Lesestoff

Lesen macht glücklich, lässt uns in andere Welten eintauchen und den Alltag vergessen. Einmal abzuschalten, das gönnen wir auch unseren Müttern. Schließlich sind sie sonst den ganzen Tag für uns da. Hier zusammengetragen die Top 5 Last-Minute- Buch-Ideen für den Muttertag!

VON LEEN

 

Die Gefühlvolle – „Die Liebe ist ein schlechter Verlierer“ von Katie Marsh

Die Geschichte einer Liebe in der alles anders kommt, als man denkt. Hannah will Tom verlassen und in ein neues Leben aufbrechen. Die Ehe der beiden hat sich stark verändert: Hannah ist unglücklich und Tom in seinen Job vertieft. Doch der Ehemann hält an der Beziehung fest und will Hannah nicht gehen lassen. Plötzlich ändert sich um die beiden alles und Hannah hinterfragt ihre Pläne und Wünsche komplett. Es beginnt ein völlig anderes Leben für die beiden und sie lernen sich ganz neu kennen.

Ein zartes Buch, in dem Katie Marsh zeigt, worauf es im Leben wirklich ankommt.

 

Die Gerechte – „Justizpalast“ von Petra Morsbach

Ein Buch über das Leben einer Juristin, mit eindrucksvollen Begegnungen und einer vielseitigen Vergangenheit. Thirza stammt aus einer Schauspielerehe, doch schon ihr Großvater war Richter, woran sie anknüpfen will. Sie erlebt die Justiz in ihrem vollen Spektrum von Effizienz und Chaos und trifft vor Gericht die unterschiedlichsten Menschen, von Richtern über Anwälte und Angeklagte. Zusätzlich setzt sich auch mit Männergeschichten und ihren familiären Verhältnissen auseinander.

9 Jahre lang hat Petra Morsbach für diesen Roman recherchiert und herausgekommen ist eine preisgekrönte Geschichte über die deutsche Justiz und die Suche nach Gerechtigkeit.

 

Die Suchende – „Stadt der Steine“ von Xiaolu Guo

Ein Roman über eine im Leben stehende Frau und die Reise zu ihren Ursprüngen. Corals Vergangenheit bricht über sie herein, als plötzlich ein getrockneter Aal aus ihrer Heimat in der Post auftaucht. Sie lebt im lauten, schnelllebigen Peking und das Fischerdorf an der Ostküste, in dem sie aufwuchs, kommt ihr vor wie eine andere Welt. Sie erinnert sich an längst vergessene Erlebnisse, die damals nur einen Wunsch in ihr wachsen ließen: diesen Ort zu verlassen.

Eine ergreifende Geschichte über Heimat und den Umgang mit der eigenen Vergangenheit.

 

Die Tragischen – „Die Mütter“ von Brit Bennett

Ein mitreißenderRoman über junge Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch miteinander verbunden sind. Nadia ist 17 und schwanger von Jack, dem Sohn des örtlichen Pastoren. Aber ein Kind passt nicht in ihre Welt: sie will das Leben und kein Kind. Aubrey ist religiös und kämpft damit, als Kind missbraucht worden zu sein. Sie sind innig verbunden, bis Nadia zur Uni geht und Aubrey sich in Jack verliebt. Beide Frauen begeben sich gemeinsam in eine Geschichte voll Zerrissenheit, Trauma und Zuneigung.

Ein starkesBuch über zwei starke Frauen im heutigen Amerika, das die Leserin nachdenklich aber auch gerührt zurück lässt.

 

Die Außergewöhnliche – „Das rote Kleid“ von Guido Maria Kretschmer

Ein lustiges und teilweise doch tiefsinniges Buch mit einer besonderen Protagonistin. Anascha ist ein rotes Seidenkleid und wartet in der Garderobe eines Filmsets sehnsüchtig auf ihren Auftritt. Sie ist in der Garderobe in guter Gesellschaft, mit einem alten Mantel und einem liebenswerten Nachthemdchen, und sehnt sich doch danach, irgendwann ein richtiges Zuhause zu haben.

Kretschmar erzählt eine Geschichte über ein Kleid, aber vielmehr über den Lauf des Lebens aus einem ganz neuen Blickwinkel.

 

Weitere Buchtipps findest du in unserer Rubrik LESESTOFF!

VON LILI

Früh aufstehen, in die Schule schleppen. Dort versuchen dem Unterricht zu folgen. Den Anweisungen des Lehrers zu folgen. Zu Hause angekommen, Hausaufgaben. Hier ist zwar nicht der Lebensraum der Spezies Lehrer allerdings ein Wesen derselben Art: die Eltern. Auch sie sagen dir, was du tun und lassen sollst. Immer will jemand was von dir, erwartet etwas von dir.                                     
Wir wünschen uns doch einfach ein bisschen mehr Vertrauen, ein bisschen mehr Freiheit. „Wenn ich doch nur Flügel hätte“, diesen Satz habt ihr bestimmt schon oft in irgendwelchen kitschigen Filmen oder im Deutschunterricht gehört. Vielleicht habt ihr es auch selbst gedacht? Flügel, sie stehen für endlose Freiheit.

Es gibt eine griechische Sage, in der Ikarus auf einem Turm gesperrt ist. Um frei zu kommen, baut er sich Flügel aus Wachs. Durch seine Euphorie dadurch frei zu kommen, fliegt er zu nah an die Sonne und die Flügel schmelzen. Er stürzt in die Tiefe. Diese Geschichte ist der von Florian Burkhardt sehr ähnlich. Die Kapitel der Sage beschreiben die Etappen seiner Karriere. Vom Höhenflug bis zum Absturz. Alles fängt mit seiner Sehnsucht nach Freiheit an. Freiheit, die ihm in seinem strikten Elternhaus verwehrt blieb. Nach jahrelangem Aufenthalt in einem katholischen Internat wird er zu einer Ausbildung zum Lehrer gezwungen. Gerade wegen dieser prägenden Jugend war sein erstes Ziel nichts Geringeres als der Inbegriff des Erfolgs und der Freiheit, allerdings auch des Absturzes – Hollywood. Schon von Anfang an hegte Burkhardt keinen Zweifel daran, dass aus ihm ein Star wird. In seinen Augen war er das bereits. Er verschwendete keinen Gedanken an das Risiko. Warum auch? Er hatte nichts zu verlieren.

Aus der geplanten Schauspielkarriere, werden mehrere Karrieren. Und das nicht aus Misserfolg, durch den er viele Nebenjobs annehmen musste- im Gegenteil.                                     
Es wirkt so, als hätte er das Handbuch des Erfolgs gelesen oder heutzutage: das YouTube-Tutorial „How to: be successful“ gesehen. Er wechselt die Branchen, wie bei Teenies die Stimmung schwankt. Es ist surreal, mit welcher Leichtigkeit er immer wieder aufs Neue die Weltspitze mit seiner Leidenschaft überflutet. Florian Burkhardt reitet auf der Welle des Erfolgs, die nie auf Sand zu treffen scheint. Von der Modelkarriere über Lehrer bis hin zu Marketing, die ganze Welt scheint ihm zu Füßen zu liegen.               

Bis ihn eines Tages eine Panikattacke überkommt. Vom Höhenflug zum Absturz. Seine Angst sperrt ihn erneut ein. Er ist gezwungen monatelang auszuharren in seiner Wohnung, die zur Hölle geworden ist. Er hatte nichts zu verlieren und verlor doch das Kostbarste, das er besaß: seine Freiheit. In einem Kampf gegen sich selbst, bekommt er eine andere Sichtweise auf das Leben.

Die Autobiografie von Florian Burkhardt ist so gut geschrieben, dass man sich darin verlieren kann. Ich wurde zwischendurch von der Ungläubigkeit aufgeschreckt, da es sehr unwirklich scheint, dass jemand so viel Erfolg wie Burkhardt haben kann. Ein kurzer Blick im Internet hat Gewissheit gegeben: Die Karriere, das Leben von ihm ist wahr. Und unglaublich.

