Film

VON SANDY

Ying Ling arbeitet in einem Spa, aber nicht in einem gewöhnlichen Spa. Es ist ein Spa für Tote. Sie arbeitet fast 24 Stunden am Tag. Vom Abholen im Krankenhaus, über dem Wachen und Zurechtmachen, bis zum Beiwohnen an der Trauerfeier; so sehen ihre Tage aus.
Kontakt zu der Familie herrscht nur über das Telefon, sie sucht die Anerkennung und Nähe zu ihrer Familie. Ihr einziger Freund und Arbeitspartner ist Jin Hau. Beide reden oft über ihre Wünsche und Träume, da keiner der beiden in ihrem Beruf glücklich ist. Ob sie den Beruf wechseln, trotz des Druckes der Familie?

Die Dokumentation von Carol Salter ist sehr interessant und lehrreich. Wer jedoch keine Leichen sehen kann oder einen empfindlichen Magen hat, sollte einen großen Bogen um den Film machen. Aber den Wunsch seine Träume zu erfüllen und dabei den Druck der Gesellschaft im Nacken zu haben, kennt fast jeder und man möchte einfach wissen, ob es jemand schaft oder nicht.

Einen kurzen Filmausschnitt gibt es hier: www.berlinale.de

Im Berlinale Programm:

Mi 15.02. 17:00 HKW                                                

Do 16.02. 10:30 CinemaxX 1

Sa 18.02. 12:30 Zoo Palast 1

VON CHARLOTTE

Those Who Make Revolution Halfway Only Dig Their Own Graves ist ein kanadisches Filmdrama der Regisseure Mathieu Denis und Simon Lavoie aus dem Jahr 2016. Beide Regisseure haben an der Université du Québec in Montréal Film studiert und dies ist ihr zweites gemeinsames Projekt.

Der Film handelt von einer Splittergruppe, die nach dem verebben der „Ahorn Frühling“ -Proteste in Quebec  (in Anlehnung an den Arabischen Frühling) eine tiefe Unzufriedenheit mit der Gesellschafft verspüren und etwas verändern wollen. Sie agieren sehr gewalttätig und rücksichtslos mit Spaßguerilla– und Molotowcocktail-Aktionen. Durch die Point-of-View-Perspektive, bei der die Kamera die Sicht eines Protagonisten einnimmt, hat man das Gefühl, ein Teil der Studentengruppe zu sein. Dies führt dazu, dass man auch ihre Anspannung, Ängste und Gefühle mitfühlt, was sehr mitreißend sein kann, aber an einigen Stellen auch sehr schwer auszuhalten ist. Im Hintergrund ist selten wirkliche Filmmusik zu hören. Meist sind es verzerrte, laute und verstörende Geräusche, die der Zuschauer wahrnimmt und die dem Film etwas sehr Dunkles und fast Bösartiges verleihen. Außerdem sind die Farben generell sehr dunkel gehalten, wodurch die düstere Stimmung verstärkt wird.

Einen klaren Handlungsstrang zu erkennen, war für mich sehr schwierig, da die Szenen eher wahllos aneinander gereiht scheinen. Was mir sehr gut gefallen hat, ist wie die Filmemacher mit typischen Geschlechter Stereotypen spielen. Zum Beispiel sieht man in einer Szene eine Person mit rosafarbenem Nachtkleid, was vermuten lässt, es handle sich um ein Mädchen, was sich im Nachhinein jedoch als falsch herausstellt.  Those Who Make Revolution Halfway Only Dig Their Own Graves ist ein Film mit viel Nacktheit und Gewalt, der Sehnsüchte, Fantasien und Ängste junger Menschen darstellt. Filmisch ist der Film, außergewöhnlich gut, aber mir persönlich war er viel zu gewalttätig und mir fehlte eine nachvollziehbare Handlung.

 

Im Berlinale Programm

So 12.02. 20:00 HKW

Mo 13.02. 14:30 CinemaxX 3

Sa 18.02. 20:00 HKW

 

VON CHARLOTTE

 

Poi E ist ein Neuseeländischer Dokumentarfilm über die Geschichte eines Popsongs in maorischer Sprache, der 1984 wider Erwarten die Spitze der Charts erreichte. Es grenzte damals an ein Wunder, dass ein Song in traditioneller Sprache so ein Erfolg hatte. Der Sänger Dalvanius Prime hatte davor schon internationalen Erfolg, aber nur mit englischsprachigen Soul-Liedern. Im Laufe seiner Kariere hat er sich immer weiter von seinen Ursprüngen entfernt und auch zum größten Teil die Sprache der Maori verlernt. Hierfür schämte er sich und als er zurück in seine Heimatstadt kam, fing er an, die Sprache wieder zu lernen und sich mit seiner Kultur zu beschäftigen. Der Regisseur Tearepa Kahi ist selber maorischer Abstammung und tourte schon als Jugendlicher durch Neuseeland mit einer Maori Tanzgruppe. Später studierte er Geschichte und Maori Studies an der Universität Auckland und führte Regie bei diversen Dokumentarfilmen und preisgekrönten Kurzfilmen. Sein Spielfilmdebüt „Mt Zion“ gewann mehrere Preise bei den New Zealand Film Awards und war in Australien und Neuseeland ein großer Publikumserfolg.

