Feste

Die 40. jup!od- Folfe ist ein Weihnachts-Special ! Wir haben uns nach den besten Coverversionen, den erfolgreichsten Weihnachtsalben und anderen Winter- und Weihnachtssongs für euch umgesehen, die eure Playlist für die Festtage aufpeppen werden.

                                                        

VON SINA, 15.12.2017

 

Sobald Halloween vorbei ist, beginnen die meisten Radiosender die guten alten Klassiker „Last Christmas“ von Wham! oder Mariah Carey’s „All I Want For Christmas Is You“ rauf und runter zu spielen. Nach 31, bzw. 23 Jahren nach Veröffentlichung ist es dabei kein Wunder, wenn man Lust auf etwas anderes hat und die Standard-Songs nicht mehr hören kann.
Da diese Klassiker allerdings nicht fehlen dürfen, gibt es die Alternative der Coverversionen. Dazu ist vorab zu sagen, dass sich die Songs auf diesen Alben oft ähneln, da oft dieselben Lieber in andere Versionen umgeschrieben werden. Coverversionen sind deshalb etwas für Menschen, die nicht von den Liedern an sich, sondern von der einen bestimmten Art der Umsetzung genug haben.

           

Zum einen gibt es da die Puppini Sisters. Marcella Puppini, Kate Mullins und Stephanie O’Brien verbreiten mit ihrem vom Jazz geprägten Gesang eine durchaus lockere Stimmung. Ihr 2010 erschienenes Album „Christmas with the Puppini Sisters“ enthält dabei eigene Songs sowie Coverversionen. „Step into Christmas“ verkörpert schon zu Beginn eine weihnachtliche Atmosphäre. Die Harmonien werden durch die Melodik der Bläser verstärkt. Trotz des schnellen Tempos entsteht jedoch keine Hektik, wodurch man diesen Song auf jeden Fall auf die Weihnachtsplaylist setzten kann. Da sie ihren eigenen Stil durch das Album fortsetzen, werden auch  aus Traditionsliedern wie „Jiggle Bells“, welches oft von Grundschülern gesungen wird, in eine poppige 50er-Jahre-Version verzaubert. Der Rhythmus ist dabei abgewandelt und im Hintergrund durch Drums verdeutlicht. Definitiv eine gute Abwechslung!

Auch Michael Bublé macht aus „All I Want For Christmas Is You“ eine sinnlichere Version. Keine Steigerung im Tempo, dafür wird viel auf das Gefühl geachtet. Grundlegend wird er vom Klavier begleitet. Gut passend für kalte Winterabende vor dem Kamin. In „It’s Beggining To Look A Lot Like Christmas“ wird die Vorweihnachtszeit thematisiert. An dieser Stelle muss gesagt werden, dass Bublés Stimme nicht nur für diesen Song, sondern generell für die Übermittlung von Weihnachtsstimmung wie gemacht ist.

Songs wie „Silent Night“ (im Deutschen „Stille Nacht, heilige Nacht“ von Joseph Mohr aus dem Jahr 1816) hören sich in jeder Versionen jedoch ziemlich ähnlich an. Ob Destiny’s Child oder Demi Lovato. Im Endeffekt ist es eine Frage des Geschmacks, welche Stimme man für den Song am passendsten findet. Zu garantieren ist bei jeder Interpretation der Gänsehautmoment.

Nun ist sie endgültig zu Ende: die Festivalzeit! Doch hierfür holen wir den Sommer nochmal zurück. Wofür? Um euch von unserem letzten Highlight der Saison zu berichten: dem HIGHFIELD Festival am Störmthalersee!

VON LOTTA

Drei Tage Indie-Rock im Landkreis Leipzig und wir Berliner mitten drin. Und der Weg hat sich gelohnt, denn Indie-Rock ist nicht alles, was das Festival zu bieten hat. Zu den Headlinern gehören regelmäßig nationale und internationale Größen des Rocks, so auch dieses Jahr: Billy Talent, die Toten Hosen, Placebo, The Offspring und viele mehr!

