2. Kleine und große Probleme

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Es ist nicht immer alles einfach und rosig. Ich bin jetzt seit einem Monat hier und muss immer wieder kleine aber auch größere Probleme bewältigen.

Die Probleme, mit denen ich gerechnet habe

  1. Deutsch sprechen.Ehrlich ist es gar nicht so schwer aber an einigen Stellen immer noch überwältigend, dass alle ununterbrochen mit mir auf Deutsch sprechen. Mittlerweile kann ich mit einer Person eine gute Konversation führen, aber bei mehreren wird es schnell zu viel und zu schwierig.
  2. Mein Leben neu anzufangen. Ich rede von neuer SIM Karte, Meldebescheinigung, neues Bankkonto usw. Die meisten Sachen funktionierten einfacher als erwartet, weil mein Mentor mir geholfen hat, aber alleine wär es viel schwieriger gewesen, weil die Menschen oft kein gutes Englisch sprechen.
  3. Alleine leben. Ich komme aus einer Familie mit 5 Menschen und einem Hund, also ist es für mich ungewohnt, alleine Zuhause zu sein. Zum Glück habe ich Mitbewohner, ein nettes junges Paar, welches mir viel bei den kleinen Dingen geholfen hat. Ich glaube, ich werde immer besser darin, eigenständig zu leben.
  4. Meine Freizeit zu gestalten. Allerdings habe ich gar nicht so viel freie Zeit wie gedacht. Normalerweise arbeite ich sieben Stunden am Tag und habe danach noch Millionen Sachen zu erledigen. Außerdem gehe ich mit meinen Mitbewohnern wöchentlich zum Fußball-Training und Volleyball spielen. Meine Befürchtung, alleine und gelangweilt zu sein, ist weg.

Die Probleme, mit denen ich nicht gerechnet habe

  1. Einkaufen. Kein Witz, das erste Mal war mehr als schwierig. Mir war vorher nie bewusst, wie herausfordernd es ist, in einer anderen Sprache einkaufen zu gehen. Ich war in der Milchabteilung verloren, es hat mich drei Anläufe gekostet, den Natur-Joghurt zu finden, aber langsam wird’s einfacher.
  2. Die neue Kultur. Ich dachte, es gäbe keine Unterschiede zwischen der Ungarischen und Deutschen Kultur, aber es gibt viele. Der größte ist das Händeschütteln, in Ungarn schütteln Mädchen normalweise nicht so oft Hände und wenn nur beim ersten kennenlernen. Zuhause umarme und küsse ich andere und schüttle nicht die Hand, am Anfang war das hart, mittlerweile nicht mehr, aber komisch ist es immer noch.
  3. Sachen nach der Arbeit machen. Sieben bis acht Stunden in einem Kindergarten zu arbeiten ist anstrengend. Wenn ich morgens früher anfange, bin ich nachmittags so kaputt, dass ich einfach nur schlafen möchte und wenn ich später anfange, arbeite ich so lange, dass keine Zeit mehr für anderes bleibt.

Trotz all der Schwierigkeiten macht mir mein EVS Spaß und ich kann nicht glauben, dass ich schon einen Monat hier bin.

Maria (Übersetzung: Charlotte)

Quelle: https://www.youthreporter.eu/de/profil/mariakocsis7/

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