Menschen

Respekt gewinnt! Berliner Ratschlag für Demokratie will Euer Engagement belohnen und vergibt insgesamt 5.000 Euro!

Der Berliner Ratschlag für Demokratie sucht Projekte und Menschen, die sich für ein demokratisches und friedliches Miteinander in Berlin einsetzen.
Ihr engagiert Euch für Obdachlose? Ihr entwickelt gute Argumente gegen Hate Speech? Ihr seid aktiv gegen Demokratiefeinde? Ihr arbeitet mit geflüchteten Menschen zusammen?

Egal ob Schulklasse oder Kaffeerunde, Nachbarschaftsprojekt oder Social Media Kampagne - ihr könnt Eure Projekt ganz einfach auf der Plattform www.respekt-gewinnt.de vorstellen.

Also schnell bis zum 28.02.2018 bewerben – der Berliner Ratschlag für Demokratie freut sich auf euer Projekt!

"Behindert, ja und?" - Linus und Jasper haben beide von Geburt an Cerebralparese. Gemeinsam haben sie die Webseite Handicap Lexikon ins Leben gerufen, um Menschen über verschiedene Handicaps zu informieren. Exklusiv für jup! Berlin geben sie uns einen Einblick in ihren Alltag, indem sie vom 1.12.2017. bis zum 5.12.2017 den jup! Instagram und jup! Twitter-Account übernehmen! Also, schaut vorbei, verfolgt ihre Posts und schickt ihnen Fragen! Jasper und Linus beantworten sie gern!

Der Aktionszeitraum ist nicht zufällig gewählt: Der 3. Dezember ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen und am 4. Dezember feiert Handicap Lexikon Geburtstag.

Vorab hat die jup! Redaktion die beiden schon mal mit Fragen gelöchert. Die spannenden Antworten findet ihr in den beiden Interviews unten. Außerdem haben wir Jasper und Linus bereits im Somemr auf der YOU Messe getroffen und mit ihnen ein Video-Interview über ihr Projekt Handicap Lexikon geführt. Ihr wollt mehr über die beiden wissen? Dann lest die Blogbeiträge der beiden, die wir auf jup! zweitveröffentlichen.

Mehr Infos zum Handicap Lexikon und zu den Interview-Bögen, die ihr dort ausfüllen könnt, gibt es selbstverständlich auf handicap-lexikon.de.

Außerdem könnt ihr Handicap Lexikon auf Facebook, Twitter und YouTube folgen!

 

„Willst du ihnen helfen, dann erinner‘ sie an ihre Worte: 'Manchmal helfen Schellen!'“ lautet die Hook aus dem Track „Schellen“ von Audio88 und Yassin. In ihrem Track geht es um platte, rechtspopulistische Aussagen des Alltags.
Ein jeder hat die dort zitierten Aussagen schon einmal gehört. Neben etlichen auf Rassismus aufgebauten menschenfeindlichen Aussagen geht es in einem Part um sexuelle Belästigung in einer Bar, Kneipe oder einem Club, wo auch immer sexuelle Belästigung stattfinden kann. Ich zitiere:

 

„Lächel doch mal, ich geb‘ dir auch einen aus. Wenn du nicht wegen Männern hier bist, dann zeig nicht so viel Haut. Viel Spaß auf dei‘m Heimweg! (Schlampe) Ich bin bestimmt nicht der letzte, der deinen Ausschnitt falsch versteht!

[…]

Bevor man etwas Dummes tut, muss man dumm denken, unter ihrem Aluhut sind sie auch sowas wie Menschen. Willst du ihnen helfen, dann erinner‘ sie an ihre Worte: ‚Manchmal helfen Schellen‘!“

 

Nehmen wir nun einmal das angegebene Zitat auseinander. Der erste Satz baut auf dem gesellschaftlichen Bild der süßen kleinen und schwachen Frau auf, die gefälligst süß und zerbrechlich auszusehen hat. Als Gegenleistung dafür hat sie dann auch einen Drink verdient. „Hübsches“ Aussehen als Gegenleistung für Drinks? Dieses Bild von Frauen, auch bei Frauen, dürfte wahrscheinlich keine Seltenheit sein. Sexuelle Belästigung ist alltäglich, entgegen jener rechtspopulistischen Meinung ist es weder ein Nah-Ost- oder ein muslimisches Problem. Sexuelle Belästigung/Nötigung sowie Vergewaltigung, juristisch eine fortgeschrittenere  Stufe der sexuellen Nötigung, ist ein Teil unserer Gesellschaft, den es solidarisch zu bekämpfen gilt. Dazu später mehr.

Auch der Subtext des zweiten Satzes dürfte den meisten nicht fremd sein: „Ziehst du dich so aufreizend an, bist du doch selbst schuld, wenn dir jemand etwas antut!“ Diese Ansicht ist weiter verbreitet, als man glauben mag. Vielmehr ist das Bild der aufreizend angezogenen Frau, die Sex will, denn ansonsten würde sie sich so nicht anziehen, in der Gesellschaft sehr tief verankert. Nicht nur, dass es eben nicht der Fall ist, schiebt man mit solchen Aussagen die Schuld ebenfalls den Opfern zu. Man behauptet, sie hätte sich mit ihrem Outfit dazu entschieden, eine Belästigung oder Vergewaltigung in Kauf zu nehmen.

 

 

Am Mittwoch, dem 22. November, war es wieder so weit: Es fand die erste Sitzung des Kinder-und Jugendparlaments Tempelhof-Schöneberg 2017/2018 statt. Dabei wurden alle gewählten Vertreter*innen und interessierten Menschen zur ersten Sitzung des Kinder- und Jugendparlaments für die Wahlperiode 2017/2018 eingeladen. An diesem ersten Plenum treffen sich die Abgeordneten zum ersten Mal, um ihre Arbeit aufzunehmen, erwachsene Politiker zu treffen und sich kennenzulernen. In das Kinder-und Jugendparlament können Schulen und Einrichtungen mindestens zwei und maximal sechs Mitglieder entsenden. Die Wahlen dazu werden von den jeweiligen Schulen und Einrichtungen selber organisiert.