Welcome to the Schrebergarten

Aber von Anfang an. Wir hatten uns diesmal für eine Anreise mit dem Auto entschieden, was ein ganz anderes Feeling war, als das, was wir bisher kannten. Nicht nur, dass uns das Umsteigen mit unseren Rucksäcken & Co. erspart blieb, wir landeten auch zum ersten Mal auf dem Auto-Campingplatz. Das bedeutete in unserem Fall; Camping in mitten von Alt-Rockern und Großfamilien, kein Versinken in leeren Bierdosen und 5-Minuten-Terrinen und eine halbe Stunde Fußweg bis zum eigentlichen Festival Gelände. Ja, die Schrebergarten-Idylle war nicht zu leugnen. Aber man ist ja offen für alles…

Eine halbe Stunde Fußweg, die muss man natürlich nutzen! Insbesondere da auf dem gesamten Bühnen-Bereich keine mittgebrachten Getränke erlaubt waren. Zwar gab es unzählige Getränke-und auch Essensstände, jedoch musste hier wirklich tief in die Tasche gegriffen werden. Während sich die Preise für das – zugegeben – sehr gute Essen aus aller Herren Länder sich wenigstens noch an Restaurantpreisen orientierten, überstiegen die Getränke jede humane Preisvorstellung.

Mehr als nur Musik

Geld ausgeben konnte man aber auch für länger anhaltende Souvenirs. Natürlich gab es Merchandise der Bands und vom Festival selbst. Wer kein Geld ausgeben wollte, hatte neben den Bands aber auch was zu sehen und zu hören. Denn gerade auf einem links geprägten Festival wie es das Highfield ohne Frage ist, waren natürlich Kein Bock auf Nazis und andere soziale Initiativen wie PETA ZWEI und Greenpeace am Start. Hier gab es nicht nur Bändchen und Gummibärchen, sondern vor allem alle Informationen über die Ziele und aktuelle Aktionen der Vereine. Ein paar Unterschriften und gleich was Gutes getan gegen Rassismus, Massentierhaltung oder die Verschmutzung der Meere. Da kann man sich den Rest des Tages auch mal anderen Dingen widmen…

… Zum Beispiel der Musik! Entjungfert wurden die beiden Bühnen am Freitagnachmittag von Neonschwarz und Milliarden. Wie üblich spielten die ersten kleineren Acts jeweils kaum mehr als eine halbe Stunde und so war immer Zeit für eine kleine Pause, und die sollte man sich nehmen, denn es war heiß, mehr als heiß!

Ein Sturm kommt auf

Obwohl es gerade erst losgegangen war, hatten die Sanitäter mit Sonnenstichen und Kreislaufzusammenbrüchen der Besucher schon alle Hände voll zu tun. Doch während wir uns noch freuten zum ersten Mal nicht im Matsch tanzen zu müssen, zogen bereits die ersten Wolken auf. Und dabei sollte es nicht bleiben. Gegen 19:00 Uhr dann kippte das Ganze. Es begann zu gewittern, das Programm wurde unterbrochen und die Besucher zu ihren Autos geschickt.

Am Anfang noch zögerlich wurde, nachdem der Regen monsunartige Zustände angenommen hatte und auf jeden Blitz der Donner folgte, diese Aufforderung auch ernst genommen. Ca. 35.000 Menschen zogen Richtung Zeltplätze und verwandelten die zuvor trockenen Wege in eine Schlammlandschaft, die von nun an den Weg zum Festivalgelände zu einer echten Herausforderung machen sollte.

Die nächsten Stunden verbrachten wir im Auto, aßen kalte Dosensuppe und hörten das Highfield Radio, um zu erfahren, wann es weiter gehen sollte. Damit hatten wir es sicher sehr viel besser getroffen als all die, die gerade dabei waren, ihre abgesoffenen Zelte wieder zu beleben, und dennoch wurde auch bei uns die Stimmung mit jedem abgesagten Act nicht gerade hochgerissen. Und das waren von da an alle, bis auf die Beginner, die gegen Mitternacht die ehrenvolle Aufgabe hatten, das durchnässte Publikum in einen Zustand zu versetzen, in dem man alles um sich herum vergisst – vor allem den nassen Schlafsack.

