Miteinander

Zwei Hände

Die Welt bietet eine Variation an Kulturen, jeder Mensch ist unterschiedlich und lebt sein Leben anders. Hier hast du die Möglichkeit, in das Leben und die Gedanken anderer Personen einzutauchen.

Wie soll man Tanz in Worte fassen? Es geht nicht. Zumindest nicht ohne, dass dabei etwas verloren geht. Doch das Stück HILLBROWFICATION war  nicht nur Tanz. Beim TanzTHEATER sieht das alles etwas anders aus.

 

VON ZORA

 

Zu Gast im Gorki-Theater

Das Gorki, wenn man denn den richtigen Eingang findet, ist ein beeindruckendes Theater. Es erzeugt ein Gefühl von Nostalgie und Melancholie. Perfekt für Aufführungen der Klassiker! Das Stück HILLBROWFICATION war jedoch das komplette Gegenteil:. Bunt, laut, exotisch, anders.

Klitschnass vom Regen sitze ich im vollen Saal und warte. Die Leute tuscheln aufgeregt und sichtlich voller Vorfreude. Das Licht geht aus, die Scheinwerfer an. Das Stück beginnt! Musik ist zu hören und mit roboterartigen, abgehackten Bewegungen kommen die ersten Darsteller*innen nach einander auf die Bühne. Das Ganze wirkt etwas bizarr. Ich bin sowohl irritiert wie auch beeindruckt. So zu tanzen ist bestimmt schwierig!

 

Tanzen gegen die Aliens

Jemand mit Mikrophon kommt auf die Bühne und erzählt uns die Handlung und den Grund für diese Art der Fortbewegung. Aliens haben sich auf dem Planeten immer weiter unbemerkt ausgebreitet und übernehmen ihn nun. Die einzige Möglichkeit zu überleben, ist zu tanzen und sich so an die Außerirdischen anzupassen. Zum Beispiel durch traditionelle Tänze. Worauf das Mikro verschwindet und wie auf Knopfdruck alle anfangen zu tanzen und zu rufen, begleitet durch selbsterzeugte Bongo- und Xylophon-Musik. Die verworrene Choreo lässt die bunten Farben der Kostüme verschwimmen. Die Musik, durch Lautsprecher verstärkt, dröhnt in meinen Ohren. Der Tanz endet und die Story wird weitererzählt.

Die Jugendredakteure Nushin und Janik Emil Hölzer waren Ende März im politischen und geographischen Herzen Europas unterwegs!
Sie begleiteten die Jugendkonferenz "Pimp my Europe -Level up!" in Brüssel, in der eine thematische Diskussion, mit Abgeordneten des Europäischen Parlamentes, vorbereitet wurde.
Dabei drehte sich alles um die Themen Umwelt, Bildung, Krieg und Frieden, Europäische Projekte und Arbeit/(losigkeit).

Wenn ihr jetzt heiß seid, was sonst noch so alles passiert ist, dann klickt auf das Video!

 

Beim Wettbewerb „Demokratisch Handeln“ der 5. Regionalen Lernstatt Berlin-Brandenburg war einiges los! Verschiedene Demokratieprojekte aus Schulen haben sich vorgestellt und ausgetauscht. Hannah und Laura berichten euch hier, was sie erlebt haben…

 „Demokratisch Handeln“ ist ein Wettbewerb, den es schon seit 1990 gibt, also schon seit 28 Jahren! Alle Schulen in Deutschland, und sogar alle Jahrgangsstufen, dürfen bei diesem Wettbewerb mitmachen. Gesucht werden Beispiele für Demokratie in der Schule und darüber hinaus. Das Ziel des Wettbewerbs ist jedes Jahr, zum Mitmachen anzuregen. Denn Demokratie bedeutet Gleichberechtigung und Mitbestimmung und nur durch unser Mitmachen und Einmischen kann sie lebendig gehalten werden.

Das spannende Thema Demokratie

Der Wettbewerb "Demokratisch Handeln" fand im FEZ Berlin statt. Eine ganze Reihe Schüler*innen, Lehrer*innen, aber auch Eltern und Jugendarbeiter*innen versammelten sich hier, um sich gegenseitig ihre Demokratieprojekte vorzustellen.

Zu Beginn wurde das Publikum durch den Moderator und Ansprechpartner Alexander Lipp begrüßt. Hella Sobotka, die Regionalberaterin von "Demokratisch Handeln Berlin", stellte alle weiteren Gastgeber des Tages vor, u.a. Michael Hackenberger, Regionalberater von "Demokratisch Handeln Brandenburg", und die Juniorbotschafterin Rita.

