Lotte steht noch ganz am Anfang ihrer Musikkarierre. Sie schreibt ihre Musik und ihre Liedtexte selbst. Noch steht sie alleine auf der Bühne. Wir haben sie im Huxleys vor ihrem Auftritt getroffen.

VON OLIVER MATTUTAT

Als Vorband von u.a. Benne, Johannes Oerding oder Max Giesinger quer durch Deutschland getourt zu sein, liest sich nicht schlecht in der musikalischen Vita. All das kann Lotte vorweisen. Die sympathische  Wahlhamburgerin hat so einiges erlebt im Jahr 2016 und dabei auch die Bandbreite von Locations und Anzahl des Publikums kennengelernt. Aufgetreten ist sie stets alleine. Nur sie und ihre Gitarre. Deswegen wird sie von ihrem Label auch "Das Mädchen mit der Gitarre" genannt. Ihre Lieder sind eher ruhig, nachdenklich und manchmal auch ein bisschen melancholisch. Dass das aber nicht das ist, was sie nur machen möchte, stellt sie auch bei ihrem Auftritt im Berliner Huxleys klar. Bei der Ankündigung des Liedes Pauken gibt sie schon einen Ausblick auf die Änderungen im Jahr 2017. "Nächstes Jahr spiele ich dann zusammen mit meiner Band und dann machen wir so richtig Krach", sagt sie. Ihre Lieder lassen sich wirklich gut in einer Bandversion vorstellen. Dann wird sie "Das Mädchen mit der Band". Ihre Songs schreibt sie selbst. Dabei geht es viel um die Liebe und die persönlichen Erfahrungen, die Lotte gemacht hat. Bei ihrem Auftritt als Vorband von Max Giesinger im Huxleys erntet sie viel Applaus. 2017 soll ihr erstes Album kommen und sie möchte gerne auf die erste eigene Tour gehen, verriet sie uns.

Wir sind gespannt und behalten Lotte auf jeden Fall im Auge.

In unserem Interview sprachen wir mit ihr über ihre Bühnenerfahrungen, ihre Musik und ihre Vorhaben für 2017: 

Jup!: Seit diesem Sommer bist du regelmäßig als Support Act unterwegs. Wie war das so?
Lotte: Total cool. Es waren auch ganz verschiedene Künstler aus dem deutschsprachigen Bereich. Max (Giesinger Anm. d. Red.) spielt unfassbar große Locations und bei Benne, der noch in einem anderen Stadium ist, waren das so hunderter, zweihunderter Läden. Ich stehe ja noch nur alleine mit Gitarre auf der Bühne. Es ist total verrückt, zu sehen, wie die Leute reagieren. Das ist eine gute Schule für mich und man sieht, was alles so dazu gehört. Was macht ein Tourmanagement? Wie funktioniert es, im Nightliner oder im Sprinter zu reisen? Ich genieße es sehr und bin ein bisschen wehmütig, dass es jetzt erst einmal zu Ende geht. 

Welche Erfahrungen nimmst du davon mit?
Ich habe angefangen, es sehr zu genießen auf der Bühne zu stehen. Die ersten Auftritte hatte ich natürlich eine große Aufregung. Aber wenn man dann jeden Tag nen Gig spielt bekommt man ein wenig Routine. Man geht auf die Bühne und man bekommt so viel zurück von den Leuten. Dazu kommen dann noch praktische Erfahrungen. Ich habe jetzt das erste Mal angefangen, mit In-Ear zu spielen. Plötzlich hört man sich zusätzlich noch da drüber. Das ist auch etwas Neues. 

Wie wichtig ist dir, dass du auch ein Instrument spielst. Gibt dir das auch Sicherheit?
Ich genieße es sehr, selbst Instrumente zu spielen. Ich spiele auch Klavier. Ich schreibe auch die Songs selbst und da brauche ich einfach ein Instrument. Ich liebe es sehr, mit einem Instrument auf der Bühne zu stehen. Ich glaube, aber nicht, dass es ohne nicht auch gehen würde. 

Wie würdest du dich, wie würdest du deine Musik beschreiben?
Das, was ich hier bei den Support Acts mache, ist noch sehr akustisch und reduziert. Da würde ich sagen, dass das sehr ehrlicher, deutscher Pop ist. Das, was aus mir rauskommt in Musik. Ich bin gerade mit meiner Band im Studio. Was da kommt, wird immer noch ehrlich und deutsch sein, aber dann eher in die Pop / Rock Richtung gehen. Es wird ein bisschen lauter. 

