Film

VON KAJA

In dieser Folge beschäftige ich mich mit Sommergefühlen, Freundschaft in Japan, Bibelreferenzen und einem Familien Drama in schwarz-weiß.

 

Aktuell: Mamma Mia! - Here we go again (GB/US 2018, R: Ol Parker, FSK 0)

Sie sind zurück. Mit mehr Musik und genauso viel Spaß und Lebenslust. Und ein bisschen sentimental wird es auch in MAMMA MIA! - HERE WE GO AGAIN.

In meiner Kritik zum ersten Teil, der vor 10 Jahren veröffentlicht wurde, schrieb ich: „Wer mag sie nicht? Die Musik von ABBA – die fröhliche Gute-Laune Musik des schwedischen Quartetts, die in diesem Musical angehauchten Film eine entscheidende Rolle spielt.“(Die besagte Kritik findet ihr hier: https://jup.berlin/FilmFeedback5). Und dieser Satz trifft definitiv auch auf die Fortsetzung zu.

 

In MAMMA MIA! - HERE WE GO AGAIN steht (wieder) Sophie (Amanda Seyfried) im Vordergurnd, die das Hotel ihrer Mutter renoviert hat und nun kurz vor der großen Einweihungsfeier steht. Doch nur Sam (Pierce Brosnan) ist auf der sonnigen griechischen Insel Kalokairi geblieben und hat Spohie bei ihrem Vorhaben unterstützt. Sophies Freund Sky (Dominic Cooper) ist in New York und lernt das Hotelgewerbe, und auch ihre zwei anderen Väter Harry (Colin Firth) und Bill (Stellan Skarsgard) sind anderweitig beschäftigt. Zum Glück können zumindest Tanya (Christine Baranski) und Rosie (Julie Walters) kommen, die besten Freundinnen ihrer Mutter, um Sophie so gut es geht zu unterstützen. Der Film arbeitet mit Rückblenden in die 1970er Jahre, als Sophies Mutter Donna (Lily James) nach ihrem Abschluss aufbrach, um das Abenteuer zu suchen und dabei die Bekanntschaft dreier junger Männer machte. Von einem von ihnen wurde sie schließlich schwanger. Sophie fühlt sich ihrer Mutter näher als je zuvor, denn sie selbst ist schwanger und das genau an dem Ort, an dem ihre Mutter es auch war.

 

Oftmals sagt man ja, dass ein Film, der sehr erfolgreich war, durch eine Fortsetzung nicht besser wird, aber für mich hat es bei MAMMA MIA 2 den gegensätzlichen Effekt gehabt. Ich habe mich bereits beim ersten Mal in diesen Film „verliebt“ und noch Wochen nach dem Kinobesuch ausschließlich den Film Soundtrack gehört sowie lautstark mitgesungen. Mir hat die Stimmung und Inszenierung des zweiten Teils so sehr gefallen, dass ich sogar ein zweites Mal ins Kino gegangen bin, um mir den Film ein weiteres Mal anzuschauen. Die Schauspieler, die die jungen Versionen von Donna, Sam, Harry, Bill, Tanya und Rosie verkörpern, sind so gut ausgewählt worden, dass ich über die Tatsache der teils variierenden Augenfarben einfach hinwegsehe. Wieso man nicht einfach Kontaktlinsen oder etwas ähnliches verwenden konnte, bleibt wohl für immer ein großes Geheimnis.

Schon in den ersten Szenen taucht man in die sonnigwarme Sommeratmosphäre des Films ein und wird bis zur letzten Sekunde nicht mehr von dieser losgelassen. Das türkisblaue Farbschema, das sich durch den ganzen Film zieht, verstärkt diesen Sommercharakter zusätzlich und lässt alles sehr harmonisch wirken. Für meinen Geschmack war es auch nicht zu penetrant, sondern ich habe mich gefreut, dass in diesem Film endlich mal wieder richtig filmisch gearbeitet wird. Besonders die Szene, in der Sophie und Sky „One of Us“ singen, möchte ich in diesbezüglich hervorheben. Diese Szene ist ein kleines kinematographisches Meisterwerk und ließ mein Filmwissenschaftlerherz freudig höher schlagen. Generell sind die Überblenden in diesem Film grandios und von mir sehr wertgeschätzt worden. Ich finde es einfach schön, dass mit einer einfachen Kamerafahrt von der Gegenwart zurück in die 70er „gesprungen“ wird. Die Übergänge sind einfach so schön fließend. Und auch wenn in MAMMA MIA! - HERE WE GO AGAIN schon sehr viel mit Inszenierung, Übergängen, Farben und kleinen versteckten Easter Eggs gespielt wird, so gibt es einen Song, der meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit und etwas mehr von der „One of us“-Inszenierung hätte gebrauchen können. Bei „Knowing Me, Knowing You“ werden einfach nur Sam und Donna gezeigt. Das wars! Da hätte man so viel mehr draus machen können, zumal das Lied meiner Meinung ein sehr kraftvolles ist. Echt schade... 

