Bildung

VON SOPHIA

 

Warum gibt es den Internationalen Mädchentag?

Auf diese Frag gibt die Kinderrechtsorganisation Plan International eine ganz einfache Antwort:

 „Weil die Welt die Herausforderungen, mit denen Mädchen vor allem in Entwicklungsländern konfrontiert sind, zu wenig beachtet. Mädchen sind stark und können zu „Motoren“ ihrer Gesellschaft werden – wenn sie ihre Rechte wahrnehmen können. Doch dafür brauchen Mädchen und ihre Bedürfnisse besondere Aufmerksamkeit.“

Weltweit haben ca. 130 Millionen Mädchen nicht die Möglichkeit in die Schule zu gehen. In einigen der ärmsten Länder der Welt beenden nur etwa die Hälfte der Mädchen die Grundschule. Mehr als 700 Millionen Mädchen und Frauen  wurden bereits vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet und gingen deswegen nicht mehr zur Schule. Viele andere wurden verheiratet, weil sie die Schule bereits abgebrochen hatten. Ein weiterer Grund warum Mädchen die Schule abbrachen, waren frühe Schwangerschaften. Im Jahr 2015 haben 15 Millionen Mädchen, aus Entwicklungsländern, im Alter von 15 – 19 Jahren ein Kind geboren.  Auch sexuelle Gewalt an den Schulen oder auf dem Schulweg sind Gründe für die hohe Abbruchquote der Mädchen. Dies sind wohl die häufigsten Gründe, die den Mädchen den Zugang zur Bildung erschweren.

Um auf die Rechte der Mädchen weltweit aufmerksam zu machen, hat Plan International den Welt-Mädchentag gefordert. Im Jahr 2011 haben die Vereinten Nationen, den 11. Oktober zum Internationalen Welt – Mädchentag (International Day of the Girl Child) erklärt. Seit dem werden jährlich berühmte Wahrzeichen und Gebäude in pink angestrahlt um auch auf visueller Ebene, weltweit ein Zeichen für die Gleichberechtigung der Mädchen zu setzen.
Darüber hinaus gab es im Jahr 2017 über  600 Takeover-Aktionen, bei denen Mädchen aus über 60 Ländern, für einen Tag Führungspositionen in der Gesellschaft und Politik übernahmen und somit auf ihre Wünsche, Bedürfnisse  und ihre Themen hinweisen konnten.

Menschen brauchen Veränderung und sie brauchen Beständigkeit - deshalb hat die Bundeszentrale für politische Bildung die Drucksachen des Schülerwettbewerbs zur politischen Bildung optisch einer grundlegenden Frischkur unterzogen.

Zum 48. mal präsentiert die Bundeszentrale für politische Bildung neue Themen des Schülerwettbewerbs zur politischen Bildung. Das Konzept beinhaltet praxistaugliche Aufgabenstellungen für unterschiedlichste Unterrichtsfächer. Das Aufgabenheft ist Mitte Juli 2018 erschienen.

Zu den Aufgaben für 2018/19 gelangt Ihr über diesen Link: https://www.bpb.de/lernen/projekte/schuelerwettbewerb/271247/die-aufgaben-2018

Wie könnt Ihr da mitmachen?

Sucht Euch zusammen mit Eurer Lehrkraft eine Aufgabe aus und bearbeitet sie nach den Vorgaben. Bei diesem Projekt werdet Ihr eine Menge Spaß haben und auch noch einiges dabei lernen.

Zusammen mit dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz haben sie speziell zum Thema Rechtsstaat zwei Aufgabenstellungen konzipiert. Der Rechtsstaat gilt zwar als eine der zentralen Errungenschaften einer demokratischen Gesellschaft, wirklich bewusst wird das aber vor allem dann, wenn der Rechtsstaat in Gefahr gerät.

mehr Informationen über den Wettbewerb und über die Anmeldung findet Ihr hier: http://www.bpb.de/lernen/projekte/schuelerwettbewerb/

Wenn Ihr politisch engagiert und wissbegierig seid, dann macht mit!

