Kultur

Was tun nach der Schule? Ich entschied mich für ein Praktikum in den Werkstätten der Volksbühne und erlebte dort eine aufregende und auch sehr lehrreiche Zeit.

VON AILAN

Als ich im April 2017 die Werkstätten der Volksbühne besuchte, war der Entschluss schnell gefasst. Hier möchte ich hin. Die vielen Gebäude, unterteilt in eine große Tischlerei, den Malsaal, Dekoration, Schlosserei und Plastik, hatten es mir sofort angetan. Der Geruch nach Holz und Leim und die Atmosphäre in den großen und kleinen Werkräumen schienen zu sagen: hier ist man kreativ. Aber auch: Hier hat man Freude an der Arbeit. Überall verteilt gibt es kleinere und größere Kunstwerke, Zeugnisse der dortigen Schaffenskraft. Kein Wunder, die Volksbühne Berlin blickt auf eine lange Tradition zurück. Sie entstand 1890 während der Gründungsversammlung des Vereins „Freie Volksbühne“, teilte und vereinte sich wieder und schuf sich mit dem am Rosa-Luxemburg-Platz gelegenen Theater einen geschichtsträchtigen Spielort. Auch die ungefähr vier Kilometer entfernt gelegenen Werkstätten, in denen ich bald mein Praktikum absolvieren sollte, gehören zu dem Theater - und zu den Werkstätten gehört Frank Mittmann, ihr Leiter. Er hat diese Position schon seit 1987 inne und ist fest mit der Volksbühne verbunden. Ab September wird der Tischler mein Chef sein.

 

Tischler*in – Ein Traumberuf

Schnell war der Sommer verstrichen und mein Praktikum in der Tischlerei konnte endlich beginnen.  Den Beruf des Tischlers fand ich schon längere Zeit sehr spannend, denn mir gefiel die Idee, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen. Auch später im Gespräch mit den Tischler*innen ist dies bei vielen ein Grund für die Wahl ihres Berufes gewesen. „Wir verwirklichen Träume und stellen Dinge her, die so nicht käuflich sind“, wirft der Tischler Bernhard ein. Frank Mittmann sagt dazu: „Die Arbeit hier ist ein bisschen wie in einer Manufaktur, denn wir stellen Einzelstücke her.“ Ein persönliches Highlight war hier für die meisten der Bau eines riesigen Panzers und eines Wals aus Holz. Für Sophie waren noch andere Dinge entscheidend, als sie sich dazu entschloss Tischlerin zu werden: „Man kann mit dieser Ausbildung überall auf der Welt arbeiten. Das macht einen selbstständig.“ Der Werkstattleiter der Tischlerei, Colin, betonte besonders die Abwechslung, die man in diesem Beruf hat. Genau das hat mir persönlich gefehlt. Nach Jahren voller Theorie in der Schule sehnte ich mich nach etwas Praxis und ganz neuen Aufgaben in einem Bereich, in dem ich bis dahin wenig Erfahrung besaß.

 

Erst die Belehrung, dann die Arbeit

Da die Arbeit mit Maschinen nicht ganz ungefährlich ist, erhielt ich an meinem ersten Arbeitstag eine Arbeitsschutzbelehrung und wurde in den Gebrauch einiger Werkzeuge eingewiesen. Als ungelernter Praktikant darf man viele Maschinen auch gar nicht benutzen. Wenn ich diese brauchte, konnte ich jedoch immer um Hilfe bitten und jemand hat die Arbeiten an den jeweiligen Geräten übernommen. Vorsicht ist hier definitiv besser als Nachsicht, denn unangenehme und teilweise auch schwere Verletzungen kann man sich schnell zuziehen. Trotzdem freute ich mich jedes Mal darüber, wenn ich in den Gebrauch einer Maschine eingewiesen wurde und etwas Neues ausprobieren durfte. Gleich am ersten Tag lernte ich den richtigen Umgang mit Drucklufttacker, Akkuschrauber, Scheibenschleifmaschine und kurz darauf auch mit der Kappsäge. Zu meinen Aufgaben gehörte es, in einer Arbeitsgruppe beim Bau des Bühnenbildes für das Stück „Women in Trouble“ mitzuhelfen. Mein Vorarbeiter und ich verkleideten unterschiedliche, teilweise fünf Meter hohe Holzgerüste mit Sperrholzplatten und verwandelten sie so in Wände, die dann im Malsaal weiter bearbeitet werden konnten. Ab und zu dufte ich auch eigene Ideen umsetzen und baute ein eigenes Regal, einen Ring aus Holz und Teelichthalter, was mir am meisten Spaß bereitete.