Gleich im Anschluss fand ein moderierter Austausch mit dem Titel "Demokratie ist anregend!" statt, bei dem die Teilnehmer*innen in drei verschiedenen Gruppen aufgeteilt wurden und jeweils in ihrer Gruppe ihr eigenes Projekt vorstellten. Besonders beeindruckt waren wir von der "Hilfsaktion Unterhosen", die die Schulklassen der Paula-Fürst-Schule gestartet hatten: Gemeinsam sammelten die Schülerinnen und Schüler 248 Unterhosen für Obdachlose, die sie dann im Hygienecenter am Berliner Bahnhof Zoo verschenkten. Hier können sich wohnungslose Menschen zwar waschen, baden oder duschen, jedoch gibt es nicht genug saubere Unterhosen, die sie nach dem Waschgang anziehen können.

Dieses und auch alle anderen Projekte finden wir super, denn jedes einzelne - egal in welcher Form - trägt dazu bei, das menschliche Miteinander zu stärken und zu verbessern. Und warum soziales Engagement so wichtig für die Gestaltung einer Gesellschaft ist, lässt sich ganz einfach erklären:

Einerseits hat es selbstverständlich einen erkennbaren Wert für die Gesellschaft, indem Organisationen und Einrichtungen unterstützt werden, die das Gemeinwohl fördern, z.B. der Hygienecenter am Bahnhof Zoo. Zusätzlich ist es auch eine Form der Demokratie, in der sich Menschen für ein Projekt stark machen, das ansonsten keine oder nur wenig Unterstützung von Seiten des Staates erhält. Damit kann nicht nur die Gesellschaft, sondern auch das politische Klima mitgestaltet werden!

Auch während der Vorstellungsrunden wurde besonders darüber diskutiert, warum und wo genau im Projekt „demokratisch gehandelt" wurde. Diese Frage hat uns näher interessiert und wir haben uns mit Philip aus Jena unterhalten, welcher auch beim Förderprogramm "Demokratisch Handeln" tätig ist. Wir wollten von ihm wissen:

"Was bedeutet es für dich "demokratisch zu handeln"?"

"Jeder hat eine Stimme, ist gleichberechtigt und niemand steht hinten an. In der Schule wird das Thema Demokratie oft behandelt, aber auch hier heißt es: Nicht nur reden, sondern machen! Die jungen Leute bringen so viele neue und frische Ideen. Leider fehlt im Alltag aber oft die Motivation. Doch sich jetzt zu beteiligen ist das A und O.", so Philip.

Da hakten wir nach: "Du findest also, das Bewusstsein für Demokratie könnte noch stärker gefördert werden?"

"Auf jeden Fall. Da sich die Demokratie sonst langsam selber abschafft, wenn sich niemand mehr dafür einsetzt."

 

Lesen macht glücklich, lässt uns in andere Welten eintauchen und den Alltag vergessen. Einmal abzuschalten, das gönnen wir auch unseren Müttern. Schließlich sind sie sonst den ganzen Tag für uns da. Hier zusammengetragen die Top 5 Last-Minute- Buch-Ideen für den Muttertag!

VON LEEN

 

Die Gefühlvolle – „Die Liebe ist ein schlechter Verlierer“ von Katie Marsh

Die Geschichte einer Liebe in der alles anders kommt, als man denkt. Hannah will Tom verlassen und in ein neues Leben aufbrechen. Die Ehe der beiden hat sich stark verändert: Hannah ist unglücklich und Tom in seinen Job vertieft. Doch der Ehemann hält an der Beziehung fest und will Hannah nicht gehen lassen. Plötzlich ändert sich um die beiden alles und Hannah hinterfragt ihre Pläne und Wünsche komplett. Es beginnt ein völlig anderes Leben für die beiden und sie lernen sich ganz neu kennen.

Ein zartes Buch, in dem Katie Marsh zeigt, worauf es im Leben wirklich ankommt.

 

Die Gerechte – „Justizpalast“ von Petra Morsbach

Ein Buch über das Leben einer Juristin, mit eindrucksvollen Begegnungen und einer vielseitigen Vergangenheit. Thirza stammt aus einer Schauspielerehe, doch schon ihr Großvater war Richter, woran sie anknüpfen will. Sie erlebt die Justiz in ihrem vollen Spektrum von Effizienz und Chaos und trifft vor Gericht die unterschiedlichsten Menschen, von Richtern über Anwälte und Angeklagte. Zusätzlich setzt sich auch mit Männergeschichten und ihren familiären Verhältnissen auseinander.

