Südafrika kommt ins Konzerthaus Berlin - Eröffnung des Young Euro Classic Festivals

VON KRISTINA
In ihrem "Ich will verändern" Blog 'add passion' schreibt Kristina regelmäßig über Geschichten, die sie erlebt und Ereignisse, die sie in ihrer Umwelt beobachtet.

 

Licht wird gedimmt, sodass nur noch die strahlenden Hemden der Spieler in blau, gelb, orange und grün scheinen. Leichtfüßig betritt der junge Dirigent die Bühne mit Applaus im Hintergrund. Stille kehrt ein, bis das Orchester MIAGI aus Südafrika den Auftakt in das Young Euro Classic Festival 2018 macht.

Schon das Einstimmen gab einen Vorgeschmack auf die Großartigkeit dieses Orchesters und dann begann das erste Stück, wobei Violinen, Cellos und Flöten sich gegenseitig antworteten. Mal wie ein Sturm gemeinsam den Saal mitnahmen, mal ganz sacht die Bögen über die Saiten streichen ließen und den hohen Herrschaften die Möglichkeit gaben, ebenfalls zu antworten. Antworten auf den 100.Geburtstag Nelson Mandelas, der sein Leben lang nach Demokratie und Frieden strebte und zusammen mit Leonard Bernstein das diesjährige Festival beeinflusst.
Heiko Maas hielt eine Rede und auch die Staatssekretärin für Finanzen mit dem Botschafter Südafrikas hielten Reden, weihten stolz die Briefmarke mit Mandela ein.

 

Begeisterung war von allen Seiten zu spüren und Freude, nicht nur über die Bekanntgabe der Mandela Briefmarke, sondern auch über das Talent und die Hingabe des jungen Orchesters waren überwältigend. Das Besondere eben dieses Orchesters ist, dass die Jugendlichen alle verschiedene Hintergründe haben und somit auch einen Mix aus verschiedenen Musikrichtungen spielen. Zusammen mit dem britischen Dirigenten Duncan Ward entstand eine ganz lebendige, impulsive Vorstellung. Ganz zum Höhepunkt des finalen Stückes bekam das Publikum sogar eine Vorwärtsrolle und eine Körperwelle von ihm zu sehen. Wenn das nicht mal ein Beweis für die Lebhaftigkeit dieses Abends war!  

Der gesamte Abend war durchzogen von afrikanischen Klängen - nicht nur durch das Jugendorchester, sondern auch durch die A-Capella Gruppe ,,Just 6“ aus Südafrika, die mit Stimme und Präsenz das Publikum nach Afrika katapultierten. Einzig mit ihren hohen und tiefen Stimmen ließen sie die Leute in 'König der Löwen' schwelgen und zum deutschen Stück Beethovens ,,Lorelei“ schmunzeln. Sie sangen auch jeweils die Hymnen von Deutschland und Südafrika, stärkten so die Bindung beider Länder.  Dass Deutschland und Südafrika nach nicht besonders schöner Geschichte gemeinsam diesen Abend gestalteten und genießten, war wirklich wunderbar zu spüren.

 

"Unsere Hoffnungen für eine bessere Zukunft sind größtenteils aufgegangen, doch es ist noch nicht alles gut.“, wie Maas es zur Demokratie und zur Gesellschaft in seiner Rede angesprochen hat. Trotz des Appells war das Konzert für jeden ein Vergnügen.
Das Orchester und die Gruppe versprühten Freude und Bewegung mit den Klängen aus Afrika und auch einfach mit ihrer Ausstrahlung. Sie zeigten, wie wundervoll kulturelle Vielfalt ist und das Teilen dieser. Mit einer letzten Verbeugung gingen sie ganz locker spielend aus dem Saal mit dem tosenden Applaus der feinen Damen und Herren. Jetzt wird das Konzerthaus zwei Wochen (bis zum 20. August) mit den verschiedensten Jugendorchestern aus aller Welt erfüllt sein. Lasst es euch nicht entgehen! Viele der Konzerte werden auch ab dem 10. August auf arteConcert ausgestrahlt. 

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