Ausstellung

Berlin, 13 Uhr, Rathaus Steglitz/ DAS SCHLOSS (Einkaufszentrum) VON MARA

30 junge Frauen, zwei Fotografinnen, eine Zeitreise - sie alle verbindet eine Geschichte. Eine Geschichte über Veränderung. Über Mut. Über die Freiheit zur Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung. Sie alle treten an ein Thema heran, dass so keinen von uns unberührt lässt. Die einen engagieren sich, die anderen blicken dem neugierig entgegen, manche wissen wiederum nicht, was sie davon halten sollen:

Feminismus.

Man hört es, man kennt es, doch so richtig mitdiskutieren ist gar nicht mal so einfach. Den meisten fällt zunächst eine Idee ein, und zwar die Emanzipation der Frau; sowohl in der Gesellschaft, in der Politik als auch als individuelle Persönlichkeit. Um diesen Gang nachvollziehen und jene Impulse zu & aus der Gleichberechtigung aufgreifen zu können, muss man sich an die Wurzeln dieser starken, aber auch gewagten Bewegung rantrauen.

VON FELI

Am 30.01.2019 besuchte ich im Berliner Abgeordnetenhaus die Dialogveranstaltung denk!mal, in der Schüler und Schülerinnen der verschiedensten Schulen über ihre Projekte sprachen, die sie anlässlich der alljährlichen Ausstellung des Jugendforums denk!mal zum Teil über Monate hinweg fertiggestellt hatten. Das Jugendforum denk!mal erinnert Anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 an die Opfer des Nationalsozialismus und soll dafür sorgen, dass der Holocaust nicht in Vergessenheit gerät.

Die Jugendlichen machten auf mich einen seriösen und interessierten Eindruck. Sie stellten kurz vor, woran sie gearbeitet haben und tauschten sich dann mit den Schüler*innen der anderen Schulen darüber aus. Sie redeten über bewegende Momente, die sie in der Zeit erfahren haben und über Probleme, die in der Projektzeit auftraten. Die Projekte waren so vielfältig, wie die Schüler*innen selbst. Es gab Filme, Hörspiele, Plakate, Figuren und vieles mehr. Manche haben mit Überlebenden gesprochen, andere wiederum haben Gedenkstätten besucht und darüber berichtet. Erlebnisse und Begegnungen, die die jungen Menschen bewegt haben.

 

"Wie können wir verhindern, dass so etwas nochmal passiert?"

Zu dieser Frage habe ich mich zu einer Gruppe gesetzt und zugehört, was die Jugendlichen für Lösungsvorschläge hatten. Ich war ziemlich erstaunt, zu welchen Lösungen sie gekommen waren. Aufklärung - die Menschen über die Geschichte aufklären und darüber reden, was damals passiert ist, Vorurteile aus dem Weg schaffen -, verschiedene Menschen aus verschiedenen Kulturen treffen und sie kennenlernen und mit ihnen reden, Zivilcourage zeigen - wenn Menschen, wegen ihrer Religion, Sexualität, politischen Gesinnung etc. angefeindet werden -,  sich für sie einsetzen, sie unterstützen. Gemeinsam auf die Straßen gehen und für demokratische Werte und gegen Faschismus und Diskriminierung demonstrieren.

 

Die Projekte-Ausstellung

Als ich nach unten in die Ausstellung ging, war ich ziemlich überrascht. Die Schüler und Schülerinnen haben mit viel Kreativität und Intensität gearbeitet und das spiegelte sich auch in den Werken wieder. Besonders bewegt und beeindruckt haben mich die Arbeiten zum Euthanasie-Programm. Auf den Fotos könnt ihr die Figuren sehen, die geistig- und körperlich behinderte Kinder zu diesem Thema gebaut haben.

Die Ausstellung könnt ihr noch bis zum 05. Februar im Abgeordnetenhaus besuchen und bestaunen. ;) Wer in die Geschichte von damals eintauchen möchte und nicht viel über die Zeit von 1933 bis 1945 weiß, dem empfehle ich unbedingt sich diese Ausstellung anzuschauen.

Im Übrigen gab es noch die Abendveranstaltung, über die Lili einen Artikel schreibt. Mehr dazu bald hier!

 

Rund 100 Aufsteller mit philosophischen Fragen schmückten Ende Juni 2018 die Auguste-Viktoria-Allee in Berlin-Reinickendorf. Viele engagierte Schülerinnen und Schüler sowie ein Philosophiekurs der Max-Beckmann-Oberschule hatten diese zusammengetragen und als Ausstellung aufbereitet. Die Jugendlichen wollten wissen, welche philosophischen Fragen den Menschen in ihrem Kiez durch den Kopf gehen, sie bewegen. Dazu befragten sie Menschen in Kirchen, Seniorenwohnheimen, Grundschulen, Kindergärten, Mädchentreffs und Supermärkten.

 

VON HANNAH

 

Rechte und rassistische Äußerungen beschränken sich nicht nur auf die rechte Szene oder das Internet. Sie begegnen uns überall.

Egal ob in Schule und Beruf, auf einer Familienfeier, im Sportverein oder in Bus und Bahn. Doch oft sind wir sprachlos. Wissen nicht, wie wir antworten sollen.

• Wie kann mit rechten und rassistischen Äußerungen angemessen umgegangen werden?

• Wann macht es Sinn, mit meinem Gegenüber zu diskutieren - wann nicht?

• Welche eigenen Argumentations- und Gesprächsstrategien sind hilfreich?

