FILM FEEDBACK: Folge 9

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am 02.02.2018
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Hier die erste FILM FEEDBACK FOLGE im Jahr 2018! Ich wünsche euch viel Spaß!

Aktueller Film

The Greatest Showman (USA 2018, R: Michael Gracey, FSK 6)

Als P.T. Barnum (Hugh Jackman) seine Arbeit verliert, haben er und seine Frau Charity (Michelle Williams) Angst um ihre Existenz. Doch dann hat der zweifache Vater Barnum eine Geschäftsidee: Er gründet ein Kuriositätenkabinett. Dafür stellt er unter anderem eine bärtige Frau und einen kleinwüchsigen Mann an. Doch er will seinen zahlenden Gästen nicht nur Kurioses bieten, sondern auch eine atemberaubende Show mit Akrobat*innen großartigen Tänzer*innen. Doch auch die High Society möchte er mit seinem Zirkus beeindrucken. Deshalb tut er sich mit dem seriösen Theatermacher Phillip Carlyle (Zac Efron) zusammen. Als er bei einer königlichen Audienz der schwedischen Opernsängerin Jenny Lind (Rebecca Ferguson) begegnet, sieht er seine Chance gekommen, auch bei der Oberschicht und der Kunstszene ernst genommen zu werden und geht mit Jenny auf Amerika-Tournee.

Mit Schauspielern wie Hugh Jackman, Michelle Williams, Zac Efron und Zendaya bietet der Film eine Großzahl an bekannten und beliebten Schauspieler der letzten Jahre, die auch in diesem Film einen tollen Job machen, wodurch überzeugend emotionale Szenen entstehen.

Eine besondere Hürde hatte Zendaya zu meistern, die für den Film das "Fliegen" lernen musste. Sie verkörpert eine Trapezkünstlerin, die in P.T. Barnums Zirkus zusammen mit ihrem Bruder auftritt. In einem Interview sagte sie, dass sie sich vor Beginn der Dreharbeiten auf die Tanzeinlagen und das Erlernen der Choreografie gefreut hatte, bis sie dann erfuhr, dass sie bei den meisten dieser Szenen in der Luft sei.

Sie ist über diese "Enttäuschung" anscheinend schnell hinweg gekommen, denn im Film sieht man nicht, dass das ihr erstes Mal war, dass sie an einem Trapez gehangen hat. Auch Zac Efron erzählte der Presse, dass sie bei ihrem ersten Aufeinandertreffen am Trapez hing und er sie zunächst für eine professionelle Trapezkünstlerin gehalten hat.

Zac Efron für seinen Teil, verkörpert, wie schon häufiger in den letzten Jahren, einen reichen Geschäftsmann, der erst überredet werden muss, sich der Organisation des Zirkus anzuschließen und Teilhaber zu werden. Damit will ich nicht sagen, dass Zac Efron in den letzten Jahren nur Geschäftsmänner gespielt hat, die dem Zirkus beitreten, sondern viel mehr, dass er, wohl in Folge seiner High School Musical-Zeit, in letzter Zeit immer häufiger als anfänglicher Fiesling zu sehen ist, der im Laufe des Films seine gute Seite entdeckt, so wie beispielsweise in Baywatch, wobei er da sein Macho-Gehabe auch nie ganz ablegen kann.

Die Musik wurde übrigens von den Oscar Gewinnern Benj Pasek und Justin Paul geschrieben, die ihren Oscar für die Musik von „La la Land“ im letzten Jahr gewannen.

Für mich ist The Greatest Showman eine perfekte Mischung aus Moulin Rouge (2001) und Freaks (1932). Es ist das Zusammenführen von ausgeschlossenen Menschen der Gesellschaft, die in Barnums Zirkus ein Zuhause bzw. eine Familie finden. Untermalt wird diese Geschichte der Gründung des ersten Zirkus` mit musicalähnlicher Musik.

Der Film erzählt die wahre Geschichte des Unternehmers P.T. Barnums, der Anfang des 19. Jahrhunderts seinen Zirkus gründete und somit eine neue Form des Entertainments einführte.

Also, wer von euch ein Fan von Moulin Rouge (2001), Big Fish (2003) oder Freaks (1932) ist, oder einfach gute Laune machende Musicalfilme mag, der sollte sich The Greatest Showman auf jeden Fall im Kino anschauen und das bunte Musikspiel des Films auf der großen Leinwand genießen.

