Film

„Your Name“ oder „Kimi no na wa“ ist der weltweit erfolgreichste Anime-Film aller Zeiten und hat sogar den allseits bekannten und geliebten Film „Chihiros Reise ins Zauberland“ übertroffen. Über ein Jahr nachdem er in Japan und Amerika große Erfolg efeierte, kommt er nun auch diesen Januar in die deutschen Kinos.
 

VON FRIEDERIKE

 

Zwei vollkommen unterschiedliche Leben

Ein Komet, der nur alle 1000 Jahre zu sehen ist, erreicht schon bald seinen erdnächsten Punkt. Das bringt ganz Japan in Aufruhr – ein einmaliges Naturspektakel, das den Himmel für eine Nacht verzieren soll.
Sehr aufgeregt ist auch Mitsuha Miyamizu, die in einer Kleinstadt in den Bergen Japans lebt. Mit ihrem Leben vollkommen unzufrieden und von den immer gleich ablaufenden Tagen gelangweilt, hat sie es in ihrem Alltag schwer. Dabei hilft auch nicht, dass ihr strenger Vater der Bürgermeister ist und sie vor den Leuten des Dorfs wiederholt blamiert. Da ihre Mutter früh verstorben ist, lebt sie nun mit ihrer kleinen Schwester zusammen bei ihrer Großmutter und kümmert sich mit ihnen um den Familienschrein, was ihr bei ihren Mitschülern auch kein allzu hohes Ansehen einbringt.
Der einzige Lichtblick ihres Daseins sind ihre zwei besten Freunde, die ihr allerdings nicht gut zusprechen, sondern ähnlich wie Mitsuha den Wunsch haben, ihrem zu Hause entfliehen zu können.
Taki Tachibana dagegen lebt in Tokio und besucht eine riesige Highschool. Seine Mittagspausen verbringt er mit seinen zwei besten Freunden, die im Film für Humor sorgen. Nach der Schule kellnert er in einem italienischen Restaurant, um sich sein Taschengeld aufzubessern. In diesen Stunden träumt er heimlich seiner Vorgesetzten Mike Okudera hinterher, die er jedoch niemals ansprechen würde.

 

Seltsame Träume

Eines nachts hat Mitsuha einen auffällig realen Traum, in dem sie ein vollkommen anderes Leben zu leben scheint. Mit anderen Freunden, an einer anderen Schule und was noch viel wichtiger ist: in Tokio. Am nächsten Morgen wacht sie wie gehabt wieder in ihrem eigenen Körper auf, wird allerdings von ihren Mitschülern und Freunden schief angesehen, die behaupten, dass sie sich am vorigen Tag sehr ungewöhnlich und maskulin verhalten habe. Das Problem ist allerdings – Mitsuha hat an den besagten letzten Tag überhaupt keine Erinnerung mehr.
Seltsame Träume fallen auch Taki auf, der sich in diesen im Körper eines Mädchens wiederfindet, das in einer Stadt in den Bergen lebt und mit ihren Freunden eine kleine Schule besucht, um sich am Nachmittag um ihre Großmutter und ihre kleine Schwester zu kümmern.

 

Mitsuha ist Taki – Taki ist Mitsuha

Schon bald finden die beiden heraus, dass sie zwei- bis dreimal in der Woche wie über Nacht unaufhaltsam die Körper tauschen. Zu Beginn stellt dies für beide ein großes Problem dar, da ein Leben als das andere Geschlecht doch erhebliche Veränderungen mit sich bringt. Nach einigen Auseinandersetzungen, die sie über kleine Nachrichten auf Blöcken, über die Tagebuchfunktion von Takis Handy oder auch auf Körperteilen austragen, finden sie jedoch nach und nach ihren Rhythmus.
Es werden Regeln aufgestellt und es wird jeden Tag, ein Tagebucheintrag über den jeweiligen Tag verfasst, um im Falle des Tausches den anderen immer auf dem Laufenden halten zu können.
Als der Tag des Kometen gekommen ist, tauschen sie unbewusst – und auch ungewollt – ein letztes Mal und danach nie wieder. Taki ist erschrocken und auch verwirrt. Er macht es sich zum Ziel, Mitsuha zu finden, um sie endlich richtig treffen zu können. Als er allerdings ihren Wohnort erreicht und sie zum Greifen nah scheint, ändert sich von einer Sekunde auf die nächste alles.