 

VON ELISA

Die Lange Nacht der Museen 2018 fand dieses Jahr zum 38. Mal in Berlin statt. Am letzten Samstag im August konnten Touristen und Berliner von 18:00 Uhr bis 2:00 Uhr mehr als 80 Museen in der Hauptstadt besuchen. Dabei waren unter anderem klassische Museen, wie das Museum für Naturkunde, das Neue Museum und das Alte Museum, aber auch Gedenkstätten wie der GeDenkOrt Charité und das Mauermuseum. Wer sich eher für historische Gebäude interessiert, konnte sich das Schloss Charlottenburg und das Schloss Britz ansehen. Außerdem war das Deutsche Currywurst Museum Berlin und das Berliner U-Bahn-Museum für nachtschwärmende Besucher geöffnet. Es war also für Jeden etwas dabei.
Insgesamt wurde die Lange Nacht der Museen 2018 sehr gut angenommen. Rund 35.000 Besucher nutzten die späten Abendstunden, um mit nur einem Ticket jede Menge Austellungsorte zu besuchen. Auf den Straßen vor den Museen bildeten sich meterlange Schlangen und die öffentlichen Verkehrsmittel waren voll. Man hatte sogar das Gefühl, dass am späten Abend, bzw. in der Nacht mehr Leute ins Museum stürmten, als am Tage.
Die meisten Besucher zog es in das Museum für Naturkunde, wo man sich die Saurierwelt oder die größte Mineraliensammlung Deutschlands ansehen kann.
Ich war für jup! Berlin unterwegs und hatte eine gute Freundin im Schlepptau, die sich sehr für Museen interessiert. Für den Abend haben wir uns ziemlich viel vorgenommen, denn das Wetter war genau richtig, um die Zeit in einem schönen Museum zu verbringen. Es war sehr kalt und unangenehm draußen- der Sommer neigt sich langsam dem Ende. Als ersten Punkt auf unserer Liste hatten wir das Bode-Museum auf der Museumsinsel. Pünktlich zum Startschuss der Langen Nacht der Museen um 18 Uhr, besorgte sich meine Freundin ein ermäßigtes Ticket für 12 Euro. Ein unschlagbarer Preis, wenn man sich überlegt, dass man damit 80 Museen besuchen und gleichzeitig noch alle Öffis im Zeitraum der Veranstaltung benutzen kann.
Im großen Treppenhaus des Museums angekommen begrüßte uns das Reiterstandbild des großen Kurfürsten. Im Hintergrund lief eine fantasievolle  Musik, zu der sich junge komplett weißgekleidete Menschen des Staatsballetts Berlin mit viel Hingabe und Gefühl bewegten. Sofort in ihren Bann gezogen versanken einen Moment in ihren Bewegungen. Die Tänzer*innen nutzten vorwiegend die imposanten Treppenaufgänge des neobarocken Hauses. Nach der Eröffnung des Abends durch das Staatsballett, schlossen wir uns einem Museumsführer an, der ein Schild mit dem Wort „Entdecker“ hochhielt. Er zeigte uns in 15 Minuten die kleinen Details des Museums, die man während einer üblichen Führung aus Zeitgründen nicht erzählt bekommt. Wie zum Beispiel, warum die Treppen in Richtung des Einganges gerichtet sind oder wessen Köpfe an den Wänden der Eingangshalle sind. Danach schauten wir uns noch die Ausstellung der Kunst aus Afrika an. Dort wurden überwiegend Plastiken gezeigt, die in Afrika eine kulturelle Bedeutung haben. Insgesamt hielten wir uns aber nicht allzu lange in diesem Museum auf, weil wir unbedingt unseren Plan verfolgen wollten, alle ausgewählten Museen an diesem Abend zu schaffen.

 

VON SINA

 

Als angehende Geschichtsstudentin hat es keine lange Gedenkzeit benötigt, bis ich wusste, in welche Museen ich bei der Langen Nacht der Museen gehen werde. Mit dem Stadtplan in der Hand ging es zuerst in das Alte Museum am Lustgarten direkt neben dem Berliner Dom. Die Dauerausstellung über Griechische Kunst und Antike kannte ich schon, dennoch ist der Saal mit den Statuen der Griechischen Götter immer wieder beeindruckend zu betrachten. Generell ist das Alte Museum Kunst für sich. Und auch historisch hat es eine Bedeutung, denn während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Museum und der Platz davor für Propagandaveranstaltungen genutzt.