„Wenn Hacker*innen Berliner und Brandenburger Kulturdaten aufarbeiten, dann entsteht was?“, fragten sich die Organisierenden der Veranstaltungsreihe „Coding Da Vinci“ bereits zum vierten Mal, die Datengebenden und das erschienene, neugierige Publikum.

VON AMANDA

Um was es in der Veranstaltung ging, war allen Beteiligten klar: den Kulturbetrieb in Berlin-Brandenburg mit seinem spannenden Repertoire an mannigfacher Information im verschiedensten Sinne zu digitalisieren. Durch die Digitalisierung neue Erfahrbarkeiten zu schaffen und durch neue Erfahrbarkeiten neue (An)Reize am „alten“ Kulturerbe. So kurz, doch so schwierig. Perlen der Datengebenden kamen dabei etwa vom Friedrichshain-Kreuzberg Museum (FHXB)/ Künstlerkreis​ ​“Kreuzberger​ ​Boheme” (Kunstwerke), vom Museum​ ​für​ ​Naturkunde​ ​Berlin, welches unter anderem 3D-Scans biologischer Sammlungsobjekte lieferte, und von der Berlin-Brandenburgischen Akademie​ ​der​ ​Wissenschaften, die Nachschriften​ ​zu​ ​Alexander​ ​von​ ​Humboldts Kosmos-Vorträgen​ ​(1827/28) zur Verfügung stellte.

 Mich, als Studierende der Kulturwissenschaft, beschäftigte wie diese Bearbeitungen, egal wie sie auch immer umgesetzt wurden, den Kulturbetrieb eventuell auch revolutionieren oder zumindest ihn innovativer gestalten würden. Die im Folgenden genannten Projekte ließen mich mit Besonderen Eifer an die Chancenvielfalt einer möglichen Digitalisierung des geliebten Kulturerbes glauben. Einige wirklich coole davon, will ich euch vorstellen:

 

„Skelex“

„Skelex“ - Hinter dem Namen verbirgt sich eine Art Virtual-Reality-Interaktionswelt mit Schlangenköpfen. Gemeint ist eine fesselnde, neue Erfahrungswelt von Schlangenköpfen und deren Skeletten. Wer die nicht virtuelle Brille aufsetzt, sieht sich zum Beispiel mit einem riesen Skelett konfrontiert, welches er, sie, es nach Belieben anfassen, messen, sogar röntgen kann. Als eines der Sieger*innenprojekte von insgesamt sechs wurde es unter dem Titel „Everybody’s Darling“ ausgezeichnet und erhielt damit den Publikumspreis.

 

„Exploring the Hidden Kosmos“

„Exploring the Hidden Kosmos“ -  oder auch „Most Useful“. Dieses Projekt digitalisierte die Mitschriften von Zeitgenossen*innen, die die Vorträge Humboldts besuchten. Darunter waren auch Frauen, da Humboldt seine Vorträge auch für die Öffentlichkeit öffnete. Besonders spannend hierbei sind die ebenfalls abgebildeten Diskussionen innerhalb der berichtenden Zeitgenossen*innen, aber auch die benutzer*innenfreundliche Darstellung. Folgt einfach dem Link und schaut selbst!

http://humboldt-kosmos.oklab-potsdam.de/

 

„BERLINER mauAR.“

„BERLINER mauAR.“ – Hier rekonstruierten die Kreativen und Hackenden die Berliner Mauer nach dem Prinzip von Augmented Reality. Damit verbunden ist auch eine App. Hält sich die benutzende Person mit ihrem Smartphone an einem relevanten Mauer-Ort in Berlin auf, so erhält sie Originalbilder vom Zeitraum 1961-1989, obendrauf zieht die App sogar einen Vergleich zum heutigen Stand. Deshalb zeichnete die Coding-Da Vinci-Jury die App mit Idee unter dem Titel „Most Technical“ aus und würdigte damit den technischen Aufwand der Hackenden.

http://mauar.de/

Vom 25.-26.11.2017 war die 4. BUCHBERLIN 2017 im Hotel Estrel. BUCHBERLIN ist die drittgrößte Buchmesse in ganz Deutschland.