Poi E ist ein herzerwärmender, teilweise lustiger und filmisch wunderschöner Dokumentarfilm. Der Film begleitet die Geschichte der Entstehung des Liedes und die enormen Auswirkungen auf die Kultur der Maori.  Poi E ist generell in sehr strahlenden, bunten Farben gehalten  und vermittelt dadurch sofort gute Laune. Es ist ein Film über Kultur, Herkunft und Musik, der mehr als empfehlenswert ist, wenn man sich für die Geschichte der Maori und Musik interessiert.

 

Auf der Berlinale:

Di 14.02. 17:30  HKW

Mi 15.02. 17:30 CinemaxX 1

Sa 18.02. 11:30 CinemaxX 3

So 19.02. 15:30 Filmtheater am Friedrichshain

 

VON KAJA

 

Erwachsen werden ist nicht leicht und schon gar nicht, wenn man anders ist als seine Freunde und ein dunkles Geheimnis mit sich herumträgt. Butterfly Kisses erzählt die Geschichte von Jake (Theo Stevenson) und seinen zwei besten Freunden, die sich ihre Zeit mit Rumhängen in den Höfen ihrer Hochhaussiedlung, mit Billard, Pornos, Alkohol und Gesprächen über Mädchen vertreiben. Jeder der Drei wird von seinen ganz eigenen Dämonen getrieben, doch Jake trägt ein dunkles Geheimnis in sich, welches er niemandem erzählen kann und das ihn mehr und mehr von den anderen isoliert.

Der Debütfilm von Rafael Kapelinski feiert auf der Berlinale 2017 Weltpremiere und ist meiner Meinung nach gut gelungen. Der Film, der komplett in schwarz-weiß gehalten ist, macht durch die Mischung aus Laien und bekannten Schauspielern einen authentischen und ungeschönten Eindruck und zeigt das Leben so, wie es nun einmal ist.

Allerdings muss ich für meinen Teil sagen, dass ich das Ende leider nicht wirklich verstanden habe. Der Film hat seinen FSK mit 14Plus auf jeden Fall verdient und ist nur etwas für Leute, die kein Problem mit sexuellen Andeutungen haben.

 

Im Berlinale Programm:

Sa 11.02. 20:00 , HKW (E)
Mo 13.02. 15:30 , Cubix 8 (E)
Do 16.02. 15:30 , Zoo Palast 1 (E)

 

VON KAJA

 

Der 15-jährige Kit reißt inmitten der Feierlichkeiten zur amerikanischen Zweihundertjahrfeier von zu Hause aus und trampt zusammen mit seiner Freundin Alice durch Kanada. Die Beiden begeben sich auf einen Selbstfindungstrip, der ihre Beziehung auf eine harte Probe stellt.

Dieser Film, der im Jahr 1976 spielt und ebenfalls schwarz-weiß ist, hat mir von den dreien, die ich vorab sehen konnte, am besten gefallen! Weirdos vermittelt das Gefühl, dass es in Ordnung ist, anders zu sein. Jeder von uns ist auf seine eigene Art und Weise anders, seltsam oder speziell und einzigartig. Das ist auch gut so. Der Film sagt dazu: „We're all weirdos, that's what makes us beautiful“ („Wir sind alle seltsam, das ist was uns hübsch macht“). Dieses Zitat hat mich von Anfang an begeistert, da es meiner Meinung nach voll und ganz zutrifft.

Desweiteren sind die Charaktere sympathisch, sodass man sich mit ihnen identifizieren und mitfühlen kann. Wer also Lust auf einen Coming-of-Age Film hat, wer den Soundtrack der 70er liebt oder einfach mal einen Ausflug in die Vergangenheit machen will, dem kann ich Weirdos nur ans Herz legen.