Wer sind deine Vorbilder?
Ich höre zurzeit gerne deutsche Sachen. Zum Beispiel höre ich Bosse, Clueso oder Joris. 

Eine EP hast du schon. Wann können wir mit deinem Debütalbum rechnen?
Wir lassen uns ganz viel Zeit gerade. Wir sind mittendrin und die ersten Nummern stehen schon. Im Februar kommt die erste Single, da freue ich mich schon drauf. Ich denke, dass zum Sommer etwas kommt.

Du gehörst ja auch zur Generation digital native. Wie wichtig sind dir Soziale Netzwerke?
Sie sind sehr viel wichtiger geworden im letzten Jahr. Ich hatte bis vor zwei, drei Monaten kein Instagram, sondern nur Facebook. Es ist mir auch schwer gefallen, Sachen herauszugeben, weil man dadurch ja viel von sich offenbart. Ich mache einen Post pro Tag, den ich gut finde. Den Rest meiner Zeit schreibe ich dann Backstage meine Songs.  

2016 ist nun auch fast zu Ende. Was hast du dir für 2017 vorgenommen, hast du Wünsche fürs neue Jahr?
Ich freue mich auf 2017, weil eine Menge passieren wird und ich jetzt auch mein Team zusammen habe. Ich wünsche mir einen tollen Festivalsommer und dass ich ganz, ganz viel live spielen kann. Das macht mir großen Spaß. Eine erste eigene, kleine Tour würde ich auch gerne spielen. Ich glaube, was immer sinnvoll ist, dass man man selbst bleibt. Ich wünsche ich, dass da auch bei mir so bleibt. 

Wie feierst du Silvester?
Mit meiner Band in Hamburg. Wir machen Raclette zusammen. Es ist voll cool: Ich wohne mit meinem Bassisten im selben Haus.

Zu guter Letzt haben wir noch ein paar Entweder- oder Fragen für dich: 

Rumspringen oder Stillsitzen?
Rumspringen

Lachen oder Weinen?
Geht auch beides? (Lacht.) Dann beides

Computer oder Rausgehen?
Rausgehen

Pizza oder Pasta?
Pizza

Winter oder Sommer?
Sommer

Sport gucken oder Sport machen?
Sport machen

Laut oder Leise?
Laut

Auf Tour oder Zuhause sein?
Auf Tour

Erfolg haben oder glücklich sein?
Glücklich sein 

Vielen Dank fürs Gespräch, Lotte! Viel Erfolg und Spaß weiterhin.

Du spielst in einer jungen Band, die Lust hat, auf einer Bühne vor Publikum zu spielen? Du schreibst Texte und willst diese mit Menschen teilen? Oder bist du der geborene Entertainer oder Comedian, der Leute begeistern kann? Dann melde dich an zum nächsten Zille’s Open Mic!

Nächster Termin: Freitag, 13. Januar 2017

Jeden zweiten Freitag im Monat gibt es im Haus der Jugend Charlottenburg eine offene Bühne für junge Musiker, Slammer, Comedians und Entertainer ab 14 Jahren. Open Mic steht frei übersetzt für „offenes Mikro“, das heißt, jeder kann vorbeikommen und nach dem Mikrofon verlangen.
 

VON ZORA

 

X-Wings, Rebellen und die schicken Clone-Krieger ­­– seit dem 15. Dezember geht der Krieg der Sterne weiter (oder beginnt, da der Film ja vor Teil 4 spielt). Mit "Rogue One – a Star Wars Story" wird nun enthüllt, wie die Rebellen an die nötigen Pläne zur Zerstörung des Todessterns kamen. Achtung: Spoiler-Alarm!

Die Geschichte erleben wir zusammen mit der Hauptfigur Jyn Erso (Felicity Jones) und dem Rebellen Captain Cassain Andor (Diego Luna). Beide sollen der Mission nachgehen, den Vater von Jyn zu finden - Galen Erso (Mads Mikkelsen). Dieser wurde vom Imperium in Beschlag genommen und soll dort als leitender Ingenieur am Todesstern arbeiten. Er entwickelte die heißbegehrten Pläne.

