Mit jup! unter die Erde

VON FELIX & PATRICE

Berlin und Bauarbeiten. Das passt zusammen, denken sich wohl viele. Wenn man mit dem Auto oder der Bahn durch die Stadt fährt, muss man oftmals viele Umwege fahren, um ans Ziel zu kommen. Auch auf der Linie S1/S2/S25/S26 wurde gebaut. An den ersten beiden Januar-Wochenenden waren die Linien zwischen Gesundbrunnen und Yorkstraße unterbrochen. Die Deutsche Bahn hat uns deswegen eingeladen, den Nord-Süd-Tunnel zu besichtigen, wenn keine Züge fahren.

Der Nord-Süd-Tunnel, in dem die Bauarbeiten stattgefunden haben, wurde (in Teilen zwischen S-Humboldthain und Brandenburger Tor) bereits 1936 eröffnet. In den Folgejahren litt der Tunnel unter den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg. Wassereinbrüche und Bombardierungen machten dem Tunnel schwer zu schaffen, sodass er ab 1945 wieder instand gesetzt werden musste.

Die Tunnelbegehung an sich war sehr spannend. Wir mussten Sicherheitsschuhe anziehen und Warnwesten tragen. Die Stromschiene war abgeschaltet,  alles war sehr staubig. Die Luft stank stark nach Benzin von den Generatoren und allgemein war es ein eher bedrückendes Gefühl unter der Erde zu sein. Ich habe auf jeden Fall ganz viel Respekt vor den Bauarbeitern im Tunnel, die teilweise bis zu acht Stunden kein Tageslicht sehen können. Die Veranwortlichen, die uns unten im Tunnel herumgeführt haben, meinten, dass das bedrückende Gefühl bei Zugbetrieb noch schlimmer sei, weil die Waggons dann nur mit einem halben Meter Abstand an einem vorbeirasen.

Um selbst einen Eindruck von dem Leben unter der Erde zu bekommen, seht euch unsere Bildergalerie an. Alle Fotos sind von Patrice Großkreuz.

  • Unsere Tunnelbegehung startet am S Nordbahnhof. Berliner Bahnhöfe haben jeweils ein eigenes Farbkonzept, damit auch Analphabeten wissen, wann sie wo aussteigen müssen. Foto: Patrice Grosskreuz
  • Während des normalen S-Bahnbetriebs sorgen die Züge mit Luftmassen, die sie vor sich herschieben, für einen Frischluftaustausch. Wenn keine Züge fahren, müssen stattdessen Ventilatoren ran. Foto: Patrice Grosskreuz
  • Auch für Strom für die Tunnelmaschienen muss gesorgt sein – dafür gibt es diesen Generator Foto: Patrice Grosskreuz
  • Gelbe Laufwege sorgen dafür, das die Triebfahrzeugführer*innen zu ihren Zügen kommen. Foto: Patrice Grosskreuz
  • Mit diesem Wagen, der gleichzeitig auf Straße und Schiene fahren kann, können Bauarbeiten im Tunnel vorgenommen werden. Foto: Patrice Grosskreuz
  • Hier werden die Wände des Tunnels abgeschliffen Foto: Patrice Grosskreuz
  • Über die Podeste im vorderen Teil des Bildes kommen die Triebfahrzeugführer*innen bequem zu ihrem Zug. Foto: Patrice Grosskreuz
  • Auch Grafitti und Tags sin dimmer wieder zu finden. Die Sprayer*innen kommen durch die Notausgänge in die Tunnel Foto: Patrice Grosskreuz
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Jugendmagazin Kategorien: 
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