Kommen wir nun aber wieder zu den positiven Seiten des Films, die deutlich überwiegen. Selbstverständlich ist auch Cher, die Sophies Großmutter verkörpert, ein Grund gleich morgen ins Kino zu gehen und sich MAMMA MIA! - HERE WE GO AGAIN anzuschauen. Ihr Duett mit Andy García zu ABBAs Hit „Fernando“ ist einfach nur wunderschön, auch wenn hier der Kitsch Schalter vollends umgelegt wird. Kitsch ist generell ein Thema, das in diesem Film nicht zu kurz kommt, aber bei einer jungen Frau, die erst die Lehrerin küsst und sich dann kurz nacheinander auf drei junge Männer einlässt, ist dies vielleicht gar nicht so störend. Wer allerdings kein großer Fan von ebenbesagter übermäßiger Romantik (oder ABBA Musik) ist, der sollte sich überlegen, ob er lieber mit etwas Sentimentalität umgehen will oder einen grandiosen Film verpasst. Zum Ende des Films gibt es übrigens eine einzige Szene, in der so richtig auf die Tränendrüse gedrückt wird, um kurz darauf ein kunterbuntes spaßiges Abspann Feuerwerk zu „Super Trouper“ mit allen Hauptfiguren abzufeuern. 

 

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass MAMMA MIA! - HERE WE GO AGAIN ein Film ist, der mir sehr am Herz liegt und dessen Soundtrack mich wahrscheinlich noch den Rest des Jahres begleiten wird. Ich kann euch diesen Film nur wärmstens empfehlen!

 

VON KAJA

Das Leben im Viertel rund um die Spandauer Lynarstraße ist wie ein Glücksspiel und verlangt gelegentlich einen hohen Einsatz: Das Leben. Familie ist hier alles, was zählt.

Als Danyal nach fünf Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird, ist von seiner Familie allerdings nicht mehr viel übrig. Sein Bruder Miko, spielsüchtig, hat in der Zwischenzeit bei gefährlichen Kredithaien einen gewaltigen Schuldenberg angehäuft. Und sein mit Down-Syndrom geborener Bruder Muhammed soll in eine Pflegeeinrichtung gesteckt werden.
Als Geldeintreiber zu Danyal kommen und ihn auffordern, die die Schulden für seinen Bruder zu begleichen, muss er nicht nur das Geld auftreiben, sondern auch seine Familie zusammenhalten. Es beginnt für ihn ein Wettlauf gegen die Zeit. Danyal muss handeln und setzt alles auf eine Karte. (Quelle: http://www.themroc.com/film/aktuelles/familiye/)

FAMILIYE ist, nach NUR GOTT KANN MICH RICHTEN, der zweite Film, der von Moritz Bleibtreu koproduziert wurde und behandelt die Themen Kriminalität, Liebe und, der Titel deutet es an, die Familie. Und auch wenn man beim Trailer eher nicht an eine liebevolle und fürsorgliche Familie denkt, so überzeugt der Film einen vom Gegenteil. In diesem Film wird zwar nichts beschönigt und die teils harte Realität dargestellt, allerdings konnte mich FAMILIYE durch seine sehr interessanten Charaktere überzeugen. Die Figuren harmonieren gut miteinander und sie sind keine Helden, jedoch einfache Menschen des Berliner Lebens mit Ecken und Kanten. Und das ist auch gut so, denn wer lebt schon ein perfektes Leben ohne Probleme oder Schwierigkeiten?

Zudem mag ich Filme, die in meiner Heimatstadt spielen und damit meine ich nicht unbedingt an solchen Touristenorten, wie beispielsweise dem Brandenburger Tor, sondern die alltäglichen Orte, an denen man ab und an vorbeikommt. Ich persönlich freue mich immer, wenn ich Orte in Filmen wiedererkenne und sagen kann: „Schau, da war ich erst letztstens“. Es ist einfach cool, Filme aus der eigenen Stadt zu sehen. Übrigens unterhalten sich die Protagonisten oder Figuren zeitweilig auf Türkisch, was dem Film einen gewissen Authentizitätsfaktor gibt. Für alle von euch, die genauso wie ich kein Türkisch verstehen, das Gesprochene wird selbstverständlich untertitelt, da es wichtig für die Handlung des Films ist.