Auf ihrer Reise stoßen Jyn und Cassain, begleitet von dem charismatischen Droiden K-2SO, auf weitere Mitstreiter. Einer von ihnen ist der desertierte Pilot des Imperiums, Bodhi Rook (Riz Ahmed)), welcher eine Nachricht von Galen überbringen soll. Diese verrät, wo sich die Pläne aufhalten und dass Galen Erso im Todesstern eine Schwachstelle eingebaut hat. Die notwendigen Pläne können die Rebellen nur durch eine Schlacht erlangen. Allerdings trauen die Führenden Kräfte der Rebellenallianz weder dem Piloten noch Jyn und entscheiden sich, nichts zu tun. Doch nicht alle Rebellen denken so. Zu zehnt machen sie sich nun als Rogue One auf in die alles entscheidende Schlacht.

Auch wenn einige Fans der Meinung sind, dass Disney nur Geld verdienen will (was an dieser Stelle weder bejaht noch verneint werden soll), lohnt sich dieser charmant auf Retro gemachte Film dennoch! neben den atemberaubenden Schlachten und Gänsehaut bringender Musik, bietet dieser Film auch tiefgehende Eindrücke in die Rebellalianz und eine herzerwärmende Vater-Tochter-Story.

In Rogue One wird sehr schnell klar, dass die Rebellen nicht unbedingt GUT und die Angehörigen des Imperiums gleich BÖSE sind. Und auch wenn einem das Ende dieses Filmes eigentlich schon bekannt sein sollte (die Rebellen bekommen die Pläne), zittert man doch mit und ist von dem erschreckend realistischen Ende überrascht und berührt. Also unbedingt anschauen!

Dennoch muss man anmerken, dass extrem viele epische Szenen und Zitate aus den Trailern nicht übernommen wurden und somit nicht im Film vorkommen, was äußert ärgerlich ist (Bsp.: „Das ist doch eine Rebellion, oder? – Ich rebelliere!“ - Jyn Erso ).

 

Bilder:  The Walt Disney Company

Am 5. Dezember 2016 wurde jup! Berlin ein Jahr alt – jup! jup! hurra!

Seit dem Start des Berliner Jugendportals durch Bildungssenatorin Sandra Scheeres auf dem jugendFORUM 2015 ist jede Menge passiert. Als wir in Vorbereitung der jup!iläums-Feier all unsere Veranstaltungen, Projekte, Kooperationen und Workshops durchgegangen und (peinliche) Fotos rausgekramt haben, konnten wir selbst kaum glauben, was in den letzten anderthalb Jahren los war. „jup! Berlin hat in seinem ersten Lebensjahr nicht nur krabbeln und laufen gelernt, sondern ist richtig losgerannt“, lobte Frau Fussan aus der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft auf der jup!iläums-Feier.  

Wir haben uns sehr gefreut, dass Partner*innen aus den verschiedensten Institutionen und Projekten  sowie zahlreiche jup!-Redakteurinnen am Montag im Jugendkulturzentrum Die Linse in Berlin-Lichtenberg zusammengekommen sind, um gemeinsam mit uns das erste jup!-Jahr Revue passieren zu lassen, einen Blick nach vorne zu werfen und gemeinsam auf das Erreichte anzustoßen.

Und da durfte der Spaß natürlich auch nicht zu kurz kommen. Hier ein kleines Video von unserer jup!iläums-Feier:

Anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 veranstaltet das Abgeordnetenhaus von Berlin bereits zum 14. Mal das Jugendforum denk!mal.

Jugendliche und junge Erwachsene sind aufgerufen, sich mit ihren Projekten zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus einzubringen und so die Schicksale der Opfer nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

 

Was ist das Jugendforum denk!mal? 

VON DAT

 

Bald sind Weihnachtsferien! Bald heißt es wieder: Ab in die Autos, ab zu den Großeltern.

„Immer rein in die gute Stube, die saftige Gans im Backofen ist schon braun gebrannt. Riecht ihr sie denn schon?” Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Kommt darauf an, ob ihr die Anreise hindernislos bewältigt habt oder doch im Stau verzweifelt seid. Trifft letzterer Fall ein, dann könnt ihr noch so viele Weihnachtsgansbilder googeln - den weihnachtlichen Duft könnt ihr nicht simulieren.

Vielleicht denkt ihr euch dann auch: „Wenn man mich mal fragen würde, dann würde ich für alle Staus eine Mindestgeschwindigkeit einführen!”

 

Es geht um die Zukunft des Verkehrs.

