Gesundheit

Mental Health ist kein einfaches Thema, beschäftigt viele von uns aber ununterbrochen. Sei es, weil wir mal wieder nicht wissen, wo uns der Kopf steht oder wie wir mit uns und unseren Gefühlen umgehen sollen oder auch, weil sich uns nahestehende Menschen mit ihren Problemen und Gedanken an uns wenden.

Kein Wunder, dass so viele Gefühle auch mal überfordern – gerade uns Jugendliche. Und weil dieses Thema für uns so wichtig ist, gab es auch auf der diesjährigen TINCON in Berlin viel Raum für Austausch.

 

Moderiert von Jans  widmeten sich Maria Popov  und Nate  am zweiten Tag der Teenage Internetwork Convention der Frage: „Wie spricht man über Mental Health?“, erzählten von ihren Erfahrungen und teilten ihre Ratschläge mit den Jugendlichen, die es sich in der FUNK-Lounge gemütlich gemacht hatten.

Hier wurde allerdings nicht nur zugehört: Im Anschluss an die Podiumsdiskussion ergriffen viele die Chance bzw. das legendäre Wurf-Würfel-Mikrofon, um ihre Gefühle mit allen zu teilen und die drei Experten und Expertinnen um Rat zu fragen.

 

Aber wie redet man denn nun über Mental Health?

Aus 60 Minuten ehrlichem und bemerkenswert offenen TINCON-Talk in der Funk-Lounge habe ich drei wichtige Punkte mitgenommen, die Dir vielleicht helfen können, wenn Du mal nicht mehr weiter weißt.

 

1. Raus mit den Gedanken!

Es kann immer sein, dass man sich nicht gut fühlt. Das liegt am Wetter, an der anstehenden Arbeit, am Stress mit der Familie oder den Freunden und ist vor allem: GANZ NORMAL.

Manchmal verlangt das Leben einfach mehr, als man eigentlich leisten kann und schon holt einen ein ungutes Gefühl ein und verdunkelt die Stimmung. Im besten Fall verflüchtigt sich dieses Gefühl von allein, aber wenn dem mal nicht so sein sollte, dann solltest Du Dich anderen mitteilen. Es bringt nichts, all die unguten Gedanken bei sich zu behalten und sich immer mehr zurückzuziehen. Teil Dich mit und fang an, mit jemandem über das zu reden, was Dich umtreibt. Gedanken zuzulassen und Raum zu geben und eben zu akzeptieren, dass es einem schlecht geht, ist ein wichtiger Schritt und kann manchmal schon Wunder bewirken.

 

2. Such Dir Vertrauenspersonen!

Ich sage Dir zwar, dass Du mit jemandem reden solltest, aber mit wem denn bloß?

Freunde und Familie zu involvieren ist immer mein erster Rat. Auch Vertrauenslehrer*innenn oder dem Lehrer oder der Lehrerin, dem oder der man vertraut, hilft es, sich mitzuteilen. So kann sich Dein Umfeld im besten Fall sogar darauf einstellen, wie es Dir gerade geht. Das sind schließlich die Menschen, die Dich gut kennen und sicher den einen oder anderen Rat für Dich haben oder Dir dabei helfen können, die Perspektive zu wechseln.

Allerdings kann es manchmal sein, dass man jemanden braucht, der gar nichts mit der Situation zu tun hat, in der man sich gerade befindet. Hier kann es sinnvoll sein, sich Hilfe von außen zu suchen.

GANZ WICHTIG: Kein Problem ist zu klein, um es anzusprechen. Oft höre ich, dass einige Angst haben, etwas anzusprechen, weil es ihnen zu irrelevant erscheint. Auch dass es anderen schlechter geht oder gehen könnte, ist kein Argument! Du bist wichtig und jedes Problem, dass Dich belastet, ist ein Problem zu viel.

Sorgentelefone, Online-Beratungen, Krisendienste und Co. sind für jede*n da. Mindestens dort haben sie immer ein offenes Ohr für Deine Anliegen. Gemeinsam könnt ihr Euch überlegen, was Du brauchst und wie ihr das Problem angehen wollt. Vielleicht reicht ein Gespräch, vielleicht begleiten sie Dich über den „kritischen“ Zeitraum hinweg, vielleicht brauchst Du aber auch mehr als temporäre Hilfe. Und hier komme ich schon zu meinem letzten Punkt.

 

3. Nimm Hilfe an!

Hilfe ist da, um sie anzunehmen. Es gibt, gerade in großen Städten wie Berlin, unheimlich viele Hilfsangebote. Das kann die Beratung, Nothilfe, Therapiegruppen, etc. sein. Welche Angebote es in Berlin gibt, haben wir auf unserer Seite Rat & Hilfe schon einmal zusammengesucht.

Aus Erfahrung weiß ich, dass man aus einigen Problemen allein einfach nicht mehr rauskommt, aber genau in solchen scheinbar ausweglosen Situationen kommen all die guten Hilfsangebote ins Spiel. Nicht ohne Grund gibt es ausgebildete Menschen, die Dir dabei helfen können, Deine Gedanken zu ordnen oder Dir Antworten auf Fragen zu geben, die Du alleine nicht finden kannst. Sie kennen sich aus und sind geübt darin, Lösungen zu finden, die Dir in schwierigen Zeiten helfen.

Hab also keine Angst davor, Dir Hilfe zu suchen und diese anzunehmen! Jedes ungute Gefühl ist es Wert, besprochen zu werden. Es ist wichtig, dass Du Dir die Zeit für Dich nimmst. Hab nicht den Anspruch, alles immer selbst wieder in den Griff zu bekommen, denn das musst Du nicht und manchmal ist das auch einfach nicht allein möglich.