Ab dem 14. Dezember kommt  der neue Animationsfilm von Disney "Ferdinand- Geht STIERisch ab" in die Kinos. Kaja und Kai aus der jup! Redaktion hatten schon jetzt die Möglichkeit, den Film zu sehen und die Stars der deutschen Synchronfassung zu interviewen. Sie trafen Daniel Aminati (Ferdinand), Bettina Zimmerman (Elvira) und Carlos Saldanha (Regisseur). "Ferdinand- Gehts STIERisch ab" ist ein sehr schöner Film geworden. Mehr über den Film erfahrt ihr in den Interviews!

VON KAJA UND KAI

 

Jessica von der Schülerzeitung MORON rezensiert den erschütternden Dokumentarfilm aus Syrien.

Ich stehe vor dem Spiegel auf der Toilette des Kinos in den Hackeschen Höfen und wische mir die Tränen aus den Augen. Schockiert und völlig fassungslos starre ich in mein bleiches Gesicht und versuche ruhig zu atmen.
Die Bilder, die ich in den letzten anderthalb Stunden gesehen habe,  werden mich wahrscheinlich noch ewig verfolgen. Leid und Elend, von dem wir alle denken, dass wir es kennen. Allerdings ist es ganz anders. Wir verschließen die Augen... aus Selbstschutz?  Aus Angst? Viel zu häufig denken wir, dass wir Bescheid wissen; dass wir gut informiert sind und dass wir den Überblick haben. Ich betrachte mein Spiegelbild. „Was hast du denn erwartet“, frage ich mich.
Ich weiß es nicht...

Der Film, um den es geht, ist ein dänisch/syrischer Dokumentarfilm mit dem Namen „Die letzten Männer von Aleppo“ (Original: „The last men in Aleppo“).
Er handelt von einer Gruppe Männern,die sich die يروسلا يندملا عافدلا (dt.:die Weißhelme) nennen. Sie sind der syrische  Zivilschutz, der sich gebildet hat, um in den Trümmern Syriens nach Menschen zu suchen. Nachdem Bomben explodiert sind, oder Schüsse gefallen sind, fahren sie zu den Unfallorten und versuchen Leben zu retten. Zwei von ihnen sind Khaled und Mahmoud.

Ein Kamerateam begleitet die zwei für knapp zwei Jahre durch die zerfallene Stadt Aleppo. Neben seiner freiwilligen Arbeit bei den Weißhelmen ist Khaled Familienvater. Das Lachen seiner Kinder erhellt den Film. Es ist das Einzige, was den Film zu etwas Schönem macht.
Obwohl sie Kinder sind, wissen sie mehr über den Krieg, als sie sollten. Sie hören tagtäglich Bomben fallen. Sie dürfen nicht draußen spielen und sind krank, weil sie kaum etwas zu essen haben. Und trotzdem ist es für sie das Größte, als sie während einer Waffenruhe mit
ihrem Vater auf einen Spielplatz gehen können. Die Freude ist nur von kurzer Dauer, denn sie müssen den Spielplatz schnell räumen, als ein Jet über der Stadt seine Kreise zieht. Diese Abfolge der Ereignisse zieht sich durch den gesamten Film. Nette Gespräche, Gesänge und Lachen; das Leben in Syrien zeigt sich von seiner schönen und menschlichen Seite.
Dann fallen Schüsse. Die Sequenzen, in denen es Bomben regnet, sind mit dramatischer Musik untermalt, während der Rest des Films nur die Geräusche der Stadt zeigt. Es ist beeindruckend und lässt einen selbst Teil der Katastrophe werden. Sirenen ertönen und Menschen
schreien. „Sechs Personen sind hier irgendwo begraben, drei Kinder, zwei Männer und eine Frau.“ Ein Baby wird vorsichtig unter einem Stein hervorgezogen. Es ist tot. Ein weiterer Arm ist zu sehen. Ein Junge, der noch zu leben scheint, doch dessen Kopf mit Blut überströmt ist. Er wird zu einem Rettungswagen getragen. Wieder ein totes Baby. Ein Mann fängt an zu schreien. Ein ohrenbetäubendes Weinen. Mahmoud und weitere Helfer graben und graben, bis sie die gesuchte Frau finden. Sie ist zum Glück wohlauf. Ein Fuß wird gefunden. Wem könnte er gehören?