FAMILIYE ist komplett in schwarz-weiß und verschiedenen Grautönen gehalten und erinnerte mich stark an die Gangsterfilme der 1930er Jahre beziehungsweise an den Film Noir der 1940er und 1950er Jahre. Und auch wenn die Assoziation zu Gangsterfilme naheliegt, so weist FAMILIYE ebenfalls sehr emotionale Szenen auf und erhält durch das Voice-Over eines kleinen Jungen, den man erst ganz am Ende des Films sieht, einen philosophischen Hauch. Es wird beispielsweise ein Vergleich zwischen einem Alkoholiker und einem Spielsüchtigen getroffen und Danyal und sein Kumpel sprechen in einer Szene über Brot als Symbol des Lebens. Des Weiteren erwärmt mir die Beziehung der drei Brüder Danyal, Miko und Muhammed das Herz. Wenn die drei zusammen sind, gehen sie so sorgenlos und liebevoll miteinander um. Sie scherzen und lachen und wirken glücklich als kleine Familie. Dies ist der Gegensatz zu Danyals krimineller Vergangenheit und Mikos Spielsucht. Es gibt zudem eine sehr emotionale Szene zwischen Danyal und Miko, in der sie sich zunächst prügeln, um sich kurze Zeit später weinend in den Armen zu liegen.

Für mich ist FAMILIYE eher ein Familien-Drama als ein Thriller, wobei auch die Bezeichnung “Familien-Drama“ nicht hundertprozetig stimmig ist. Bei Klassifizierungen von Filmen lassen sich ja generell hitzige Diskussionen führen. Fest steht allerdings, dass FAMILIYE ein toller Film ist, der zudem bei dem 24. Internationalen Filmfest in Oldenburg mit dem Publikumspreis German Independence Award als Bester Film ausgezeichnet wurde. Also worauf wartet ihr noch? Holt euch die DVD oder macht bei unserem Gewinnspiel mit.

Wir verlosen 3 Exemplare auf DVD an euch!

Im welchen Bezirk wohnt die Familie von Danyal?

A) Kreuzberg

B) Spandau

C) Mitte

Einfach die richtige Antwort per Mail an info@jup.berlin!

Unter allen richtigen Eisnendungen verlosen wir 3x eine DVD. Teilnahmebedingungen: Ab 16 Jahre, wohnhaft in Deutschland.

Einsendeschluss: 7. September 2018, 12 Uhr.

 

D 2017, R: Sedat Kirtan und Kubilay Sarikaya, FSK 16

Hier geht es zum Trailer: https://youtu.be/kH5hPLr7CLA

 

VON JASON

 

Jeder kennt ihn und viele sind durch seine Welt verzaubert worden: Harry Potter. Zusammen mit seinen Freunden Hermine Granger und Ronald Weasley erlebt er in der Zauberschule Hogwarts viele Abenteuer. Nicht nur eine Generation ist mit ihm und seinen Geschichten groß geworden und noch heute verzaubert er viele Kinder und Jugendliche weltweit. Neben den Büchern von J.K. Rowling und den Filmen ist auch die Filmmusik weltbekannt. Doch wie hört man diese am besten? Per CD oder MP3 zuhause? Nein! Viel besser ist es, die Musik live zu erleben. So wie am letzten Wochenende (18.08., 19 Uhr) in der Berliner Waldbühne bei „Harry Potter und die Kammer des Schreckens in Concert“.

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin hatte zu einem unvergesslichen Abend geladen. Jup! Redakteur Jason war für euch vor Ort und hat sich von der Vortellung zurück in seine Kindheit entführen lassen.

 

Viele große und kleine Zauberer erobern die Waldbühne

Was mich als erstes überrascht hat, war, dass selbst kleine Kinder riesen Harry Potter-Fans sind und mit ihren Zauberstäben herumfuchteln, als ob sie echte Zauberer wären. Egal ob Klein oder Groß - man hat vielen Zuschauern angesehen, dass sie Harry Potter-Fans sind. Wo die Kleineren lieber in ihre Kostüme als Zauberer oder Hexe geschlüpft sind, trugen die Größeren Shirts, Pullover oder Schals mit Harry Potter-Motiven.