 

Deutsches Historisches Museum

Weiter ging es ins Zeughaus des Deutschen Historischen Museums; in eine sehr faszinierende Ausstellung über deutsche Geschichte zwischen 1933 und 1989. Neben Informationstafeln über die verschiedensten Ereignisse, Personen oder historische Zusammenhänge waren auch vielfältige Ausstellungsstücke zu betrachten. Durch Wahlplakate wurde die Propaganda des NS-Regimes widergespiegelt. Medaillen und Urkunden von deutschen Jugendlichen der Weltfestspiele, welche 1973 in Ost-Berlin ausgetragen wurden, zeigten die sportliche Jugend der DDR. Flugabwehrkanonen (kurz: Flaks) aus dem zweiten Weltkrieg waren ausgestellt. Auch 500 kg-Munition war zu betrachten, um nur zwei der vielen Waffen zu nennen, die im Deutschen Historischen Museum zu sehen sind. Was mich auch sehr beeindruckt wie auch erschrocken hat, war das Modell aus Gips und Holz, welches Menschen abbildet, die in Ausschwitz umgekommen sind. Einen Gang weiter hangen Fotos von NS-Generälen an der Wand. Keine Portraits, sondern Bilder, welche sie kurz nach dem Selbstmord oder von ehemalig inhaftierten misshandelt zeigen. Ich finde es sehr gut, dass neben dem Leben der Bürger und Juden auch das Schicksal der Parteiangehörigen beleuchtet wird und gezeigt, dass auch sie unter dem Zwang des Regimes litten und drastische Maßnahmen zogen, als Deutschland militärisch immer schwächer wurde. Dabei galt Selbstmord im Dritten Reich eigentlich als feige Tat. Mit dem Ende des Krieges und auch des Reiches wurde dieses Prinzip nicht mehr aufrecht erhalten. Es gab keine Volksgemeinschaft mehr, die aufrecht erhalten werden musste. Die Angst vor dem bevorstehenden Prozess wurde größer, die Hoffnung auf ein erfolgreiches Kriegsende kleiner. Geplant war es eigentlich, an der Führung „Geschichte rückwärts“ teilzunehmen.

 

Auch wenn in der Beschreibung dabei stand, dass die Führung ab 8 Jahren sei, dachte ich, dass man lediglich in einfacher Sprache durch das Museum geführt wird. Im Prinzip haben die Kinder schon über die Hälfte der Zeit ihr Wissen über den Mauerfall geteilt, viel weiter ging die Führung nicht, sodass es eine gute Idee war, die Ausstellung auf eigene Faust zu erkunden. Leider hab ich erst im Nachhinein erfahren, dass in der oberen Etage des Museums die Ausstellung noch weiterging. Dort würden die Jahrhunderte zuvor behandelt werden. Ich bin sehr motiviert, in den nächsten Wochen diesen Teil noch anzuschauen, da ich mir sicher bin, dass es nicht weniger interessant sein wird.

 

Tränenpalast an der Friedrichstraße

Das nächste Ziel war der Tränenpalast an der Friedrichstraße. Eine Ausstellung rund um das Leben im geteilten Deutschland, speziell aber Berlin. Unter anderem gab es eine Führung, in welcher Fluchtwege aus Labyrinthen von Treppen und engen Wegen anhand eines Modells des Tränenpalastes und Bahnhofes erläutert. Der Bahnhof diente als Grenzübergang, an welchem oft Tränen über den Abschied eines Angehörogen vergossen wurden. Daraus entstand der Name des Tränenpalasts.

 

Für mich interessant waren auch ausgestellte Briefe, die sich auseinander gerissene Familien und Ehepaare gesendet haben. Besonders beeindruckt hat mich die Geschichte einer Frau, die ihrem Mann in Briefen verschlüsselt mitgeteilt hat, dass sie mit einem gefälschten Pass ihre Flucht zu ihm plant. Unterstützung hatte sie dabei von einer der DDR unbekannten Organisation, die diese Pässe verteilte. Über 600 Menschen sind auf diese Weise in den Westen gekommen.Wenig weiter wurde einem auch die Arbeit eines Grenzposten erklärt.

 