Knapp 40 Stunden stehen Autofahrer*innen in Deutschland pro Jahr im Stau - Tendenz steigend. Der Kampf dagegen ist nicht einfach mit breiteren Straßen oder mehr Parkplatz anzugehen. Wie diese unangenehmen Lebenszeitfresser aus deutschen Großstadtstraßen tatsächlich verbannt werden können, wurde am 15. November 2016 beim 85. „Treffpunkt WissensWerte“ der Technologiestiftung Berlin und des Berliner Inforadios debattiert. Die drei Podiumsgäste um Dr. Sigrid Nikutta (Vorstandsvorsitzende BVG), Prof. Andreas Knie (Geschäftsführer innoZ GmbH) und Dr. Kim Kahler (Projektleiter Car2X) berichteten vom heutigen Stand der Dinge im Straßen- und Schienenverkehr und erörterten realistische Ansätze sowie Konzepte der vernetzten Mobilität.

Gut, dass trotz Brexit und Trump noch über Stau diskutiert wird. Diese Problematik sollten wir nämlich nicht vor uns herschieben - sonst staut sie sich noch.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion erschloss sich mir zusätzlich die Möglichkeit, persönlich auf Herrn Knie zuzugehen und weitere Ideen und Meinungen zu stibitzen. Was alles habe ich also an jenem regnerischen Abend an Input mitgenommen?

 

Frau Nikutta rührt die Werbetrommel.

Die Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe nutzte die Veranstaltung natürlich, um für die BVG und allgemein für den öffentlichen Personennahverkehr Kunden zu akquirieren. Heute schon befördere die BVG drei Millionen Gäste, die S-Bahn weitere eineinhalb. Werktags komme die BVG auf rund 30 000 Fahrten, und da sei noch viel Luft nach oben. Berlins 100 Kilometer lange Busspur solle deutlich erweitert werden. Außerdem sei das Ziel, Bahnen zukünftig im Zwei-Minuten-Takt fahren zu lassen. Um noch nachhaltiger zu werden, solle die Bahn vollkommen elektrisiert - momentan sind etwa 25 Prozent elektrisch - und den Gästen zudem günstige Umweltkarten angeboten werden.

Frau Nikutta zufolge liege die Hoffnung nicht in Elektroautos; sie postulierte intelligente Vernetzung als den Schlüssel.

 

VON HANA

 

Harry Potter. Es sind die Bücher, die uns und weltweit Millionen andere durch die Kindheit begleitet haben und heute scheinbar nur noch Gegenstand von Marketingstrategien und großen Gewinnen sind. Die sieben Jugendromane, die sich um den schmächtigen Jungen mit den dunklen Haaren und der runden Brille drehen, sind heute nicht mehr aus dem Bücherregal wegzudenken. Ebenso die Filme mit ihren aufwendigen Animationstechniken und detailreichen Gestaltungen wurden mit einigen Preisen, wie dem British Academy Film Award belohnt und waren sogar für die Oscars nominiert. Sie konnten weltweit rund 5 Milliarden Dollar einspielen. Nun scheint die Harry Potter Welt wieder aufzuleben, denn seit dem 17. November läuft J. K. Rowlings neuer Film „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ auch in den deutschen Kinos. 

 

Sie sind Klassiker unserer Kindheit und können auch heute noch viele begeistern. In der Harry Potter-Reihe schafft J. K. Rowling eine komplett neue Parallelwelt, die man auch ohne Halluzinogene oder anderen psychotrope Substanzen betreten kann. Es sind die gefährlichen Abenteuer und Reisen, die Harry und seine Freunde erleben und genau unseren Kindheitsschwärmereien entsprechen. Aber die Geschichte rund um den Zauberlehrling hat vor allem eines, uns vieles beigebracht und mit auf den späteren Weg gegeben. Beispielsweise wie wichtig Loyalität und Treue in Freundschaften sind. Ohne Hermines und Rons bedingungslosem Vertrauen zu Harry, hätte dieser nie den dunklen Lord besiegen können. Auch hat der Roman uns gezeigt, dass oftmals nur kritisches Hinterfragen, eigenes Mitdenken und ganz viel Mut haben zielführend sein können. So gründete Harry trotz sämtlicher Verbote Umbridges im fünften Schuljahr die Dumbledore Armee. Und zu guter Letzt durften wir lernen, dass man für das kämpfen soll, was einem wichtig ist und für das aufstehen soll, an was man glaubt, selbst wenn alle anderen es für Spinnerei halten. Denn Harry hat sich auch dann nicht unterkriegen lassen, als das Ministerium und die Presse ihn für einen Lügner erklärten und die ganze Zaubererwelt ihn für unglaubwürdig hielt. Auch die Behandlung von Themen wie Rassismus und Diskriminierung sind ein wichtiges Element des Romans. Dadurch, dass der ganze Handlungsverlauf in einer Parallelwelt spielt, erhält der Leser eine distanzierte Sicht auf die Themen und versteht, warum wir gegen jede Form von Hass sein sollten. Daneben sind es auch viele kleine Aspekte, wie etwa der Charme Dumbledores weiser Sprüche oder auch der Fakt, dass die drei Hauptcharaktere erfrischender Weise nicht in einer Dreiecksbeziehung landen, die den Erfolg des Romans erklären. Denn nicht umsonst zählt die Harry Potter-Reihe mit 500 Millionen verkauften Exemplaren zu den weltweit bestverkauften Büchern neben der Bibel.