 

Doch was genau ist dieses Kinder- und Jugendparlament (KJP)?

Durch das KJP kann man seine Vorstellungen einbringen und es wird geholfen, Ideen umzusetzen bzw. an die richtige Adresse zu bringen. Das KJP hat Mitspracherecht, wenn es um die Interessen von Kindern und Jugendlichen geht. Bereits seit 2005 werden von über 150 Kindern und Jugendlichen aus dem gesamten Bezirk Tempelhof-Schöneberg Wünsche, Forderungen und auch Anregungen an die Bezirkspolitik weitergeben.
Mindestens viermal im Jahr kommen die Mitglieder des KJP zu einer großen Parlamentssitzung im Rathaus Schöneberg zusammen. Hier können alle ihre politischen Ideen einbringen. Die in diesem Plenum debattierten und beschlossenen Anträge, werden der Bezirksverordnetenversammlung übergeben, die sich so mit den Wünschen der Kinder und Jugendlichen im Bezirk befasst (und befassen muss!).
Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier sind in drei regionalen Arbeitsgruppen (Schöneberg/Friedenau – Mariendorf/Tempelhof – Lichtenrade/Marienfelde) aufgeteilt. In den regionalen Arbeitsgruppen, die sich mehrmals im Monat treffen, werden die Anträge vorbereitet und recherchiert, die in den großen Sitzungen diskutiert und abgestimmt werden. Darüber hinaus werden verschieden Projekte zur Kinder- und Jugendbeteiligung und zu den Kinderrechten erdacht und umgesetzt.

Film über das KJP von 9einhalb (ARD):

 

„Lauf nicht so freizügig rum!“
„Zieh Dir etwas Vernünftiges an!“

Warum? Warum darf ich nicht das anziehen, worin ich mich wohl fühle?

Ich stehe an der Bushaltestelle. Ca. 20.15 Uhr, ein Sommerabend. Ich  schaue, wann der Bus kommt, will nur noch nach Hause und was essen. Ein  Auto hält neben mir. Ein silberner Mercedes voll besetzt. Die 
Beifahrertür geht auf: „Hey, Bus ist da!“, sagt ein Mann und zwinkert mir zu. Ca. 30 Jahre alt, er macht Anstalten, auf mich zuzukommen. Es sitzen vier weitere Männer im Auto. Sie schauen mich alle an. Ich 
laufe weg. Schnell. Wohin? Keine Ahnung. In die Videothek. Fährt das  Auto mir hinterher? Ist das der gleiche Mann, der da gerade auch  ‚Video World’ betritt, wie gerade eben? Ich hole mein Handy raus:  „Mama, bitte hol mich ab!“ Ob ich jetzt eine lange Jeans anhatte oder  eine kurze Hot-Pan. Ob ein Croptop oder einen langen Pullover - EGAL!

Ich lese andere Berichte von dummen Anmachen. Der Schlusssatz geht in die Richtung: „Ich war ja selbst schuld, wenn ich mich leicht  bekleide.“ Entschuldige dich doch gleich, ein Mensch zu sein! Es gibt  keinen Grund, sich selbst die Schuld zu geben.

Jeder Mensch ist frei

Fangen wir mit dem banalsten Argument an, das Grundgesetz. Jeder  Mensch ist von Natur aus gleich und frei. Er darf selbst über seinen  Körper entscheiden. Sprich: Du darfst anziehen, was du willst, wie du  es willst, wo und wann du willst. Jeder, der meint, du kleidest dich einem Anlass entsprechend falsch, vertritt seine eigenen Interessen,  seine eigene Einstellung. Wenn du meinst, es ist das Richtige, dann  ist es das Richtige.

Kleidung zur Individualität

Wenn du dich jetzt der Meinung anderer fügst, geht deine eigene  Individualität verloren. Deine eigene Meinung wird unterdrückt. Lass dir nichts einreden, was du eigentlich nicht magst. Kleidung ist optisch 
betrachtet der beste Weg, sich selbst zu repräsentieren und in Form von Stoffen seine Persönlichkeit widerzuspiegeln. Allerdings muss das nicht heißen, wenn du kurz und wenig bekleidet bist, dass du 
klischeehaft „einfach zu haben“ bist. Es ist auch ein Ausdruck von Bequemlichkeit, wenn du dich mit kurzen Hosen wohler fühlst. Wenn du  schöne Beine hast und stolz drauf bist, warum zeigst du sie nicht? 
Wenn schon 90 % aller Frauen irgendwann von Cellulite befallen sind,  aber du nicht, warum nicht stolz drauf sein? Und wenn schon Cellulite,  dann einfach Bodypositivity. Sei stolz auf deinen Körper. Sei stolz  darauf, dass du dich traust, ihn zu zeigen. Und erinnere dich immer daran, dass es nicht gleich eine Einladung zum Gaffen ist, wenn du  Haut zeigst, sondern ein Zeichen von Selbstbewusstsein und Mut. Du darfst!

Es kommt allein darauf an, was du magst und wie du dich präsentieren  möchtest. Alles andere ist ein Zwang der Gesellschaft, der aus uns  Menschen etwas wie eine einheitliche Masse formt, die leicht zu  verändern ist. Aber du bist kein Objekt, das sich von anderen  anstößig anquatschen lässt oder sogar angefasst werden darf. Zeige  das!

 

VON S.