Politik

VON ANNI

 

Ich hatte das Glück als eine von zehn Jugendlichen unter 18 Jahren zu einem Minipraktikum bei einer/einem Abgeordneten aus der Partei meiner Wahl zugelassen zu werden. Ich entschied mich für Bündnis 90/Die Grünen und durfte nun Berlins jüngste Abgeordnete, June Tomiak, an ihrem normalen Arbeitstag im Abgeordnetenhaus in Berlin-Mitte begleiten.

Am 13. Dezember 2016 fand der Praktikumstag statt. Ich wurde in der riesigen Eingangshalle von June Tomiaks Sekretärin empfangen, die mich durch das Gebäude führte und mir zu vielem etwas erklärte. Sie zeigte mir, wo die verschiedenen Fraktionen (Vereinigung von Mitgliedern einer Partei) ihren Sitz und ihren Fraktionssaal haben. Was ich besonders interessant fand, war der Plenarsaal, in dem einmal pro Woche eine Plenarsitzung stattfindet. In dieser versammeln sich dann alle Fraktionen (SPD, CDU, DIE LINKE, BÜNDNIS 90/Die GRÜNE, AFD und FDP), um über Themen zu diskutieren und gemeinsame Kompromisse zu finden. Jede Fraktion hat eine genaue Anzahl an Sitzplätzen und ihr wird ein bestimmter Rang zugeteilt.

 

Immer wieder sieht man Bilder von Tieren, die in kleinen Boxen in ihren eigenen Fäkalien liegen. Monokulturen so weit das Auge reicht. Und trotz des ganzen Überflusses hungern Millionen von Menschen. Das kann doch nicht richtig sein. Ihr wollt was ändern? Dann geht zur „Wir haben es satt“-Demo am Samstag.

 

VON JOSY

Am Samstag, dem 21. Januar, findet in Berlin am Potsdamer Platz die siebte „Wir haben es satt“- Demo statt. Um 12 Uhr startet dort die Auftaktkundgebung und dann geht es los. Ziel: Das Brandenburger Tor. Zu Fuß oder zu „Trecker“, denn ja, es gibt eine Treckerumzug!

Bei dem Umzug durch die Innenstadt wird lauthals auf wichtige Themen aufmerksam gemacht: Bauernhöfe statt Agrarindustrie, gesundes Essen statt Umweltverschmutzung und Tierleid, Demokratie statt Konzernmacht! Auch Organisationen wie NABU, BUND oder auch Peta sind vor Ort.

Am Brandenburger Tor angekommen gibt es dann eine Abschlusskundgebung und ein Konzert. Hier könnt ihr die Demo beim Supp‘N Talk ausklingen lassen. Des Weiteren gibt es Stände von vielen unterschiedlichen Organisationen, bei denen ihr euch informieren und nette Leute kennlernen könnt.

 

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Wünscht ihre euch bezahlbare und gesunde Lebensmittel für euch und die Welt, einen gerechten Welthandel und Zugang für alle zu Nahrung, Wasser, Saatgut, Land und Bildung oder seid ihr für bäuerliche und ökologische Landwirtschaft, regionale Produkte, Artgerechte Tierhaltung und Tierechte, gegen Gentechnik? Kurzgesagt: Seid ihr für Umweltschutz und eine Welt ohne Hunger?

Dann kommt vorbei mit Schildern, Flaggen, Trillerpfeifen oder Megafonen und zeigt eure Meinung. Denn auch ihr könnt was verändern und der erste Schritt zu einer guten Welt ist immer, erst bei sich etwas zu ändern.

Wie ihr hinkommt, der Ablauf und viele weitere Informationen findet ihr unter: www.wir-haben-es-satt.de

 

Am 16. Januar öffnete die jährliche Ausstellung des Jugendforums „denk!mal '17“ im Berliner Abgeordnetenhaus ihre Tore. Thema ist der Gedenktag für die Opfer des  Nationalsozialismus. Der besondere Fokus liegt dieses Jahr auf Homosexuellen. jup!-Redakteurin Sina war vor Ort und hat sich die von Kindern und Jugendlichen erstellten Ausstellungsstücke angeschaut.

