Was wir von Momo lernen können.

am 17.12.2018
Teilen

Vielleicht kennen sie Einige, vielleicht auch nur vom Hörensagen. Vielleicht kennt ihr dann auch ihre Geschichte und ihre wundersame Kraft.

Eine Welt, die unserer Realität zum Verwechseln ähnlich scheint, denn was sie unterscheidet, sind nur ein paar kleine Feinschliffe des Unmöglichen und vielleicht auch des Möglichen. Das Mädchen Momo kommt in diese Welt und scheint auch, zu gleichen Teilen möglich und unmöglich zu sein. Nun ist alles bereit, um eine Michael Ende-Geschichte zu erzählen - mitreißend und durchdacht.

Wer denkt er oder sie sei zu alt für solche Kindergeschichten, der sollte erst Recht den Schritt wagen und sie lesen. Einige Kindergeschichten darf man nicht unterschätzen! Das habe ich vor allem bei diesem Beispiel selbst erkennen müssen. Michael Ende erschafft wunderbare Charaktere und lässt uns schmunzeln und mittrauern. Der Roman ist nämlich gar nicht so leicht zu schlucken, jedenfalls nicht, wenn man viel Mitgefühl mitbringt.

Ich hatte große Freude trotz all dem durch die Zeitdiebe zugefügten Leid und nach dem Lesen steigt das Gefühl und die Wertschätzung der Zeit sofort. Erstaunlich ist es, dass unsere derzeitige Welt genau in das Bild der Menschen aus der Geschichte passt, bloß, dass diese nicht von den grauen Herren der Zeit-Sparkasse vereinnahmt werden. Stellt sich die Frage, von wem oder wodurch wir vereinnahmt werden. Durch mehr Hektik und Zeitdruck werden wir vielleicht schneller an unser Ziel kommen, aber nicht glücklich sein. Wer das nicht weiß, mag es nicht glauben – Ein Grund mehr, nach Michael Endes Buch zu greifen.

Zeit kann man nicht sparen.

Wann ist Zeit zu etwas so Wertvollem geworden? Noch wertvoller als Geld. Denn alles Geld der Welt hat keinen Nutzen, wenn keine Zeit bleibt, es auszugeben. Wann hat unsere Welt angefangen, so geschäftig und hektisch zu sein? Ich kann mich nicht mehr an etwas anderes erinnern. Denken wir zurück: Als Kind waren wir ständig draußen und spielten, gingen zur Schule oder in den Kindergarten. Die Zeit bleibt die Gleiche, nur was wir damit anfangen, ändert sich natürlich und das hängt davon ab in welchem Lebensabschnitt wir uns befinden.

Ab und an ist es wichtig, die Augen zu schließen und zu überlegen, womit wir unsere Zeit verbringen und zwar ohne das gleich zu bewerten.

In der Geschichte von Momo geht es nicht nur ums Zeitsparen, sondern auch um die Magie des Zuhörens und der Fantasie. Durch dieses Buch habe ich mir erst richtig bewusst gemacht, was Zeit überhaupt ist. Ich habe mir vorgenommen, offener gegenüber allen möglichen Dingen zu werden und bewusster zu zuhören. Wann wurde euch das letzte Mal wirklich aufmerksam zugehört? Wann habt ihr das letzte Mal jemandem richtig zugehört? Solche Momente scheinen sich nur selten zu finden und verändern können nur wir es.

,,Was die Menschen mit ihrer Zeit machen liegt in ihrer Verantwortung.”, so der weise Meister Hora.

Jeden Tag entscheiden wir, womit wir unsere Zeit verbringen und damit auch, was uns wichtig ist. Wofür tun wir bestimmte Dinge und was ist uns wirklich wichtig? Durch dieses Buch habe ich auch gelernt, dass die scheinbar unnützen Dinge, jene sind, die unser Leben zu dem machen, was es ist. Spielen und Tanzen sollte ich vielleicht mal öfter tun. Wie ist es bei euch? Lest und erkundet euch und die Welt um euch herum.

Vielen Dank Michael Ende für diese wundervolle Geschichte!

 

In ihrem "Ich will verändern" Blog 'add passion' schreibt Kristina regelmäßig über Geschichten, die sie erlebt und Ereignisse, die sie in ihrer Umwelt beobachtet.

Bitte keinen kompletten Klarnamen verwenden.