Film

Neue Weihnachtsfilme

Der Nussknacker und die vier Reiche
In der neuen Disney-Realverfilmung des Balletts von Tschaikowski taucht ein junges Mädchen in eine Märchenwelt ein, die sie mit dem Nussknacker vor einer bösen Fee schützen soll.

Frozen
Die zwei Schwestern Elsa und Anna sind die Prinzessinnen von Arendale. Elsa hat außergewöhnlich winterliche Zauberkräfte, als sie dann zu ihrer Krönung antritt, gerät sie in Panik und flüchtet in den Wald. Auf dem Weg um sie zu retten, lernt Anna viele neue Freunde kennen.

Weihnachtliche Klassiker

Die Weihnachtsgeschichte
In der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens wird der alte Ebenezer Scrooge, der Weihnachten nicht leiden kann, wird in der Nacht vom 24. Dezember von drei Geistern besucht. Ob die Geister der Vergangenheit, Gegenwart oder der Zukunft seine Meinung über Weihnachten ändern könne?

Verrückte Weihnachten
Da die Tochter der Krank’s zu Weihnachten nicht zuhause ist, beschließt das Ehepaar eine Kreuzfahrt in die Karibik zu machen. Als die Tochter dann doch ihre Anwesenheit zum Weihnachtsfest ankündigt, haben die Krank’s nur wenige Stunden Zeit um alles vor zu bereiten. Ob ihnen das Gelingt?

 

Neue Weihnachtsfilme

Der Grinch
Den Grinch kennt wahrscheinlich jeder: Er ist grimmig, grün, behaart und hasst Weihnachten. Dieses Jahr wurde der Weihnachts-Film-Klassiker neu verfilmt und versucht mal wieder allen das Fest der Liebe zu verderben.

Prinzessinentausch
Eine zukünftige Prinzessin und eine Bäckerin aus Chicago sehen sich zum Verwechseln ähnlich. An Weihnachten beschließen die beiden ihre Plätze zu tauschen. Wie das wohl ausgeht?

 

Klassiker

Kevin - Allein Zu Haus
Der achtjährige Kevin wird an Weihnachten Zuhause vergessen und als wäre das nicht genug muss er das Haus vor zwei Einbrechern verteidigen. Wie er das anstellt seht ihr bei Kevin – Allein zu Haus.

Weihnachten mit Astrid Lindgren
Die Kinderfiguren und von Astrid Lindgren sind stark, frech, lustig und zu gleich berührend. Mit Geschichten wie: „Pipi und das Weihnachtsfest“, „Als Michel das Fest für die Armen gab“ oder „Lotta – Ein Weihnachtbaum muss her“ ist auch bei euch Zuhause ganz schnell weihnachtliche Stimmung.

 

Bei den letzten „Anime Nights“ startete der japanische Film "Night is short, Walk On Girl" (FSK 16) des derzeit populären Regisseurs der alternativen Animationsfilmszene, Masaaki Yuasa, in den deutschen Kinos. Der Film basiert auf dem Roman des Bestsellerautors Tomihiko Morimi.

VON NICOLE

 

FSK 16

Voran gestellt: Die Jugendschutzkommission hat sicher mit der Altersfreigabe FSK 16 es auf die exzessive Jagd nach Alkohol, die sich durch den Film zieht, abgezielt. Aus meiner Sicht bedarf es aber auch für das Verstehen dieses Filmformates schon eines gewissen Alters und Grundkenntnisse der japanischen (Manga)Kultur. Wer also einen japanischen Animationsfilm à la „Heidi“ erwartet, mit großäugigen Figuren und einschichtiger Handlung und keinerlei Vorkenntnisse im Kunst- und Kulturverständnis der japanischen Manga hat, kann schnell enttäuscht sein.

Technisch gesehen ist der persönliche Stil von Masaaki Yuasa, der sowohl gezeichnete Animationen als auch Flash verwendet, um farbenfrohe, oft minimalistische Visualisierungen zu erzeugen, klar erkennbar und hat wenig Ähnlichkeit mit den meisten japanischen oder amerikanischen Animationsfilmen.