9 Jahre lang hat Petra Morsbach für diesen Roman recherchiert und herausgekommen ist eine preisgekrönte Geschichte über die deutsche Justiz und die Suche nach Gerechtigkeit.

 

Die Suchende – „Stadt der Steine“ von Xiaolu Guo

Ein Roman über eine im Leben stehende Frau und die Reise zu ihren Ursprüngen. Corals Vergangenheit bricht über sie herein, als plötzlich ein getrockneter Aal aus ihrer Heimat in der Post auftaucht. Sie lebt im lauten, schnelllebigen Peking und das Fischerdorf an der Ostküste, in dem sie aufwuchs, kommt ihr vor wie eine andere Welt. Sie erinnert sich an längst vergessene Erlebnisse, die damals nur einen Wunsch in ihr wachsen ließen: diesen Ort zu verlassen.

Eine ergreifende Geschichte über Heimat und den Umgang mit der eigenen Vergangenheit.

 

Die Tragischen – „Die Mütter“ von Brit Bennett

Ein mitreißenderRoman über junge Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch miteinander verbunden sind. Nadia ist 17 und schwanger von Jack, dem Sohn des örtlichen Pastoren. Aber ein Kind passt nicht in ihre Welt: sie will das Leben und kein Kind. Aubrey ist religiös und kämpft damit, als Kind missbraucht worden zu sein. Sie sind innig verbunden, bis Nadia zur Uni geht und Aubrey sich in Jack verliebt. Beide Frauen begeben sich gemeinsam in eine Geschichte voll Zerrissenheit, Trauma und Zuneigung.

Ein starkesBuch über zwei starke Frauen im heutigen Amerika, das die Leserin nachdenklich aber auch gerührt zurück lässt.

 

Die Außergewöhnliche – „Das rote Kleid“ von Guido Maria Kretschmer

Ein lustiges und teilweise doch tiefsinniges Buch mit einer besonderen Protagonistin. Anascha ist ein rotes Seidenkleid und wartet in der Garderobe eines Filmsets sehnsüchtig auf ihren Auftritt. Sie ist in der Garderobe in guter Gesellschaft, mit einem alten Mantel und einem liebenswerten Nachthemdchen, und sehnt sich doch danach, irgendwann ein richtiges Zuhause zu haben.

Kretschmar erzählt eine Geschichte über ein Kleid, aber vielmehr über den Lauf des Lebens aus einem ganz neuen Blickwinkel.

 

Weitere Buchtipps findest du in unserer Rubrik LESESTOFF!

jup! sucht KREATIVE UND KRITISCHE KÖPFE für das erste jup!-Printmagazin!

Wir wollen in Kombination mit unseren digitalen Kanälen das Experiment „jup! gedruckt“ wagen und eure Anliegen, Vorschläge und Ideen noch sichtbarer machen! Bei jup! gedruckt werdet ihr zu Reporter*innen für euren Stadtbezirk und erlebt die Entstehung eines Magazins von Anfang bis Ende mit! Thema der ersten Ausgabe ist MITMISCHEN!

Wie beteiligt ihr euch in Berlin? Wo mischt ihr schon mit oder würdet gerne mitmischen? Welche Initiativen und Projekte kennt ihr und findet ihr gut? Wo läuft es noch nicht so? Wo wünscht ihr euch noch Unterstützung? jup! gedruckt bietet Platz für eure Berichte aus Bezirken und Kiezen! Gestalterisch und inhaltlich liegen die Entscheidungen bei euch! Ihr seid die Redaktion!

 

Ihr seid schon eine (Schüler*innenzeitungs-)Redaktion oder schreibt einfach so für euer Leben gern? Bei jup! gedruckt könnt ihr auf verschiedenen Wegen mitwirken:

1 jup! geht auf Tour und kommt zu euch/Ihnen in die Einrichtung oder Schule, um mit den Jugendlichen Mini-Redaktionsworkshops (ein Termin, 2-3 Stunden) durchzuführen (Mai/ Juni). Dieser kann zum Beispiel auch im Rahmen einer Schüler*innenzeitungssitzung stattfinden. Wenn ihr bereits eine Redaktion seid oder euch in einer Initiative engagiert, die im Magazin präsent sein soll, meldet euch für jup! gedruckt an!