BlackBox-Kalter Krieg

Die letzte Ausstellung, welche ich an jenem Abend besuchte, war die Blackbox über den Kalten Krieg in der Nähe des Checkpoint Charlie. Europa nach den zweiten Weltkriegs…Stellvertreterkriege aber auch die neuen internationalen Beziehungen werden in der Blackbox in Form von Bildern, Videos, Zeitungsartikeln, Plakaten und Informationstafeln dar- und ausgestellt. Vor dem Eingang sind (passend zur BlackBox THE WALL, welche gegenüber ist) noch Gedenktafeln zur Berliner Mauer ausgestellt. Darauf zu lesen die häufigsten Fluchtmethoden, sowie misslungene und geglückte Fluchtversuche mit Datum. Die Ausstellung ist mehr oder weniger chronologisch aufgebaut. Man kann jedoch auch leicht zwischen den Jahrzehnten wechseln, da viel mit bloßen Stellwänden gearbeitet wurde und die Gänge klein sind. Interessant fand ich die Komposition der einzelnen Ausstellungsstücke. Aus dem Deutschen Historischen Museum war ich eine strukturierte Anordnung nebeneinander gewohnt. In der Blackbox wurden Werke, die man an die Wand hängen kann, colagenartig auch überlappend aufgehängt. Man hat gesehen, dass sich viel Gedanken über die Ausstellung gemacht wurde und dass man Informationen so breit aber auch kompakt wie möglich zusammenstellen wollte. Schön war, dass auch Konflikte, an die man nicht bei dem Stichwort „Kater Krieg“ denkt, aufgegriffen wurde. Denn neben einem Film über den Vietnamkrieg lief eine kurze Dokumentation über den Bürgerkrieg in Angola, welcher nach der Unabhängigkeit von Portugal ausbrach.

 

Neben den Museen der neueren Geschichte konnte man sich auch über die 90er bei der Nineties-Ralley informieren oder den Alltag eines Ritters nachempfinden. Ausstellungen über das Mittelalter oder die Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland gab es ebenfalls.

 

Die Lange Nacht der Museen bot den Besucher*innen die Möglichkeit, sich ausführlich über jene Themen, die sie interessieren zu informieren oder bereits da gewesenes Wissen zu vertiefen. Ob Studierter oder wenig Interessierter, jeder konnte etwas aus den Ausstellungen, welche sehr gut aufbereitet waren, mitnehmen. Auch, wenn manche Bilder erschreckend anzusehen waren.

Bewerbungen für neue TUSCH-Partnerschaften ab dem Schuljahr 2019/20 möglich!

Für das Schuljahr 2019/20 können sich wieder Schulen aller Schularten für eine dreijährige TUSCH-Partnerschaft mit einem Berliner Theater bewerben.

Jede Berliner Schule kann sich bewerben, an der sich ein engagiertes Team von Lehrer*innen verschiedener Fachbereiche an einer Partnerschaft mit einem Theater beteiligen möchte und an der ein verantwortlicher und verlässlicher Ansprechpartner den Kontakt innerhalb des TUSCH-Netzwerks pflegt. TUSCH führt geeignete Kooperationspartner zusammen und fördert Projekte aus den Partnerschaften mit einem Honorar- und Sachkosten-Zuschuss. Die Begegnungs- und Austauschformen sowie die künstlerischen Projekte mit Theaterpädaog*innen/ Theaterkünstler*innen und Schüler*innen entwickeln die Partner nach ihren eigenen Interessen und Möglichkeiten. Die gemeinsamen Partnerschaftsvorhaben bringen die Schüler*innen auf vielfältige Weise mit der Bühnenkunst, dem Theater als Kunstort und den Reizen der künstlerisch-ästhetischen Auseinandersetzung mit Themen unserer Zeit in Berührung.

Bewerbungsschluss ist am 21.12.2018. Mehr Infos findet ihr auf der TUSCH-Seite! Dort könnt ihr auch die Bewerbungsunterlagen herunterladen.

 

Artikelbild © Manos Gkikas on Unsplash

Kann das funktionieren? Das wollten wir wissen. Unser Redakteur wagt den Selbstversuch.

VON OLIVER MATTUTAT

Sprachen werden in unserer globalisierten Welt immer wichtiger. Ich für meinen Teil möchte mich im Urlaub zumindest mit grundlegenden Phrasen in der Landessprache verständigen können. Viele Angebote und Apps versprechen schnelle Erfolge. Ich habe mich für Babbel entschieden. Das Unternehmen, das in Berlin seinen Sitz hat, bietet 14 verschiedene Sprachen an und verspricht, dass ich mit wenigen Minuten am Tag schon nach einem Monat deutliche Fortschritte erkennen soll. Es gibt für jede Sprache sehr viele Lektionen. Diese werden von Sprachwissenschaftler*innen und Lehrer*innen erstellt.

Es gibt Anfängerlektionen, die dem Lernende die Grundlagen der Sprache vermitteln. Dabei sind die Lektionen sehr praxisnah gehalten. Fast immer gibt es Dialoge. Verschiedene Übungen halten die Konzentration hoch und sorgen für Abwechslung.

Neben den Anfängerlektionen gibt es auch welche für Fortgeschrittene und themenspezifische. Als Beispiele wären da Folgende zu nennen: Sport, Gesellschaft, Kleidung oder Kultur.