Jugendschützer*innen und Pädagog*innen werden von den ersten 20 Minuten des Filmes, in denen es sich ausschließlich um Alkohol dreht, an die Irrungen und Wirrungen eines Alkoholabhängigen erinnert sein, dessen Gedanken einzig und allein  um die Beschaffung des Stoffes und die Flucht aus der Realität kreisen. Abgekürzt lässt sich jedoch sagen, dass etwa jeder zweite Nordostasiate Alkohol nur schlecht verträgt, da ein bestimmtes Gen zum Abbau desselben fehlt. (Quelle: Gesundheitsportal onmeda.de) In der strengen japanischen Kultur steht dies als Synonym für eine Flucht aus der Realität.

Längst sind die Zeiten vorbei, die uns europäischen Studierenden die Furcht vor den übereifrigen Japaner*innen mit militärischer Lerndisziplin eingeflößt haben. Japans Jugend ist in der moderne angekommen, mitunter auch in der „Orientierungslosigkeit“, in den Vorlesungssälen wird selbst in den vordersten Reihen - geduldet - geschlafen. (Quelle: zeit.de)

 

Die Story

Die Geschichte spielt an einem Universitätscampus in Kyoto und handelt von den nächtlichen Ausbrüchen der Studierenden aus den engen Fesseln der traditionellen Kultur, über deren Einhaltung selbst zum angesetzten Kulturcampusfest ein letztes Relikt, ein studentisches „Kultur- und Sittenkomitee“ wacht, was selbst schon von sogenannter Sittenlosigkeit durchsetzt ist.

Die Protagonistin, die junge Studentin und Teenagerheldin, die nur als Mädchen mit schwarzen Haaren (Kana Hanazawa) bekannt ist – ausgestattet mit dem seltenen Gen der Alkoholverträglichkeit und familiärer Kampfkunst – stürzt sich mit einer Gruppe von Studierenden in das Nachtleben des Szeneviertels Kyotos und trifft dabei auf die Stereotypen der Nacht: Trinker, Sexbesessene, Nachtschwärmer und schrägen – mitunter zwielichtigen - Gestalten, die das Leben am Tag gegen die Stimmung der Nacht eingetauscht und dort ihren Lebensinhalt gefunden zu haben scheinen. Diese Parallelwelt ist begrenzt auf das Szeneviertel Kyotos mit seinen zahlreichen Bars und den Universitätscampus, welchen sie als Erstsemestlerin aus einem kleinen Dorf stammend blauäugig erkundet.

Die Filmstory jedoch taumelt durch die Nacht, wie das Mädchen mit dem schwarzen Haar nach ihrem x-ten Cocktail: Sie besucht eine Second-Hand-Buchmesse, in der Hoffnung, ihr Lieblingskinderbuch zu finden, und ein Campuskulturfestival, bei dem sie an einem Guerilla-Musiktheater teilnimmt. Am Ende der Nacht bringt sie Suppe zu den Charakteren, die sie getroffen hat, die sich alle erkältet haben, weil in der „Community der Nacht“ jeder zu jedem irgendwann Kontakt hatte. Die Lovestory, die sich durch den gesamten Film zieht, handelt von einseitig entgegengebrachter Verliebtheit unter Studierenden und hat auch mehr als nur ein Happy End und auch ein Coming Out.

 

FAZIT

"Night is short" ist ein sehr vielschichtiges Kunstwerk, das Unbedarften vielleicht etwas „schräg“ vorkommen mag. In der Reihe der Filme mit dem Anspruch ein Kunstwerk zu sein, hat er auf jeden Fall seinen Platz verdient. Er spiegelt die ideelle Flucht aus der uns manchmal nicht leicht verständlichen japanischen Tradition, in Bezug auf Ausleben bestimmter Vorlieben und deren besonderen Auswüchse.

Der Film ist abwechselnd faszinierend und frustrierend. Die Visualisierungen sind oft auffallend schön und komisch. Aber die Bewegungen sind steif, die Figuren reden endlos und die unnötigen Lieder unterbrechen die Handlung.

„The Night is Short, Walk on Girl“, Gewinner des japanischen Filmpreises für Animation 2018, ist keinesfalls ein herkömmlicher Animationsfilm, sondern ein höchst originelles Werk eines Künstlers, der seiner eigenen Vision folgt – der vielleicht nicht jeder folgen vermag.