 
VON KATHARINA
 
,,Humor ist immer wichtig bei Büchern“, sagt Miriam Rademacher, eine der Autorinnen, die bei der Buchmesse vertreten sind. Sie schreibt unter anderem Krimis, die humorvoll sind, wie sie selber sagt.
Der direkte Kontakt zu den Autor*innen ist bei der BUCHBERLIN ausdrücklich erwünscht. Ständig erhalte ich Leseproben oder werde in Gespräche verwickelt. Nicht selten werde ich gebeten,
an den Stand zu kommen und die Autoren oder die Verlage stellen dann deren Bücher vor. Dies gibt mir die Möglichkeit neue Verlage kennenzulernen, die ich vorher nicht kannte oder interessante Buchempfehlungen zu erhalten.

 

Entspanntes Atmosphäre

Es herrscht eine entspannte Atmosphäre, was ich vorher nicht erwartet hätte. Denn mit der Überschaulichkeit der Messe habe ich nicht gerechnet und im Gegensatz zu größeren Buchmessen wie Leipzig und Frankfurt, wirkt es entspannt.
Keine große Menschenmenge, aber dennoch ein gemischtes Publikum. Von Alt bis Jung ist alles vertreten. Für die Kleinen gibt es unter anderem einen Manga-Zeichenkurs. Aber auch alle anderen sind bei diesem Kurs gern gesehen,
wie die Frau an dem Stand betont. Das Hotel Estrel hat zwei Räume für die Buchmesse reserviert , einer davon präsentiert vor allem Kinder- und Jugendbücher.
 

Junger Nachwuchsautor

Johan- Gabriel winkt meine Freundin Anna und mich zu sich an seinen Stand - er ist gerade mal 10 Jahre alt und  CO-Autor. Gemeinsam mit seiner Mutter hat er unter anderem das Buch ,,Ich und die Monster“ geschrieben.
Ich finde interessant, dass ein ziemlich junger Autor vor Ort ist. Zudem sei er zum ersten Mal auf der Buchmesse in Berlin. Er wirkt gelassen, und versucht guten Kundenkontakt zu machen. Der Verlag Feenstein,
der das Buch veröffentlicht hat, verkauft personalisierte Kinderbücher. Dies bedeutet, dass Eltern den Vornamen ihres Sohnes oder ihrer Tochter bei Bestellung angeben  können und der Name wird dann in das Buch eingearbeitet.
Dies soll einen pädagogischen Effekt haben, ist auf der Homepage zu lesen, um den Kindern die Angst vor bestimmten Situationen zu nehmen, wie zum Beispiel die Angst vor Monstern.

Fantasy, Liebe, Belletristik

Im zweiten Raum der Buchmesse sind so gut wie alle Genres vertreten von Fantasy über Liebe und Belletristik bis zu Queerbookfair (= homosexuelle Szene) ist alles vertreten. Eine Frau in einem Prinzessinnenkostüm erklärt,
dass es mindestens 50 Unterbereiche von Fantasy gibt. Diesen Fakt finde ich verblüffend. Sie stellt uns das Buch ,,Es war einmal... ganz anders“ (Verlag: Märchenspinnerei) vor, wo  Grimms Märchen auf eine skurrile und moderne Art umgeschrieben worden sind.