 

Filmmusik live

Ein toller Abend stand uns bevor. Die Musiker des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin nahmen Platz und der Dirigent begrüßte das Publikum. Der Film begann und das Orchester spielte die Filmmusik. Was für ein Erlebnis! Was für eine Magie!

Die Atmosphäre war gigantisch. Ich war beeindruckt, wie sich die Harry Potter-Musik live anhört. Ich war gefühlt diretk im Film. Und wer jetzt denkt, dass man nur die Musik hörte, den muss ich enttäuschen. Denn auf Leinwänden wurde auch der Film mit den Dialogen abgespielt. Als einzelne Charaktere auftraten, wurde herzlich applaudiert. Bei anderen Szenen wurde gelacht, aber auch Spannung war spürbar.

Die Vorführung dauerte bloß knapp 90 Minuten ohne Pause und genau nach der Hälfte des Filmes war Schluss. Viele waren verwundert und erst dann habe ich wieder realierst, dass ich nicht in der Welt von Harry Potter bin, sondern in der Wirklichkeit.

Ich war gefesselt, wie kaum sonst und ich muss sagen, so wie ich diesen Film in der Waldbühne erlebt habe, geht es in keinem Kino. Ich konnte mich durch die Live-Musik in die Welt von Harry Potter hineinversetzen wie noch nie. Leider war es für mich extrem enttäuschend, dass schon nach der Hälfte des Filmes die Aufführung zu Ende war. Dennoch hoffe ich, dass es so etwas öfter geben wird.

 

"Draußen" - ein Film über das Leben auf der Straße. Zuerst lief er auf der Berlinale, jetzt endlich ist er auch im Kino zu sehen. Ein Film, der die eigene Sicht verändert, findet Redakteurin Kaja.

 

VON KAJA

Die 80-minütige Dokumentation von Johanna Sunder-Plassmann und Tama Tobias-Macht hat mich wirklich berührt und mir eine neue Sicht auf das Leben auf der Straße gewährt.
Der Film bildet die Geschichten von vier Obdachlosen ab, die aus ganz verschiedenen Gründen auf der Straße leben. Sie erzählen, wie das Leben auf der Straße für sie ist und manchmal wird das Thema angesprochen, warum sie gar nicht mehr in eine Wohnung ziehen möchten.

Doch es bleibt nicht bei den Erfahrungen dieser vier Männer. Johanna Sunder-Plassmann und Tama Tobias-Macht setzten den Besitz der vier ebenfalls gekonnt in Szene. Diese Gegenstände, die die Obdachlosen besitzen, sagen sehr viel über deren Leben und Einstellungen aus und genau deswegen, werden diese künstlerisch mit Schnüren und Licht in Szene gesetzt. So entsteht aus einzelnen Einstellungen dieser Wertgegenstände (die Objekte, die einen besonderen Wert für die auf der Straße Lebenden haben) im Laufe des Films ein einziges großes Bild.

Die Menschen, die in diesem Film von ihren Erfahrungen, ihren Problemen, sowie von ihrem früheren und aktuellen Leben erzählen, werden respektvoll und liebenswert dargestellt. Es wird zudem die Frage gestellt, was in unserer reichen Gesellschaft schief gegangen ist und warum Obdachlose missachtet werden.

Mir persönlich sind die Obdachlosen im Laufe des Films ans Herz gewachsen und es war interessant, einen Einblick in deren Leben auf der Straße zu erhalten. Matze, Elvis, Filzlaus und Sergio heißen diese Überlebenskünstler, deren Geschichten wir erfahren und deren Besitz genau betrachtet wird, um Rückschlüsse auf ihre Persönlichkeit ziehen zu können. Im Grunde werden ihre Geschichten anhand der in den Fokus gestellten Objekte erzählt.

Dokumentationen können je nach Thema und Inszenierung häufig einen etwas langweiligen oder trockenen Charakter haben. Besonders, wenn der Zuschauer an sich keinen persönlichen Bezug zu dem gezeigten Thema hat. DRAUSSEN gehört nicht zu dieser Art von Dokus, denn durch seinen persönlichen Touch wird der Film überaus interessant und lehrreich. Auf der Seite der Berlinale wurde der Film außerdem mit einem, meiner Meinung nach, sehr passenden Satz beschrieben, mit dem ich meinen Text beenden möchte: „Wir berühren und werden berührt.“

Schaut ihn euch an, er ist seit dem 30. August in den Kinos zu sehen.