Es ist Halloween! Das bedeutet, heute Abend werden sich wieder alle Kinder verkleiden und auf der Suche nach Süßigkeiten um die Häuser ziehen. „Süßes oder Saures“ wird es dann heißen, doch wer für dies schon zu alt ist, auf keine Kostüm-Party eingeladen ist oder einfach auf der Suche nach ein paar guten Gruselfilmen ist, die er mit seinen Freunden schauen will, für den haben wir ein paar Anregungen.

HAPPY HALLOWEEN!

Aktuell: Halloween
(US 2018, R: David Gordon Green, FSK 16)

Michael Myers (dieses Mal von Nick Castle verkörpert) ist zurück und bricht 40 Jahre nach seiner ersten Mordserie aus der Psychiatrie aus. Der Film erzählt ein weiteres Mal von der Nacht des 31. Oktobers auf den 01. November und von Michael Myers, der durch die beleuchteten Straßen Haddonfields zieht, auf der Suche nach möglichst vielen Opfern. Dabei steht auch wieder Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) auf seiner Liste, die 1978 in der ersten Nacht des Grauens vor ihm fliehen konnte. Inzwischen hat Laurie eine eigene Familie gegründet, mit Tochter Karen (Judy Greer) und Enkelin Allyson (Andi Matichak), zu denen sie allerdings nur wenig Kontakt hat. Ihre Tochter, die als Vorbereitung auf den Horror des Lebens schon früh lernen musste, eine Waffe abzufeuern und auch ansonsten eine harte Erziehung „genoss“, verurteilt ihre Mutter für diese Art der Erziehung und ihrer Besessenheit des Killers Michael Myers. Und auch zwei Journalisten sind an Myers interessiert, um einen Podcast über ihn zu machen. Laurie interessiert das alles herzlich wenig. Sie hat die letzten vier Jahrzehnte damit zugebracht, sich auf einen erneuten Angriff des Killers vorzubereiten und will ihren Peiniger nun endgültig zur Strecke bringen.    

Halloween ist die zehnte Fortsetzung des originalen HALLOWEEN – Films aus 1978. Der Film knüpft an die Geschehnisse des ersten Films an und ignoriert somit die anderen sieben Fortsetzungen, sowie die 2007 erschienene Neuverfilmung, die ihrerseits 2009 wiederum selbst eine Fortsetzung erfuhr. Der neue HALLOWEEN ist somit allerdings nicht der erste Film, der alle Fortsetzungen oder zumindest einige ignoriert. Der Reiz der neusten Fortsetzung besteht allerdings darin, dass nicht nur in der Realität, sondern auch in der Filmwelt 40 Jahre vergangen und die Figuren gealtert sind und sich verändert haben.

Da der Film an das Original von 1978 anschließt, lässt er es sich nicht nehmen, viele Referenzen auf den ersten Teil zu geben. Beispielsweise ist schon zu Beginn des Films die für HALLOWEEN typische Musik zu hören, die vor 40 Jahren von John Carpenter für seinen Film komponiert wurde. So ist es auch nicht verwunderlich, dass eben jener John Carpenter im neusten Film für die Musik zuständig war. Zudem erinnern der Schriftzug des Titels, sowie die komplette Anfangssequenz stark an die des ersten HALLOWEENS.

Mir persönlich hat es zudem gut gefallen, dass der neue Film Handlungsabläufe teilweise umkehrt, also dass sich beispielsweise Laurie im Original in ihrem Wandschrank versteckt, um dem Killer zu entgehen und in der aktuellen Version ist es Michael Myers, der den Schrank als Versteck verwendet. Außerdem hatte ich zeitweilig das Gefühl, dass nicht Myers Laurie jagt, sondern eher die taffe Oma den Serienkiller durch ihr Haus verfolgt und umbringen will.

Allerdings gibt es auch Momente, in denen sich der Zuschauer, der das Original kennt, sich selbst etwas Spannung vorweg nimmt. Ohne zu viel verraten zu wollen, spiele ich hier auf eine Szene an, in der Laurie während eines Kampfes aus dem Fenster stürzt und bewegungslos am Boden liegen bleibt. 1978 war es Myers seinerseits, der aus einem Fenster des Hauses in den Vorgarten fiel. Wer also weiß, wie sich die Szene in HALLOWEEN aus 1978 entwickelte, der weiß auch, wie die Szene im neuen Film ausgeht.   