2 Ihr könnt auch mit Texten und Beiträgen im Magazin erscheinen, ohne an einem Workshop teilgenommen zu haben. Welches Format ihr wählt, ist frei, jedoch sollte ein inhaltlicher Bezug zur Stadt, zum Bezirk oder zum Kiez deutlich werden. Dazu sendet ihr uns den Beitrag unter Angabe von Name, Alter und Bezirk zu. Bitte sagt uns bis Ende Mai Bescheid, wenn ihr mitmachen wollt, den Beitrag könnt ihr noch bis zum Sommer schicken.

3 jup! wird mit einem Aktionsstand auf dem jugendFORUM 2018 dabei sein. Auch von den Themen hier sollen Berichte im Magazin erscheinen. Wenn ihr Lust habt, für uns als Reporter*in vom jufo zu berichten, meldet euch!

 

Die Release-Veranstaltung mit euch und allen Beteiligten ist im Herbst geplant! Im Anschluss wird das jup!-Magazin in möglichst vielen Jugendfreizeiteinrichtungen, Schulen und Bezirksämtern Berlins zur kostenlosen Mitnahme ausliegen! Auch online werden die Themen aus dem Projekt zu finden sein und sie werden über unsere Social Media-Kanäle verbreitet.

Gesucht:

  • Jugendliche, die Lust haben zu schreiben, zu fotografieren, zu zeichnen, zu layouten
  • Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit: Plakate aufhängen, E-Mail-Verteiler
  • Jugendfreizeiteinrichtungen, Schulen und andere, die bei unseren Mini-Redaktionsworkshop mitmachen und uns zu sich einladen

 

Meldet euch an, wenn ihr bei jup! gedruckt dabei sein wollt! Dazu reicht eine kurze Mail an schneider@jup.berlin, in der ihr durchgebt, in welcher Form ihr euch gerne an dem Projekt beteiligen wollt (noch nicht final, nur als Idee). Bei Fragen könnt ihr uns auch anrufen: 030-284701938.

 

Seid dabei!

 

Plakat © Saskia Radtke Illustration

Diesen März zeigen Gangway e.V. und die Jugendstrafanstalt zusammen ihre "ZwischenWelten" im Berliner Abgeordnetenhaus. Auch der mittlerweile dritte Teil der Wanderausstellung, dieses mal unter dem Hashtag #maskenhaft, versucht wieder mit künstlerischen Mitteln den Raum zwischen Freiheit und Gefangenschaft auszuloten.

Unsere jup!-Redaktion hat hier ihre Eindrücke und Inspirationen, die sie beim Besuch der Ausstellung gesammelt hat veröffentlicht.

ZwischenWelten #maskenhaft ist noch bis 22.3. im Abgeordnetenhaus zu sehen.

Der Verein "Schüler Treffen Flüchtlinge" wurde von Schüler*innen des Europäischen Gymnasiums Bertha-von-Suttner aus einer Schülerinitiative heraus gegründet. Komplett ehrenamtlich engagieren sich die Jugendlichen und organisieren u.a. Kochabende für Menschen mit und ohne Fluchthintergrund. Diesen Sommer setzt der Verein auch wieder seine Workshopreihe Aktion Zukunft 2018 um. Aktion Zukunft ist ein mehrtägiges Seminar, bei dem insgesamt 30 Schüler*innen mit und ohne Fluchthintergrund die Fähigkeiten erlernen, die benötigt werden, um eine eigene integrationsfördernde Initiative für Geflüchtete aufzubauen. Die Bewerbungsphase läuft noch! Wir sprachen mit dem Team über ihr Projekt.

 

Was ist Aktion Zukunft 2018?

Aktion Zukunft ist ein mehrtägiges Seminar, bei dem insgesamt 30 Schüler*innen mit und ohne Fluchthintergrund die Fähigkeiten erlernen, die benötigt werden, um eine eigene integrationsfördernde Initiative für Geflüchtete aufzubauen. Im Fokus des Seminars stehen Workshops im Bereich des Projekt- und Finanzmanagements. Exklusive Einblicke in die Arbeit von bereits etablierten Organisationen werden wichtige Impulse geben. Durch Aktion Zukunft entstehende Projekte können finanziell und ideell nach dem Seminar gefördert werden. Alle Teilnehmenden erhalten ein Stipendium, welches alle anfallenden Kosten für das Seminar deckt. Organisiert wird Aktion Zukunft 2018 von Schüler Treffen Flüchtlinge e.V.