 

VON KAJA

Aktuell: Die Farbe des Horizonts (US 2018, R: Baltasar Kormákur, FSK 12)

Die lebenslustige Tami (Shailene Woodley) möchte am liebsten die ganze Welt erkunden. Kaum hat die junge Kalifornierin ihren Abschluss in der Tasche, lässt sie sich frei von allen Regeln von einem Traumziel zum nächsten treiben. Als ihr Weg sie schließlich nach Tahiti führt, lernt sie den attraktiven Segler Richard (Sam Claflin) kennen. Bis über beide Ohren verliebt, entschließen sich Tami und Richard gemeinsam in See zu stechen und sich in das Abenteuer ihres Lebens zu stürzen. Doch mitten auf dem Pazifik, 2000 Seemeilen vom nächsten Festland entfernt, geraten sie plötzlich in einen gewaltigen Hurrikan. Als Tami aus ihrer Ohnmacht erwacht, ist ihr Boot nur noch ein Wrack und Richard schwer verletzt. Ohne eine Möglichkeit, mit der Außenwelt Kontakt aufzunehmen, beginnt für Tami ein Wettlauf gegen die Zeit: Kann sie sich und ihre große Liebe retten? (Quelle: Kurzinhalt aus dem Presseheft zu DIE FARBE DES HORIZONTS)

Der Film geht ans Herz. Er bildet nicht nur eine wunderschöne Liebesgeschichte ab, sondern auch die wahre Geschichte einer jungen Frau, die um das Überleben auf dem Meer kämpft. Aber es zeigt genauso sehr die schöne Landschaft und das blaue Meer. In diesem Film fällt einem zudem eine gut gebräunte Shailene Woodley auf, die sich nach  DAS SCHICKSAL IST EIN MIESER VERRÄTER zuletzt einen Namen in der Serie BIG LITTLE LIES machte. Desweiteren ist Sam Claflin zu sehen, der aus Filmen wie DIE TRIBUTE VON PANEM und EIN GANZES HALBES JAHR bekannt ist. Nun spielt er einen einfühlsamen Seegler. Die beiden verkörpern ihre Rollen in einer sehr überzeugenden Art und Weise. Außerdem spürt man die Chemie und Harmonie der beiden Schauspieler untereinander. Neben Shailene Woodley und Sam Claflin, alias Tami und Richard, gibt es allerdings nur wenige weitere Charaktere, wie beispielsweise das Ehepaar, dessen Schiff die Verliebten überführen sollen, oder eine weitere Arbeiterin des Hafens in Tahiti. Bei einem Film, der hauptsächlich auf einem schiffbrüchigen Boot spielt, ist die kleine Anzahl an Charakteren allerdings nur wenig verwunderlich. Zudem ist der Film neben seinen atemberaubenden Kulissen mit weißem Sandstrand, roten Sonnenuntergängen über dem Meer und der blauen See auch in schwierigen Situationen, die im Film überwiegen, sehr schön inszeniert. Heutzutage sind die meisten Filme generell visuell schön anzusehen. Aufgrund von vorschrittlicher Technik, Bildern auf hoher See und Rückblenden auf Hawaii, sowie ähnlich schönen Inseln, kann man das schon als Augenschmaus bezeichnen.

Den ganzen Film über hatte ich meine Gefühle zudem recht gut im Griff und musste beispielsweise nicht weinen, auch wenn es genug Anlass dafür gegeben hätte. In der letzten Szene vor dem Abspann allerdings, in der Zeitungsausschnitte der wahren Geschichte gezeigt werden, stiegen mir dann doch Tränen in die Augen.

DIE FARBE DES HORIZONTS ist mitreißend, liebenswert, audiovisuell schön und auch sehr spannend.

Erste Eindrücke gibt's im Trailer:

VON KAJA

 

Aktuell: Ocean's 8 (US 2018, R: Gary Ross, FSK 0)

Jedes Jahr im Mai findet die weltbekannte MET Gala des Metropolitan Museum of Arts statt und jedes Jahr gibt es auf dieser Gala ein enormes Staraufgebot. OCEAN'S 8 nimmt dieses Megaevent und integriert es in seine Gaunergeschichte.

 

Debby Ocean (Sandra Bullock), die Schwester von Danny Ocean (George Clooney), ist wieder aus dem Gefängnis da und will mit ihrer Partnerin Lou (Cate Blanchett) den nächsten großen Coup durchführen, den sie sich über die letzten fünf Jahre ausgedacht hat. Die beiden wollen mit acht weiteren Frauen das 150 Millionen Dollar Collière von Cartier stehlen. Dazu holen sie sich die Juwelierin Amita (Mindy Kaling), die Trickbetrügerin Constance (Awkwafina), die Hehler-Expertin Tammy (Sarah Paulson), die Hackerin Nine Ball (Rihanna) und die Modedesignerin Rose (Helena Bonham Carter) mit ins Boot.