Meine Empfehlung an euch wäre es also, zumindest den Film aus 1978 gesehen zu haben. Es gibt einem einfach ein gewisses Maß an Vorkenntnissen, die zwar nicht essentiell für den neuen Film sind, jedoch den Film für mich noch ein Stück besser gemacht haben. Zudem kann man Lauries Beweggründe besser nachvollziehen, da man merkt, wie ihre Erfahrungen der ersten Horrornacht sie geprägt und beeinflusst haben. Wer darüber hinaus noch Lust hat, sich alle weiteren Fortsetzungen und Neuverfilmungen anzusehen, der kann dies gerne tun. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass es ab einem gewissen Punkt wirklich verwirrend werden kann. Da ich persönlich kein großer Horrorfilm-Fan bin und nur das Original kannte, kann ich über die anderen Filme oder ihrer Einflüsse in den neuen HALLOWEEN nur wenig sagen.

Im Vergleich zum Original ist HALLOWEEN wesentlich brutaler, jedoch nach meinem Empfinden auch spannender und mitreißender. Zudem werden wesentlich mehr Menschen ermordet, es geht direkt zur Sache und die Spannung bleibt fast dem gesamten Film über erhalten. Zudem sind einige Tode wirklich künstlerisch und kreativ inszeniert, wodurch Myers sich gewissermaßen selbst treu bleibt, weil er schon 1978 eine seiner Leichen mit dem Grabstein seiner Schwester „verzierte“. Einige Morde oder Inszenierungen der Leichen referieren auf das Original und die Figurenkonstellation von Alysson und ihren Freundinnen erinnert an 1978.

Was noch erwähnt werden sollte, ist, dass Drehbuchautor Danny McBride und Regisseur David Gordon Green auch durch Komödien und Filme mit Witz, wie SAUSAGE PARTY oder RED OAKS, bekannt sind. Deswegen fließen einige ihrer persönlichen Film- und Serienerfahrungen in HALLOWEEN ein. Es gibt demzufolge einige Momente, in denen man lacht und die vermutlich auch so gedacht waren. Mich persönlich hat das wenig gestört, da es einen aus der Angst und Anspannung des Films einen Moment rauszieht. Gruselfans hingegen werden mit Witz in Horrorfilmen eher ein Problem haben, da sie es nicht mögen, wenn man während einer gruseligen Szene lacht. Ein Horrorfilm ist nun mal zum Gruseln und nicht zum Lachen gedacht.

Allgemein gesehen ist der neue HALLOWEEN – Teil ein guter Film, der den Zuschauer für 106 Minuten in das Grauen und Phänomen um Michael Myers mitnimmt. Wer also nach einem Film sucht, der ein paar Jumpscares enthält, seinen Wurzeln treu bleibt und sich wie Nostalgie mit Gruselfaktor anfühlt, dem kann ich HALLOWEEN, der seit dem 25. Oktober im deutschen Kino läuft, nur empfehlen. Wer allerdings nach modernem Horror und Abwechslung der alten HALLOWEEN- Filme sucht, der sollte es sich lieber noch einmal überlegen, ob er zum neuen HALLOWEEN ins Kino gehen will.

VON KAJA

In dieser Folge beschäftige ich mich mit Sommergefühlen, Freundschaft in Japan, Bibelreferenzen und einem Familien Drama in schwarz-weiß.

 

Aktuell: Mamma Mia! - Here we go again (GB/US 2018, R: Ol Parker, FSK 0)

Sie sind zurück. Mit mehr Musik und genauso viel Spaß und Lebenslust. Und ein bisschen sentimental wird es auch in MAMMA MIA! - HERE WE GO AGAIN.

In meiner Kritik zum ersten Teil, der vor 10 Jahren veröffentlicht wurde, schrieb ich: „Wer mag sie nicht? Die Musik von ABBA – die fröhliche Gute-Laune Musik des schwedischen Quartetts, die in diesem Musical angehauchten Film eine entscheidende Rolle spielt.“(Die besagte Kritik findet ihr hier: https://jup.berlin/FilmFeedback5). Und dieser Satz trifft definitiv auch auf die Fortsetzung zu.