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Ein Klassiker

Singin’ in the Rain (USA 1953, R: Stanley Donen, Gene Kelly, FSK 6 bzw. 12)

„Don Lockwood (Gene Kelly) ist ein gefragter Stummfilm-Star, welcher zusammen mit seiner Filmpartnerin Lina Lamont (Jean Hagen) große Erfolge feiert. Doch die technische Weiterentwicklung verändert die Bedingungen in der Filmindustrie auf grundlegende Weise. Besonders Lina kommt mit der neuen Technik des Tonfilms nicht zurecht, da ihre schrille Stimme für diese Art von Film nicht gut geeignet ist. Um dieses Problem zu umgehen, schlägt Dons bester Freund Cosmo Brown (Donald O'Connor) vor, Linas Stimme durch die einer anderen Schauspielerin zu ersetzten. Eine Idee, mit der vor allem die temperamentvolle Diva Lina nicht einverstanden ist. Denn sie empfindet Kathy Selden (Debbie Reynolds), die ihr die Stimme leihen soll, als große Konkurrenz. Deswegen versucht Lina, Kathys Karriere als Schauspielerin zu behindern.“ (Quelle: http://www.filmstarts.de/kritiken/5120.html)

"I'm singing in the rain, just singing in the rain! What a glorious feeling and I'm happy again!"

Wer kennt es nicht? Dieses markante Liedzitat aus dem namengebenden Titelsong des gleichnamigen Films. Dieser Film so grandios und bekannt, dass er in etlichen Filmen oder Serien erwähnt, kopiert oder zitiert wird. Ein Beispiel hierfür, das euch bekannt sein könnte, wäre die Folge "The Substitue" oder im deutschen "Ersatzspieler" aus 2010 von GLEE, in der sie "Singin in the Rain" mit Umbrella von Rihanna paaren und ein Mash-Up daraus machen. Und auch ein weniger bekanntest Lied aus dem besagtem Film, nämlich "Make 'em laugh", wurde in dieser Folge kopiert.

„Singin' in the Rain“ macht einfach nur Spaß. Er ist lustig, mit guter Musik versehen und heitert einen selbst nach einem schlechten Tag wieder auf. Der Witz des Films beruht selbstverständlich auch ein wenig auf den damaligen Begebenheiten von der Umstellung des Stummfilms zum Tonfilm, den diese verursacht die Problematik des Films. Heutzutage wird die expressive Mimik der damaligen Stummfilm-Schauspieler*innen eher als amüsant und komisch angesehen und da der Film rund 30 Jahre nach Einführung des Tonfilms spielt, hat er den nötigen Abstand zu der Zeit, in der der Film stattfindet. Er weiß um den komischen Faktor des Mienenspiels der Schauspieler*innen und spielt sowohl mit diesem, als auch mit den Klischees der damaligen Zeit und unterlegt die ganze Geschichte noch mit guter Musik.

Ein Aspekt, der für mich sehr wichtig ist und den ich noch erwähnen möchte, ist: Schaut ihn euch in Originalsprache Englisch an! In der deutschen Fassung wurde alles, inklusive der Lieder, übersetzt und synchronisiert. Dadurch verliert der Film allerdings, meiner Meinung nach, den Charme. Deswegen habe ich bei der Überschrift dieser Kritik auch den englischen Originaltitel und nicht den deutschen "Du sollst mein Glücksstern sein", da der Film für mich im Englischen um einiges besser ist. Ich kann euch natürlich nicht dazu zwingen, euch den Film in Original-Vertonung anzusehen, das will ich nebenbei gesagt auch gar nicht, aber ich würde es euch wärmstens ans Herz legen.

Wessen Interesse ich jetzt geweckt habe, der kann sich den (englischen) Trailer gerne hier ansehen: https://youtu.be/pqkQxTwEjH0

Ein Film für Verrückte

The Rocky Horror Picture Show (USA 1977(1975), R: Jim Sharman, FSK 12)

„Frisch verlobt reist das verliebte Pärchen Brad (Barry Bostwick) und Janet (Susan Sarandon) quer durchs Land. Nach einer Autopanne irgendwo im Nirgendwo suchen sie nach Hilfe in einem Schloss. Doch dort finden sie sich inmitten einer skurrilen Festgesellschaft wieder, die von dem Strapsen tragenden Schlossherr Frank N. Furter (Tim Curry) angeleitet wird. Janet ist sowohl der Schlossherr als auch das Schloss selbst mehr als suspekt, weswegen sie diesen Ort unbedingt so schnell wie möglich verlassen will. Doch bevor das passieren kann, lädt sie Mr. Furter zu einem Rundgang durch die Hallen des Anwesens ein, wo gerade eine gigantische Party gefeiert wird. Es wird ein Rundgang, den das Pärchen nie vergessen soll...“ (Quelle: http://www.filmstarts.de/kritiken/313.html)

Zuallererst: Dieser Film macht unglaublich viel Spaß! Klar, er ist auch ziemlich verrückt, was wohl an den Kostümen und der Charaktergestaltung liegen mag, aber der Film macht gerade wegen seines verrückten Aussehens so viel Spaß. Die Lieder passen sich perfekt in den Fluss des Films ein und unterstreichen die Situation bzw. die Gefühle und Gedanken der Charaktere. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Musik und der Film an sich als Kult angesehen werden. Lieder wie „Time Warp“, „Dammit, Janet“ oder „Sweet Transvestite“ sollten fast jedem bekannt sein, wenn auch nicht vielleicht sofort beim Lesen des Titels, aber spätestens, wenn man den Refrain hört.