Der Film zeigt eine ungeschnittene Wahrheit der Ereignisse. Eine Mischung aus temporärer Freude und doch unmenschlicher Hoffnungslosigkeit. Khaled wird gefragt, ob er Aleppo verlassen möchte, oder ob er wenigstens seine Familie in Sicherheit bringen will.„Ich bin in Aleppo groß geworden. Ich werde meine Stadt nicht einfach kampflos zurücklassen. Wenn meine Kinder sterben, dann soll es vor meinen Augen geschehen und nicht irgendwo anders. Ich werde Aleppo nicht verlassen.“ Diese Meinung haben viele. Immer wieder betonen sie, dass sie gemeinsam sterben wollen.

Der Film ist meiner Meinung nach zu hundert Prozent sehenswert. Er spielt nichts vor. Er betrügt nicht und gibt keine falschen Hoffnungen, aber vor allem zeigt er, dass jeder Tote nur einer von vielen ist. Es ist für Außenstehende gar nicht möglich, um jeden einzelnen zu
trauern. Nicht einmal um „vertraute Gesichter“, denn auch Khaled stirbt noch während den Dreharbeiten. Der Film heuchelt jedoch keine falsche Fassungslosigkeit, denn man empfindet den Tod von Khaled nicht als schrecklichen Höhepunkt. Wie jeder andere zuvor gezeigte Tote wird er
von einer großen Gruppe Menschen zu einer Art Friedhof gebracht und vergraben. Der Film wird im Originalton, also auf Arabisch mit deutschem, je nach Kino auch mit englischem Untertitel gezeigt. Somit ist es noch einfach, sich in den Film hineinzudenken. Man hört die grauenhafte und ehrliche Wahrheit in den Stimmen der Menschen.

Hier könnt ihr euch den Trailer anschauen:

Die deutsch-russische Verständigung geht in eine neue Runde mit der RUSSISCHEN FILMWOCHE IN BERLIN! Noch bis morgen und seit Montag haben und hatten die unzähligen Russlandbegeisterten eine Menge spannender Filme zu begutachten.
Für euch vor Ort war jup! Redakteurin Amanda unterwegs und schaute sich im Delphi Lux am Zoologischen Bahnhof die „Weißen Nächte“ von Tatjana Woronetzkaja und
Andreij Bogatirew an.

VON AMANDA

 

Ich freute mich schon sehr darauf, in zeitgenössische, filmische und russische Gefilde eintauchen zu dürfen. Was das genau bedeuten würde, wusste ich zwar nicht genau, kümmerte mich aber auch nicht weiter drum. Ich werde es ja nach ca. 90 Minuten schon noch herausfinden, dachte ich.

Der Film „Weiße Nächte“ sollte wohl eine erneute filmische Auflage des gleichnamigen Romans von Dostojefki darstellen. Inwiefern dies wohl stimmen sollte, konnte ich leider persönlich nicht herausfinden - mein niedriger Bildungsgrad schloss die vorangestellte Lektüre des Originales in der Original-Sprache leider aus. So musste ich Vertrauen üben.