Wem nun der Name Danny Ocean oder der Filmtitel bekannt vorkommt, aber nicht weiß, wo er diese Namen schoneinmal gehört hat, dem möchte ich mal etwas auf die Sprünge helfen. OCEAN'S 8 ist das weibliche Spin-Off zu der Ocean's-Reihe mit George Clooney, Brad Pitt, Matt Damon und weiteren bekannten Gesichtern, die Anfang der 2000er Jahren mehrere Banken mit mal mehr, mal weniger Erfolg ausraubten.

 

Wer von euch sich jetzt fragt, wieso man erfolgreiche Filme mit einem weiblichen Spin-Off "kaputt" machen muss (und ja solche Kommentare habe ich wirklich gelesen), dem würde ich wärmsten empfehlen im Jahr 2018 anzukommen, sich mal mit dem Thema Feminismus zu befassen und einfach zu aktzeptieren, dass auch wir Frauen so einiges auf dem Kasten haben. Allerdings gibt es auch einige Kleinigkeiten, die ich zu kritisieren habe, die den Film meiner Meinung nach im Allgemeinen allerdings nicht schlechter machen. Mir fiel rückblickend auf, dass die dargestellten Frauen Figuren im Grunde Klischées oder besser einem bestimmten Schema folgen. Eine etwas Verrückte, eine Mutter, eine Asiatin, eine Hackerin und dann noch die eine, die von ihrem Ex hintergangen wurde und so lässt sich die "Checkliste" der Frauenfiguren erweitern. Selbstverständlich bringt jede dieser Frauenfiguren ihre ganz eigenen Fähigkeiten in die Gruppe ein, jedoch scheint ihr Hintergrund nur zu Beginn eine Rolle zu spielen und im folgenden nicht mehr von Wichtigkeit zu sein. Tammy ist zwar Mutter, jedoch telefoniert sie ein einziges Mal mit ihrem Sohn und dann wird diese Tatsache so gut wie ausgeblendet. Allein Debbys Vergangenheit holt sie ein und das auch nur, da es für den Plan von Wichtigkeit sein könnte. Desweiteren scheint alles, was die Frauen unternehmen ohne Konsequenzen abzulaufen. Die führen den Raub durch und ...
(vorsicht, jetzt folgt ein Spoiler! Wer den nicht sehen will, liest bitte ab dem kommenden Absatz weiter)
...kommen damit im Enteffekt sogar durch. Nichts geht schief! Alles läuft so, wie sie es sich vorgestellt haben und am Ende scheinen alle glücklich zu sein. Tammy kehrt zu ihrer Familie zurück und Rose entwirft die nächste große Kollektion. Irgendwie etwas unglaubwürdig, dass das alles so glatt läuft und sie für keine ihrer Taten Konsequenzen befürchten müssen.

Desweiteren wurde sowohl das Drehbuch, die Regie, als auch die Produktion von Männern geleitet. Wenn schon Frauen im Vordergrund eines Filmes stehen, sollte man doch meinen, dass sie ebenfalls in der Jobverteilung vermehrt vertreten sind. Jedoch scheint dies bei OCEAN'S 8 leider nicht der Fall zu sein. Etwas positiv zu nennen ist dennoch, dass jeweils eine Frau beim Drehbuch und der Produktion an zweiter Stelle im Wikipedia Artikel angeführt sind. Es bleibt also die Hoffnung, dass sie in diesen Bereichen mitarbeiten durften.

OCEAN'S 8 ist wirklich ein toller Film, der sehr viel Spaß macht und der sich super gut für einen Mädelsabend eignet oder einfach um Spaß zu haben, auch wenn die dargestellten Frauen noch mehr Tiefe und Facettenreichtum vertragen könnten. Es gibt übrigends neben den tollen Hauptdarstellerinnen auch einige Cameo Auftritte (was das ist, habe ich hier ziemlich weit am Ende erklärt: https://jup.berlin/FilmFeedback5) bekannter Stars. Wenn der Raub auf der MET Gala durchgeführt wird, kann man fast schon auf Starsuche gehen, so viele bekannte Gesichter gibt es zu sehen. Leider gehen einige Witze oder Anekdoten in der deutschen Synchro verloren, wie beispielsweise dass Sandra Bullock und Heidi Klum eine kurze Konversation auf deutsch führen. Das bemerkt man in einem komplett deutschen Film natürlich nicht.
Aber alles in allem kann ich euch OCEAN'S 8 nur wärmstens ans Herz legen.
 