Heute ist der 31.10.2017 - Zeit für einen neuen Thesenanschlag?

VON SANDY

In Gedenken an das 500-jährige Reformationsjubiläum hat die EJBO (Evangelische Jugend Berlin Brandenburg und schlesischen Oberlausitz) eine moderne Methode gefunden, ihre Thesen in der Welt zu verbreiten. Anders als Martin Luther damals werden die Thesen nicht mit Nägeln an die Kirchtüren genagelt, sondern die Thesen werden in Beuteln mit der Beschriftung „#rEJBOmation“ an jede Tür gehängt. Dies ist nicht nur ein Ausdruck ihrer Wünsche und Wahrnehmungen, sondern ihr Weg, das Jubiläum der Reformation zu feiern. Es werden also keine Türen beschädigt und sie benutzen Kreidespray, um den Hashtag nochmal vor die Kirche zu sprühen.

Was fordert die EJBO?

Auf ihrer Facebookseite steht:
„Es braucht einen neuen Aufbruch und wir wollen ihn pushen! Es braucht neue Thesen und die werden wir schreiben! Es geht weiter und das ist der Auftakt!“

In ihren Thesen beschreiben sie u.a., in welcher Form der Glaube in ihren Augen heute gelebt werden kann. Sie fordern die Kirchen und dazugehörigen Gemeinden auf, sich den jungen Leuten und deren Ideen zu öffnen. Wie damals fordern sie also eine Veränderung. Ihr wollt noch mehr darüber erfahren? Dann kommt heute zum großen Jugendgottesdienst zum 500. Reformationstag der EJOB in die Gedächtniskirche (Breitscheidplatz, 18 bis 19.30 Uhr) oder lest die Thesen online hier nach!

Wer war Martin Luther eigentlich?

Luther war Augustiner Mönch und lebte die meiste Zeit in Wittenberg. Er war unzufrieden mit der Kirche, die u.a. Ablasshandel betrieb. Um seinen Unmut zu äußern und etwas zu verändern, schrieb er 95 Thesen auf und nagelte sie an eine Kirchentür in Wittenberg. Damit löste Luther weltweit die Reformation aus, die zur Kirchenspaltung führte. Neben der katholischen Kirche entstand so die evangelische Kirche. Diesbezüglich hat dieses Jahr der EKT (Evangelische Kirchen Tag) in Wittenberg und Berlin stattgefunden. Hier findest du unser Video vom EKT!

jup! Berlin besuchte im Haus der Berliner Festspiele am 27.10.2017 die Aufführung der indigenen Tanzcompagnie"Bangarra Dance Theatre" - "OUR land people stories".

VON NICOLE
 
Australien präsentiert in Deutschland 2017 ein umfangreiches Kulturprogramm, das die Kreativität, Vielfalt und Innovationskraft Australiens erlebbar macht. Seit Beginn des Jahres sind daher viele der besten Produktionen australischer Kunst nach Deutschland kommen.
 

Um Euch diese Woche einen jup!od mit besonderem Anlass zu liefern, habe ich mal ein paar Songs rausgesucht, die besonders zum Thema „Halloween“ passen. Dass das schwierig sein kann, wurde mir vorher nicht gesagt. Muss das Wort an sich im Text vorkommen? Muss die Stimmung durch die Stimme erzeugt werden oder durch eine besondere Melodik? Wann ist ein Song ein Halloween-Song?

SINA 27.10.2017

Als typische Lieder denkt man zunächst an „This Is Halloween“ von Danny Elfman oder „Halloween“ von Dead Kennedys. In diesen Songs wird eher Halloween an sich beschrieben und was es ausmacht. Würde man auf einer Party also nur solche Songs spielen, könnte es sehr schnell langweilig auf dem Dancefloor werden. Die Melodie ist eher spielerisch und vermittelt daher keinen richtigen Grusel-Charakter. Die Melodie und auch der einfache Text hingegen sind sehr einprägsam.