Nach den ersten verstrichenen Filmminuten kamen auch erste „Aha-Momente“. Der Film wird also in schwarz-weiß laufen. Ok. Anscheinend befinden wir uns in St. Petersburg, obwohl der Roller fahrende Protagonist auch in jeder beliebigen Großstadt zu finden wäre. Sein Style verrät ihn als einen „modischen“, jungen und wissbegierigen Mann – des schwarzen Filzhutes, der zerrissenen Jeanshose und der Statementkette sei Dank. Einige Geister mögen mich in diesem Moment schelten und wohl daran tragen, in dem sie mir unverhältnismäßige Strenge vorwürfen, doch konnten die bitteren Folgen einer stetigen Einheitsmode, also Einheitsästethik, an diesem Herren abgelesen werden. Arbeitslos, wie er war und zu touristischen Vergnügungen hingezogen, kam Feodor, oder auch Fjodr D. (wie er sich selber nannte), offenen Mundes und ständig filmend mit einer hübschen Tour-Guidin in Kontakt: Anastasia, blond, Mitte 20 (oder so), immer dieselbe Phrase wiederholend, erweckte seine Aufmerksamkeit. Nach einem kurzen Handyvideo, das Fjodor offenbar ausreichend schien, um sich in Anastasia (Nastja) gänzlich zu verlieben, beschattete dieser sie über den restlichen Tag hinweg.

Wenn unaufdringliche/aufdringliche Beschattungen des Gegenübers mit amourösem Werben übersetzt werden, befinden wir uns anscheinend im russischen Balz-Konstrukt, oder wie?
So schoss es mir in diesem Moment durch den Kopf und wenn die Helden und Heldinnen zwar „modern“ gekleidet sind, Tattoos am Körper tragen, genauso viel Anspruch nehmen wollen auf sinnloses in den Tag reinleben wie „Berlin Tag und Nacht“-Charaktere, so dürfen sie immerhin nicht rauchen, keiner Polyamorie fröhnen oder unperfekt aussehen. Schade eigentlich.

Zwischendurch bin ich nur noch aggressiv….

Warum ich einen „Wolf“ auf anstrengende Melancholiker mit hohlen Aussagen habe, kann ich mir nicht erklären, nur dass die Liebesgeschichte, die sich unweigerlich zwischen Nastja und Fjodr, anbahnt, schlimm für mich ist. Aber ich muss weiter ausholen. Wie kann sich denn keine LiebesGESCHICHTE zwischen Mann und Frau anbahnen, wenn Mann will und Frau da ist? Weil STORY, ist so. Ich hoffe, dass mein gellender Zynismus auch auf den letzten, romantischen Sofareihen hörbar ist. Wie kann Fjodr, der als erlebnishungriger Tourist, dazu auch noch Junggeselle, sich in St. Petersburg aufhält, keinen Anspruch auf ein Abenteuer mit seiner angebeteten Nastja erheben? Und wie kann Nastja anders, die eigentlich einen anderen liebt, als sich nicht dem Charm Fjodrs zu ergeben? Und damit Fjodr zu erliegen? Er ist doch so gut zu ihr, obwohl sie ihn in die, angeblich vorhandene, „Friendzone“ verfrachtete!

Alles im Film nimmt demnach seinen Lauf. Verliebtheit verwandelt sich in Liebesgeständnis, Versprechungen über treue Loyalität in ruckartigen Abbruch und die Träume der beiden in wertlose Eintagsfliegen. Viele Elemente des Filmes waren genauso austauschbar wie seine Hauptcharaktere. Das Spannendste an ihm jedoch, so empfand ich, war die Kameraführung, die perspektivischen Stand- und Schnittbilder und die Tatsache, dass durchgängig auf Russisch gesprochen wurde. 

Wer nach dieser Filmrezension noch Bock verspürt, sich den Film unbedingt zu Gemüte zu führen, kann das sehr gern tun. Eventuell werden die Liebesszenen euer Privatleben romantiklos erscheinen lassen, dafür könnt ihr euch aber mit dessen Echtheit trösten. Denn niemand, anders als es uns dieser Film glauben lassen macht, wirklich niemand, sieht nach mehreren Tagen in ein und demselben weißen Kleidchen so sauber aus, wie Nastja. Und noch weniger Normalos werden befürchten müssen, dass ein Möchtegern-„Traumerfüller“ ihnen in den Abendstunden in St. Petersberg mit guten Absichten folgen wird.