 

Warum setzt ihr euch so für Geflüchtete ein?

Wir sehen noch viel Bedarf für integrative Projekte in unserer Gesellschaft. Hier möchten wir ansetzen, denn durch Kommunikation kann man Grenzen überwinden und Vorurteile aus der Welt schaffen. Wir möchten deshalb jungen Menschen mit und ohne Fluchthintergrund die Möglichkeit geben, sich kennenzulernen und mit- sowie füreinander Projekte zu entwerfen und zu veranstalten. Ziel ist ein Austausch von Sprache und Kultur, ebenso wie das Beseitigen von Vorurteilen. Es ist uns wichtig, uns gerade für junge Menschen einzusetzen und diese zu befähigen, die Gesellschaft zu beeinflussen, weil sie unsere Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten prägen werden.

 

Wer kann bei Aktion Zukunft mitmachen?

Wir suchen Schüler*innen, die zwischen 14 und 19 Jahren alt sind und die Klassenstufen 9 bis 12 besuchen. Die Teilnehmer*innen müssen in Deutschland wohnhaft sein, denn nachfolgende Projekte der Schüler*innen sollen speziell die den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland fördern. Bewerber*innen mit einer Aufenthaltsgenehmigung erfüllen ebenfalls die Teilnahmevoraussetzungen. Natürlich sollten die Bewerber*innen seminarrelevante Fähigkeiten und Interessen mitbringen. Das Sprachlevel B1 ist ausreichend, B2 wird empfohlen.

 

Welche Erfahrungen habt ihr aus der ersten Runde von Aktion Zukunft aus dem Jahr 2016?

Während Aktion Zukunft 2016 durften wir viele junge, motivierte Menschen aus gesamt Deutschland kennenlernen. Viele von ihnen hatten anfangs noch keine Projektideen, aber durch den Austausch mit den anderen Jugendlichen formten sich die ersten Pläne, die immer mehr Gestalt annahmen. Unsere Erfahrungen zeigen uns immer wieder, dass viele Jugendliche, die etwas bewegen wollen, nicht wissen was für Möglichkeiten sie haben. Mit Aktion Zukunft können wir ihnen zeigen, dass sie nicht alleine sind mit ihren Ideen.

 

Am 25. Februar besuchte Hannah den zweiten Stammtisch für Inklusives Wohnen. Was sie bewegt, beeindruckt und geschockt hat, das erfahrt ihr hier!

VON HANNAH

 

Beim zweiten Stammtisch für Inklusives Wohnen im Stadtteilzentrum Teutoburger Platz traf ich auf Jasper (22) und Linus (17), die gemeinsam das Projekt Handicap Lexikon ins Leben gerufen haben. Mit der Website www.handicap-lexikon.de, den dazugehörigen Social-Media-Aktivitäten und regelmäßigen Workshops möchten sie Kontaktängste zu Menschen mit Behinderungen nehmen, indem sie über Behinderungen aufklären. Zusammen mit Katja Sengelmann von der Wajekama Stiftung haben sie zudem den Stammtisch Inklusives Wohnen gegründet.

Jasper und Linus sind beste Freunde und wünschen sich, eines Tages gemeinsam in einer WG in Berlin zu wohnen. Jetzt denkt ihr vielleicht: "Na das wird doch kein Problem sein." Oh doch, und was für eins…

 

Das Wohnungsproblem

Bei den steigenden Mieten und der Wohnungsknappheit in Berlin eine Wohnung zu finden, die gefällt und gleichzeitig barrierefrei ist, ist für Menschen mit Behinderung schon genug zeit- und nervenaufreibend. Wenn es dann aber noch nicht einmal möglich ist, mit seiner besten Freundin oder seinem besten Freund in eine WG zu ziehen, ist dies umso trauriger und einfach nur unfair! Das Land Berlin ermöglicht aber derzeit noch keine Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderung, sie sind lediglich auf stationäres Wohnen oder das Elternhaus angewiesen. In sogenannten "inklusiven Wohngemeinschaften" hingegen leben Menschen mit und Menschen ohne Behinderung zusammen unter einem Dach. Nur leider ist auch diese Wohnform noch nicht sehr stark in Deutschland etabliert. In Hamburg und München etwa gibt es diese Art von WGs schon vereinzelt, in Berlin aber noch nicht!