Eine weitere Kategorie bei meiner Recherche habe ich „creepy lyrics“ (dt.: unheimliche Texte) genannt. Klar, „Every Breath You Take“ (The Police) ist für viele ein Liebeslied, bei welchem es ums Beschützen einer geliebten Person geht, doch verinnerlicht man die Zeilen einmal, so hat man eine Stalking-Geschichte aus dem Lehrbuch. Denn es wird eine Person bei allem beobachtet, was sie tut und der Sprecher scheint verzweifelt zu versuchen, eine Beziehung mit der verfolgten Person einzugehen. Das Pendant zu einem solchen Vorfall bietet „Somebody' s Watching Me“ von Rockwell. Beides zwei Songs, die ebenfalls die Thematik des Gruselns treffen und damit gern mit in die Playlist für den 31. Oktober mit aufgenommen werden können. Genau wie „Disturbia“ (Rihanna) und „Smooth Criminal“ (Micheal Jackson), die Abwechslung bringen, aber durch die beschriebenen außergewöhnlichen Geisteszustände oder sogar Mordfälle nicht fehlen dürfen.

VON SOPHIA

Jasmina und ich waren im Sommer auf dem Juicy Beats Festival in Dortmund. Das Festival-Gelände, der Westfalenpark, war riesig. Auf 7 Bühnen gaben die 150 DJs und 50 Liveacts (Cro, Trailerpark, SDP, OK KID, Fünf Sterne Deluxe, Dat Adam und viele weitere)  ihre Songs zum Besten. Anschließend konnte auf den 19 Disco Floors mit Aftershowparty weiter gefeiert werden.

Bei so vielen Bühnen und Floors war es für uns teilweise echt schwer, die Orientierung zu behalten, aber dank der fruchtigen Namen, haben wir es dann doch geschafft, uns zu recht zu finden. Unser Favorit war die Mainstage, die als Apfel gekennzeichnet war,  und die Himbeer 2nd Mainstage. Interessant war auch die Silent Disco, in der man Kopfhörer bekommt und über diese wird dann die Musik abgespielt. So können verschiedene Musikstile gleichzeitig gespielt werden und das Publikum kann selbst entscheiden, welche Musik es hören möchte.

Nach einem langen Festivaltag konnte der Campingplatz über eine Brücke erreicht werden und für Parkplätze war auch gesorgt. Die meisten Festivalbesucher kamen aus Dortmund und der Umgebung, deshalb sind viele nachts nach Hause gefahren und sind am nächsten Tag wieder gekommen. Andere haben sogar im Auto geschlafen.

Alles im allen war das Juicy Beats Festival der Wahnsinn, wir hatten unglaublich viel Spaß und haben viele coole Leute kennen gelernt. Was sie alle gemeinsam hatten, war die Reaktion auf die Aussage, dass wir aus Berlin kommen: „Was? Ihr seid extra aus Berlin her gekommen?!“  Anscheinend waren wir die einzigen Berliner dort. Aber der fünfstündige Fahrtweg hat sich auf jeden Fall gelohnt. Also falls ihr nächstes Jahr auch Lust habt auf ein cooles Festival zu gehen, dann ist das Juicy Beats Festival in Dortmund eine gute Wahl.

Anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 veranstaltet das Abgeordnetenhaus von Berlin bereits zum 15. Mal das Jugendforum denk!mal.

Unter dem Motto

„Von dir, nicht von gestern“

 

halten  Kinder und Jugendliche die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus auf vielfältige Art und Weise lebendig. Sie erzählen, singen, malen, worüber bisher geschwiegen wurde oder was sonst verloren wäre! Sie nutzen ihre Kreativität für Vielfalt in der Gesellschaft, gegen Diskriminierung, Rechtsextremismus, Unrecht und Rassismus!