 

Die Beliebtheit der Bücher erklärt natürlich den weltweiten, finanziellen Erfolg. Doch gerade dieser scheint bei der ständigen Wiederbelebung des Hypes zunehmend im Vordergrund zu stehen. Das zu mindestens erklärt die Zweiteilung des letzten Films, die zusätzlichen Bücher wie „Quidditch im Wandel der Zeiten“ und „Magische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ sowie das überteuerte Merchandise. Was ich damit sagen will ist, habt ihr euch schon mal gefragt, was wir ohne dem magischen Harry Potter-Malbuch machen würden? Oder den Harry Potter-Legofiguren? Ganz geschweige von den Harry Potter-Wandstickern?

 

Erst im Sommer dieses Jahres erschien das Skript zu dem Stück „Harry Potter and the Cursed Child“, eine Fortsetzung, die 19 Jahre nach dem letzten Roman spielt und stark an einen Fanfiction erinnert. Das Skript soll zwar laut Rowling ein Theaterstück bleiben, dennoch wurden die Filmrechte daran teuer an Warner Brothers verkauft. Könnte also vielleicht schon nächstes Jahr wieder ein neuer Harry Potter-Film in den Kinos laufen? Diesen Winter auf jeden Fall schon! Seit Mitte November läuft der neue Spinoff-Film „Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ auch in den deutschen Kinos. Einer von insgesamt fünf Teilen. Dabei laufen schon jetzt die Planungen für den zweiten Teil des Films. Es ist einfache Mathematik. Warum ein neuer Film, wenn man mit fünf neuen doch fünf Mal so viel Geld machen kann? 

 

Doch neben dem eingenommenen Geld wird so vor allem eines generiert: Aufmerksamkeit. Und zwar eine immer wiederkehrende Aufmerksamkeit. Denn obwohl der letzte Harry Potter Band 2007 erschien und der dazugehörige Film 2011, verschwindet die Buchreihe noch heute nicht aus den Medien. So war das neue Skript der Romanfortsetzung bereits ein Verkaufserfolg, bevor es überhaupt auf dem Markt erschienen ist und die ständig neu publizierten Auflagen der alten Bücher lassen sich weiterhin gut verkaufen.

 

Es ist die offensichtliche Ausschlachtung der Harry Potter-Reihe, die Fans kritisieren. In Online-Foren liest man nun eines immer wieder: Rowling hat mit dem letzten Harry Potter Roman alle offenen Fragen beantwortet und sie hätte es nicht besser machen können. Warum gibt sie also sich selbst und den Fans nicht einfach die Möglichkeit, mit den Büchern und dieser Zeit ein Kapitel abzuschließen? Doch auch die Sorge, die neuen Filme könnten beispielsweise die geliebte Harry Potter-Welt, so wie wir sie in Erinnerung behalten haben, zerstören, besteht. Denn mit Rowlings neuen Filmen könnte es wie mit Peter Jacksons Film „Der Hobbit“ enden, der nur einen Bruchteil der Fanliebe für „Herr der Ringe“ bekam. Ähnlich wie es bei George Lucas und seinen Star Wars-Filmen der Fall war.

 

Aus den Jugendbüchern über den Zauberlehrling ist ein Geschäft geworden. Trotz allem bleiben die Romane Klassiker unserer Kindheit, auch wenn sie heute nur noch schwarze Zahlen sind, die auf welchem Weg auch immer, geschrieben werden müssen.