Um dem ein Zeichen zu setzen, fand letzten Monat wieder der Stammtisch für Inklusives Wohnen statt. Was mich sehr gefreut hat, war, dass so viele Leute an dem Stammtisch teilgenommen haben! Die meisten Teilnehmer*innen waren selbst Betroffene oder Eltern von Kindern mit Behinderung. Einzelne Geschichten, die ich von den Eltern oder ihren Kindern zu hören bekam, haben mich sehr berührt und beeindruckt.

 

Eine eigene Wohnung - ein ganz normaler Wunsch

Der 18-jährige Tony* z.B. hat eine geistige Behinderung und wohnt nun schon seit einem Jahr allein. Er war sich schon mit 14 Jahren sicher, dass er bald ausziehen möchte, auch wenn die Bindung zu seinen Eltern sehr groß ist. Nun wohnt er drei Stockwerke unter ihnen. Morgens kann er alleine aufstehen, sich anziehen und Frühstück machen. Manchmal geht er sogar zum Bäcker und fährt danach selbstständig zur Schule. Natürlich schaut seine Mutter jeden Tag mehrmals nach ihm und hilft bei allem, wo er noch Hilfe braucht. Trotzdem kann sie sehr stolz sein, was Tony schon alles alleine schafft!

Das stationäre Wohnen möchte sie ihrem Sohn nicht noch einmal antun. Dort gab es nur Streitigkeiten zwischen den Jugendlichen, die sich eine relativ kleine Wohnung teilen mussten, und eine heimische gemütliche Atmosphäre gab es auch nicht. Deshalb kämpfen Tony und seine Mutter, genau wie Jasper, Linus und viele andere junge Menschen mit Behinderung, für eine bessere, inklusive Wohnform in Berlin.

Natürlich soll dabei auf jede Person individuell eingegangen werden und Menschen, die auf eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung angewiesen sind, müssen diese auch weiterhin bekommen. Trotzdem sollten Menschen mit Behinderung in Berlin genauso in einer WG leben dürfen wie Menschen ohne Behinderung!

Wenn ihr der gleichen Meinung seid, schaut doch mal auf der Website www.handicap-lexikon.de vorbei oder besucht den nächsten Stammtisch in Berlin! Jasper und Linus freuen sich über jede Unterstützung und laden herzlich zu einem nächsten spannenden Workshop ein. Dieser wird organisiert von der Wajekama-Stiftung und WOHN:SINN.

 

Workshop Inklusive WGs – beleuchtet von 4 Seiten

Am 10. März wird sich alles um das inklusive Zusammenleben drehen: Tobias Polsfuß wohnt in einer inklusiven WG und hat die Plattform WOHN:SINN ins Leben gerufen. Christiane Strohecker ist Geschäftsführerin der Inklusiv Wohnen Köln e.V., einem noch ganz neuen Wohnprojekt. Zusammen leiten sie vier Workshops, die verschiedene Aspekte des inklusiven Wohnens beleuchten. Sie sind kompetent in vielen Fragen rund um Finanzierung, Zusammenleben und dem Weg zum Inklusiven Wohnen.

Für wen ist der Workshop gedacht?

Für alle, die überlegen, eine inklusive WG zu gründen, zum Beispiel:

  • Menschen mit einer sogenannten geistigen, körperlichen oder mehrfachen Behinderung. Gern mit Begleitung durch ein Elternteil oder eine Assistenz.
  • Engagierte Angehörige behinderter Menschen (z.B. gesetzliche Betreuer*innen)
  • Mitarbeiter*innen aus Leistungsanbietern der Behindertenhilfe, Wohnungsbaugenossenschaften oder anderen sozialen Organisationen
  • Menschen ohne Behinderung auf der Suche nach einer besonderen Wohnform

Inhalte:

  • Workshop 1: Was ist eine inklusive WG?
  • Workshop 2: Wie will ich wohnen?
  • Workshop 3: Das richtige Finanzierungsmodell wählen und Wohnraum finden
  • Workshop 4: Meine Rolle als Eltern in einer inklusiven WG

 

Sa. 10. März 2018
15:00 Uhr – 18:00 Uhr

Tagungshaus Alte Feuerwache
Axel-Springer-Str. 40-41 | 10969 Berlin-Kreuzberg

Anmeldung per Mail an sengelmann@wajekama-stiftung.de oder hier!

* Geänderter Name

Anlässlich des Jugendforums „denk!mal 2018“ erinnern Jugendliche an die Opfer des Nationalsozialismus.