Und ihr könnt euch die Ergebnisse anschauen:

Abendveranstaltung: 31. Januar 2018, 18:00 bis 19:30 Uhr im Abgeordnetenhaus Berlin, Fernsehübertragung bei ALEX TV  (mehr Infos und Anmeldung hier)

Ausstellung: 29. Januar bis 09. Februar 2018, von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr (mehr Infos hier)

 

Quelle: http://denkmal-berlin.de/2018/jugendforum-denkmal-2018/

 

Hier weitere Informationen:

 

VON JANIK EMIL

Dieses Wochenende geht’s richtig ab! Zum inzwischen achten Mal stellt der Jugendradiosender Fritz die Neuen DeutschPoeten vor.

Anfangs (Sommer 2010) noch im ausverkauften Astra und dann aufgrund der großen Nachfrage schließlich in den Folgejahren im IFA-Sommergarten der Messe Berlin.

Jährlich feiern bis zu 13.000 Fans in der wohl schönsten Open Air Arena der Hauptstadt die Neuen DeutschPoeten.

Die Grundidee des Festivals besteht darin, dass deutschsprachige Musiker*innen, welche  sich vor allem durch ihre Texte auszeichnen, auf das Festival eingeladen werden und sie dort ihr Talent zeigen können. So gibt es auch für etwas unbekanntere Künstler*innen die Chance, mal auf einer großen Bühne zu performen.
Für Lotte, Ace Tee, Dat Adam und Faber bietet sich erstmalig die Möglichkeit auf dem Festival aufzutreten.

Doch auch die Musikliebhaber*innen, die mehr auf die Superstars der Deutschpopszene stehen, kommen auf ihre Kosten – so werden Headliner wie Jennifer Rostock, Madsen, Milliarden, Philipp Poisel, Prinz Pi und Von wegen Lisbeth die Bühne rocken.

Insgesamt kann man sagen, dass sich an diesem Wochenende die Crème de la Crème der deutschsprachigen Musik trifft.

Ach übrigens: dies ist eines der wenigen Festivals, das über mehrere Tage geht und ohne Campingplatz ausgestattet ist. Also selbst bei schlechtem Wetter, wie es ja bereits schon angekündigt wurde, muss man dann wenigstens nicht platschnass im Zelt übernachten.

Holi feiern – eine Sache, die ich schon länger machen wollte. Meine Lust für das indische Frühlingsfest hat sich durch farbenfrohe Bollywood Filme und Serien entwickelt. Dort wird das Fest prächtig und mit viel Gesang und Tanz gefeiert. Die Menschen bewerfen sich hauptsächlich mit gefärbtem Pulver und Wasser.

VON NUSEYBA

Mittlerweile wird das Fest auf der ganzen Welt in Form von riesigen Festivals mit Musik, Lichtshows, Tanz, Essen und viel Farbe gefeiert. Auch in Deutschland blieb dieser Trend nicht aus und das Holi Festival Of Colours tourt jedes Jahr einmal durchs Land.

Dieses Jahr sollte mir die Möglichkeit auch vergönnt sein und zusammen mit einer Freundin sollte ich mir im Namen von jup! Berlin die Veranstaltung mal anschauen.

Tipps und Tricks

Das erste was ich zu Holi sagen kann: Hier wird mit Farben um sich geworfen, sprich: Die beste Seidenbluse sollte besser im Schrank bleiben. Am besten nimmt man sich ein altes T-Shirt oder Hemd, was auch dreckig werden kann, mit. Am besten in Weiß, dann sind die Farben deutlicher zu erkennen.
Viele der Teilnehmer schützen sich auch mit Masken und Tüchern, um das Pulver nicht einzuatmen. Zum anderen kann das Pulver leicht in die Augen geraten, sodass auch Kontaktlinsen nicht die klügste Entscheidung wären.