 

Im Berlinale Programm

Di 14.02. 15:30 , Zoo Palast 1

Mi 15.02. 15:30 , Filmtheater am Friedrichshain

Do 16.02. 14:00 , CinemaxX 3

VON KAJA

 

Der Film handelt von einem hochbegabten Jugendlichen (Staszek Cywka), der kurz davor steht, Physik an der Universität zu studieren. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit einer Theorie über Parallelwelten, die seiner Meinung nach durch Licht miteinander verbunden sind. Hinter seinem großartigen Verstand verbirgt sich allerdings eine verletzte Seele, die die authoritäre Mutter (Agnieszka Podsiadlik) nicht zu heilen vermag. Eines Tages kehrt ihr Mann (Sebastian Lach) nach Jahren der Abwesenheit zurück, wodurch ein Mann in das Leben des Jungen tritt.

Mir persönlich hat der Film gut gefallen, da seine Handlung spannend ist, und er einige schön anzusehende Einstellungen beeinhaltet. Man merkt den künstlerischen Aspekt besonders in den Szenen, in denen mit Farben oder ähnlichem gespielt wird sowie in den Zitaten aus Goethes Erlkönig, der namengebend war. Zudem illustriert die Musik im Film die Gefühlswelt des erwachsenwerdenden Jugendlichen gut.

Man muss allerdings erwähnen, dass der Film ebenso komplex wie seine Charaktere ist und teilweise Realität und Fantasie miteinander verschwimmen. Das macht ihn zuweilen schwer verständlich, allerdings nicht schlechter.

Wer also gerne Art House Filme sieht oder Wert auf ein schönes Bild legt, sollte sich The Erlprince auf jeden Fall auf der Berlinale anschauen.

 

Im Berlinale Programm

Do 16.02. 17:00 , HKW (E)
Fr 17.02. 10:30 , CinemaxX 1 (E)
Sa 18.02. 14:00 , CinemaxX 3 (E)

 

VON JANIK EMIL

 

Schon anhand der Überschrift lässt sich erahnen, welch ein verrücktes Projekt unter der Regie von Dash Shawn in den USA entstanden ist. Eine wirkliche Storyline kurz zusammenzufassen, ist bei diesem Film gar nicht so einfach.

Grundsätzlich ist der Anfang des Films von der Story her gleichzusetzen mit einem typischen Teenager-Hollywoodfilm: Ein unbeliebter Erfinder namens Dash möchte mit seiner Schülerzeitung in der Schule berühmt werden – was ihm natürlich überraschenderweise nicht so einfach gelingt. Dash ist für seine Mitschüler ein Niemand. Belastet durch Mobbing, familiäre Probleme und Freundschaftssorgen versucht er sich durch den Schulalltag zu schlagen. Doch als er während seiner Recherche im Schulkeller ein Geheimnis entdeckt, wird seine Welt aus den Angeln gerissen. Und ab diesem Moment ist der Film nur noch eine einzige Farbschlacht.

 

My Entire High School Sinking into the Sea  © Tides High PTA, LLC

VON JANIK EMIL

 

Nalu, ein 16-jähriges Mädchen, muss sich nach dem Tod ihrer Großmutter allein um ihren blinden Vater kümmern. Von dem Haushaltmanagement über die Zubereitung verschiedener Mahlzeiten bis hin zur Gartenpflege. Ihr größter Traum, ein Leben außerhalb des tristen Landlebens – in der großen Stadt, scheint nun zur immer größer werdenden Utopie heranzuwachsen.

Nicht nur die Verantwortung gegenüber ihrem Vater, die Aussicht auf ein Leben in dem trostlosen Dorf, sondern auch die aussichtslose Liebe lässt sie zunehmend verzweifeln. Rückhalt und Kraft erhält sie durch ihre besorgte Kunstlehrerin. Als sie von dem Schicksal der jungen Nalu erfährt, beschließt sie, den blinden Vater aus seiner tiefen Depression zu holen. Es stellte sich heraus, dass der resignierte Vater vor seiner Erblindung ein begeisterter Künstler gewesen war. Die Lehrerin beschließt,  dieses verborgene Talent bei Nalus Vater wieder zu wecken. Aus dieser anfänglichen Hilfe entwickelte sich eine tiefe Verbindung.

 

Die krasseste Fernbeziehung von der du je gehört hast

 

VON ABDU BAACK

 

Du bist Fan von witzigen, frechen, coolen und etwas anderen Liebesgeschichten? Dann müsste die Neuerscheinung mit Asa Butterfield und Britt Robertson perfekt für dich sein! jup! Redakteur Abdu hat sich den Film für euch vorab abgesehen. Ob es sich lohnt, ins Kino zu sehen, verrät er euch hier!

Passend zum Neustart des Films "Den Sternen so nah" in Deutschland haben wir hier für euch exklusiv ein #DenSternenSoNahGewinnspiel

 

Den Sternen So Nah Anhänger