#blacklivesmatter

am 10.07.2020

„Bitte, irgendjemand, bitte, Mann, Ich kann nicht atmen, Ich kann nicht atmen, mein Gesicht! Stehen Sie auf, Sie werden mich umbringen!“

Dies sind die letzten flehenden Worte des Afroamerikaners George Perry Floyd, der am 25. Mai 2020 in Minneapolis sein Leben nach einer Festnahme verlor. Die Aufnahmen gingen um die ganze Welt und schockierten nicht nur die amerikanische Bevölkerung. Mich selbst hat das Thema kurz nach Veröffentlichung des Videos stark beschäftigt. Aus diesem Grund möchte ich euch mit diesem Artikel versuchen näher zu bringen, was der tragische Tod eines einzelnen, unschuldigen Mannes weltweit in Bewegung gesetzt hat.

Was ist passiert?

Nachdem der 46-jährige Floyd festgenommen wurde, weil er angeblich in einem Geschäft mit Falschgeld bezahlt hatte, sich jedoch weigerte in den Streifenwagen zu steigen, drückte ihn der Polizeibeamte Derek Chauvin mit seinem Knie auf den Boden. Die zwei anderen beteiligten Beamten setzten sich auf den restlichen Körper. Das verzweifelte Flehen Floyds und auch nebenstehender Passanten wurde wissentlich von den Beamten ignoriert, bis Floyds Ausrufe „I can´t breathe“ („Ich kann nicht atmen“) verstummten.

Nur einen Tag später begannen die ersten Proteste in Minneapolis gegen die Polizeigewalt und den Rassismus in Amerika. Unter dem Hashtag #BlackLivesMatter wurde die seit 2013 bestehende internationale Bewegung auf ein neues Level gehoben. Schnell folgten benachbarte Städte und auf Social Media wurden verschiedene Aufrufe gestartet, sodass sich George Floyds Tod innerhalb weniger Tage weltweit verbreitete. Jedoch ließ sich bereits bei diesen frühen Protesten, die eigentlich darauf ausgelegt waren, Gerechtigkeit für Afroamerikaner zu fordern, sehen, dass nicht alle Demonstranten die Problematik verstanden hatten. Geschäfte wurden geplündert, Autos in Brand gesetzt und Polizisten angegriffen.

Zeit etwas zu ändern!

Die amerikanische Regierung unter Präsident Donald Trump reagierte zunächst geschockt auf die Handlungen der vier Beamten, sprach sich danach jedoch für den Einsatz des Militärs im Inland aus, sollten sich die Demonstranten nicht mehr kontrollieren lassen. Die Stimmung der Demonstranten schlug leider in vielen Teilen der USA schnell um, da die Polizei ohne Gnade gegen die Massen agierte. Tränengas, Steine und Schlagstöcke waren nur der Anfang der folgenden unwirklich wirkenden Wochen. Hier kommt die nächste große Welle…

Hatte zuvor der brutale Tod Floyds das Internet überflutet, folgte nun die grausame Gewalt, mit der die Polizei gegen die Demonstranten vorging (anzumerken ist hier, dass dies natürlich nicht überall der Fall war! Es gab auch friedliche Proteste, bei welchen die Polizisten in die Mitte der Protestanten aufgenommen wurden, oder sich vor sie knieten, um ihr Beileid zum Ausdruck zu bringen).

Spätestens zu Beginn des Junis hatte sich der #BlackLivesMatter, sowie seine Ziele so weit auf der Welt verbreitet, dass sogar Globale Proteste angesetzt wurden. Die Menschen gingen jetzt nicht mehr nur in Amerika auf die Straße: Australien, Asien und Europa legten alles nieder, um gegen die brutale Polizeigewalt gegenüber Schwarzer Menschen zu demonstrieren. Social Media war am 02. Juni 2020 ein Meer aus Schwarz, fast jeder stoppte entweder die Aktivität im Internet an diesem Tag , oder postete ein schwarzes Bild, um seine Solidarität zu verdeutlichen. Und mitten drin, wenn nicht sogar Ausschlaggebend die Parolen und Hahstags „#BlackLivesMatter“ und „I can´t breathe!“.

Weltweit Rassimus bekämpfen!

Doch was haben diese Proteste jetzt bewirkt, da es langsam wieder ruhiger um das Thema wird. Die Proteste gehen weiter, auch weltweit. Die Menschen gehen weiterhin für ihre Rechte auf die Straße und versuchen mit friedlichen Protesten Änderungen zu bewirken. Die amerikanische Regierung kündigte an, sich ausführlich mit dem Thema auseinander zu setzen und eine Lösung für die Polizeigewalt zu finden. Entsprechende Lösungsansätze bleiben abzuwarten.

Eins ist jedoch gewiss: während das Leben eines Mannes unwiderruflich beendet wurde, nutzen nicht nur die betroffenen Amerikaner, sondern die ganze Welt die Chance, auf Probleme aufmerksam zu machen, um hoffentlich endlich gravierende Veränderung zu erzielen! Wir haben Zusammenhalt und Solidarität bewiesen, damit wir einen Schritt näher an das kommen, was wir als Gleichberechtigung und Gerechtigkeit deklarieren. Ungewiss bleibt jedoch, ob die Polizeigewalt gestoppt werden kann und ob sich bestimmte Gruppen weniger Rassismus entgegen sehen können, denn niemandem ist ersichtlich, wie tief der Rassismus in der amerikanischen Gesellschaft verwurzelt ist und eventuell sogar toleriert wird. Es liegt hierbei nicht nur an einer einzelnen Nation, sondern an den Gesellschaften weltweit diesen Vorfall als Zeichen zu sehen und endlich etwas zu verändern. Wir müssen diesen „Aufschrei“ der Demonstranten aus allen Ländern nutzen und unsere Mentalitäten und Handlungen nicht nur kritisch zu hinterfragen, denn nur als Gemeinschaft können wir etwas ändern und uns weiterentwickeln.