Wenn junge Menschen die Welt verbessern

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am 13.06.2018
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Bis zum 18. Mai 2018 konnten Berliner Schüler*innen in Gruppen Projekte zum Thema "Klimaschutz" beim Wettbewerb der Berliner Klima Schulen einreichen. Auf welche Ressourcen sie sich dabei konzentrierten, war ihnen überlassen. Sinn war es, Ideen und Maßnahmen zu entwickeln, die einen Teil zum Klimaschutz beitragen. Welches Projekt einen Preis gewinnt, überlegten sich Vertreter der Senatsverwaltung für Jugend, Bildung und Familie, der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, sowie der GASAG. Auf der Jury-Konferenz am Anfang des Monats wurde entschieden, welche elf der 60 eingereichten Projekte mit einem Preis ausgezeichnet werden. Auf der Preisverleihung am 13. Juni 2018 wurden die gekürten Projekte noch einmal genauer vorgestellt.

Zu den Preisen: Die elf von der Jury vergebenen Preise/Premien waren Geldpreise für die Schule, welche im Wert von 500 (sieben vierte Plätze) bis 5.000 (einen ersten Platz) vergeben wurden. Darüber hinaus gab es einen dritten Platz (2.000 Euro) und einen zweiten Platz (3.000 Euro). Dazu gab es noch einen zwölften Preis, den Publikumspreis, zu gewinnen. Dieser wurde von a&o-Hostels vergeben und finanziert.

(Inter-)Aktivität wird belohnt!

Die Veranstalter haben sich etwas dabei gedacht, als sie das CHAMÄLEON Theater am Hackeschen Markt als Austragungsort für die Preisverleihung des diesjährigen Berliner Klima Schulen-Wettbewerbes aussuchten. Aufgrund einer EU-Förderung kommen im Chamäleon seit einiger Zeit nämlich nur noch energieeffiziente LED-Lampen zum Einsatz, wodurch jährlich 23 Tonnen CO2 eingespart werden. Damit beteiligt sich auch das Theater, genau wie die zahlreich erschienenen Schüler*innen, aktiv am Klimaschutz.

Einen vierten Platz belegte die Schule am Sandsteinweg mit ihrem "Schulwegpaten-Projekt". Anstatt sich von den Eltern in die Schule fahren zulassen, werden jüngere Schüler*innen von älteren zur Schule begleitet. Dafür treffen sie sich jeden Morgen um 7.35 Uhr morgens an vier verschiedenen Standpunkten im Umkreis von 400 Metern der Schule. Ziel des Projektes aus sozialer Sicht ist es, die Selbstständigkeit zu fördern und unabhängig von den Eltern zu vermitteln. Aus ökologischer Sicht wurde durch das Projekt der Autoverkehr um 90% verringert, wodurch auch rund um die Schule nun deutlich weniger Autoabgase zu messen sind.

Zudem erwähnenswert ist das Projekt "Unser nachhaltiger Weihnachtsmarkt" des Karl-Friedrich von Siemens-Gymnasiums. Dieser wurde von der Klimaschutz AG organisiert und veranstaltet. Das Besondere am Weihnachtsmarkt war, dass sich die Schüler*innen in der Vorbereitung vertieft mit der Herkunft angebotener Lebensmittel und anderer Produkte beschäftigten. Gesichtspunkte waren unter anderem das Konsumverhalten und die Transportwege. Unter den Ständen fand außerdem ein Wettbewerb statt. Der Sieger, der vegane Essensstand, wurde mit einem Preisgeld von 50 Euro für die Klassenkasse ausgezeichnet.

Die Schüler*innen der Carl-Kraemer-Grundschule überlegten sich nicht nur eine, sondern mehrere Projekte, welche sie unter dem Namen "Klima-Ideen für Schule und Kiez" einreichten. In der Schule wurde eingeführt, anstatt das Licht anzumachen, eher die Vorhänge aufzulassen. Ausserdem wurden Stoffbeutel gestaltet und in Lebensmittelmärkten verteilt, um den Gebrauch von Plastiktüten zu verringern. Vorteile des Stoffbeutels lägen in der Qualität und der Häufigkeit des Gebrauchs. Dieses Engagement wurde mit dem vierten Platz und dem Sonderpreisgeld ausgezeichnet.

