The Rocky Horror Show

am 05.04.2018

Strapsen, Lippenstift und Rock´n´ Roll: Alles Dinge die einem zu The Rocky Horror Show einfallen. Wir sollten nicht entäuscht werden - im Gegenteil.

Den Film „The Rocky Horror Picture Show“ kennt so gut wie jeder, doch wie sieht es mit den Wurzeln aus? Denn schon zwei Jahre vor dem Film schuf Richard O´Brien das Kult-Musical, von dem lobend behauptet wird es sei laut, anzüglich und verrückt. Doch kann das Wiedererwachen des Top Musicals die Erwartungen der Zuschauer und besonders der Fans erfüllen? Knapp 35 Jahre nach der Premiere von „The Rocky Horror Show“ 1973, geht Richard O´Briens Meisterwerk 2018 erneut auf Tour. Mit dabei - ein vielversprechender Cast. Wir waren also sehr gespannt, als wir des Jahres im Admiralspalast saßen um dieses legendäre Musical zu sehen.

Story

Janet und Brad sind ein frisch verlobtes Paar und wollen gemeinsam ihren ehemaligen Lehrer Doktor Scott die gute Nachricht überbringen. Auf dem Weg dahin geraten sie in einen Sturm der zu einer Autopanne führt. Durchnässt und orientierungslos klopfen sie an die Tür eines unheimlichen Herrenhauses, welche von dem Butler Riff Raff geöffnet wird. Er lädt sie ein herein zu kommen und verkündet, dass sie „in einer sehr besonderen Nacht“ angekommen seien. Der Grund dafür ist das neuste Experiment des Doktor Frank-N-Furter, der nicht nur der Schlossherr sondern auch ein Transvestit ist. Sein Ziel: den perfekten Mann zu erschaffen. Zwischen Gesang und Tanz verführt er nicht nur Brad sondern auch Janet. Doch Riff Raff und seine Schwester Magenta setzen dem Vergnügen bald ein Ende. Denn sie wollen zurück in die Galaxie Transilvanien auf den Planeten Transexual. Doch zuvor muss noch der grausame Doktor Frank-N-Furter mit einem Plasmastrahl pulverisiert werden. Columbia, eine Verehrerin des Doktors, wirft sich todesmutig vor ihn und opfert ihr Leben für seins. Doch das kann die Geschwister nicht aufhalten und so werden auch der Doktor und seine Schöpfung getötet. Brad und Janet bereuen, dass sie sich haben verführen lassen und fliehen.

Kritik

Sowohl der Film als auch das Musical sind auf Englisch, was wir aber durchaus positiv fanden, da so die Lieder nicht durch eine deutsche Übersetzung verschandelt wurden. Der Einzige, der sich der deutschen Sprache bedienen durfte, war der Erzähler, in unserem Fall Sky Dumont, der eine wirklich wichtige Rolle hatte. Der berühmte Schauspieler erheiterte die Zuschauer und gab auch gerne seinen Senf dazu. Die Besetzung war sehr gut gecastet. Der Darsteller des Frank-N-Furter klang fast eins zu eins wie Tim Curry, der den Doktor im Kinofilm von 1975 spielte und sah auch ein wenig aus wie er. Die restlichen Darsteller wurden teilweise neu interpretiert. Die Besetzung von Riff Raff, welche schon seit 2008 ein beständiger Teil der Show ist, und die Darstellerin der Magenta haben nicht nur fantastische Kostüme und MakeUp sondern sind auch ein eingespieltes Team. Im Hintergrund konnten wir immer sehen, wie sie zusammen viel Spaß hatten und sich gegenseitig ärgerten. Doch auch alle anderen Darsteller waren sehr überzeugend in ihren Rollen und man bekam bald das Gefühl, selbst Teil dieser Welt zu sein. Die Kostüme, die Beleuchtung, die Spezialeffekte – all das hat zu diesem einzigartigen Erlebnis beigetragen.

Special

Besonders an diesem Musical ist, dass das Publikum Teil der Show ist. Bei der Hochzeit warfen wir mit Konfetti, bei einer Szene im Regen holten alle ihre Wasserpistolen raus und die Rede des Erzählers wurde immer wieder mit dem Wort „langweilig!“ unterbrochen. Unhöflich? Nein, denn das ist alles Teil der Show. Das Einzige, was wir zu kritisieren haben war die eigenartige Aufmachung von Riff Raff und Magenta am Ende der Show. Beide trugen zwei Meter große metallene Kleider, die so gar nicht zu den anderen Kostümen passten. Jedoch war es für uns ein einzigartiges Erlebnis, denn sowohl die Schauspieler als auch die Zuschauer schienen vollständig in der Geschichte gefangen. Die Rocky Horror Show ist wirklich für jeden zu empfehlen.