Russlandfans, Filmbejahende und Kulthuldigende aufgepasst!

Nächste Woche startet wieder die Russische Filmwoche in Berlin. Vom 27. November bis zum 2. Dezember wird die Vielfalt des zeitgenössischen russischen Films zelebriert. Für jup! vor Ort berichtet Amanda von zwei besonderen Perlen des Genres: "Das Bolschoi" von Walerij Todorowskij und "Weiße Nächte" von Dimitrij Kisseljow. Während ersterer eher dokumentarisch dem harten Alltag der weltberühmten Ballettschule nachspürt, widmet sich zweiterer einer Neuinterpretation Dostojewskijs gleichnamigen Romans.

Die klassischen Themen bekommen durch das Medium Film nicht nur ein modernes Gewandt, sie gewinnen ebenso darüber hinaus auch neue Freunde der russischen Kultur, Dramatik und dem vermittelnden Lebensgefühl.

Zu sehen gibt es die Filme zum einen im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur  und zum anderen im neueröffneten delphi LUX am Zoo. Alle Filme werden mit deutschen Untertiteln gezeigt. Kinokarten werden an den Kassen der jeweiligen Kinos verkauft.

Alle Infos zu den Filmen,  Terminen und Orten gibt es auf der Webseite der Russischen Filmwoche.

Also, seid dabei! Oder auch: Приходите! Стретимся там!

Erstmalig als Manga von Yoshitoki Ōima zwischen 2013 und 2014 erschienen, kam ´A Silent Voice´ nun im Jahr 2017 auch bei uns in die Kinos. Warum dieser Anime so mitreißend und absolut sehenswert ist, erfahrt ihr hier.

VON ALINA UND FRIEDERIKE

Der Protagonist Shoya ist ein ganz normaler Grundschüler, bis das taube Mädchen Shoko in seine Klasse kommt. Das schüchterne Mädchen möchte Freunde finden, doch schon bald fangen alle ihre Klassenkameraden an, mit Shoya an vorderster Front, sie zu mobben und zu schikanieren. Als alles auffliegt, wird Shoya zum Sündenbock und alle wenden sich von ihm ab.

Jahre später treffen Shoko und Shoya erneut aufeinander. Doch einiges hat sich verändert. Shoja hat Zeichensprache gelernt und versucht nun alles wieder gutzumachen. Denn nach diesem Zwischenfall in der Grundschule leidet er unter der Unfähigkeit, anderen Menschen ins Gesicht zu schauen. Shoko vergibt ihm und Shoya versucht nun alles wieder gut zu machen. Doch immer wieder wird er von seiner Vergangenheit eingeholt, bis die Situation eskaliert.

In House of Cards spielt Kevin Spacey den Politiker Frank Underwood, der sich seinen Weg vom Kongressabgeordneten zum Platz im Weißen Haus erarbeitet und da vor wenig zurückschreckt. Unser Redakteur Olli hat sich die neue, fünfte Staffel angeschaut.

VON OLIVER MATTUTAT

Die Politik ist ein Haifischbecken. Wenn du nicht aufpasst, bekommst du das Messer von hinten in den Rücken gerammt, von einem, von dem du dachtest, er sei dein Freund. Frank Underwood schafft es in Washington immer der zu sein, der das Messer in der Hand hält.

 

(AB HIER ENTHÄLT DER TEXT SPOILER. NICHT WEITERLESEN, WENN DU DIE SERIE NOCH NICHT GESEHEN HAST.)

