die die Straßenkinder in den drei Tagen erarbeitet haben.

 

VON JESSICA | VIDEO: KAI

„Love out Loud!“ und dank des Regenbogens der Negativität entgegen. Die 11. re:publica fand vom 8. Mai bis zum 10. Mai 2017 statt und setzte den Kurs ganz klar in Richtung BUNT. Erneut war die Messe rund um die Themen digitale Gesellschaft, soziale Medien und das Web 2.0 in der STATION Berlin zu finden.

Neben hippen Essensangeboten, diversen Ständen und Aktionen bot sich eine Vielzahl an hochkarätigen Workshops und Sprecher*innen. Sascha Lobo reflektierte kritisch über seine Selbstdarstellung im Netz und die, der Allgemeinheit. Ein wahrer Experte in Sache Medien, Rasmus Kleis Nielsen vom Reuter Institut für Journalismusstudien, gab Einblick in seine Unterscheidung zwischen „Fake News“ und „Real News“. Die Liste lässt sich von Journalist*innen, über Politiker*innen bis hin zu den Nachbar*innen von nebenan, die ihre besondere Message haben, weiterführen. Selbst Kunstinteressierte kamen bei Ausstellungen, wie der von Stella Schiffczyk, auf ihre Kosten. Sie portraitierte jene kamerascheuen Zeugen, die während des NSA-Untersuchungsausschusses aufgrund ihrer Geheimdiensttätigkeit nicht abgelichtet werden durften.

Am Wochenende des 9.-11. Juni findet das diesjährige Bundesaktionswochenende des FÖJ statt! Jede*r FÖJ’ler*in in Deutschland, also ca. 2.768 Menschen, sind dazu angehalten, nach Berlin zu kommen. Das FÖJ wirkt auch generationenübergreifend, weshalb die lieben Ehemaligen gleichermaßen ausdrücklich eingeladen sind!

 

VON JOSY

Unsere eigentliche Aktion zum Thema Lebensmittelverschwendung „In den TOPF statt in die TONNE“ findet dabei auf dem Umweltfestival am Brandenburger Tor mit circa 80.000 Besuchern am Sonntag, den 11. Juni, statt. Dabei werden wir mit geretteten Lebensmitteln kochen, Essen verteilen, über den Ökologischen Fußabdruck und generell über Lebensmittelverschwendung aufklären und bei einem Flashmob als Gemüse verkleidet in Mülltonnen umherfahren. Zudem sind wir Teil des Bühnenprogramms auf der kleinen Bühne zum Thema Wasserverschwendung.

Egal ob FÖJler*innen oder nicht, ob Groß oder Klein: Alle sind zu dieser Aktion am 11.Juni herzlich eingeladen und willkommen! jup! Berlin wird für euch Live dabei sein ;)

 

Am 20. Mai veranstaltete die Landeszentrale für politische Bildung Berlin das diesjährige Demokratiefest in ihren Räumlichkeiten im Amerikahaus nahe dem Bahnhof Zoo.

Zahlreiche Initiativen und Verbände stellten sich vor, zeigten ihre Arbeit und warben für ihre vielfältigen Angebote. Wir haben nachgehakt: Und was davon ist jetzt aktuell wichtig für Jugendliche? Hier unsere Zusammenfassung für euch:

 

Am 28.03.2017 hatte ich durch die Stiftung SPI die Möglichkeit, einen Tag mit einem Abgeordneten des Berliner Abgeordnetenhauses, von einer Partei meiner Wahl, zu verbringen. Ich durfte sehen, wie so ein Tag im Leben eines Abgeordneten aussieht, mit was für Themen er sich beschäftigt und womit sich die Politik in Berlin überhaupt beschäftigt. Für mich war es eine einmalige Erfahrung, durch die ich viel lernen konnte.

Der Tag lief folgendermaßen ab: Ich traf mich um 9:30 Uhr mit Herr Ronneburg von den Linken. Wir redeten eine Weile, was mir den Mut gab, Fragen zu stellen und auch sonst offen zu reden.

Zuerst gingen wir dann zusammen zum Petitionsausschuss, wo er mich allen vorstellte und ich von hinten zuhören durfte. Es gab dabei viele Dinge, die ich recht interessant fand, weil ich nicht wusste, dass die Abgeordneten von Parteien sich überhaupt damit beschäftigen, jedoch gab es auch vieles,was mir eher langweilig erschien und ich auch nicht ganz verstand.

Als nächstes zeigte mir Herr Ronneburg das Gebäude und erklärte mir, wer wo sitzt und was die einzelnen Aufgaben sind. Anschließend hatte ich die Ehre, zusammen mit der Vizepräsidentin des Abgeordnetenhauses in den Plenarsaal zu gehen und ich durfte sogar auf dem wichtigsten Stuhl sitzen: dem Stuhl des Präsidenten. Dies fand ich besonders toll und ich konnte davon viel mitnehmen.

Nachdem ich und Herr Ronneburg zu Mittag gegessen hatten, gingen wir zur Fraktionssitzung der Linken. Ich persönlich fand es sehr anstrengend, immer allen zu folgen und auch die Themen schienen eher kompliziert und zum Teil auch nervend zu sein. Sie sprachen meistens über Anträge und bevorstehende Termine.