VON HANNAH

Während der NS-Zeit ermordeten die Nationalsozialisten in Auschwitz über anderthalb Millionen Männer, Frauen und Kinder. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die Gefangenen des Konzentrationslagers. Der 27. Januar, der Tag der Befreiung von Auschwitz, ist daher kein Feiertag im üblichen Sinn. Er ist ein "DenkTag": Gedenken und Nachdenken über die Vergangenheit schaffen Orientierung für die Zukunft – es bleibt die Hoffnung, aus der Vergangenheit zu lernen. Das beste Mittel gegen Völkerhass und Nationalsozialismus ist und bleibt die Erinnerung an die und die aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte. Es darf nicht verschwiegen oder hinter sich gelassen werden, was geschehen ist, denn nur so kann der Respekt und die Erinnerung an die Opfer der NS-Zeit lebendig gehalten werden.

Deshalb veranstaltete das Abgeordnetenhaus von Berlin bereits zum 16. Mal das Jugendforum denk!mal – anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Mehr als 40 Projekte beteiligten sich in diesem Jahr, so der Veranstalter. Das diesjährige Motto „Von Dir, nicht von gestern“ animierte die Projektgruppen dazu, ihr eigenes Denkmal im Zusammenhang mit den Geschehnissen des Nationalsozialismus zu errichten. Dabei konnten die Jugendlichen ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Wie die Jahre davor beteiligten sich viele Kinder und Jugendliche in Form von Theaterstücken, Malereien, Gedichten, Tänzen, Musikstücken und vielem mehr!

Was neu war…

Es gab dieses Jahr aber auch eine Neuheit des Gedenktages im Berliner Abgeordnetenhaus für die Jugendlichen, die sich mit ihren Kunstwerken am Projekt beteiligt haben. 2018 gab es nämlich das erste Mal in Ergänzung zur Ausstellung und Bühnenpräsentation auch eine Dialogveranstaltung. Diese sollte den Jugendlichen eine Möglichkeit zum gemeinsamen Dialog und gegenseitigen Austausch über ihre Projekte geben. In Kooperation mit dem Deutschen Historischen Museum fand die Dialogveranstaltung am Tag der Abendveranstaltung, am 31. Januar 2018, von 15 bis 17 Uhr statt. Moderiert wurde sie von Joachim Hausknecht, welcher selbst feststellen musste, dass die Veranstaltung fast auf eine Moderation hätte verzichten können. Die Kinder und Jugendlichen saßen sich an mehreren Tischen gegenüber und tauschten sich angeregt über ihre Projekte aus. Beim Herumgehen habe ich gleich gemerkt, wie eifrig und stolz sie am Erzählen waren, welches Projekt sie auf die Beine gestellt hatten und wie sie überhaupt auf die Idee kamen. Die Altersklassen der Schüler*innen reichten dabei von 7 bis 17 Jahre. Der Moderator tauschte manchmal die Gruppen, damit die Teilnehmer*innen die Möglichkeit hatten, mehr über die Projekte von noch unbekannten Gesichtern zu erfahren. Ich finde, diese Veranstaltung ist eine ganz besonders wichtige, bevor man die danach folgende Abendveranstaltung besucht. Nur so bekommen die Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit anderen Teilnehmer*innen auszutauschen und für neue Projekte inspirieren zu lassen.

Die Digga-Jugendredaktion von ALEX Berlin war auch vor Ort und hat ein Video zur erstmals stattgefundenen Dialogveranstaltung produziert:

Jessica von der Schülerzeitung MORON rezensiert den erschütternden Dokumentarfilm aus Syrien.

Ich stehe vor dem Spiegel auf der Toilette des Kinos in den Hackeschen Höfen und wische mir die Tränen aus den Augen. Schockiert und völlig fassungslos starre ich in mein bleiches Gesicht und versuche ruhig zu atmen.
Die Bilder, die ich in den letzten anderthalb Stunden gesehen habe,  werden mich wahrscheinlich noch ewig verfolgen. Leid und Elend, von dem wir alle denken, dass wir es kennen. Allerdings ist es ganz anders. Wir verschließen die Augen... aus Selbstschutz?  Aus Angst? Viel zu häufig denken wir, dass wir Bescheid wissen; dass wir gut informiert sind und dass wir den Überblick haben. Ich betrachte mein Spiegelbild. „Was hast du denn erwartet“, frage ich mich.
Ich weiß es nicht...