The Rocky Horror Picture Show spielt zudem mit Sexualität und sexueller Orientierung, was ihm teilweise noch eine besondere Art von Witz verleiht. Ich habe beispielsweise teilweise gelacht, da ich verunsichert oder irritiert war, was ich da gerade zu Gesicht bekomme. Zudem weiß der Film ganz genau, dass er etwas skurril ist und bindet dies in seine Witze ein, indem er mit seiner Verrücktheit spielt.

Der Film ist außerdem so gut, weil er neben guter Musik auch mit guten Schauspieler*innen besetzt ist, wie beispielsweise Susan Sarandon, die damals noch in ihren späten 20ern war und heutzutage, über 40 Jahre später, eine erfolgreiche Schauspielerin geworden ist. Einige von euch könnten sie aus Filmen wie Thelma und Louise (1991) oder Mit besten Absichten (2015) kennen.

Der Film wurde unter anderem im Jahre 2016 für den amerikanischen Fernsehsender FOX, mit jüngeren Schauspieler*innen und unter der Leitung von Kenny Ortega, neu verfilmt und wurde am 20. Oktober 2016 auf dem besagten Fernsehsender FOX ausgestrahlt. Zu der Neubesetzung zählen bekannte Gesichter wie Victoria Justice (Victorious, Zoey 101 oder No Kiss List), die Transgender Schauspielerin Laverne Cox (Orange is the new black) oder Tim Curry, der als Erzähler gewonnen werden konnte und im Original von 1975 den Transvestiten Dr. Frank N. Furter verkörperte.

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Eine allgemeine Empfehlung

Moulin Rouge (USA 2001, R: Baz Luhrmann, FSK 12)

Da ich bei der Kritik zu The Greatest Showman diesen mit Moulin Rouge verglichen habe, bekommt ihr gleich hintendran noch eine Review zu diesem Film.

Christian (Ewen McGregor) ist Schriftsteller, hat kein Geld und landet in Paris. Dort wird er als Autor im legendären Nachtclub Moulin Rouge als Autor eingestellt. Dort ist Satine (Nicole Kidman) der Star, in die er sich gleich verliebt.

Doch die Kurtisane soll im Auftrag des Moulin-Rouge-Besitzer Zidler (Jim Broadbent), den schmierigen Duke of Worchester (Richard Roxburgh) verführen. Ziel ist es, dass dieser Geld für eine Theaterinszenierung investiert. Der Duke beißt an. Als Satine Christians Liebe erwidert, lässt der Duke seiner Eifersucht freien Lauf.

Da wir hier über Musical-Filme bzw. Filme, in denen Musik eine große Rolle zukommt, sprechen, sind auch in Moulin Rouge die Lieder sehr melodisch und ohrwurmmäßig. Allgemein zählt dieser Film zu meinen Lieblingsfilmen, da er alles hat, was mir an einem guten Film wichtig ist. Eine gute und schlüssige Handlung, schöne Einstellungen, viele Emotionen, überzeugendes Schauspiel und wahlweise noch gute Musik. Moulin Rouge kombiniert all diese Aspekte und ermöglich hierdurch ein großartiges Filmerlebnis. Er weckt in mir den Wunsch, den Soundtrack hoch und runter zu hören und den Film immer wieder zu schauen.

Ewan McGregor und Nicole Kidmann haben zudem eine ganz besondere Chemie, die dem Film ebenfalls noch einen Touch von Authentizität gibt. Die beiden passen in ihren Rollen einfach so gut zusammen, dass es schon fast schade ist, dass diese Liebe nicht in der echten Welt Fuß gefasst hat, wobei man natürlich nicht vergessen sollte, dass die beiden nur eine Rolle spielten, aber ihre Chemie als Personen überträgt sich, wie gesagt, super auf den Film.

Überrascht hat mich auch Ewan McGregors voluminöse und schöne Singstimme, die ihm wohl auch den Part in Die Schöne und das Biest, der im letzten Jahr veröffentlicht wurde, als Lumière eingebracht hat. Ich mag es einfach total ihm beim Singen zu zuhören und war dementsprechend ein wenig enttäuscht, als ich „Be our Guest“ („Sei hier Gast“) letztes Jahr hörte, aber das ist eine Geschichte für eine andere Kritik.

Die Geschichte eines jungen Schriftstellers, der sich unsterblich in eine Kurtisane verliebt, hat so viel Herz, dass ich mich mit den Protagonisten mitfreue oder mitleide und mich schon fast als Teil dieser Liebe fühle. Das Ende des Films wird nicht verraten, denn dafür müsst ihr euch den Film schon selbst anschauen, doch lasst euch gesagt sein, dass es euch das Herz zerreißen wird, wenn ihr nicht gerade vor pubertären lachenden Jungs sitzt, die wohl nur ihre Bestürzung überspielen wollen. (Ja, das ist mir leider beim ersten Schauen des Films im Kino passiert und ich fand es sehr störend!)

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