Direkt im Anschluss folgte die Arbeitskreissitzung der Linken. Da ich schon sehr lange nur saß und zuhörte, wurde es immer anstrengender. Jedoch war es für mich sehr interessant und auch sehr aufregend, dabei zu sein.

Das Fazit des Tages ist, dass ich finde, dass dieses Mini-Praktikum eine wunderbare Möglichkeit für junge Leute ist, die sich für Politik interessieren, aber auch für Schüler, die einfach mal sehen wollen, wie dort alles abläuft. Ich kann mich nur bei Diana Föls und dem ganzen jup! Berlin-Team bedanken, dass ich diese Möglichkeit bekam und so viel lernen konnte.

 

VON SELINA

Auf die Situation von Menschen mit Behinderung in Deutschland aufmerksam machen und sich dafür einsetzen, dass alle Menschen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können: Das ist das Ziel des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Seit 25 Jahren veranstaltet der Berliner Behindertenverband mit anderen Vereinen/Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe den Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai in Berlin.

In diesem Jahr war das 25-jährige Jubiläum des Protesttages. Unter dem Motto „Wir gestalten unsere Stadt. Einfach machen - Für alle!" zog der Demonstrationszug auf einer Jubiläums-Demoroute vom Bebelplatz zum Brandenburger Tor.

VON ELVAN

Mein Name ist Elvan, ich bin 17 Jahre alt und Schülerin des John-Lennon-Gymnasiums in Berlin-Mitte. Dank Frau Dr. Eva Högl hatte ich die Möglichkeit, meinen Girls`Day bei der SPD-Fraktion im Bundestag zu verbringen. Mein politisches Interesse entwickelte sich im Laufe des letzten Jahres, wobei ich mich hauptsächlich mit außenpolitischen Themen beschäftigte. Der Girls`Day bei der SPD-Fraktion gab mir die Möglichkeit, einerseits einen einmaligen Einblick in die Gesetzgebung und einen Eindruck in die Aufgaben eines Abgeordneten zu bekommen und andererseits mit anderen Girls über ihre Erfahrungen und Eindrücke in der Politik zu sprechen.

Wir sind 11 Schüler*innen im achten Jahrgang der Hemingway-Schule und haben die Aufgabe hier alles für den SchülerHaushalt zu organisieren. Bereits seit 2015 ermöglicht das Projekt SchülerHaushalt, dass Schüler*innen im Bezirk Mitte in einem demokratischen Prozess über den Einsatz eines bestimmten Budgets entscheiden. Im ersten Schritt sollten wir Vorschläge sammeln. Dafür haben wir Wunschzettel gestaltet.

Als Profilkurs „Organisation & Beteiligung“ haben wir  alle Wunschzettel verteilt und somit auch viele Wünsche zurückbekommen. Insgesamt kamen 52 Wunschzettel zurück und 10 von 16 Klassen haben Wünsche eingereicht. Es sind viele verschiedene Vorschläge bei uns gelandet, die wir von dem Geld anschaffen könnten. Drei Wünsche haben wir als Beispiel rausgenommen und wir wollen diese euch präsentieren: einer der Wünsche ist, die Schule zu streichen, also Farben anzuschaffen. Ein anderer Wunsch sind neue Gardinen für die Klassenräume und als drittes Beispiel sollten neue Teller und neues Besteck für die Mensa besorgt werden.

Jetzt fangen wir an, die Wahl zu organisieren. Wir haben unser Organisationsteam in 2er-Gruppen eingeteilt, um die Wahl zu gestalten – eine der Gruppen gestaltet die Plakate, eine andere Gruppe erstellt Wahlzettel, eine weitere wertet die Wunschzettel aus und eine schreibt Texte für jup! Berlin!

Euer Profilkurs "Organisation & Beteiligung"

 

Im Herbst wird in Deutschland der Bundestag gewählt – und vorher  hast Du die Möglichkeit bei U18 Deine Stimme abzugeben.

Doch wofür stehen die einzelnen Parteien und was sind ihre Positionen? Frag' sie doch einfach!

Wenn Ihr eine Frage oder auch mehrere an die Parteien habt, schickt sie uns. Egal ob zu Spielplätzen, Schulunterricht, Geflüchteten oder Tierhaltung: Jede Frage ist erlaubt. Die Fragen werden von uns gesammelt, sortiert, die häufigsten Fragen ausgewählt und an die Parteien zur Beantwortung weitergeleitet. Damit auch Deine Frage nicht unbeantwortet bleibt!

Schreibt uns die Fragen bis zum 1. Mai hier in die Kommentare!

oder schickt sie per Mail an: berlin@u18.org

oder meldet euch per Telefon: 030 49300194

oder - wenn ihr es oldschool wollt - schickt mal wieder einen Brief:
U18-LKS Berlin c/o Drehscheibe Kinder- und Jugendpolitik Berlin
Stiftung SPI
Frankfurter Allee 35-37
10247 Berlin

Hier findet ihr - als Anregung - die Fragen vom letzten Jahr als PDF.