Schicke Uhr!

Fossil mischt kräftig im Smartwatch-Geschäft mit. Wir haben uns eine Smartwatch der amerikanischen Firma mal genau angeschaut. Was kann die Fossil Q Explorist und was nicht?

VON OLIVER MATTUTAT

 

Viele Uhren der Firma Fossil sind schick, ebenso auch die Taschen, die sie herstellen. Doch sie haben auch ein paar schlaue Uhren, also Smartwatches, unter ihren normalen Uhren. Wir haben uns eine Herrenversion der Fossil Q, die Explorist, angeschaut und am Handgelenk getragen. Genauer gesagt haben wir die 3. Generation Probe getragen.

 

Ausgepackt

Beim ersten Auspacken der Uhr fällt sofort auf, wofür Fossil auch bekannt ist: Die Uhr sieht sehr hochwertig aus. Das Metallarmband passt wunderbar zum Gehäuse der Uhr. Wer nicht so auf Metall steht, für den gibt es die Uhr auch in anderen Armbandvarianten und außerdem lässt sich das Armband auch durch jedes beliebige 22mm-Armband ersetzen. Das macht die Uhr vielseitig. Neben der Uhr findet sich nicht allzu viel im Karton. Das Ladekabel, eine Anleitung und die Garantie-Karte. Das Besondere am Laden der Uhr ist, dass nicht eingesteckt werden muss. Sie lädt induktiv, indem man den Magneten des Ladekabels an die Rückseite des Uhrengehäuses anbringt. Schon beginnt der Akku zu laden. Mehr zum Akku gibt es in unserem Alltagstest. Das Gehäuse misst 46mm und is 12,5mm hoch. Fossil ruft selbst 279€ für die Uhr aus. Im Netz findet man sich schon unter 250€.

 

Touch me

Das Display ist scharf und stellt Farben super da. Es reagiert gut auf die Finger. Selbstverständlich lassen sich Fingerabdrücke bei Benutzung nicht verhindern. Da muss man dann ab und an das Display saubermachen. Doch das gelingt problemlos. An der rechten Seite des Gehäuses sind drei Knöpfe. Der obere und untere lassen sich mit Apps belegen. Der mittlere ist eine Art Multifunktionsbutton. Mit ihm lässt sich die Uhr ein- beziehungsweise ausschalten. Darüberhinaus „weckt“ man die Uhr damit auf und ruft das App-Menü auf. Dazu kommt man beim Drücken des mittleren Buttons immer wieder zurück zum Zifferblatt. Eine weitere nützliche Funktion ist, dass man durch das Drehen des Knopfs scrollen kann. Das erleichtert die Navigation im Menü. Zusätzlich könnte man auch eine Bewegungssteuerung einstellen. Durch Bewegungen des Handgelenks lässt sich dann unter anderem hoch und runter scrollen.

 

Im Herzen Android

Die Uhr funktioniert mit dem Betriebssystem Android Wear 2.0. Insgesamt lässt sich auch sagen, dass sie besser mit einem Android-Smartphone als mit einem iPhone genutzt werden sollte. Denn einige Feature funktionieren nur im Zusammenspiel von Android und Android richtig gut.
Das Betriebssystem funktioniert gut. Es gibt unzählige Apps und auch neue Zifferblätter lassen sich problemlos runterladen. Diese kann man im Nachgang auch nach seinen Vorstellungen bearbeiten. Die Fossil Q synchronisiert sich automatisch mit dem Smartphone. So hat man alle seine Aktivitäten und Benachrichtigungen auch auf der Uhr. So bekommt man Anrufe, Nachrichten oder Benachrichtigungen von Apps aufs Handgelenk. Im Gegensatz zu anderen Uhren lässt sich auch auf Nachrichten bei zum Beispiel WhatsApp antworten. Entweder mit vorgefertigten Antworten oder auf der Tastatur der Uhr. Zugegeben: Für Leute mit großen Fingern ist das eher nichts. Für die wird das Tippen nämlich zur Qual. Denn die richtigen Buchstaben zu treffen, erweist sich nicht immer so einfach. Außerdem kann man auch die Musik auf dem Smartphone steuern und es lässt sich telefonieren. Wie das funktioniert, sagen wir euch im Alltagstest. Eingebaut ist auch ein Lautsprecher, der Klingeltöne oder Wecksignale wiedergibt.