Das Podest im Rennen um den Klimaschutz

Den dritten Platz gewann die Clara-Grunewald-Grundschule. Sie legte den Fokus auf das Konsumverhalten und entwickelte mit dem Motto "Klimaschutz durch weniger Konsum" Plakate, auf denen Regeln zum Verbrauch von Lebensmitteln und anderen Konsumgütern festgehalten wurden. Zum einen wurde das Trinken von Leitungswasser empfohlen. In Berlin sei das Wasser weitesgehend sauber, sodass man kein stilles Wasser kaufen müsse. Dazu solle man auch lieber Mehrwegflaschen nutzen, da diese einfacher zu recyceln wären. Auch durch das Kaufen von Second-Hand-Kleidung, oder dass man Kleidung, Spielsachen und andere Gegenstände erst zu reparieren versucht, anstatt gleich etwas neues zu kaufen, trage zum Klimaschutz bei. Erneut wurde der Plastiktüten-Verbrauch aufgegriffen und darauf verwiesen, zum einen lieber Stoffbeutel zu verwenden, oder beim Kauf von Obst und Gemüse ganz auf Plastiktüten zu verzichten. Um diese Maßnahmen gegen den Klimawandel zu verbreiten organisierte die Klasse einen Stand vor der Amerika Gedenkbibliothek am Halleschen Tor und sprach dort mit Passant*innen.

Aus Plastikmüll einen neuen Teich bauen? Ja, das geht. Man nehme die CapriSonne-Verpackungen, welche verantwortungslos auf den Boden des Schulhofs geworfen worden waren und klebt diese zu einem Sonnensegel zusammen. Dann wird ein Solarpanel am Segel angebracht um die gewonnene Sonnenenergie in eine Wasserpumpe zu leiten. Die Pumpe ist dazu da, die Zirkulation im Teich optimal zu regulieren und das Wasser zu filtern, um so einen gesunden Lebensraum für die Wasserpflanzen zu schaffen. Diese Idee hatten Schüler*innen der Heinrich-Mann-Schule. Das Projekt unter dem Namen "Von der Einwegverpackung zum Solarmolekülträger" führte in der gesamten Schule zu einem verantwortungsbewussteren Umgang mit Plastikmüll und nebenbei zu der schon lange geplanten Rennovierung des Teiches. An der Heinrich-Mann Schule werden jetzt Pfandmarken auf die CapriSonne-Verpackungen geklebt, sodass sich der Müll auf dem Hof reduziert. Ab dem nächsten Schuljahr soll der Verkauf von CapriSonne und anderen pfandfreien Getränken sogar komplett eingestellt werden, denn es gäbe ja schließlich noch deutlich umweltfreundlichere Getränke, meinten die anwesenden Vertreter*innen auf der Preisverleihung.

Um sich für den Klimaschutz einsetzen zu können, muss man sich erst darüber informieren. Das dachten sich auch Schüler des Robert-Havemann-Gymnasiums, als sie "Das Energiehaus der Zukunft" bauten. Anhand der "Energiehäuser" in welchen dargestellt wird, wie man zu Hause umweltfreundlich leben kann, werden von den Schülern Projekttage an Grundschulen durchgeführt, um die Schüler*innen über den unnötigen Stromverbrauch und alternative Energiequellen aufzuklären. In den bis jetzt gebauten sechs Häusern sind auch Wärmebildkameras angebracht, um Einfluss und Effekte verschiedener Methoden der Energiegewinnung zu untersuchen. Dieses Projekt, welches sich über den Horizont der Schule hinaus bewegt, ehrte die Jury mit dem 1. Platz im Wert von 5.000 Euro.

Ein zufriedenstellender Trostpreis

Trotz der umfangreichen Geldpreise war vor allem der Publikumspreis -eine Klassenfahrt- bei den Grundschüler*innen umworben! Dieser wurde unabhängig von der Jury-Entscheidung getroffen, und aus über 5.000 Online-Abstimmungen ermittelt. Diesen Preis gewann eine Klasse der Matthias Claudius Grundschule mit ihrem Projekt "Grün statt Grau". Der Schulhof wurde dabei von den Kindern mit lauter Pflanzen ausgestattet und so insgesamt grüner gestaltet. Auf die Frage der Moderation, wohin die Fahrt denn gehen soll, gab es ein freudiges "Irgendwo, wo es grün ist!" als Antwort. Daran ist zu erkennen, dass das Projekt der Berliner Klima Schule die Schüler*innen in ihrer Denkweise geprägt hat und sie auf mehreren Ebenen für die Natur interessiert hat. Ein erster Schritt sich in Zukunft weiter um die Umwelt zu kümmern, ist damit getan.

Zum Abschluss der Perisverleihung inszenierte der Zirkus Cabuwazi die Natur und ihren Wandel. Im Alter von ca. 7-25 Jahren turnten die Darsteller über die Bühne und faszinierten vor allem das jüngere Publikum mit ihren waghalsigen Übungen. Nach dem MIttagessen fand die durchaus erfolgreiche Preisverleihung ein Ende und die Schüler*innen gingen zufrieden zurück in den Unterricht.

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