Bei den Englisch-Lektionen gibt es auch Business Englisch-Übungen, die sich zum Beispiel mit E-Mail schreiben und Telefonaten beschäftigen.

Dieser Umfang hat natürlich seinen Preis. Das Abo-Modell richtet sich nach der Vertragslaufzeit. Ein einzelner Monat ist mit 9,95€ am teuersten.  Entscheidet man sich für einen Jahresvertrag zählt man 4,95€ pro Monat.

 

Auch unterwegs Sprachen lernen

Nicht nur am heimischen Computer kann man seine Wunschsprache lernen, sondern auch ganz einfach unterwegs. Für Smartphones und Tablets sind Apps verfügbar. Ich selbst lerne lieber auf meinen mobilen Geräten. Die habe ich immer dabei und sie sind nicht so sperrig, wie zum Beispiel ein Laptop.

Die App fürs Smartphone ist übersichtlich aufgebaut und es lassen sich sogar Lektionen herunterladen, um ohne Internetverbindung weiter lernen zu können. Schade ist nur, dass nicht angezeigt wird, welche Lektionen man heruntergeladen hat und welche nicht. Sonst macht die App einen guten Eindruck. Sie lädt schnell und ebenso reagiert sie problemlos.

Das YOU- Summer Festival wurde am vergangenen Wochenende (22.06.-24.06.2018) von über 42.000 Jugendlichen besucht. Auch waren über 200 Aussteller in den Bereichen Sport, Lifestyle und Bildung vertreten. Ein Erfolg?

VON SINA

Vergleicht man die YOU-Messen der letzten Jahre miteinander, so fällt einem auf, dass in den Hallen des Messegeländes aufgeräumt und aussortiert wurde. Nach dem Motto des Summer-Festivals wurden Essens-Stände und der Actionbereich nach draußen in den IFA-Sommergarten verschoben. Der große Pool als Hauptattraktion und daneben die Summer-Stage sollten die Besucher*innen nach draußen locken und ihnen einen gemütlichen Platz in der Sommersonne bieten. Aber nichts da! Statt dem Geruch von Sonnencreme und dem freudenerfüllenden Gekreische Jugendlicher im Pool wird man draußen von Wolken und unangenehmen Nieselregen umgeben.

Man mag nun meinen, dass die Messehallen 19, 20 und 21 voll sind. Dass man von Massen weitergedrückt wird und kaum stehen bleiben kann, um sich an Informationsständen zur Ausbildung und dem Studium Material anzuschauen. Dass sich die Vertreter*innen vor Enge kaum noch von den Besucher*innen unterscheiden. Aber tatsächlich ist nichts davon eingetreten! Man kann sich ausführlich und ohne Druck eine Studienberatung geben lassen. Lediglich bei einzelnen Attraktionen stehen lange Schlangen von jungen Menschen.

 

Wenn die Meet and Greet Area nicht wäre…

Wo in der Bildungshalle der Ansturm nicht ist, so konnten sich manche Personen des öffentlichen Lebens kaum vor dem Ansturm retten. Nachdem am Freitag, dem Schulklassen-Tag die Jugendlichen noch durch alle Hallen gingen und sich in Ruhe umschauten, hatten die Besucher*innen am Wochenende schon zielstrebigere Blicke auf dem Gesicht. Sie wussten genau, wo sie hinwollten, und sie wussten genau, wie sie ihr Foto mit Influencer*innen wie Mike Leon, MissNici und vielen weiteren bekamen. Der Merck war angezogen und der Stift genügt. Und schon ging es über den Eingang in Halle 19 direkt in Halle 18 an der SportsArea vorbei zur Meet and Greet-Area. Begrenzt durch Absperrungen reihten sich die Fans auf und konnten endlich ihre Idole treffen. Dass sie sich nur ein paar Meter weiter um ihre beruflichen Perspektiven kümmern konnten, schien sie nicht zu interessieren.