Der Film, um den es geht, ist ein dänisch/syrischer Dokumentarfilm mit dem Namen „Die letzten Männer von Aleppo“ (Original: „The last men in Aleppo“).
Er handelt von einer Gruppe Männern,die sich die يروسلا يندملا عافدلا (dt.:die Weißhelme) nennen. Sie sind der syrische  Zivilschutz, der sich gebildet hat, um in den Trümmern Syriens nach Menschen zu suchen. Nachdem Bomben explodiert sind, oder Schüsse gefallen sind, fahren sie zu den Unfallorten und versuchen Leben zu retten. Zwei von ihnen sind Khaled und Mahmoud.

Ein Kamerateam begleitet die zwei für knapp zwei Jahre durch die zerfallene Stadt Aleppo. Neben seiner freiwilligen Arbeit bei den Weißhelmen ist Khaled Familienvater. Das Lachen seiner Kinder erhellt den Film. Es ist das Einzige, was den Film zu etwas Schönem macht.
Obwohl sie Kinder sind, wissen sie mehr über den Krieg, als sie sollten. Sie hören tagtäglich Bomben fallen. Sie dürfen nicht draußen spielen und sind krank, weil sie kaum etwas zu essen haben. Und trotzdem ist es für sie das Größte, als sie während einer Waffenruhe mit
ihrem Vater auf einen Spielplatz gehen können. Die Freude ist nur von kurzer Dauer, denn sie müssen den Spielplatz schnell räumen, als ein Jet über der Stadt seine Kreise zieht. Diese Abfolge der Ereignisse zieht sich durch den gesamten Film. Nette Gespräche, Gesänge und Lachen; das Leben in Syrien zeigt sich von seiner schönen und menschlichen Seite.
Dann fallen Schüsse. Die Sequenzen, in denen es Bomben regnet, sind mit dramatischer Musik untermalt, während der Rest des Films nur die Geräusche der Stadt zeigt. Es ist beeindruckend und lässt einen selbst Teil der Katastrophe werden. Sirenen ertönen und Menschen
schreien. „Sechs Personen sind hier irgendwo begraben, drei Kinder, zwei Männer und eine Frau.“ Ein Baby wird vorsichtig unter einem Stein hervorgezogen. Es ist tot. Ein weiterer Arm ist zu sehen. Ein Junge, der noch zu leben scheint, doch dessen Kopf mit Blut überströmt ist. Er wird zu einem Rettungswagen getragen. Wieder ein totes Baby. Ein Mann fängt an zu schreien. Ein ohrenbetäubendes Weinen. Mahmoud und weitere Helfer graben und graben, bis sie die gesuchte Frau finden. Sie ist zum Glück wohlauf. Ein Fuß wird gefunden. Wem könnte er gehören?

Der Film zeigt eine ungeschnittene Wahrheit der Ereignisse. Eine Mischung aus temporärer Freude und doch unmenschlicher Hoffnungslosigkeit. Khaled wird gefragt, ob er Aleppo verlassen möchte, oder ob er wenigstens seine Familie in Sicherheit bringen will.„Ich bin in Aleppo groß geworden. Ich werde meine Stadt nicht einfach kampflos zurücklassen. Wenn meine Kinder sterben, dann soll es vor meinen Augen geschehen und nicht irgendwo anders. Ich werde Aleppo nicht verlassen.“ Diese Meinung haben viele. Immer wieder betonen sie, dass sie gemeinsam sterben wollen.

Der Film ist meiner Meinung nach zu hundert Prozent sehenswert. Er spielt nichts vor. Er betrügt nicht und gibt keine falschen Hoffnungen, aber vor allem zeigt er, dass jeder Tote nur einer von vielen ist. Es ist für Außenstehende gar nicht möglich, um jeden einzelnen zu
trauern. Nicht einmal um „vertraute Gesichter“, denn auch Khaled stirbt noch während den Dreharbeiten. Der Film heuchelt jedoch keine falsche Fassungslosigkeit, denn man empfindet den Tod von Khaled nicht als schrecklichen Höhepunkt. Wie jeder andere zuvor gezeigte Tote wird er
von einer großen Gruppe Menschen zu einer Art Friedhof gebracht und vergraben. Der Film wird im Originalton, also auf Arabisch mit deutschem, je nach Kino auch mit englischem Untertitel gezeigt. Somit ist es noch einfach, sich in den Film hineinzudenken. Man hört die grauenhafte und ehrliche Wahrheit in den Stimmen der Menschen.

Hier könnt ihr euch den Trailer anschauen: