Buch

VON KRISTINA

 

Ein Baumhauskonstrukt aus Holzwaben, ein knarrendes Geländer und Kinderstimmen sind zu hören. Wer hätte gedacht, dass es hier um so etwas wie große Häuser mit tausenden von Büchern geht? Denn bei diesem Festival wurde gezeigt, wie viel mehr Bibliothek bedeuten kann. Vor allem um solche Fragen ging es:

            Was stellt man sich heute unter dem Ort Bibliothek vor?        Welche Bilder im Kopf entstehen?

Wahrscheinlich Lernen und etwas, wo man hingehen muss. Studierende sieht man ja ständig dort sitzen. Wann wart ihr das letzte Mal (freiwillig!) in einer Bibliothek? Vielleicht sollte sich das ja ändern oder wenigstens der Blickwinkel auf einen Ort, der einem eigentlich alle Türen zum Wissen öffnet. Wer keine Lust auf Lesen hat, kann hinter den Glastüren mehr als nur Bücher finden und seinen Horizont über Bild und Ton erweitern. Bibliothek ist nicht automatisch mit Bücher ausleihen und einem Platz zum Lernen und Arbeiten zu verbinden. Es ist zu so viel mehr geworden. Wir sind im Wandel unserer Zeit und der Verbund der Bibliotheken hat gezeigt, dass er mit den Zeiten Schritt hält. Das Fest gab dafür einen sehr schönen Vorgeschmack. In diesen zwei Tagen war Bibliothek ein Inbegriff des Wissens und gleichzeitig wurden die Grenzen des Wissen oder Nichtwissens aufgezeigt, ebenso wie der Unterschied zwischen Bescheid wissen und einfach wissen. Wer weiß was und wie viel?

 

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Verbundes der öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) fand letztes Wochenende (15.09.18 & 16.09.18) das Bibliothekenfestival vor und um der Amerika-Gedenkbibliothek statt.

VON AMANDA

Die Veranstalter*innen bespielten den Platz vor der Zentral- und Landesbibliothek gemeinsam mit Akteur*innen der Bezirksbibliotheken und kunterbunten Initiativen rund ums Lesen.

Damit holten sie das Thema Bibliothek raus aus den verstaubt wirkenden Gemäuern und traten in den aktiven städtischen Austausch. Gern nutzten viele die spannenden Angebote. Ob Vernetzung in Echtzeit mit der ganzen Welt ("Golden Box") oder das Endecken von mobilen Lesebussen, das Spielen eines "Escape-Games" oder dem Lauschen von Expert*innen-Talks und Lesungen, der VÖBB lud ein und die Besuchenden kamen gern.

Wie wird die Bibliothek der Zukunft aussehen? Was sollte sie unternehmen, um noch mehr begeisterte Lesende hervor zubringen? Und wie kann sie auf den Umbruch "Digitalisierung" reagieren?

Fest steht, diesen und weiteren hoch aktuellen Fragen, gilt es in fruchtbarer Symbiose, gemeinsam zu begegnen. Das Berliner Bibliotheksfestival 2018 jedenfalls war damit ein richtiger, weil notwendiger Schritt in eine bücher- und lesefreundliche Zukunft Berlins.

Preise bekommen wir doch alle gern und ausgezeichnet werden, erfüllt uns doch auch mit Freude, doch auf Preisverleihungen gehen… Da kommen manchmal ganz andere Gefühle auf. Ohne Zweifel gibt es beeindruckende Verleihungen, gute Musik, inspirierende Reden und bei der Verleihung des Literaturpreises im Haus der Kulturen der Welt wird es diesmal etwas ganz Besonderes geben.

Zum ersten Mal wird zur 10. Verleihung des Internationalen Literaturpreises ein ganzes Fest gefeiert, denn jeder, der gern Bücher liest, weiß: zusammen lesen macht viel mehr Spaß als allein. Emotionen, Fragen und Gedanken mit anderen über etwas Geschriebenes austauschen, ist so viel interessanter. Genau deshalb wird es am 28. Juni 2017 nicht nur eine Lesung des auserwählten Buches geben. Ganze Gruppen werden sich im ganzen Haus verteilt mit dem Autor und dessen Übersetzer zu den Büchern der Nominierten beschäftigen. Ein Open-Space-Bücherclub also und Texte von jungen Autor*innen zu einem der Bücher wird es auch geben.

Ein Fest der Literatur, bei dem alle eingeladen sind und sechs komplett verschiedene Bücher vorgestellt werden. Solche liest man höchstwahrscheinlich nicht normalerweise, dann ist es doch umso spannender, einen Einblick in ganz verschiedene Geschichten zu bekommen.

Die Jury beriet sich am Samstag und am 12. Juni 2018 wurde offiziell bekanntgegeben, dass das Buch ,,Liebesroman” von Ivana Sajko gewonnen hat. Zusammen mit ihrer Übersetzerin Alida Bremer, denn sie wird auch gefeiert.

Worum es in diesem Buch und in den anderen fünf Büchern geht erfahrt ihr hier!

Seid dabei am 28. Juni ab 16:30 und feiert ein Fest der Literatur!

VON KRISTINA

Lesen macht glücklich, lässt uns in andere Welten eintauchen und den Alltag vergessen. Einmal abzuschalten, das gönnen wir auch unseren Müttern. Schließlich sind sie sonst den ganzen Tag für uns da. Hier zusammengetragen die Top 5 Last-Minute- Buch-Ideen für den Muttertag!

VON LEEN

 

Die Gefühlvolle – „Die Liebe ist ein schlechter Verlierer“ von Katie Marsh

Die Geschichte einer Liebe in der alles anders kommt, als man denkt. Hannah will Tom verlassen und in ein neues Leben aufbrechen. Die Ehe der beiden hat sich stark verändert: Hannah ist unglücklich und Tom in seinen Job vertieft. Doch der Ehemann hält an der Beziehung fest und will Hannah nicht gehen lassen. Plötzlich ändert sich um die beiden alles und Hannah hinterfragt ihre Pläne und Wünsche komplett. Es beginnt ein völlig anderes Leben für die beiden und sie lernen sich ganz neu kennen.

Ein zartes Buch, in dem Katie Marsh zeigt, worauf es im Leben wirklich ankommt.

 

Die Gerechte – „Justizpalast“ von Petra Morsbach

Ein Buch über das Leben einer Juristin, mit eindrucksvollen Begegnungen und einer vielseitigen Vergangenheit. Thirza stammt aus einer Schauspielerehe, doch schon ihr Großvater war Richter, woran sie anknüpfen will. Sie erlebt die Justiz in ihrem vollen Spektrum von Effizienz und Chaos und trifft vor Gericht die unterschiedlichsten Menschen, von Richtern über Anwälte und Angeklagte. Zusätzlich setzt sich auch mit Männergeschichten und ihren familiären Verhältnissen auseinander.

9 Jahre lang hat Petra Morsbach für diesen Roman recherchiert und herausgekommen ist eine preisgekrönte Geschichte über die deutsche Justiz und die Suche nach Gerechtigkeit.

 

Die Suchende – „Stadt der Steine“ von Xiaolu Guo

Ein Roman über eine im Leben stehende Frau und die Reise zu ihren Ursprüngen. Corals Vergangenheit bricht über sie herein, als plötzlich ein getrockneter Aal aus ihrer Heimat in der Post auftaucht. Sie lebt im lauten, schnelllebigen Peking und das Fischerdorf an der Ostküste, in dem sie aufwuchs, kommt ihr vor wie eine andere Welt. Sie erinnert sich an längst vergessene Erlebnisse, die damals nur einen Wunsch in ihr wachsen ließen: diesen Ort zu verlassen.

Eine ergreifende Geschichte über Heimat und den Umgang mit der eigenen Vergangenheit.

 

Die Tragischen – „Die Mütter“ von Brit Bennett

Ein mitreißenderRoman über junge Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch miteinander verbunden sind. Nadia ist 17 und schwanger von Jack, dem Sohn des örtlichen Pastoren. Aber ein Kind passt nicht in ihre Welt: sie will das Leben und kein Kind. Aubrey ist religiös und kämpft damit, als Kind missbraucht worden zu sein. Sie sind innig verbunden, bis Nadia zur Uni geht und Aubrey sich in Jack verliebt. Beide Frauen begeben sich gemeinsam in eine Geschichte voll Zerrissenheit, Trauma und Zuneigung.

Ein starkesBuch über zwei starke Frauen im heutigen Amerika, das die Leserin nachdenklich aber auch gerührt zurück lässt.

 

Die Außergewöhnliche – „Das rote Kleid“ von Guido Maria Kretschmer

Ein lustiges und teilweise doch tiefsinniges Buch mit einer besonderen Protagonistin. Anascha ist ein rotes Seidenkleid und wartet in der Garderobe eines Filmsets sehnsüchtig auf ihren Auftritt. Sie ist in der Garderobe in guter Gesellschaft, mit einem alten Mantel und einem liebenswerten Nachthemdchen, und sehnt sich doch danach, irgendwann ein richtiges Zuhause zu haben.

Kretschmar erzählt eine Geschichte über ein Kleid, aber vielmehr über den Lauf des Lebens aus einem ganz neuen Blickwinkel.

 

Weitere Buchtipps findest du in unserer Rubrik LESESTOFF!

VON LILI

Früh aufstehen, in die Schule schleppen. Dort versuchen dem Unterricht zu folgen. Den Anweisungen des Lehrers zu folgen. Zu Hause angekommen, Hausaufgaben. Hier ist zwar nicht der Lebensraum der Spezies Lehrer allerdings ein Wesen derselben Art: die Eltern. Auch sie sagen dir, was du tun und lassen sollst. Immer will jemand was von dir, erwartet etwas von dir.                                     
Wir wünschen uns doch einfach ein bisschen mehr Vertrauen, ein bisschen mehr Freiheit. „Wenn ich doch nur Flügel hätte“, diesen Satz habt ihr bestimmt schon oft in irgendwelchen kitschigen Filmen oder im Deutschunterricht gehört. Vielleicht habt ihr es auch selbst gedacht? Flügel, sie stehen für endlose Freiheit.

Es gibt eine griechische Sage, in der Ikarus auf einem Turm gesperrt ist. Um frei zu kommen, baut er sich Flügel aus Wachs. Durch seine Euphorie dadurch frei zu kommen, fliegt er zu nah an die Sonne und die Flügel schmelzen. Er stürzt in die Tiefe. Diese Geschichte ist der von Florian Burkhardt sehr ähnlich. Die Kapitel der Sage beschreiben die Etappen seiner Karriere. Vom Höhenflug bis zum Absturz. Alles fängt mit seiner Sehnsucht nach Freiheit an. Freiheit, die ihm in seinem strikten Elternhaus verwehrt blieb. Nach jahrelangem Aufenthalt in einem katholischen Internat wird er zu einer Ausbildung zum Lehrer gezwungen. Gerade wegen dieser prägenden Jugend war sein erstes Ziel nichts Geringeres als der Inbegriff des Erfolgs und der Freiheit, allerdings auch des Absturzes – Hollywood. Schon von Anfang an hegte Burkhardt keinen Zweifel daran, dass aus ihm ein Star wird. In seinen Augen war er das bereits. Er verschwendete keinen Gedanken an das Risiko. Warum auch? Er hatte nichts zu verlieren.

Aus der geplanten Schauspielkarriere, werden mehrere Karrieren. Und das nicht aus Misserfolg, durch den er viele Nebenjobs annehmen musste- im Gegenteil.                                     
Es wirkt so, als hätte er das Handbuch des Erfolgs gelesen oder heutzutage: das YouTube-Tutorial „How to: be successful“ gesehen. Er wechselt die Branchen, wie bei Teenies die Stimmung schwankt. Es ist surreal, mit welcher Leichtigkeit er immer wieder aufs Neue die Weltspitze mit seiner Leidenschaft überflutet. Florian Burkhardt reitet auf der Welle des Erfolgs, die nie auf Sand zu treffen scheint. Von der Modelkarriere über Lehrer bis hin zu Marketing, die ganze Welt scheint ihm zu Füßen zu liegen.               

Bis ihn eines Tages eine Panikattacke überkommt. Vom Höhenflug zum Absturz. Seine Angst sperrt ihn erneut ein. Er ist gezwungen monatelang auszuharren in seiner Wohnung, die zur Hölle geworden ist. Er hatte nichts zu verlieren und verlor doch das Kostbarste, das er besaß: seine Freiheit. In einem Kampf gegen sich selbst, bekommt er eine andere Sichtweise auf das Leben.

Die Autobiografie von Florian Burkhardt ist so gut geschrieben, dass man sich darin verlieren kann. Ich wurde zwischendurch von der Ungläubigkeit aufgeschreckt, da es sehr unwirklich scheint, dass jemand so viel Erfolg wie Burkhardt haben kann. Ein kurzer Blick im Internet hat Gewissheit gegeben: Die Karriere, das Leben von ihm ist wahr. Und unglaublich.

 

Weiteren Lesestoff findet ihr hier!

Bücher, Comics, Mangas und mehr gab es Ende März auf der Leipziger Buchmesse 2018. Neben vielen Lesungen, Vorträgen und Buchvorstellungen gab es einen riesigen Bereich nur für Manga- und Comic-Freunde: Die Manga-Comic-Con! Zu Tausenden strömten auch in diesem Jahr viele junge Menschen in tollen Outfits dorthin. Mit dabei Nushin, Sandy und Luka aus der jup!-Redaktion. Hier könnt ihr ihre Berichte nachlesen!

Drei Kinder und ein unbestimmtes Ziel. Eine Reise ohne Mutter, ohne Eltern. Sorgen um Geld, um einen Schlafplatz, um einander. Und das alles nur wegen eines Leuchtturms?

VON ALINA

 

Es sollte ein ganz normaler Urlaub für Mika und ihre Familie werden. Ihre Mutter hat lange darauf gespart und die Hütte, in der sie die Sommerferien verbringen wollten, ist einfach traumhaft. Doch ihre Mutter ist nicht wie jede andere. Denn plötzlich ist sie weg und lässt Mika und ihre Geschwister zurück. Da sie die große Schwester ist, muss Mika nun eine Entscheidung treffen. Mit ihrer Schwester Penny und ihrem Bruder Elias unternimmt sie einen riskanten Road-Trip mit dem Ziel, ihren Vater zu finden. Der einzige Hinweis, den sie hat, ist der Leuchtturm, den ihre Mutter immer und immer und wieder gezeichnet hat. Ohne Führerschein fahren die drei mit dem Auto durch ganz Deutschland, von einem Leuchtturm zum anderen. Zwischen Pennys Gezicke, dem Jammern von Elias und der Frage, ob sie heute Nacht ein Dach über den Kopf haben werden, ist nicht viel Platz für Mika. Doch was passiert, wenn dann noch die Liebe dazwischen kommt?

Alexandra Kui ist eine unheimlich talentierte Schreiberin. In ihrem Werk verbergen sich viele Symbole und Zeichen, die die unterschiedlichen Ereignisse der Geschichte miteinander verbinden. Faszinierend hier ist der Realismus. Alles läuft schief, was nur schief gehen kann. Das Auto geht kaputt, sie verlieren ihre Sachen und auch das Geld wird knapp. Mika, die versucht das Verschwinden ihrer Mutter und die an ihr nagenden Probleme vor ihren Geschwistern zu verbergen. Penny, die ahnt was vor sich geht und ihrer Schwester trotz aller Streitereien vertraut. Und Elias, der noch viel zu jung ist, um das alles zu verstehen. All das wird so real und nachvollziehbar, weil es der Autorin gelingt die Gefühle der Personen sehr genau und authentisch zu beschreiben.

Wo wir auch schon bei den Charakteren wären. Man verliebt sich sofort in sie. Die Beziehung der drei ungleichen Geschwister ist zwar keineswegs perfekt, aber sie vertrauen einander und im Ernstfall halten sie zusammen.Schön ist auch die Romanze, denn sie wirkt gar nicht erzwungen. Es ist keine Liebe auf den ersten Blick, sondern es ist ein authentische unsicheres Hin und Her. Mikas oberste Priorität aber bleiben immer ihre Geschwister, das ist es, worum es in „Solange es hell ist“ wirklich geht. Das Einzige, was verwirrend war, ist das Verschwinden der Mutter. Ist sie weggelaufen? Oder ist sie tot? Im Buch wird es hin und wieder erwähnt, aber es wird nie konkret gesagt, was passiert ist. Wahrscheinlich war das ja die Intention.

„Solange es hell ist“ ist ein Buch über Familienbande und über Vertrauen. Eine Reise ins Ungewisse und das Schicksal von Kindern. Das Buch ist absolut lesenswert und eignet sich besonders für Fans von Roadtrips.

 

Mehr Lesestoff findest du hier!

Geld regiert die Welt, doch Klatsch und Tratsch regiert die Schule. Und was gibt es da besseres, als eine App mit den neusten Skandalen und Schandtaten der Schüler? Doch was passiert, wenn der Macher dieser App plötzlich stirbt? Was, wenn es kein Unfall war?

VON ALINA

About That ist die App, über die alle reden. Jeder an der Bayview High hat davon gehört und von vielen wurden die dunkelsten Geheimnisse aufgedeckt. Den Ruf oder auch die Beziehungen der Schüler zu zerstören, ist die Hauptaufgabe von Simon, dem Urheber der App.
Doch seine Schadenfreude bleibt ihm nicht lange. Es braucht nur einen Nachmittag. Mit ihm im Raum: Bronwyn, die Streberin, Addy, die Homecoming-Queen, Cooper, der Baseball-Star, und Nate, der Drogendealer. Simons schadenfrohes Lachen bleibt ihm im Halse stecken. Er stirbt und schon bald findet man heraus, dass es kein Unfall war. Aber es kommt noch schlimmer.

Am nächsten Tag wollte Simon einen weiteren Skandal-Post veröffentlichen. Im Mittelpunkt stehen die anderen vier, die mit ihm in einem Raum waren. Denn jeder von ihnen hat ein Geheimnis. Doch wer war es? Wen kann man zwischen all dem Trubel und den Intrigen noch trauen? Wer ist der Mörder von Simon?

Karen M. McManus´s Roman One of Us is Lying geht direkt ans Herz. Man fiebert mit und es ist schwer aus der Hand zu legen, da man unbedingt wissen möchte, wer der Mörder ist.
Die Geschichte geht Stück für Stück voran und wird von anonymen Tumblr-Posts vorangetrieben. Dies hat sowohl positive, als auch negative Seiten. Positiv ist es, dass so langsam immer mehr von der Geschichte ans Licht kommt. Eher negativ ist die Tatsache, dass immer zufällig die Hinweise gefunden werde, die kurz darauf im nächsten Tumblr-Post auftauchen. Das wirkt nicht sehr realistisch.

Es ist sehr schwer, den Schuldigen zu finden. Man verdächtigt jeden, denn Simon hatte viele Feinde und wenige bis keine Freunde. War es das Mädchen, dss durch ihn unter Mobbing leiden musste? Oder war es doch der Lehrer, der ebenfalls mit im Raum war? Und auch wenn man auf jeden Verdächtigen eingestellt ist, ist der wahre Schuldige doch wirklich überraschend.

Auch sehr realistisch ist die Darstellung von Journalisten, die nach einer Sensation suchen. Die Kinder werden belagert, durchleuchtet und unter Druck gesetzt. Man leidet mit ihnen und das zeugt von einer guten Geschichte. Romantische Beziehungen kommen nicht zu kurz, aber sie rücken auch nicht in den Fokus. Die Beziehungen machen Sinn und wirken nicht erzwungen. Auch verdrängen sie nicht das eigentliche Thema, den Mord, aus dem Mittelpunkt.

One of us is lying ist ein wirklich empfehlenswertes Buch für alle, die es mögen zu Rätseln und die gerne hin und wieder einen Krimi lesen.

 

VON NUSHIN

„Das Leben, das wir führen wollen, das können wir selber wählen. Also los, schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzählen.“
(„Eines Tages, Baby“ von Julia Engelmann)

Diese und viele andere Zeilen, der 25-jährigen deutschen Poetry Slammerin Julia Engelmann konnte man auf der Bühne auf ihrer Deutschland Tour „Jetzt, Baby - Poesie und Musik“ hören. Die ehemalige Psychologiestudentin erlangte ihren Durchbruch vor über 4 Jahren bei einem Dichterwettstreit an der Universität Bielefeld. Ein Internetvideo, in dem Julia, inspiriert durch den "One day/Reckoning Song" von Asaf Avidan, eine Mischung aus Verdeutschung und eigener Kreativität sang, wurde innerhalb weniger Tage mehrere Millionen Mal auf YouTube geklickt.