Berlin

Wie lebt es sich in Steglitz-Zehlendorf? Welche Freizeitangebote bietet der Bezirk für Jugendliche?

Die Schüler*innen des Wahlpflichtkurses Sozialwissenschaften des Paulsen-Gymnasiums haben sich auf dem Schulhof und im Bezirk umgehört und stellen euch einige Angebote im Freizeit-Check vor!

Welche Angebote nutzt ihr? Was fehlt euch im Bezirk? Schreibt es uns in die Kommentare!

Ich bin Paulina, komme aus Polen und mache ein Auslandssemester an der Freien Universität Berlin. Auf jup! Berlin erzähle ich euch, was mir im Alltag in Deutschland so auffällt. Heute: Das Unileben!

VON PAULINA

 

Die Prüfungszeit nähert sich mit großen Schritten. Mein erstes Semester an der FU Berlin  und zugleich mein vorletztes an der polnischen Uni  ist bald vorbei. Was für Unterschiede oder Gemeinsamkeiten gibt es? Was war positiv, was war negativ? Hier meine Eindrücke.

 

Der erste Eindruck: Praktisch muss es sein!

Nein, es war nicht das Gebäude der FU, das mir sofort ins Auge fiel. Es waren die Studierenden, vor allem die weiblichen Studentinnen. Denn die deutschen Studentinnen tragen immer (oder sehr oft) Rücksäcke und scheinen immer ‘praktisch’ und bequem gekleidet zu sein – das macht natürlich Sinn, schließlich ist die Uni kein Laufsteg. Polnische Studentinnen dagegen  und auch viele andere Studentinnen aus dem Ausland sind im Vergleich oft voll geschminkt und tragen Damenhandtaschen anstatt Rücksäcke. So lässt sich also schon äußerlich schnell feststellen, wer keine „richtige“ deutsche Studentin ist.

 

Seminare

Sowohl an polnischen als auch an deutschen Unis gibt es neben Vorlesungen auch Seminare. Natürlich sind sie anders organisiert: andere Credit-Points, andere Lehr- und Arbeitsmethoden und ­­was damit auch verbunden ist: andere Prüfungsaufgaben. An deutschen Universitäten werden viel mehr Hausarbeiten geschrieben als an polnischen Unis (Bezug: humanistische Studiengänge). Eine schriftliche Arbeit, die ca. 30 Seiten umfasst,  wäre schon eine gute Bachelorarbeit in Polen – in Deutschland dagegen nur eine Hausarbeit von vielen. So scheint es hier normal zu sein, dass Hausarbeiten um die 15-20 Seiten lang sein müssen. Das ist natürlich anstrengend. Jedoch bringt es einen enormen Vorteil: Die deutschen Studierenden haben sicherlich viel weniger Probleme beim Schreiben der Abschlussarbeit, weil sie es über ihre gesamte  Studienzeit geübt haben.

 

Diskussionskultur

Die deutschen Studierenden diskutieren gerne. In Polen muss der oder die Dozent*in sehr oft  eine bestimmte Person direkt ansprechen, um eine Antwort bzw. Aussage zu bekommen. Das ist hier anders. Die Studierenden melden sich von selbst, um etwas zu sagen oder etwas nachzufragen.

 

Wer studiert eigentlich?

Wer entscheidet sich eigentlich für ein Studium? In Polen heutzutage jeder. Egal, ob er oder sie will oder eher nicht, (fast) alle gehen studieren, also tut man es selbst auch.  Auch in Deutschland entscheiden sich viele für ein Studium. Das zeigen auch die vielen offenen Lehrstellen, für die sich keine Auszubildenden finden lassen. Meine Erfahrung ist, dass meine deutschen Kommilitonen oft genau wissen, warum sie etwas studieren und es daher auch wirklich wollen.

Doch was verbindet uns? Sowohl in  Deutschland als auch in Polen fängt der Großteil der Studierenden zu spät an, sich auf die Prüfungen vorzubereiten : ) Also bis bald, ich muss lernen!

 

Hier noch ein paar Bilder von der FU Berlin und der Universität Breslau/Wrocław, wo ich sonst studiere:

Glänzende Steine mit Namen, Zahlen und Daten - sogenannte Stolpersteine. Was haben sie zu bedeuten? Wofür stehen sie? An wen sollen sie erinnern?
Die 10. Klasse des Europa-Gymnasiums hat sich auf die Suche begeben und Expert*innen befragt. In dem Videoprojekt "Erklär' deine Stadt" stellen Schulklassen Orte und Personen in ihrem Kiez bzw. Bezirk vor.

 

VON FELIX & PATRICE

Berlin und Bauarbeiten. Das passt zusammen, denken sich wohl viele. Wenn man mit dem Auto oder der Bahn durch die Stadt fährt, muss man oftmals viele Umwege fahren, um ans Ziel zu kommen. Auch auf der Linie S1/S2/S25/S26 wurde gebaut. An den ersten beiden Januar-Wochenenden waren die Linien zwischen Gesundbrunnen und Yorkstraße unterbrochen. Die Deutsche Bahn hat uns deswegen eingeladen, den Nord-Süd-Tunnel zu besichtigen, wenn keine Züge fahren.

Der Nord-Süd-Tunnel, in dem die Bauarbeiten stattgefunden haben, wurde (in Teilen zwischen S-Humboldthain und Brandenburger Tor) bereits 1936 eröffnet. In den Folgejahren litt der Tunnel unter den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg. Wassereinbrüche und Bombardierungen machten dem Tunnel schwer zu schaffen, sodass er ab 1945 wieder instand gesetzt werden musste.

Die Tunnelbegehung an sich war sehr spannend. Wir mussten Sicherheitsschuhe anziehen und Warnwesten tragen. Die Stromschiene war abgeschaltet,  alles war sehr staubig. Die Luft stank stark nach Benzin von den Generatoren und allgemein war es ein eher bedrückendes Gefühl unter der Erde zu sein. Ich habe auf jeden Fall ganz viel Respekt vor den Bauarbeitern im Tunnel, die teilweise bis zu acht Stunden kein Tageslicht sehen können. Die Veranwortlichen, die uns unten im Tunnel herumgeführt haben, meinten, dass das bedrückende Gefühl bei Zugbetrieb noch schlimmer sei, weil die Waggons dann nur mit einem halben Meter Abstand an einem vorbeirasen.

Um selbst einen Eindruck von dem Leben unter der Erde zu bekommen, seht euch unsere Bildergalerie an. Alle Fotos sind von Patrice Großkreuz.

Am 26. Mai findet die Europawahl statt! Bereits eine Woche zuvor, am 17. Mai, wählen alle Berliner*innen unter 18 Jahren bei der U18-Wahl!

SEID DABEI und MISCHT MIT!

Hier und bei U18 Berlin findet ihr alle Infos rund um die beiden Wahltermine und spannende Berichte auf einen Blick!