 

So schafft er es, auch durch zahlreiche Intrigen, an die Spitze der Macht. So spielte er die anderen Politiker gegeneinander aus. Denn rhetorisch ist Underwood absolut spitze. Wenn es aber nötig ist, legt er auch selbst Hand an, wenn es zu seinem Vorteil ist. So ermordet er Peter Russo, den er erst versuchte zum neuen Gouverneur von Pennsylvania aufzubauen. Dann sah er aber die Chance, Vizepräsident zu werden. Und da Peter zu labil ist, entschied Frank sich, ihn auf dem Weg zu räumen. Die Journalistin Zoe Barnes, mit der er auch eine Affäre anfing, von der seine Frau Claire wusste, warf er vor den Zug, weil sie zu viel wusste und zu viel nachforschte.

So geht es in den ersten vier Staffeln immer weiter. Zum Beispiel spielt er den Präsidenten gegen seinen alten Kumpel, der zugleich der reichste Mann des Landes ist, aus. Natürlich immer zu seinem Nutzen. Immer mit dem Ziel selbst einmal der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu sein. Das soll ihm dann auch gelingen.

In Staffel fünf des preisgekrönten Politdramas versuchen Frank und Claire, ihre Macht im Weißen Haus zu behalten. Der Zuschauer findet sich zu Beginn im hitzigen Wahlkampf um den Platz im Oval Office. Frank, der zu dem Zeitpunkt Präsident ist, steht dem Republikaner Will Conway gegenüber.

Neben dem Wahlkampf rückt aber auch die Ehe zwischen Frank und Claire in den Mittelpunkt. Zwar haben die beiden schon viele kleinere Krisen durchgestanden, doch in diesem Fall ist es die extremste Krise. Doch sie reißen sich zusammen. Denn sie wissen genau, um die Macht zu halten, müssen sie gemeinsam Seite an Seite kämpfen.

Dennoch bleibt Frank hungrig nach immer mehr Macht. Er möchte die Alleinherrschaft und da schreckt er vor nichts zurück.

Wie der Wahlkampf ausgeht und ob die Underwoods ihre Ehekrise wirklich überwinden können, könnt ihr seit Anfang Oktober auf DVD und BluRay erfahren.

Die Serie House of Cards ist packend. Das Zusehen macht Spaß, doch manchmal ist man aufgrund der Skrupellosigkeit fassungslos. Auch in der fünften Staffel finden die Macher immer wieder neue überraschende Wendungen und so manche Moralvorstellung wird hier wieder einfach über den Haufen geworfen.
Kevin Spacey füllt für mich die Figur dabei perfekt aus. Eine sehr gute schauspielerische Leistung legt er auch in der neusten Staffel hin.

Ganz besonders markant für die gesamte Serie ist die direkte Ansprache von Frank an den Zuschauer. Er ist die einzige Person, die von der Existenz des Publikums weiß. So wendet er sich immer wieder zur Kamera und erklärt zum Beispiel seine Gedankengänge.
Falls ihr die Serie noch nicht gesehen habt, unbedingt mal reinschauen. Freigegeben ist sie ab 12 Jahren.

Der Marvel-Held Thor kommt zurück in die Kinos. Mit dabei viele andere bekannte Marvel-Größen. Unser Redakteur Olli hat für euch schon einmal in den Film reingeschaut.

VON OLIVER MATTUTAT

Im nun mehr dritten Teil der Thor-Reihe aus dem Hause Marvel hat der Gott des Donners (gespielt von Chris Hemsworth) wieder alle Hände voll zu tun. Dabei trifft er auch auf alte Bekannte. 

„Thor 3 - Tag der Entscheidung“ ist der vollständige Titel, der schon ein wenig in die Handlung blicken lässt. Im Original erhielt der Film übrigens den Beititel Ragnarök, der in der nordischen Mythologie das „Ende des Universums“  und auf den Film übertragen auch gleichzeitig das Ende von Asgard, Thors Heimat, bedeutet. Dies musste in Deutschland aus lizenzrechlichen Gründen geändert werden, teilte Marvel Deutschland mit.