 

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Bücher, Comics, Mangas und mehr gab es Ende März auf der Leipziger Buchmesse 2018. Neben vielen Lesungen, Vorträgen und Buchvorstellungen gab es einen riesigen Bereich nur für Manga- und Comic-Freunde: Die Manga-Comic-Con! Zu Tausenden strömten auch in diesem Jahr viele junge Menschen in tollen Outfits dorthin. Mit dabei Nushin, Sandy und Luka aus der jup!-Redaktion. Hier könnt ihr ihre Berichte nachlesen!

Drei Kinder und ein unbestimmtes Ziel. Eine Reise ohne Mutter, ohne Eltern. Sorgen um Geld, um einen Schlafplatz, um einander. Und das alles nur wegen eines Leuchtturms?

VON ALINA

 

Es sollte ein ganz normaler Urlaub für Mika und ihre Familie werden. Ihre Mutter hat lange darauf gespart und die Hütte, in der sie die Sommerferien verbringen wollten, ist einfach traumhaft. Doch ihre Mutter ist nicht wie jede andere. Denn plötzlich ist sie weg und lässt Mika und ihre Geschwister zurück. Da sie die große Schwester ist, muss Mika nun eine Entscheidung treffen. Mit ihrer Schwester Penny und ihrem Bruder Elias unternimmt sie einen riskanten Road-Trip mit dem Ziel, ihren Vater zu finden. Der einzige Hinweis, den sie hat, ist der Leuchtturm, den ihre Mutter immer und immer und wieder gezeichnet hat. Ohne Führerschein fahren die drei mit dem Auto durch ganz Deutschland, von einem Leuchtturm zum anderen. Zwischen Pennys Gezicke, dem Jammern von Elias und der Frage, ob sie heute Nacht ein Dach über den Kopf haben werden, ist nicht viel Platz für Mika. Doch was passiert, wenn dann noch die Liebe dazwischen kommt?

Alexandra Kui ist eine unheimlich talentierte Schreiberin. In ihrem Werk verbergen sich viele Symbole und Zeichen, die die unterschiedlichen Ereignisse der Geschichte miteinander verbinden. Faszinierend hier ist der Realismus. Alles läuft schief, was nur schief gehen kann. Das Auto geht kaputt, sie verlieren ihre Sachen und auch das Geld wird knapp. Mika, die versucht das Verschwinden ihrer Mutter und die an ihr nagenden Probleme vor ihren Geschwistern zu verbergen. Penny, die ahnt was vor sich geht und ihrer Schwester trotz aller Streitereien vertraut. Und Elias, der noch viel zu jung ist, um das alles zu verstehen. All das wird so real und nachvollziehbar, weil es der Autorin gelingt die Gefühle der Personen sehr genau und authentisch zu beschreiben.

Wo wir auch schon bei den Charakteren wären. Man verliebt sich sofort in sie. Die Beziehung der drei ungleichen Geschwister ist zwar keineswegs perfekt, aber sie vertrauen einander und im Ernstfall halten sie zusammen.Schön ist auch die Romanze, denn sie wirkt gar nicht erzwungen. Es ist keine Liebe auf den ersten Blick, sondern es ist ein authentische unsicheres Hin und Her. Mikas oberste Priorität aber bleiben immer ihre Geschwister, das ist es, worum es in „Solange es hell ist“ wirklich geht. Das Einzige, was verwirrend war, ist das Verschwinden der Mutter. Ist sie weggelaufen? Oder ist sie tot? Im Buch wird es hin und wieder erwähnt, aber es wird nie konkret gesagt, was passiert ist. Wahrscheinlich war das ja die Intention.

„Solange es hell ist“ ist ein Buch über Familienbande und über Vertrauen. Eine Reise ins Ungewisse und das Schicksal von Kindern. Das Buch ist absolut lesenswert und eignet sich besonders für Fans von Roadtrips.

 

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