 

VON SINA

 

„Alles was auch nur im entferntesten mit Nationalsozialismus zu tun hat, kommt rein“, erzählt mir Projektleiterin Talita Gergely. Tatsächlich sind es sehr vielfältige Projekte, die am ersten Ausstellungstag auf mich warten. Projekte, die thematisch rein gar nicht weit entfernt waren. Im Gegenteil  Projekte, die den Nagel auf den Kopf treffen. Projekte, von denen man gar nicht meinen mag, sie stammen von jungen Menschen. Es sei sehr wichtig, dass sich gerade Jugendliche, die entfernteste Generation, mit dem Thema beschäftigen. Nicht nur um zu gedenken, sondern auch zu prävenieren.

Wenn man das Casino des Berliner Abgeordnetenhauses betritt, kommt man zuerst in einen kleinen Vorraum. Eher unscheinbar, denke ich mir, zu unscheinbar. Doch schaut man genauer hin, sieht man - im wahrsten Sinne des Wortes - die Gedanken von Schüler*innen, welche sich zum Projekt eine ausdrucksstarke Nachricht überlegt haben. Auffällig ist zuerst das Wort Rassismus. Rassismus und Nationalsozialismus. Passt zusammen, aber das kann doch nicht das Einzige sein, finde ich. Es muss mehr sein. Und das ist es.

Gemeinsam mit Frau Gergely betrete ich den Hauptausstellungsraum. Dort wird man mit mehr als nur Rassismus konfrontiert. Propaganda, Rebellen, Hierarchien außerhalb einer ethnischen Ansicht. Man bedenke: Es sind Werke von Kindern und Jugendlichen. Die Jüngsten sind gerade acht Jahre alt und haben sich oftmals innerhalb ihrer Klasse damit auseinandergesetzt. Ich frage mich, was in so einem Kinderkopf vorgeht? Wie sie darauf gekommen sind? Nur ein Schulprojekt? Oder gibt es bei einigen sogar biografische Bezüge? Ob sie wissen,  was für eine Aussagekraft ihre Notizen in einem ausgestellten Tagebuch haben?

 

 

"Qual der Wahl oder auch Leben im Überfluss" by Abdu Baack

 < 10. QUAL DER WAHL ODER AUCH LEBEN IM ÜBERFLUSS > 

 

 

"YOUNG THUG LIFE" by Abdu Baack

 < 1. YOUNG THUG LIFE > 

Ein Beitrag von Abdu Baack
3 Tage war Abdu in Paris auf den Spuren der Terroranschläge vergangenen Jahres unterwegs, die er damals live miterlebte. Hier zeigt er Fotos und berichtet von seinen Eindrücken. Seinen Bericht von Tag 1 findet ihr hier.

8:30 Uhr am 15. November geht es los. Zuerst kurz zum Bäcker auf einen Café Crème und ein Croissant. Danach weiter zum Place de la République. Dort treffen wir uns mit Diana. Das Wetter ist unangenehm. Bewölkt und ab und zu nieselt es. Passt aber ganz gut zum Tag und zur Stimmung.

Zuerst geht es zum Bataclan. Die Trauerveranstaltung hat noch nicht begonnen, es herrscht Trubel. Die zahlreichen Journalisten werden auf Sprengstoff untersucht. Ein sehr süßer Sprengstoffhund schnüffelt die Kameras und Stative der Journalisten ab. Aus Respekt vor den Opfern, Zeugen und Hinterbliebenen soll am Haupteingang nicht fotografiert werden, woran sich alle halten.

Von der anderen Seite der Absperrung versuchen wir, die Ankunft von Hollande und weiteren wichtigen französischen Politikern zu beobachten und gegebenenfalls zu fotografieren. Einige Leute stehen auf den Bürgersteigen, um die Ankunft zu beobachten. Einige - in meinem Empfinden zu wenige - Polizisten sichern die Straße. Dann kommen die Politiker, es geht alles ziemlich schnell und schwupps sind sie im abgesperrten Bereich. Nach der langen Zeit in Regen und Kälte brauchen wir erst einmal einen Kaffee.

Anschließend beschließen wir, zum Stade de France, zum Fußballstadion, weiterzuziehen. Ich bin gespannt, wie es sein wird, wieder dort zu sein. Wie gut kann ich mich noch an das Stadion erinnern? Was wird mir dieser Ort eventuell ins Gedächtnis rufen? Wird am Stadion etwas los sein?

3 Tage war Abdu in Paris auf den Spuren der Terroranschläge vergangenen Jahres unterwegs. Hier zeigt er Fotos und berichtet von seinen Eindrücken.

Der US-Wahlkampf ist vorbei, Trump wird Präsident und keiner kann's fassen. Doch was erwartet uns jetzt?

 

Ein Kommentar von Lucas Niño.