Holi in Berlin

Dieses Jahr fand Holi in Berlin zeitgleich mit dem Christopher-Street-Day statt und die Straßen und U-Bahnen waren überfüllt. Je mehr ich mich dem Reitstadion Olympiapark näherte, desto dichter wurde die Menschenmasse und umso lauter die Musik. Die ersten, die mir entgegen kamen, waren auch schon vollkommen mit Farbe bedeckt. Angekommen am Eingang, durften wir über den Presseeingang das Gelände betreten, welches mit vielen Ständen und einer riesigen Bühne besetzt war, für den Magen und die Stimmung war reichlich gesorgt worden. Das Einzige, das nur noch mitspielen musste, war das Wetter. Trotz guter Laune und Festivalstimmung zogen sich immer mehr dunkle Gewitterwolken über dem Himmel Berlins zusammen und ich wusste, dass der Regen nicht lange auf sich warten lassen würde. Kurz vorm Countdown zum ersten „Farbwurf“ spürte ich auch schon die ersten Tropfen auf meinem Gesicht. Mit jeder Zahl, die runtergezählt wurde, verstärkte sich auch der Regen. Als wir endlich die Null erreichten und lauthals die Farbe in die Luft schmissen, schüttete es wie aus Eimern. Wie es auf jedem guten Festival aber der Fall ist, ließen sich die wenigsten von dem Wetter die Stimmung versauen. Die Musik wurde immer lauter, die Leute fingen trotz tsunamiähnlicher Nässe an, wild zu tanzen und sich gegenseitig mit Farbe zu attackieren. Es brauchte keine zehn Minuten und der Platz glich einer riesigen bunten Rauchwolke. Viele fingen auch an auf dem aufgeweichten Boden sich gegenseitig mit Schlamm zu bespritzen. Holi glich immer mehr einem Herbst-Festival wie man sie aus Filmen kennt.

Party anstatt Tradition?

Ich denke, dass jeder, der gerne einmal zu Musik mit Farbe um sich werfen will, hier eine gute Möglichkeit findet, diese Neigung auszuleben. Dennoch muss ich erwähnen, dass mir ein schlechter Beigeschmack geblieben ist. In Indien ist Holi ein wichtiges und heiliges Fest, dass der Hinduistischen Tradition entstammt. Dort hat das Fest auch einen wichtigen Gesellschaftlichen Wert: Egal welcher Kaste man angehört, jeder feiert mit!
Es ist traurig mitanzusehen, wenn Menschen mit Bindis, bemalten Henna-Händen und mit Farbe um sich Werfend ein Fest feiern, welches für andere ein wichtiger Teil ihrer Kultur darstellt. Hier spielt vor allem kulturelle Aneignung (engl. cultural appropriation) eine wichtige Rolle. Mit cultural appropriation ist die kulturelle Aneignung von Bestandteilen einer marginalisierten Kultur gemeint und es müssen dabei immer Macht- und Diskriminierungsverhältnisse beachtet werden. Kulturelle Aneignung ist aber ein anderes Thema für sich und würde hier den Rahmen sprengen.
Dennoch im Beispiel von Holi: Viele Menschen, bei denen das Feiern von Holi, das Bemalen der Hände mit Henna und das Tragen von einem Bindi zum Teil der Kultur gehört, werden im Westen oft als weniger integriert und minderwertig angesehen. In den meisten Fällen sind sie auch von rassistischen Überfällen betroffen. Diese kulturellen Bestandteile werden hier dann vermarktet und als Teil der westliche Kultur verkauft, um damit wirtschaftliche Erfolge zu erzielen.  

Persönlich denke ich, dass jeder das Recht hat andere Kulturen kennenzulernen und sie zu leben, solange man aber die kulturelle Zugehörigkeit benennt und sie auch als Bereicherung wertschätzt.
Dieses eine Mal hat mir Holi gereicht und es wird auch das letzte Mal gewesen sein, dass ich dieses Festival besuchen werde. Ich will nicht Teil einer Bewegung sein, die dazu Beiträgt, dass die Kultur einer Minderheit verfälscht wird und dadurch verloren geht.