 

 

  • Fossil Q
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Alltagstest

Das Einrichten der Uhr funktioniert ohne Probleme. Ein paar Momente synchronisiert sich die Uhr mit meinem Handy und schon trage ich sie am Handgelenk. Ein großes Thema bei Smartwatches ist die Akkuleistung. So auch bei der Fossil Q Explorist. Der Hersteller spricht von bis zu 24 Stunden. In meinem Test überrascht mich die Uhr. Denn sie hält auch mal  deutlich über einen Tag, fast sogar zwei. Zum einen liegt das daran, dass ich natürlich zwischendurch auch geschlafen habe und die Uhr somit nicht durchgehend benutzte. Zum anderen ist der Energiesparmodus der Uhr auch gut. Doch an anderen Tagen, und die waren die Regel, musste man schon am Abend die Uhr wieder aufladen, um sie auch vollständig  am nächsten Tag nutzen zu können. Ansonsten verläuft der Alltag mit der Explorist nahezu problemlos. Ich checke Nachrichten und Mails, ohne mein Smartphone herausholen zu müssen. Eine weitere gute Funktion ist, dass das Display, wenn man nicht drauf guckt, nicht schwarz wird, sondern die Uhrzeit noch in schwächerer Helligkeit angezeigt wird. Die verschiedenen Zifferblätter machen auch Spaß. So bekommt man das Gefühl, als hätte man verschiedene Uhren. Die Bearbeitungsmöglichkeiten sind praktisch. So lege ich mir das Datum, den Akkustand und die aktuelle Temperatur von Berlin auf das Ziffernblatt.
Und wie ist das Telefonieren? Es funktioniert überraschend gut. Der Gesprächspartner hört einen gut und man selbst hört diesen auch gut. Getestet habe ich dies jedoch nur in geschlossenen Räumen. Wie das draußen ist, wenn zum Beispiel Wind ins Mikrofon bläst, kann ich nicht sagen. Doch das Telefonieren mit der Uhr wird für mich wohl nie in Frage kommen. Auch wenn es aussieht wie aus einem Agentenfilm, so richtig cool ist es irgendwie nicht.

 

Eine hybride Alternative

Für ein bisschen weniger Geld (UVP 179€) gibt es von Fossil hybride Varianten aus Smartwatch und normaler Uhr. Die normale Uhr enthält einen Aktivitätstracker, dessen Daten mit einer App ausgelesen werden können. Außerdem vibriert die Uhr, wenn sie über Bluetooth mit dem Handy verbunden ist, bei jeder Benachrichtigung. Angezeigt werden diese nicht. Auch hier lassen sich alle 22mm-Bänder wechseln. Die Batterie soll ca. ein Jahr halten. Wer eine normale, schicke Uhr mit einem Hauch von Smartwatch-Features haben möchte, könnte hier fündig werden. Wir haben diese selbst noch nicht getestet. Doch es ist eine spannende Idee.

 

Fazit

Die Fossil Q Explorist ist eine schicke, schlaue Uhr. Es macht Spaß, sie zu tragen. Die Verbindung zum Handy klappt gut. Die Akkulaufzeit ist leider ein wenig kurz. Das Display ist brillant und auch die Helligkeit gut. So lässt sich die Uhr immer gut lesen. Leider fehlt GPS und ein Pulssensor bei der Uhr. Preislich bewegt sich die Uhr in normalen Gefilden bei Smartwatches. Aber gerade ihre Hochwertigkeit lässt sie gegenüber anderen Smartwatches hervorstechen. Für alle die unbedingt eine Smartwatch möchten, einen Blick Wert. Für Leute, die erst in die Materie einsteigen wollen, können sich vielleicht erstmal mit einer günstigeren Variante an das Thema Smartwatch herantasten.

 

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