Kultur

Die MegaMangaConvention fand dieses Jahr vom 27. bis zum 29. Oktober statt und zog wiederholt viele „Otakus“ an. Im Fontanehaus fanden sich skurril gekleidete Figuren, die von 14:00 Uhr am Freitag bis 18:00 Uhr am Sonntag mit der Aussicht auf anregende Gespräche mit anderen Fans in die Hallen strömten. Dort sollten sie Verkaufsstände, Gewinnspiele und mehrere vielseitige Eventbühnen erwarten.

 

VON FRIEDERIKE

„Otaku“ ist die japanische Bezeichnung des Fans bzw. bereits schon Geeks oder Nerds, der viel Zeit und Geld auf sein Hobby verwendet. Man kann sie überall auf der Welt antreffen, aber in konzentrierter Form auf Conventions. Dort verkleiden sie sich wie ihre Lieblingscharaktere, plündern Stände mit Merchandise und kaufen das 500. Teil ihrer Manga-Sammlung.

 

Ein ausschlaggebender Punkt: Das Kostüm

Ein solches Phänomen habe ich auch auf der MMC beobachten können, die ich zusammen mit meinen Freunden besuchte. Auch bei uns fehlten natürlich die Cosplays nicht, sodass wir am Ende einen ziemlich bunten Haufen darstellten: Joker, Jack Frost, Emma Bloom aus „Insel der besonderen Kinder“, Moriarty, der Gegenspieler Sherlock Holmes’ und Iki Hiyori, eine Hauptperson des Anime „Noragami“.

Wir waren allerdings längst nicht die aufregendsten Cosplayer: Ein besonderer Favorit unsererseits war die frischaufgewachte Anna aus „Frozen“, die mit zu Bergen stehenden Haaren, Kissen und Bettdecke bewaffnet, durch die Gänge wandelte.

Ein echter Otaku stellt sein Kostüm entweder selbst zusammen, näht es selbst oder interpretiert einen Charakter vollkommen neu, um ein ganz persönliches Kostüm zu erschaffen. So konnte man weibliche Versionen des Captain America von Marvel und auch kunstvoll bis ins Detail verarbeitete Waffen betrachten.

Natürlich ist man nicht verpflichtet, verkleidet zu kommen, doch macht es umso mehr Spaß, den Lieblingscharakter zu entdecken und gemeinsam ein Foto zu schießen.

 

Viel zu sehen auf der MMC

Die Kostüme sind aber natürlich nicht der einzige Grund, aus dem man eine solche Veranstaltung besucht. Auf drei Hallen, einen Außenbereich, vielen kleinen Räumen und mehreren Bühnen war eine abwechslungsreiche Landschaft aus verschiedensten Ständen, Themenräumen und Bühnenprogramm geschaffen worden.

An den Ständen kam man an den obligatorischen Merchandise, der bei keiner Convention fehlen darf, aber auch an überraschende kleinere Stände, die sich weniger mit Fandoms als mit der japanischen Kultur auseinandersetzten. An diesen gab es über selbstgemachten Schmuck und Malereien plus passenden Utensilien bis hin zu Verkaufsständen mit Harajuku Fashion einfach alles, was das Herz begehrt.

Außerdem wurden Special Areas für Gaming (an Konsolen, aber auch die traditionellen japanischen Brettspiele), Anime-Public-Viewing, ein Karaoke-Raum und verschiedene andere Räume für Workshops eingerichtet.

Die wohl aufregendsten Attraktionen fanden jedoch auf den Bühnen statt, die vielseitiges Programm beherbergten. Auf den zahlreichen kleineren Bühnen wurden Synchronsprecher und Zeichner interviewt, Projekte vorgestellt und kleine Spiele gespielt, wie z. B. „Wer kann die schärfsten Peperoni essen, ohne in Tränen auszubrechen?“.

Die Hauptbühne dagegen bot abwechslungsreiche Darbietungen. Darunter waren zwei Live-Action-Shows: eine Neuinterpretation eines Teil der Geschichte des Videospiels „Overwatch“ und eine Nachstellung des ersten Teils von Guardians of the Galaxy. Außerdem gab es hier und da etwas K-Pop, ein Sailor Moon Musical und den zweiten Teil des besonders beliebten Musicals „Hetalia“, das sich mit der europäischen Geschichte ab Ende des Zweiten Weltkriegs befasst, das älteste Anime-Showprojekt Europas. Durch das Programm der Bühne führten die helfenden Elfen Kosmo und Wanda.

 

Trotzdem…

gibt es auch immer wieder etwas zu bemängeln, wobei in diesem Jahr besonders viele Stimmen der Messe eher weniger zugetan waren. Es war auffällig, dass die Planung nicht ganz durchdacht war, sodass man beispielsweise nur im eisig kalten Außenbereich etwas zu Essen bekam. Außerdem war das Areal für die Fülle an Ständen etwas klein und man war nach ca. eineinhalb Stunden plus Herumtrödeln durch.

Die Workshops waren zwar eine gute Idee, wurden allerdings an manchen Stellen eher als Werbeveranstaltungen als zum Lernen neuer Dinge missbraucht.

Der letzte Punkt ist wohl Geschmacksache, aber auch das Bühnenprogramm wies von Zeit zu Zeit seine Längen auf. Wenn man dann die drei Hallen bereits zehnmal abgelaufen ist und mehr oder weniger dazu gezwungen wird, sich zu einer der Bühnen zu begeben und dann noch von schleppendem Programm empfangen wird, schmälert das den Genuss doch erheblich.

Obgleich kleiner Makel hatten wir allerdings viel Spaß und planen bereits unseren nächsten Besuch der MegaMangaConvention, die im übernächsten Jahr stattfindet. In der Zwischenzeit kann man ja einfach zur AniMaCo gehen, die nächstes Jahr auch im Fontanehaus ist und sich Jahr für Jahr mit der MMC abwechselt!

22.11.2017
15.00
29.11.2017
15.00
06.12.2017
15.00
13.12.2017
15.00

Erstmalig als Manga von Yoshitoki Ōima zwischen 2013 und 2014 erschienen, kam ´A Silent Voice´ nun im Jahr 2017 auch bei uns in die Kinos. Warum dieser Anime so mitreißend und absolut sehenswert ist, erfahrt ihr hier.

VON ALINA UND FRIEDERIKE

Der Protagonist Shoya ist ein ganz normaler Grundschüler, bis das taube Mädchen Shoko in seine Klasse kommt. Das schüchterne Mädchen möchte Freunde finden, doch schon bald fangen alle ihre Klassenkameraden an, mit Shoya an vorderster Front, sie zu mobben und zu schikanieren. Als alles auffliegt, wird Shoya zum Sündenbock und alle wenden sich von ihm ab.

Jahre später treffen Shoko und Shoya erneut aufeinander. Doch einiges hat sich verändert. Shoja hat Zeichensprache gelernt und versucht nun alles wieder gutzumachen. Denn nach diesem Zwischenfall in der Grundschule leidet er unter der Unfähigkeit, anderen Menschen ins Gesicht zu schauen. Shoko vergibt ihm und Shoya versucht nun alles wieder gut zu machen. Doch immer wieder wird er von seiner Vergangenheit eingeholt, bis die Situation eskaliert.