Hier gehts zum Trailer.

 

Klassiker: Dirty Dancing (US 1987, R: Emile Ardolino, FSK 12)

"Aaaannnddd ... I had the time of my life"

Das ist wohl eines der berühmtesten Zitate aus DIRTY DANCING mit Patrick Swayze und Jennifer Grey. Aber auch Zitate wie "Nobody puts Baby in the corner" (dt.:"Mein Baby gehört zu mir") oder "I carried a watermelon" ("Ich habe eine Wassermelone getragen") sind Anwärter auf den Preis des bekanntesten Zitats dieses Films.

Die Mädchen und jungen Frauen unter euch haben diesen Film wahrscheinlich schon mindestens gefühlte hundert Mal gesehen und wahrscheinlich quält ihr euren Freund damit, dass er ihn sich doch endlich mal mit euch zusammen anschauen soll. Für euch Jungs ist DIRTY DANCING hingegen wohl fast so schlimm wie TITANIC, über den ich bereits in einer anderen Folgen gesprochen hatte (https://jup.berlin/FilmFeedback4). Aber die Geschichte von DIRTY DANCING ist einfach etwas, dass sich die meisten Mädchen wohl mindestens einmal in ihrem Leben gewünscht oder zumindest vorgestellt haben. Mit dem eigenen Partner tolle Figuren aufs Pakett zaubern, denn dem Tanzen sagt man bekanntlicherweise nach, dass es die Beziehung verbessern kann.

 

Es ist Sommer 1963. Die 17-jährige Frances Houseman (Jennifer Grey), genannt Baby, verbringt die Sommerferien mit ihrer Familie in einem Wellness Resort, wo sie den attraktiven Tanzlehrer Johnny Castle (Patrick Swayze) kennenlernt. Fasziniert von seinen Tanzkünsten steigt auch bei Baby die Lust auf leidenschaftliches Tanzen. Als Johnnys Tanzpartnerin Penny (Cynthia Rhodes) ausfällt, bietet Baby ihre Hilfe an und ergreift so ihre Chance beim Tanz Trainig Johnny näher zu kommen. Zunhemend kann auch er sich Babys Charme nicht mehr entziehen, doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern.

 

DIRTY DANCING ist einfach nur ein toller Film. Ich weiß, ich bin voreingenommen, weil ja alle Mädchen diesen Film toll finden (*hust* Klischée *hust*), aber er ist wirklich gut. DIRTY DANCING macht einfach Spaß. Die Tänze und Dialoge sind so gut aufeinander abgestimmt und auch am richtigen Anteil an Humor fehlt es in diesem Film nicht. Dennoch kann er auch sehr ernst sein und seinen Fokus auf die Probleme der Figuren lenken, ohne dass es seltsam wirkt. DIRTY DANCING ist einfach richtig gut. Schaut ihn euch an. Punkt!

Das Remake von 2017 (Regie unter Wayne Blair), mit Abigail Breslin und Colt Prattes als Baby und Johnny hingegen, ist nicht sooo schlecht. Versteht mich nicht falsch, der Film ist schlecht, aber nun mal nicht so extrem schlecht. Er versucht zu sehr wie das Original zu sein, weswegen die Schauspieler*innen, die Tänze und die Gespräche steif und einstudiert wirken. Man merkt förmlich, wie die Schauspieler*innen versuchen, den Originalen nachzueifern und im Vornherein wissen: „so muss ich mich jetzt geben“ und „so muss ich mich verhalten, um dem Original nahe zu kommen.“. Besonders wenn man die bereits erwähnten Zitate so gut kennt. In diesem Film kommen sie einfach nicht gut zur Geltung. Es fühlt sich schlichtweg nicht richtig an.
 

Im Original wirken die Tänze, wie bereits erwähnt, leicht und spaßig und leidenschaftlich. Aber im Remake hingegen wirken alle Beteiligten steif. Die Tänze sehen nicht nach Spaß, sondern nach sehr viel Übung und auswendig lernen aus. Der Spaß-Faktor am Tanzen, den der Film von 1987, noch vermittelt, fehlt in dieser Version.
Der Film WILL gut sein und im Trailer wird gesagt „Es ist ein Musical für eine eine neue Ära“, aber was ist denn so schlimm daran sich einfach das Original anzusehen? Da hat man wenigstens noch echte Gefühle und nicht nur ein paar extra Szenen, damit nicht der gesamte Film wirkt, wie einfach übernommen und kopiert.