 

Das und vieles mehr diskutierten wir am 6. November im Medienzentrum Berlin-Pankow mit:

• Tarik Tesfu (Netz-Aktivist, Video-Kolumnist)

• Alex Urban (ichbinhier)

• Frederik Jagielski (junge gegenargumente, Servicestelle Jugendbeteiligung)

• Monique Pilgrimm (Social Media Team; Polizei Berlin)

Moderation: Lukas (jup! Berlin)

 

VON SOPHIA, ELISA UND FELIX

Wir waren letzten Sonntag beim Tag des offenen Denkmals, im Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen. Da wir uns schon im Voraus für eine Führung durch das Gefängnis angemeldet hatten, mussten wir nur noch in der Cafeteria auf den Beginn der Besichtigung warten. Es dauerte nicht lang und es kam ein Ausstellungs-Aufseher um uns in einen Raum zu bringen. Dort gab es dann einen dreißigminütigen Einführungsfilm über das Gefängnis.
Die Stimmung war etwas angespannt, was klar ist bei so einem düsteren Thema. Mal wieder wurde mir klar, dass das alles  gar nicht mal so lange her ist. Wenn ich mit meinen Großeltern spreche, reden wir nicht grade über Themen wie die Stasi- oder NS- Zeit. Zum Mal, weil meine Großeltern beide im Westen Berlins aufgewachsen sind und von dem ganzen gar nicht betroffen waren.
Jedes Jahr besuchen rund 455.00 die Gedenkstätte, die meisten davon sind noch Schüler. Allerdings kommen auch ehemalige Häftlinge in die stillgelegte Haftanstalt. Unser Gruppenleiter erzählte uns, dass oft ehemalige Häftlinge in Tränen ausbrechen oder sogar Panik-Attacken erleiden und in Ohnmacht fallen. Mich wundert das nicht, bei dem was ich dort gesehen und gehört habe. Die Häftlinge wurden nicht nur physisch fertig gemacht, indem man sie ständig wach hielt oder misshandelte. Nein, die Wärter dort wurden dazu ausgebildet, die Häftlinge auch psychisch zu Grunde zu richten. Sie nannten das operative Psychologie. Oft wurden Geständnisse erzwungen, die Verhöre fanden nur in der Nacht statt und die Häftlinge hatten vorher oft Wochenlang keinen Kontakt zu anderen Menschen. Allein das war für die meisten schon ein Grund zu reden. Wenn das nicht funktionierte, wurden sie bestochen oder ihren Familien gedroht.

 

VON KRISTINA

In ihrem "Ich will verändern" Blog 'add passion' schreibt Kristina regelmäßig über Geschichten, die sie erlebt und Ereignisse, die sie in ihrer Umwelt beobachtet.

 

Wenn die Stadt niemals schläft und trotzdem aufstehen muss.
Wenn Bilder zum Leben erwachen, Möbelstücke anfangen zu tanzen, Dinosaurier aus ihrer Starre schlüpfen und Statuen Gespräche führen, dann heißt es wieder: Lange Nacht der Museen.

Man nehme ein Ticket für die lange Nacht der Museen und mache einen Abstecher in ein Museum, das man vielleicht nur mit der Schule besucht hätte.
In diesem Beispiel gehe ich ins Kommunikationsmuseum, das von Schulklassen oft besucht - privat eher weniger - an diesem Abend für Überraschung sorgte, als es sich in einen Nachtclub verwandelte. Voll war es, denn die Angebote lockten nicht nur Erwachsene und Familien, sondern auch die junge Generation.
Innen: Musik, aus Lautsprechern und violette und pinke Lichter erleuchteten das Atrium im Mittelpunkt des Hauses. Alles war bereit zu Tanzen und alles stand unter dem Licht der Musik unserer Moderne. Die Moderne hat natürlich auch Wurzeln und die wurden abermals durchtanzt, denn ein Tanzpaar führte mit breitem Lächeln die verschiedenen Tanzstile vor. Angefangen von den animalischen und wilden 20ern bis zu den Jahren in denen der Rock bloß nicht zu hoch sitzen und die Tanzschritte bloß nicht zu vulgär aussehen sollten. Was vielleicht kaum einer weiß: der Nationalsozialismus hatte seine Finger auch in der Musik, denn die am meisten gehörte Musik kam aus dem Ausland, wurde aber als "undeutsch" abgestempelt. Swing und Jazz wurden also verboten und was verboten ist, wird natürlich noch viel interessanter. Widerstand gegen das Verbot wurde jedoch zum Teil mit Folter bestraft.  Was die Jugend nun hören durfte und wozu man tanzte, war nicht klar.
In der DDR kam der kokette "Lipsi" aus Leipzig in Mode - ein höchst anständiger Tanz für die Jugend. Im Grunde hält man sein Gegenüber an den Schultern und geht minimal einen Schritt nach rechts oder links, damit der Rock nicht zu hoch geworfen wird, versteht sich. Später dann wurde es so richtig modern, als Bands wie Kraftwerk die Kabel und Synthesizer herausholten und den Auftakt zum Techno gaben. Alles noch poppig. Die Ausstellung ,,90 Jahre Popmusik in Deutschland“  zeigte wie sich die Popkultur immer wieder neu erfand und somit auch Punk und Rock zu vernehmen waren, denn diese Musikstile prägten die Jugend ab 1980.  
Ab da rauschte in Deutschland, aber auch in anderen Ländern Nena mit ihren Luftballons durch die Walkmans. Ja, ganz genau dieses kleine Rechteck mit Knöpfen und Kopfhörern dran, denn MP3-Player gab es noch nicht, von Handys gar keine Rede.
Musik wurde nun zu dem, was uns heute ziemlich bekannt vorkommt. Stellt sich die Frage: Wie ist unsere Musik heute? Sie ist ein Mix aus allem, was in den letzten Jahrzehnten so gespielt wurde, aber wie wird die gegenwärtige Musik in ein paar Jahrzehnten genannt werden?