 

In MAMMA MIA! - HERE WE GO AGAIN steht (wieder) Sophie (Amanda Seyfried) im Vordergurnd, die das Hotel ihrer Mutter renoviert hat und nun kurz vor der großen Einweihungsfeier steht. Doch nur Sam (Pierce Brosnan) ist auf der sonnigen griechischen Insel Kalokairi geblieben und hat Spohie bei ihrem Vorhaben unterstützt. Sophies Freund Sky (Dominic Cooper) ist in New York und lernt das Hotelgewerbe, und auch ihre zwei anderen Väter Harry (Colin Firth) und Bill (Stellan Skarsgard) sind anderweitig beschäftigt. Zum Glück können zumindest Tanya (Christine Baranski) und Rosie (Julie Walters) kommen, die besten Freundinnen ihrer Mutter, um Sophie so gut es geht zu unterstützen. Der Film arbeitet mit Rückblenden in die 1970er Jahre, als Sophies Mutter Donna (Lily James) nach ihrem Abschluss aufbrach, um das Abenteuer zu suchen und dabei die Bekanntschaft dreier junger Männer machte. Von einem von ihnen wurde sie schließlich schwanger. Sophie fühlt sich ihrer Mutter näher als je zuvor, denn sie selbst ist schwanger und das genau an dem Ort, an dem ihre Mutter es auch war.

 

Oftmals sagt man ja, dass ein Film, der sehr erfolgreich war, durch eine Fortsetzung nicht besser wird, aber für mich hat es bei MAMMA MIA 2 den gegensätzlichen Effekt gehabt. Ich habe mich bereits beim ersten Mal in diesen Film „verliebt“ und noch Wochen nach dem Kinobesuch ausschließlich den Film Soundtrack gehört sowie lautstark mitgesungen. Mir hat die Stimmung und Inszenierung des zweiten Teils so sehr gefallen, dass ich sogar ein zweites Mal ins Kino gegangen bin, um mir den Film ein weiteres Mal anzuschauen. Die Schauspieler, die die jungen Versionen von Donna, Sam, Harry, Bill, Tanya und Rosie verkörpern, sind so gut ausgewählt worden, dass ich über die Tatsache der teils variierenden Augenfarben einfach hinwegsehe. Wieso man nicht einfach Kontaktlinsen oder etwas ähnliches verwenden konnte, bleibt wohl für immer ein großes Geheimnis.

Schon in den ersten Szenen taucht man in die sonnigwarme Sommeratmosphäre des Films ein und wird bis zur letzten Sekunde nicht mehr von dieser losgelassen. Das türkisblaue Farbschema, das sich durch den ganzen Film zieht, verstärkt diesen Sommercharakter zusätzlich und lässt alles sehr harmonisch wirken. Für meinen Geschmack war es auch nicht zu penetrant, sondern ich habe mich gefreut, dass in diesem Film endlich mal wieder richtig filmisch gearbeitet wird. Besonders die Szene, in der Sophie und Sky „One of Us“ singen, möchte ich in diesbezüglich hervorheben. Diese Szene ist ein kleines kinematographisches Meisterwerk und ließ mein Filmwissenschaftlerherz freudig höher schlagen. Generell sind die Überblenden in diesem Film grandios und von mir sehr wertgeschätzt worden. Ich finde es einfach schön, dass mit einer einfachen Kamerafahrt von der Gegenwart zurück in die 70er „gesprungen“ wird. Die Übergänge sind einfach so schön fließend. Und auch wenn in MAMMA MIA! - HERE WE GO AGAIN schon sehr viel mit Inszenierung, Übergängen, Farben und kleinen versteckten Easter Eggs gespielt wird, so gibt es einen Song, der meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit und etwas mehr von der „One of us“-Inszenierung hätte gebrauchen können. Bei „Knowing Me, Knowing You“ werden einfach nur Sam und Donna gezeigt. Das wars! Da hätte man so viel mehr draus machen können, zumal das Lied meiner Meinung ein sehr kraftvolles ist. Echt schade... 