Es ist auch kein Problem, Dir jemanden mitzunehmen, der Dich bei den ersten Schritten begleitet und Dich dabei unterstützt, das richtige für Deine Situation zu finden.

 

Du bist nicht allein.

Du kannst Dir sicher sein, dass Du nicht allein mit Deinen Problemen bist. Es gibt sehr viele Menschen, die ähnlich fühlen und mit denen sich deshalb der Austausch lohnt. Es kann sehr gut tun, Leuten zu begegnen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und vielleicht schon Strategien mir Dir teilen können, die ihnen geholfen haben.

Dass es sich lohnt, offen über Probleme zu reden, hat auch die TINCON-Session in der Funk-Lounge gezeigt. Sowohl die mutigen Fragenstellenden als auch die stillen Zuhörer*innen konnten aus diesen 60 Minuten viel für sich mitnehmen. Allein zu wissen, dass es nicht ungewöhnlich ist, wenn man mal zweifelt oder man auf der Suche nach seinem Platz in der Welt ist, tut der Seele gut.

Abschließend will ich nur sagen: Niemand sollte sich unwohl fühlen. Niemand muss es ertragen, schlecht behandelt zu werden. Krisen gehören zum Leben dazu, aber es ist möglich, aus jedem Tief wieder gestärkt hervorzugehen.

Man muss nur den Mut haben, sich Hilfe zu suchen und diese anzunehmen - Es lohnt sich!

 

VON MAREIKE

Betheljahr (FSJ) im „Königin Elisabeth Herzberge“ Krankenhaus

Ein Erfahrungsbericht von Monika

Als ich mich für das Betheljahr im Berliner Krankenhaus „Königin Elisabeth Herzberge“ (KEH) bewarb, wusste ich noch nicht wirklich, was auf mich zukommen wird. Natürlich kannte ich die Stellenausschreibung, die Hauptaufgabe während des Betheljahres in dem Krankenhaus mit seinem „demenzsensiblen Projekt“ bestand in der Betreuung hochbetagter Patienten, unter anderem mit demenziellen Erkrankungen oder einem Delir.

„Wie wird dann wohl mein Arbeitsalltag auf Station so aussehen? Werde ich nur alte Volkslieder singen und „Mensch ärgere Dich nicht“ spielen oder auch in die Pflege eingebunden werden?“, fragte ich mich. Umso gespannter und aufgeregter war ich also, als ich dann erfuhr, dass ich nicht auf den Stationen wie der Inneren oder der Geriatrie eingesetzt werde, sondern ein Jahr lang in der Rettungsstelle arbeiten werde, vor allem, weil ich vor meinem FSJ noch nie eine Rettungsstelle von Innen gesehen hatte. Kann man den Patienten in der Notaufnahme eine wirkliche Betreuung bieten? Aufgaben wie Essen anreichen oder „Mensch ärgere Dich nicht“ spielen fielen nun natürlich weg.

Die ersten Wochen musste ich mich erst einmal an den Alltag und die Abläufe gewöhnen – viel zusehen und lernen – und es gibt definitiv eine Menge zu lernen. Meine Kollegen nahmen sich Zeit für mich, sie erklärten mir vieles, schnell konnte ich mich eingewöhnen. Ich versuchte zunächst zu helfen, wo es ging – Tragen beziehen, Wäschesäcke wechseln und natürlich mich um das Wohlergehen der Patienten zu kümmern. Rasch wurde mir klar, dass ich die Patienten zwar nicht wie auf Station intensiv beschäftigen konnte. Trotzdem ist es für viele Patienten, gerade für hochbetagte und für solche mit einer vorhandenen Demenz, sehr angenehm, wenn über die mehreren Stunden Wartezeit in der Notaufnahme eine Person für sie da ist, mit der sie sich auch unterhalten können.

Es hat mir unglaubliche Freude bereitet, in gewisser Hinsicht eine Vertrauensperson für manche Patienten zu sein, während des kurzen Aufenthaltes in der Rettungsstelle, wo es manchmal auch sehr laut und chaotisch werden kann. Gerade stark verwirrte ältere Patienten brauchen bei der fremden Umgebung besondere Betreuung und jemanden, der ihnen hilft etwas zur Ruhe zu kommen – dabei reicht es manchmal einfach mit den Patienten zu reden und ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass jemand für sie da ist.

Das „KEH“ besitzt viele verschiedene Fachabteilungen, somit gelangen in die Notaufnahme nicht nur hochbetagte pflegebedürftige Menschen. Das „Patientenklientel“ ist genauso abwechslungsreich wie der Alltag in der Notaufnahme selbst. So komme ich zum Beispiel oft mit psychiatrischen Patienten oder Alkoholabhängigen in Kontakt, was manchmal zu einer Herausforderung wird.

Mittlerweile befinde ich mich im achten Monat meines Betheljahres und bin unglaublich zufrieden damit. Mit der Zeit werden mir immer mehr Aufgaben anvertraut, so darf ich unter Anweisung auch Infusionen vorbereiten, EKGs schreiben und einiges mehr. Natürlich gibt es manchmal pflegerische Tätigkeiten zu erledigen, bei denen ich mithelfe. Das Team ist sehr zuvorkommend und zwingt mich zu Nichts, was ich nicht tun möchte.

Persönlich kann ich das Betheljahr in der Notaufnahme des KEHs jedem nur weiter empfehlen, der sehr gerne mit Menschen arbeitet, gerne neues lernt und nicht gerade eine Blutphobie hat. Ich selbst habe sehr viele neue Eindrücke und Erfahrungen gesammelt, konnte viele Einblicke in den Alltag im Krankenhaus gewinnen.