Der IFA Sommergarten blieb durch den nicht aufhörenden Regen größtenteils leer. Kein Spaß im Action-Pool, kein Picknick auf der großen Wiese drum herum. Nur ist immer wieder Gekreische zu hören. Das liegt an der Summerstage auf der anderen Seite des Pools. Während die danebenliegenden Aktionen wie dem Bogenschießen oder dem Laser-schießen ziemlich leer blieben, bildete sich ein großes Rudel um die Bühne, auf der unter anderem Mike Singer und Lukas Rieger auftraten.
Auffällig war jedoch, dass das Line-Up dieses Jahr eher aus Musical.ly-Bekannheiten bestand und sich somit an noch jüngere Zuschauer*innen richtete. Personen, die durch YouTube zur Bekanntheit kamen, waren weniger vertreten. Besonders angekündigt wurde die YOU-Squad bestehend aus Mone @Supergirl, Justin Prince, Annika Sofie, Joyatheresa und Nathan von KekseTV. Zusammen stellten sie sich lustigen Challenges, welche sie über ihre Social Media Kanäle teilten.

Für weitere Stimmung sorgte die Streetdance Meisterschaft, die im Rahmen der Messe stattfand. So sah man rund um den Sommergarten sich eintanzende Jugendliche mit ihren Trainer*innen. Aus der Halle schallte Musik und Gejubel von den Zuschauer*innen auf den Rängen. Diese waren restlos voll, um den Eingang zur Tribüne versuchen sich weitere Besucher*innen der Messe (vergeblich) einen Blick zu erhaschen. Aber zu voll war der Bereich um die Bühne bereits.

 

Eine Miniatur-Version?

Ehrlich zugegeben, es gab definitiv schon einmal mehr Angebote auf der YOU. Auch Angebote, die eine breitere Masse von Jugendlichen angesprochen hat. Das Hauptaugenmerk wurde auf Influencer*innen gelegt. Ein breites Spektrum an weiteren Themenbereichen gab es zwar, aber diese waren wenig besetzt. Es gab den Ausbildungs-Bereich, einen Sportbereich und die DIY-Area für kreative Köpfe. Auch ein Essensangebot (Fit- und Fast-Food) war vorhanden - nur eben nicht so abwechslungsreich. So gab es gefühlt zehn Imbisse, an denen man Wurst und Pommes essen konnte, Burger wurden einem verwehrt. Wer was Süsses wollte hatte Crêpes zum Essen. Auch war der Medieninformatik und Gestaltungsbereich in der Bildungshalle am breitesten vertreten. Technische oder medizinische Tätigkeitsbereiche eher weniger. Was die Größe der einzelnen Info- und Aktionsstände anging, so war man teilweise aneinandergequetscht und wusste als Besucher*in manchmal nicht, wann der eine Stand aufhörte und der andere anfing. Auffällig war die Bundeswehr, die sich die Mitte der Bildungshalle 20 nahm und dort neben einem Panzer auch eine Kletteranlage und weitere kleine Informationsstände aufstellte.

Politische Bildung fand man lediglich am Stand des Abgeordnetenhauses. Bei den Talks mit Politiker*innen, welche direkt nebenan am Stand von jup! Berlin und AlexTV stattfanden, konnten die Besucher*innen interessanten Diskussionen zuschauen.

 

Der Kommerz nimmt zu

Man hatte das Gefühl, es geht nur noch ums Gesehen werde. Die YouTube-, Musical.ly- und andere Stars gingen durch die Hallen und warteten quasi darauf, von Leuten angesprochen zu werden. Auch wenn das der Reiz für die jungen Besucher*innen ist. Und wenn man nicht genug gesehen wird, geht man stärker auf die Leute zu. Einmal sich alles anschauen wollen, und eine Horde von ADAC-Mitarbeiter*innen wollte einem eine kostenlose Mitgliedschaft andrehen. Die Vertreter von Jugend-gegen-Aids drückten einem eine handvoll Kondome in die Hand, und die freiwilligen Messevertreter überredeten dich zu einer Umfrage, die „gar nicht lange dauert“, aber über 50 Fragen beinhaltete.
Auch Marken wie Adidas waren vertreten, aber anstatt die Chance zu nutzen und Besucher durch Gratis-Geschenke anzuwerben, wurden die Sachen für teures Geld verkauft. Daneben fiel der Merch-Stand diverser YouTuber*innen auf. Zu bedruckende Beutel kosteten um die 12,50 €. So als wenn der Eintrittspreis von 10 bis16 € pro Schüler*in nicht schon genug war.

Um ehrlich zu sein, konnte man sich unter dem Motto des „Summer Festival“ mehr vorstellen, als es schlußendlich tatsächlich gab. Auch wenn das Wetter angemessen gewesen wäre, hätte sich das vorhandene Angebot nicht geändert, nur die Besucherzahl. Was die Meet and Greets anging, so kann man die YOU 2018 als Erfolg ansehen.