Kommen wir nun aber wieder zu den positiven Seiten des Films, die deutlich überwiegen. Selbstverständlich ist auch Cher, die Sophies Großmutter verkörpert, ein Grund gleich morgen ins Kino zu gehen und sich MAMMA MIA! - HERE WE GO AGAIN anzuschauen. Ihr Duett mit Andy García zu ABBAs Hit „Fernando“ ist einfach nur wunderschön, auch wenn hier der Kitsch Schalter vollends umgelegt wird. Kitsch ist generell ein Thema, das in diesem Film nicht zu kurz kommt, aber bei einer jungen Frau, die erst die Lehrerin küsst und sich dann kurz nacheinander auf drei junge Männer einlässt, ist dies vielleicht gar nicht so störend. Wer allerdings kein großer Fan von ebenbesagter übermäßiger Romantik (oder ABBA Musik) ist, der sollte sich überlegen, ob er lieber mit etwas Sentimentalität umgehen will oder einen grandiosen Film verpasst. Zum Ende des Films gibt es übrigens eine einzige Szene, in der so richtig auf die Tränendrüse gedrückt wird, um kurz darauf ein kunterbuntes spaßiges Abspann Feuerwerk zu „Super Trouper“ mit allen Hauptfiguren abzufeuern. 

 

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass MAMMA MIA! - HERE WE GO AGAIN ein Film ist, der mir sehr am Herz liegt und dessen Soundtrack mich wahrscheinlich noch den Rest des Jahres begleiten wird. Ich kann euch diesen Film nur wärmstens empfehlen!

 

VON KAJA

Das Leben im Viertel rund um die Spandauer Lynarstraße ist wie ein Glücksspiel und verlangt gelegentlich einen hohen Einsatz: Das Leben. Familie ist hier alles, was zählt.

Als Danyal nach fünf Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird, ist von seiner Familie allerdings nicht mehr viel übrig. Sein Bruder Miko, spielsüchtig, hat in der Zwischenzeit bei gefährlichen Kredithaien einen gewaltigen Schuldenberg angehäuft. Und sein mit Down-Syndrom geborener Bruder Muhammed soll in eine Pflegeeinrichtung gesteckt werden.
Als Geldeintreiber zu Danyal kommen und ihn auffordern, die die Schulden für seinen Bruder zu begleichen, muss er nicht nur das Geld auftreiben, sondern auch seine Familie zusammenhalten. Es beginnt für ihn ein Wettlauf gegen die Zeit. Danyal muss handeln und setzt alles auf eine Karte. (Quelle: http://www.themroc.com/film/aktuelles/familiye/)

FAMILIYE ist, nach NUR GOTT KANN MICH RICHTEN, der zweite Film, der von Moritz Bleibtreu koproduziert wurde und behandelt die Themen Kriminalität, Liebe und, der Titel deutet es an, die Familie. Und auch wenn man beim Trailer eher nicht an eine liebevolle und fürsorgliche Familie denkt, so überzeugt der Film einen vom Gegenteil. In diesem Film wird zwar nichts beschönigt und die teils harte Realität dargestellt, allerdings konnte mich FAMILIYE durch seine sehr interessanten Charaktere überzeugen. Die Figuren harmonieren gut miteinander und sie sind keine Helden, jedoch einfache Menschen des Berliner Lebens mit Ecken und Kanten. Und das ist auch gut so, denn wer lebt schon ein perfektes Leben ohne Probleme oder Schwierigkeiten?

Zudem mag ich Filme, die in meiner Heimatstadt spielen und damit meine ich nicht unbedingt an solchen Touristenorten, wie beispielsweise dem Brandenburger Tor, sondern die alltäglichen Orte, an denen man ab und an vorbeikommt. Ich persönlich freue mich immer, wenn ich Orte in Filmen wiedererkenne und sagen kann: „Schau, da war ich erst letztstens“. Es ist einfach cool, Filme aus der eigenen Stadt zu sehen. Übrigens unterhalten sich die Protagonisten oder Figuren zeitweilig auf Türkisch, was dem Film einen gewissen Authentizitätsfaktor gibt. Für alle von euch, die genauso wie ich kein Türkisch verstehen, das Gesprochene wird selbstverständlich untertitelt, da es wichtig für die Handlung des Films ist.