Thor befindet sich zu Anfang des Films gefangen in der Höhle von einem drachenartigen Feuerdämon, der davon besessen ist, Asgard zu zerstören. Thor kann sich befreien und die Gefahr abwenden. Doch der nächste Rückschlag lässt nicht lange auf sich warten. Thors Vater Odin, König von Asgard (gespielt von Anthony Hopkins), ist noch nicht wieder zurück auf seinem Planeten. Zusammen mit seinem, meist bösen, Bruder Loki (gespielt von Tom Hiddleston) begibt sich Thor auf die Erde, um seinen Vater zu finden. Dabei treffen sie auf Doctor Strange (gespielt von Benedict Cumberbatch), der Loki als Gefahr für die Erde sieht. Dennoch zeigt er beiden, wo ihr Vater ist. Doch kurz nachdem sie ihn finden und mit ihm sprechen, stirbt Odin. Kurz darauf erscheint die Todesgöttin Hela (gespielt von Cate Blanchett), die gleichzeitig auch die Schwester von Thor und Loki ist. Sie ist festentschlossen, ihren Platz als Königin von Asgard einzunehmen und den Kriegszug, den sie vor vielen Jahren mal mit ihrem Vater führte, wieder aufleben zu lassen. In der Folge kommt Thor auf einen für ihn fremden Planeten. Dort trifft er auf alte Bekannte und neue Gestalten.

Der Hauptdarsteller Chris Hemsworth beschreibt den neuen Teil so: 

“Wir haben hier einen recht ungewöhnlichen und einzigartigen Film auf die Beine gestellt - mit einer Geschichte, die für sich steht. Er hat den Königstitel von Asgard ausgeschlagen und auf der Erde gelebt. Weil aber die Erde nun einmal nicht seine Heimat ist, passt er in dieses neue Leben nicht wirklich hinein. Deshalb verlässt er die Erde, sucht nach Antworten und entdeckt auf seiner Reise durch dir außerirdischen Reiche überall Chaos.“

Ein bildgewaltiges Spektakel mit sehr viel Action und Humor. Dabei gelingt Marvel für meinen Geschmack wieder mal der Tanz auf der Rasierklinge. Denn einige Gags wiederholen die Macher und irgendwann dachte ich mir: „Noch einmal und der Witz ist über.“ Genau dann ließen sie es auch sein. Über zwei Stunden wurde ich bestens unterhalten. Schauspielerisch wird absolute Meisterklasse abgeliefert. Dem neuseeländischen Regisseur Taika Waititi gelingt ein sehr gutes Debüt bei seinem ersten Hollywoodfilm. Für mich einer der besten Marvel-Filme, die ich bis jetzt gesehen habe.

Wie es am Ende ausgeht und ob Thor Hela und Ragnarok aufhalten kann, erfahrt ihr ab Dienstag, den 31.10.2017. Ab dann läuft der Film auf den Kinoleinwänden des Landes.

 

 

FILM-FEEDBACK Folge 6

In dieser sechsten Folge Film-Feedback erzähle ich euch meine Meinung zu eher ernsten Filmen. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und dass ihr einen Film findet, der euch interessiert. 

VON KAJA

Aktueller Film: Schloss aus Glas (USA 2017, R: Destin Daniel Cretton , FSK 12)

Für Jeanette (Chandler Head, später: Ella Anderson und Brie Larson) ist das Leben ein großes Abenteuer. Ihr Vater Rex (Woody Harrelson) holt ihr die Sterne vom Himmel und verjagt die Dämonen, die sie nachts im Traum verfolgen.
Was macht es da schon, mit leerem Magen ins Bett zu gehen, eine eigensinnige Künstlermutter (Naomi Watts) ertragen zu müssen oder in Nacht-und-Nebel-Aktionen den Wohnort zu wechseln. Sie ist ein glückliches Kind. Doch mit der Zeit können auch die hoffnungsvollen Geschichten des alkoholkranken Vaters nicht mehr von der bitteren Armut ablenken, in der Jeannette und ihr Familie leben, und das Lügengebäude der Eltern erweist sich als ebenso zerbrechlich wie das Schloss aus Glas, das Rex seiner Tochter jahrelang verspricht zu bauen… (Quelle: Pressemitteilung)