DIRTY DANCING 2017 will einen guten Job abliefern und gerade, weil sie es so verkrampft versuchen, scheitern sie! Das Original ist um Längen besser, also schaut euch lieber den Film an.   

 

 

KAZE Anime Night hat die erste Episode von Detektiv Conan gezeigt. Jup! Redakteurin Annika war für euch mit dabei.

VON ANNIKA

Den ganzen Film lang sah ich mich als kleines Kind vor dem Fernseher sitzen und Shinichi, den Meister/- Schülerdetektiv der Seika- Oberschule, für seinen Mut bewundern. Jeder „Detektiv Conan“-Fan kennt die berühmte Szene, in der aus dem Oberschüler Shinichi Kudo Klein-Conan-Edogawa wird und Ran, die Kindheitsfreundin von Shinichi, verzweifelt nach ihm sucht.

Als ich die Folge das erste Mal gesehen hatte und die Männer in Schwarz ihm das Gift einflößten, das ihn umbringen sollte, hatte ich Angst, dass es schon vorbei ist. Doch die Erleichterung als Shinichi “nur” geschrumpft wurde und nicht tot war, war auch in diesem Fall sehr groß. Auch wenn der Mordfall, an dem Shinichi in der ersten Folge mithilft, schnell gelöst wird, hat man doch viel Spannung und auch kleine Lacher dabei. Die Organisation ist, wie der Name schon etwas verrät, eine Organisation, die vor allem mit illegalem Waffenhandel Geschäfte macht. Zwei der Männer aus der Organisation, deren Hauptmerkmal die komplett schwarze Kleidung aller Mitglieder ist, sind während dem Mord im Vergnügungspark Tropical Land mit als Zeugen und Verdächtige dabei.

Nachdem der Mord gelöst und die Täterin überführt wurde, ihren Ex-Freund mit einer Perlenkette geköpft zu haben, sieht Shinichi die beiden Männer in schwarz, wie sie einen Waffenhandel durchführen. Leider bemerkt er aber nicht einen anderen Mann von der Organisation, der hinter ihm steht und ihn niederschlägt.

Man erfährt während des Filmes, der auch viele Extraszenen mit Informationen zur Organisation der Männer in schwarz bereithält, was nach dem Verschwinden von Shinichi passiert und wie genau Haibara, in der Organisation bekannt als Sherry, in die ganze Sache mit verwickelt ist.

Im Gesamten ist diese Episode, im Gegensatz zur Erstausstrahlung der Episode der Serie am Montag, den 8. Januar 1996 in japanischen Fernsehsendern Yomiuri TV und Nippon TV und am 10. April 2002 in Deutschland, an die heutige Zeit angepasst. Die Kinder haben Smartphones und die Autos sind an die heutigen Modelle angepasst.

Der Film ist, auch wenn man sich nicht mit Detektiv Conan auskennt, ein schön gestalteter und kinderfreundlicher Film, in dem Mädchen und Jungs begeistert werden.

 

“Die Gerechtigkeit siegt immer.” Dies sind die bekannten Worte von Light Yagami, dem Protagonisten von Death Note. Auch wenn er zur Zeit von ‘Light Up The New World’ bereits tot ist, haben seine Worte und Taten immer noch große Bedeutung.

Am 4. Mai waren wir anlässlich der Kaze Asia Nights-Reihe im Kino und haben uns den neuen und letzten Film der Death Note Trilogie angeguckt. VON ALINA UND FRANCESCA

 

Plot:

10 Jahre sind seit dem Tod von Light Yagami vergangen und der König der Todesgötter sucht einen ebenbürtigen Nachfolger. Aus diesem Grund schickt er sechs Death Notes auf diese Welt. Nun kommen viele Anhänger von Light an die Macht und stiften Chaos. Doch auch der verstorbene Detektiv L hat einen Nachfolger, der alles in seiner Macht stehende tut um ein erneutes Erstarken von Kira zu verhindern. Dabei steht ihm der Polizist Mishima zur Seite, mit dem er allerdings ständig aneinander gerät. Nun treffen die neuen Kiras mit dem neuen L - Ryusaki aufeinander. Beide Parteien verwenden alle möglichen Tricks und Täuschungen um den anderen aus der Reserve zu locken und sich gegenseitig auszulöschen.

Doch wer wird gewinnen?