 

Schöne Dekoration

Auffällig an den Ständen ist, dass sich die Aussteller Mühe geben, es schön zu schmücken. Auf den Ständen sind nicht nur Bücher zu Verkauf ausgestellt sondern auch Schmuck oder Kuscheltiere. Es gefällt mir sehr gut zu sehen,
wie anschaulich die Stände geschmückt sind. Viele haben sich saisonal passend auf die winterliche Zeit eingestellt, es gibt kleine Schneemänner aus Stoff oder Tannenbäumchen. Sichtbar ist auf einigen Tischen auch eine Form der Buchkunst,
wo die Buchseiten kunstvoll ausgeschnitten und Wörter hineingearbeitet wurden.

 

Was genau ist BUCHBERLIN?

Falls noch jemand ein Buch als Geschenk oder für sich kaufen wollte, ist er/ sie auf der BUCHBERLIN genau richtig. Auf der drittgrößten Buchmesse (nach Frankfurt und Leipzig) im Hotel Estrel unweit vom S-Bahnhof Sonnenallee,
sind viele Independent – Verlage und Self – Publisher vertreten. Dies bedeutet, es ist eine relativ unabhängige Literaturszene mit rund 300 Aussteller.
Auf zwei Räumen ist die Buchmesse verteilt und zusätzlich finden Lesungen auf einem Leseschiff statt, das sich auf dem Neuköllner Schiffahrtskanal direkt vor dem Hotel befindet.
Noch steht es nicht fest, wo die 5. BUCHBERLIN 2018 stattfinden wird aufgrund fehlender freier Räumlichkeiten im Estrel. Jedenfalls empfehle ich euch der BUCHBERLIN einen Besuch abzustatten! Im Vergleich zur Leipziger Buchmesse,
wo ich auch schon mal war, ist diese Buchmesse viel entspannter und zudem wird mehr persönlicher Kundenkontakt gesucht.

Weihnachten rückt nun immer näher und die Weihnachtsmärkte stehen in den Startlöchern. Der Christmas Garden Berlin im Botanischen Garten stimmt mit seinen vielen Attraktionen auf Weihnachten und den Winter ein. Patrice und ich hatten die Möglichkeit, bei der Premiere am 17. November vor Ort zu sein und haben uns selber ein Bild von dem Christmas Garden gemacht.

 

VON ANNIKA | FOTOS: PATRICE

Bereits im letzten Jahr hat der Christmas Garden Berlin im Botanischen Garten mit seinen vielen Lichtern und Installationen die kleinen und großen Besucher*innen begeistert. Seit dem 17. November leuchten die Lichterketten wieder und es gibt zusätzlich viele weitere Attraktionen.

Am meisten Spaß macht ein Besuch, wenn es dunkel ist, da dann alle Lichter an sind und man die Stimmung mehr auf sich wirken lassen kann. Nachdem man den Eingang hinter sich gelassen hat, kommt man zu einem Tropfenhimmel, der den Spaziergang zum Platz zu einem Erlebnis macht.

Auf dem Platz, auf den man nun kommt, kann man sich mit Crêpe und Glühwein aufwärmen und für den zwei Kilometer langen Lichterweg stärken.
Auf der Empore ist eine Eislaufbahn, wo man sich Schlittschuhe ausleihen und entspannt über das Eis gleiten kann. Wer sich nicht auf das Eis traut, kann sich derweil in der „Santa- Clause“  neben an aufwärmen.

 

Unterwegs auf dem Lichterpfad

Der Rundgang, der links neben dem Weihnachtsbaum mit der großen 24 beginnt, ist voller Überraschungen. Es gibt kleine Stände mit Maronen oder Punsch und auch kleine Bänke zum stilvollen Fotos knipsen.

Wie man auf den Bildern erkennen kann, gibt es viele unterschiedliche Lichtershows. Es gibt leuchtende Geschenke, hell leuchtende Bäume und kleine Boote, die man in der nächtlichen Atmosphäre bestaunen kann. Am Ende vom Weg kommt ein hellerleuchteter Tunnel, der wunderbar zum romantischen Foto verleitet.

Alle Figuren sind an die Botanik angepasst und verleihen dem Botanischen Garten eine wunderschöne, winter- weihnachtliche Atmosphäre, die durch den Glühwein- und Maronen- Geruch weiter angefeuert wird.

28.01.2018
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04.02.2018
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11.02.2018
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