Der Film erzählt die Geschichte von Jeanette Walls, angefangen beim jungen Mädchen bis hin zur erfolgreichen Kolumnistin. Die Geschichte überzeugt und basiert auf der gleichnamigen Autobiografie. Und trotzdem fällt es mir ein wenig schwer, meine Meinung über diesen Film zu teilen, ohne zehn Seiten darüber zu schreiben, denn eigentlich müsste man den Film an sich, als Aneinanderreihung von Bildern und Einstellungen, von der teils harten Geschichte trennen und für beide Seiten eine eigene Meinung äußern. Ich kann nicht sagen: „Der Film ist gut“ ohne ebenso zu denken: „Die Geschichte ist es aber nicht.“ Und damit meine ich nicht, dass der Film die Gesichte schlecht erzählt oder es sich um eine schlechte Geschichte handelt. Nein, damit möchte ich nur ausdrücken, dass ich mir, nachdem ich den Film gesehen hatte, viele Gedanken über Jeanette Walls Leben, ihre Eltern und eben ihre Geschichte gemacht habe. Auf der einen Seite bin ich der Überzeugung, dass sich ihre Eltern teils verantwortungslos verhalten, wenn sie das kleine Mädchen mit starken Verbrennungen aus dem Krankenhaus „entführen“ oder wenn die vier Geschwister tagelang hungern müssen und am Schluss Butter gemischt mit Zucker essen, weil der Vater das Geld zum Trinken ausgibt. Auf der anderen Seite sagt Jeanette selbst, dass sie eine glückliche Kindheit hatte. Ist es da überhaupt von Bedeutung, dass die Familie nicht so viel Geld hat und beide Eltern ein wenig eigenartig sind, solange die Kinder glücklich sind und es ihnen gut geht?

Das Problem besteht meiner Meinung nach einfach darin, dass die Kinder ein besseres Leben hätten haben können, wenn sie einen festen Wohnsitz und tägliche Mahlzeiten gehabt hätten. Besonders der letzte Punkt ist meiner Meinung nach besonders wichtig für das gute Aufwachsen eines Kindes. Betrachtet man nun den Film als Medium in seiner äußeren Form von Licht auf einer Leinwand, so muss ich sagen, dass der Film sehr gut gemacht und schön anzusehen ist. Jedoch habe ich mir bei diesem Film eine FSK von 14 gewünscht, da er aufgrund seiner ernsten Thematik und Jeanettes teils schwieriger Lebensgeschichte harte Szenen enthält, die meiner Meinung nach für Kinder ab 12 Jahren zu brutal sind, um dem Film allerdings eine FSK ab 16 zu geben dann doch zu sagen wir „unspektakulär“ sind.

Deswegen möchte ich bitten, euch gut zu überlegen, ob ihr mit Gewalt und Alkoholismus in Filmen eher gut oder eher schlecht umgehen könnt, bevor ihr euch SCHLOSS AUS GLAS im Kino anschaut. Es macht zudem immer einen großen Unterschied, ob man sich den Film im Kino auf großer Leinwand anschaut oder ob man ihn „nur“ zuhause gemütlich auf dem Sofa auf dem Fernseher oder auf dem Laptop anschaut. Deswegen möchte ich hiermit ebenfalls eine Triggerwarnung für diesen Film ausgeben.

Wer nicht weiß, was eine Triggerwarnung ist, für den packe ich hier den Link zum Eintrag auf Wikipedia rein und nehmt diesen, sowie ähnliche Filme nicht auf die leichte Schulter: https://de.wikipedia.org/wiki/Triggerwarnung

Wir trafen den Jungschauspieler Langston Uibel am Savigny-Platz und sprachen mit ihm über seinen neuen Film HIGH SOCIETY, seine Schauspielanfänge und seinen Traum von einem eigenen Food-Truck!

Ein Beitrag von Lotta und Hannah | Schnitt: Kai