FAMILIYE ist komplett in schwarz-weiß und verschiedenen Grautönen gehalten und erinnerte mich stark an die Gangsterfilme der 1930er Jahre beziehungsweise an den Film Noir der 1940er und 1950er Jahre. Und auch wenn die Assoziation zu Gangsterfilme naheliegt, so weist FAMILIYE ebenfalls sehr emotionale Szenen auf und erhält durch das Voice-Over eines kleinen Jungen, den man erst ganz am Ende des Films sieht, einen philosophischen Hauch. Es wird beispielsweise ein Vergleich zwischen einem Alkoholiker und einem Spielsüchtigen getroffen und Danyal und sein Kumpel sprechen in einer Szene über Brot als Symbol des Lebens. Des Weiteren erwärmt mir die Beziehung der drei Brüder Danyal, Miko und Muhammed das Herz. Wenn die drei zusammen sind, gehen sie so sorgenlos und liebevoll miteinander um. Sie scherzen und lachen und wirken glücklich als kleine Familie. Dies ist der Gegensatz zu Danyals krimineller Vergangenheit und Mikos Spielsucht. Es gibt zudem eine sehr emotionale Szene zwischen Danyal und Miko, in der sie sich zunächst prügeln, um sich kurze Zeit später weinend in den Armen zu liegen.

Für mich ist FAMILIYE eher ein Familien-Drama als ein Thriller, wobei auch die Bezeichnung “Familien-Drama“ nicht hundertprozetig stimmig ist. Bei Klassifizierungen von Filmen lassen sich ja generell hitzige Diskussionen führen. Fest steht allerdings, dass FAMILIYE ein toller Film ist, der zudem bei dem 24. Internationalen Filmfest in Oldenburg mit dem Publikumspreis German Independence Award als Bester Film ausgezeichnet wurde. Also worauf wartet ihr noch? Holt euch die DVD oder macht bei unserem Gewinnspiel mit.

Wir verlosen 3 Exemplare auf DVD an euch!

Im welchen Bezirk wohnt die Familie von Danyal?

A) Kreuzberg

B) Spandau

C) Mitte

Einfach die richtige Antwort per Mail an info@jup.berlin!

Unter allen richtigen Eisnendungen verlosen wir 3x eine DVD. Teilnahmebedingungen: Ab 16 Jahre, wohnhaft in Deutschland.

Einsendeschluss: 7. September 2018, 12 Uhr.

 

D 2017, R: Sedat Kirtan und Kubilay Sarikaya, FSK 16

Hier geht es zum Trailer: https://youtu.be/kH5hPLr7CLA

 

VON JASON

 

Jeder kennt ihn und viele sind durch seine Welt verzaubert worden: Harry Potter. Zusammen mit seinen Freunden Hermine Granger und Ronald Weasley erlebt er in der Zauberschule Hogwarts viele Abenteuer. Nicht nur eine Generation ist mit ihm und seinen Geschichten groß geworden und noch heute verzaubert er viele Kinder und Jugendliche weltweit. Neben den Büchern von J.K. Rowling und den Filmen ist auch die Filmmusik weltbekannt. Doch wie hört man diese am besten? Per CD oder MP3 zuhause? Nein! Viel besser ist es, die Musik live zu erleben. So wie am letzten Wochenende (18.08., 19 Uhr) in der Berliner Waldbühne bei „Harry Potter und die Kammer des Schreckens in Concert“.

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin hatte zu einem unvergesslichen Abend geladen. Jup! Redakteur Jason war für euch vor Ort und hat sich von der Vortellung zurück in seine Kindheit entführen lassen.

 

Viele große und kleine Zauberer erobern die Waldbühne

Was mich als erstes überrascht hat, war, dass selbst kleine Kinder riesen Harry Potter-Fans sind und mit ihren Zauberstäben herumfuchteln, als ob sie echte Zauberer wären. Egal ob Klein oder Groß - man hat vielen Zuschauern angesehen, dass sie Harry Potter-Fans sind. Wo die Kleineren lieber in ihre Kostüme als Zauberer oder Hexe geschlüpft sind, trugen die Größeren Shirts, Pullover oder Schals mit Harry Potter-Motiven.

 

Filmmusik live

Ein toller Abend stand uns bevor. Die Musiker des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin nahmen Platz und der Dirigent begrüßte das Publikum. Der Film begann und das Orchester spielte die Filmmusik. Was für ein Erlebnis! Was für eine Magie!

Die Atmosphäre war gigantisch. Ich war beeindruckt, wie sich die Harry Potter-Musik live anhört. Ich war gefühlt diretk im Film. Und wer jetzt denkt, dass man nur die Musik hörte, den muss ich enttäuschen. Denn auf Leinwänden wurde auch der Film mit den Dialogen abgespielt. Als einzelne Charaktere auftraten, wurde herzlich applaudiert. Bei anderen Szenen wurde gelacht, aber auch Spannung war spürbar.

Die Vorführung dauerte bloß knapp 90 Minuten ohne Pause und genau nach der Hälfte des Filmes war Schluss. Viele waren verwundert und erst dann habe ich wieder realierst, dass ich nicht in der Welt von Harry Potter bin, sondern in der Wirklichkeit.

Ich war gefesselt, wie kaum sonst und ich muss sagen, so wie ich diesen Film in der Waldbühne erlebt habe, geht es in keinem Kino. Ich konnte mich durch die Live-Musik in die Welt von Harry Potter hineinversetzen wie noch nie. Leider war es für mich extrem enttäuschend, dass schon nach der Hälfte des Filmes die Aufführung zu Ende war. Dennoch hoffe ich, dass es so etwas öfter geben wird.

 

"Draußen" - ein Film über das Leben auf der Straße. Zuerst lief er auf der Berlinale, jetzt endlich ist er auch im Kino zu sehen. Ein Film, der die eigene Sicht verändert, findet Redakteurin Kaja.

 

VON KAJA

Die 80-minütige Dokumentation von Johanna Sunder-Plassmann und Tama Tobias-Macht hat mich wirklich berührt und mir eine neue Sicht auf das Leben auf der Straße gewährt.
Der Film bildet die Geschichten von vier Obdachlosen ab, die aus ganz verschiedenen Gründen auf der Straße leben. Sie erzählen, wie das Leben auf der Straße für sie ist und manchmal wird das Thema angesprochen, warum sie gar nicht mehr in eine Wohnung ziehen möchten.

Doch es bleibt nicht bei den Erfahrungen dieser vier Männer. Johanna Sunder-Plassmann und Tama Tobias-Macht setzten den Besitz der vier ebenfalls gekonnt in Szene. Diese Gegenstände, die die Obdachlosen besitzen, sagen sehr viel über deren Leben und Einstellungen aus und genau deswegen, werden diese künstlerisch mit Schnüren und Licht in Szene gesetzt. So entsteht aus einzelnen Einstellungen dieser Wertgegenstände (die Objekte, die einen besonderen Wert für die auf der Straße Lebenden haben) im Laufe des Films ein einziges großes Bild.

Die Menschen, die in diesem Film von ihren Erfahrungen, ihren Problemen, sowie von ihrem früheren und aktuellen Leben erzählen, werden respektvoll und liebenswert dargestellt. Es wird zudem die Frage gestellt, was in unserer reichen Gesellschaft schief gegangen ist und warum Obdachlose missachtet werden.

Mir persönlich sind die Obdachlosen im Laufe des Films ans Herz gewachsen und es war interessant, einen Einblick in deren Leben auf der Straße zu erhalten. Matze, Elvis, Filzlaus und Sergio heißen diese Überlebenskünstler, deren Geschichten wir erfahren und deren Besitz genau betrachtet wird, um Rückschlüsse auf ihre Persönlichkeit ziehen zu können. Im Grunde werden ihre Geschichten anhand der in den Fokus gestellten Objekte erzählt.

Dokumentationen können je nach Thema und Inszenierung häufig einen etwas langweiligen oder trockenen Charakter haben. Besonders, wenn der Zuschauer an sich keinen persönlichen Bezug zu dem gezeigten Thema hat. DRAUSSEN gehört nicht zu dieser Art von Dokus, denn durch seinen persönlichen Touch wird der Film überaus interessant und lehrreich. Auf der Seite der Berlinale wurde der Film außerdem mit einem, meiner Meinung nach, sehr passenden Satz beschrieben, mit dem ich meinen Text beenden möchte: „Wir berühren und werden berührt.“

Schaut ihn euch an, er ist seit dem 30. August in den Kinos zu sehen.